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Show 678 Metz. Folmar V., Graf von Huneburg und Metz (gest. u m 1121), Folmar VI., der 1135 die Abtei BeauprO gegründet hat, Hugo X., Graf von Metz, Dagsburg und Moha, und Albrecht (gest. 1211), der nur eine Erbtochter Gertrude hinterliess, welche in Folge einer Vereinbarung mit dem Bisthume Metz im Besitze der bischöflichen Lehen blieb; Gertrude hatte sich 1206 mit Herzog Theobald von Lothringen (gest. 1220) vermählt, der sich noch 1219 Graf von Metz und Dagsburg nannte. Nach dem Tode von Gertrude (1225), die sich in zweiter Ehe mit Graf Theobald von Champagne, in dritter Ehe mit Graf Simon von Leiningen vermählt hatte und aus keiner dieser Verbindungen Nachkommen hinterliess, erscheinen keine weitere Grafen von Metz mehr. - Wenn nun auch unter den Karolingern die Grafschaft Metz ein wirkliches Gebiet war - in der Hauptsache die Stadt Metz und das der Stadt unterstellte Metzer Land (das Archidiakonat Metz mit den Archipresbv teraten Metz, Val de Metz und Noisseville) umfassend, wie solche Grafschaftsgebiete aus den alten Gaugrafschaften entstanden waren, so ist dies nicht mehr der Fall, seitdem König Heinrich L, der Finkler, 923 Lothringen mit Deutschland vereinigt hatte, oder doch seitdem König Otto I. die Grafschaftsrechte in Metz dem Bisthume übertragen hatte, wie z. B. auch König Heinrich I. 928 dem Bischof Gozzelin von Toul die Graf-schaftsrechtc in Toul überlassen hatte. Unsicher ist sowohl der Zeitpunkt als auch die Bedeutung dieser Uebertragung, welche 923 oder 945 erfolgt sein soll, während bis dahin die Herzoge von Oberloihringen die Landeshoheit ausgeübt hatten. Es scheint, dass auch nach dieser LTebertragung kaiserliche Burggrafen für die Stadt Metz bestellt wurden, während gleichzeitig bischöfliche Grafen als Statthalter des Bisthums und als Hochvögte der Abteien walteten, über welche das Bisthum die Landeshoheit hatte. So besass der letzte Graf von Metz-Dagsburg, Albrecht (gest. 12111 als Erbämter des Bisthums die Herrschaften Saarburg, Türkstein, Saaralben, Herrenstein u. s. w., wie auch später die Statthalter oder Baillv's des Bisthums, welche zugleich Feldhauptleute waren, die festen Plätze im Lande als Amtslehen trugen. Die kaiserliche Gewalt und die der kaiserlichen Burggrafen oder Vögte in Metz war eine beschränkte. Der Bürgerschaft mit der Geistlichkeit (den Aebten der grossen Benediktiner-stifte) Stand wie in anderen bischöflichen Städten das Recht zu, die Bischöfe zu wählen, und noch 1079 und 1090 widersetzte sich die Stadt Metz der Einmischung des Kaisers in die Besetzung des bischöflichen Stuhles. - I m sonstigen weltlichen Besitz des Bisthums in Lothringen und im Elsass wurde der gräfliche Besitz, d. h. die Amtslehen der Grafen erst 1225, wie oben erwähnt, eingezogen und mit den Domänen des Bisthums vereinigt, während die Vogteien im Besitze des Hochstiftes ausserhalb des Metzer Landes und in den dem Bisthume unterstellten Abteien noch weit länger fortbestanden. Es scheint indessen, dass schon 1225 die Bischöfe die Herrschaft in der Stadt Metz, und in deren Um-lande verloren hatten, und dass die Bürgerschaft von Metz schon so weit der Herrsehaft sich bemächtigt hatte, dass aus diesem Grunde bischöfliche G.rafen für Metz nicht mehr ernannt wurden. Schon 1220 hatte die Stadt eine Reihe von Rechten der Grafen an sich gezogen. S. auch Metzer Land (Pays Messin'. [dPr.] M e t z , departement, Bezeichnung für die Provinz der drei B i s t h ü m e r (s! d.). M e t z , Landgebiet, s. Metzer Land (Pays Messin). M e t z , Parlament s. M e t z , Stadt und Bisthümer, Provinz der drei. M e t z , Landkreis iL.). Umfasst die Ka. Gorze, Metz, Pange, Verny, Vigv, mit zusammen (1895) 153 Gden. und enthält auf 1074,6238 qkm 15687 bewohnte Häuser etc., mit 80 272 Einwohnern. Gebildet durch Verordnung des Civilcommis-s. iis vom 12. März 1871 als Unterpräfektur, Kreis durch Ges. vom 30. Dec. 1871. - Der Distrikt M. (1790-95) umfasste die Ka.: Argancyt, Augny, Bornyf, Cornyt, Flanvilleibereits 1790 wieder aufgehoben, dafür trat Noisseville! ein), Goin, Gorze, Gravelottef, Maizierest, Mars-la-Tour, Metz und Moulins bei M.f ; das A r r o n d i s s e m e n t M. umfasste 1800-1802 die Kantone : Antilly*tf, Ars-Laquenexy*tt, Augnyff, Bolchen (1790-95 Distr.- u. KHO.), Brittendorf (1790-95 im Distr. Bolchen) tt. Falkenberg (1790 -95 im Distr. Mörchingen), Gointt. Gorze, Herlingen*tt, Lorry bei M.*tt, Lubeln (1790-95 im Distr. Bo1chen)tt, Maizeroy (dgl.)tt. Mars - la - Tour tt. Metz, Ottendorf (1790-95 im Distr. Bolchen itt. Remilly*tt Rozerieulles*tt, Solgne*tt> Vallieres*tt, Vry (1790-95 im Distr. Bolchen itt, Waibelskirchen (dgl.)tt- 1802-70 gehörten dazu die Ka.: Bolchen, Falkenberg, Gorze, Metz (3 Kantone), Pange**, Verny** und Vigy**. Nach 1870 wurden Bolchen und Falkenberg Ka. im Kr. Bolchen, die übrigen bildeten den Landkreis M., doch blieben vom Ka. Gorze (s. d.) einige Gden. französisch. Einen Gebietszuwachs erhielt der Kreis durch die Verordnung vom 9. Apr. 1901, in welcher der südlich der Mittellinie der Orne gelegene Theil des Gebietes der Gde. Gandringen (Ka. Gross-Moyeuvre, Kr. Diedenhofen-West) dem Ka. M. zugewiesen wurde. (Näheres siehe bei Metz, Kanton.) Carte de l'arrondissement de Metz, dressee ä la lithogr. de Verronnais. 1: 100 000. Metz 1844. M e t z , Kanton ( Ldkr.gl. N., L.). Umfasst (1895) die Gden. Amanweiler, Augny, Ban-St.Martin, Borny, Bronvaux,Chieulles, Devant-les-Ponts,Feves,Hagendingen, Haueoncourt,Longeville b. M., Lorry b. M., Maizieres b. M., Malancourt, Marange- Silvange, Maxe, Mey, Montigny b. M., Montois-la-Montagne, Moulins b. M., Norroy-le-Veneur, Pierrevillers, Plantieres, Plappeville, Plesnois, Rombach, Roncourt, Sablon, St. Julien b. M., Ste. Marie aux-ChC-nes, St. Privat, Saulny, Scy, Semeeourt, Talingen, Vallieres, Vantoux, Vany, Woippy und enthält auf 241,3133 qkm 5234 bewohnte Häuser etc., mit 37 705 Einwohnern. Durch Verordnung vom j 9. Apr. 1901 ist dein Ka. M. ferner die neue Gde. Stahlheim zugewiesen worden, welche aus den bis dahin zur Gde. 1 Gandringen 'Ka. Gross-Moyeuvre, Kr. Diedenhofen-West) I gehörigen AO. Amneville, Neumühle und Stahlheim gebildet worden ist. - Der Ka. M. ist gebildet durch Ver-i Ordnung des Reichskanzlers vom 6. März 1873 aus den I Theilen der früheren 3 Landkantone M. und das Ka. Briey. - Der Ka. M. umfasste 1790 die Gden. Metz, Ban-St. Martin, Devant-les-Ponts und Plantiercs. Die 2 mittleren wurden 1792 dem Ka. Lorry b. M. zugewiesen; der Ka. M. umfasste dann bis 1S02 nur die Stadt M.; 1802 wurden 3 Kantone M. gebildet. Der erste begriff die 1. Sektion der Stadt M. und die Gden. Amanweiler, Ban-St. Martin. Chazelles (s. 1809 AO von Scy), Devant-les-Ponts, F6ves, Hagendingen, Haueoncourt, Ladonchamps (s. 1810 A O . von Woippy), Longeville i bei M., Lorry b. M., Maizieres, Marange-Silvange, Moulins b. M . Xorrovle-Veneur, Plappeville. Plesnois, Saulny, Scy, Semecourt, Talingen, Thury 1810-66 A O . von Woippy, dann von Maxei, Vignculle (s. 1809 A O . von Lorry b. M.), Woippy; von diesen hatten Chazelles, Longeville, Moulins und Scy vorher dem Ka. Rozerieulles, die andern dem Ka. Lorry b. M. angehört; dazu kam 1867 als selbständige Gde. noch Maxe, vorher AO. von Woippy; der 2. umfasste die 2. und 5. Sektion der St. M. und die Gden. Borny, Chieulles, Grigy (s. 1810 A O . von Borny), Mercy b. M. (kam 1805 zum Ka. Pangei Mey, Plantieres, St. Julien b. M., Vallieres, Vantoux, Vany, Villers-rOrme (s. 1810 A O . von Vany). die ausser t Die mit einem Kreuz bezeichneten wurden 1795 aufgehoben. * Die mit einem Sternchen bezeichneten sind 1795 neu gebildet worden. tt Die mit zwei Kreuzen bezeichneten sind 1802 aufgehoben worden. ** Die mit zwei Sternchen bezeichneten sind 1802 neu gebildet worden. |