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Show Diemeringen - Diesdorf. 219 meringen, Domfessel, Lorenzen, Volksberg, Waldhambach. Prot. Kirche. Filiale Mackweiler (s. 1881, vorher zur Pf. Berg gehörig). Die Israeliten gehören zum Rabbinat Saarunion. Synagoge (s. 1867). Jüdischer Kirchhof (s. 1770). - 2 Ziegel-und Kalkbrennereien; Thonwaarenfabrikation 110 Betriebe); Spiritusbrennerei; Oelmühle. Handel: Vieh und Bier. Anfang April, Ende Juni, a m letzten Alontag im Oktober und um Weihnachten Krammarkt. D. war Hauptort der gleichnamigen Herrschaft (s. d.), deren Schicksale es theilte. Schon im lS.Jhdt. wurde es befestigt und mit einer Burg versehen. In den Kriegen des 16. und 17. Jhdts. hat D. ausserordentlich stark gelitten. Im Bauernkriege (1525) wurde es von den Bauern genommen und geplündert, 1629 durch die Lothringer, 1635 durch die Kroaten überfallen und verwüstet. Kurz darauf hauste auch die Pest in D., so dass die Stadt schliesslich bis ca. 1643 kaum noch bewohnt wurde. 1<>74 a m 3. Alärz wurde D. von Tu-renne genommen ; lo77 die Festungswerke von den Franzosen geschleift. - Nach D. nannten sich zwei Adelsgeschlechter; dem einen, nur im 14. Jhdt erwähnten, gehörte Otto von D. an, Domherr in Aletz, Verfasser einer Schrift über das heil. Land. Das andere, im 14. und 15. Jhdt. erwähnt, gehörte zu den Strassburger Rathsgeschlechtern. - D. war vor der Reformation Pfarrei (Schutzheilige Petrus und Paulus) des Landkapitels Bockenheim (Bisthum Metz). Die Reformation wurde ca. 1570 eingeführt; doch erscheint die Stadt im 17. Jhdt. mehrmals vorübergehend als katholisch (so im 30jährigen Kriege und von 1674-84). Die Katholiken waren 1685 nach Lorenzen eingeplant. Prot. Pfarrei seit Ende des-16. Jhdts. mit Filialen Ratzweiler (bis 1890) und Dehlingen (1632-71 und 1634-1704). Das Patronatsrecht besass die Herrschaft. Kirche 1757 erbaut. Die Kirchenbücher gehen bis 1583 zurück. Im 18. Jhdt. bestand eine kleine Synagoge, die abgebrochen wurde, nachdem der Graf von Salm-Salm versprochen, eine neue zu bauen. Die französische Revolution verhinderte den Neubau, worauf die Israeliten sich bis 1867, w o die heutige Synagoge erbaut wurde, mit einem Betsaal bchalfen. - D. liegt a m Keltenwege aus dem Graufthale nach Saargemünd. Neolithische und römische Funde. Gallo-römisches Grabfeld. Reste des alten Schlosses. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Lützelstein-Nord) 60,5 ha. 265-305 m über dem Aleere. Aluschelkalk. (Eiche, Buche, Hainbuche, Esche, Erle, Birke, Alassholder, Aspe, Kiefer, Fichte, Lärche.) 53,5 ha sind im Jahre 1816 zur Abfindung der Berechtigten vom Staatswalde ausgeschieden. 7,0 ha, früher zur Weide benutzt, sind aufgeforstet worden. D i e m e r i n g e n , Herrschaft. Umfasste die Orte Diemeringen, Dehlingen und Ratzweiler und ausser diesen ursprünglich noch die (später abgetretenen) Orte Bütten, Völlerdingen und das abgegangene Weyer. Die Herrschaft war vermuthlich im 12. Jhdt. im Besitz des ca. 1180 gest. Grafen Simon von Saarbrücken, auf dessen jüngeren Sohn, Heinrich I. von Zweibrücken, sie überging. Dessen Sohn, Graf Heinrich IL, hat 1275 die Herrschaft (die hier zuerst erwähnt wird) seiner mit Hugo von Finstingen vermählten Tochter Katharina als Heirathsgut überlassen und aus dem Lehensverbande mit Zweibrücken befreit, freilich zunächst nur auf Lebenszeit der Katharina. Aber auch nach deren Tode (1334) kehrte D. nicht mehr in die Lehensabhängigkeit von Zweibrücken zurück, sondern blieb als freier Besitz in den Händen der Finstingen. Nach deren Aussterben (1474) kam die Herrschaft zunächst an Mörs-Saarwerden, dann bald darauf an das Haus der Rheingrafen, und zwar 1520 an die jüngere rheingräfliche Linie von Kyrburg und nach deren Erlöschen (1688) an die AVittwe des letzten Rheingrafen, Elisabeth Johanna von Pfalz-Veldenz. Als diese 1718 gestorben war, ging die Herrschaft in den ungetheilten Besitz der vier rheingräflichen Linien über, von welchen laut einer Entscheidung des Reichskammergerichts von 17o4 ; Salm-Salm und Salm-Kyrburg je a/i6, Salm-Grumhach und Salm - Rheingrafenstein je 5/i6 besassen. - Durch Dekret der Nationalversammlung vom 23. Nov. 1793 wurde die Herrschaft mit Frankreich vereinigt. - 1575 ist durch | die Rheingrafen das lutherische Bekenntniss in der Herr-j schaft D. eingeführt worden. Fischer, Dagob., Not. hist. sur l'ancienne seigneurie de D. (Rev. d'Als. 1876, 62-91.) [Auch besonders.] Alulhouse 1876. Benoit, A., Notes pour servir ä l'histoire du protes-tantisme dans la seigneurie de D.(Rev. d'Als. 1888, S. 175-186.) L i v y , Jos., Les persecutions des catholiques dans le comte de Saarwerden et la seigneurie de D. (1697-1793). (Rev. cath. d'Als. N. S. 17, 1898, S. 547-360, 461-471, 520-528, 600- 619, 684-692.) [Auch bes.] Rixheim 1898. D i e m e r i n g e n , Kanton. Der Ka. D., 1793 im Distrikt Neu-Saarwerden aus Theilen der damals mit der franz. Regierung vereinigten Grafschaft Saarwerden gebildet, erhielt zunächst die Gden. Bütten, Dehlingen, Diemeringen, Domfessel, Lorenzen, Ratzwciler, Rimsdorf, Völlerdingen, dazu kamen 1794, als der Ka. in den Distrikt Saarunion überging, noch Hambach, Volksberg und A\reislingen aus dem Ka. Lützelstein. 1800 wurde der Ka. dem Arrondissement Zabern zugewiesen und 1801 aufgelöst; von seinen Gden. wurden Diemeringen, Hambach, A'olksberg und AA'eis-lingen dem Ka. Drulingen, die übrigen dem Ka. Saarunion zugetheilt. D i e m e r s b e r g , IL, 271 m TP., bei (SWM Schalkendorf (Ka. Buchsweiler, Kr. Zabern, U.-E.). Diepertsweiler s. Liebenzweiler. Diersdorferbach s Nied 25. Diesdorf. Df. >Ka. Aletzerwiese [1790-1802 Ka. Inglingen], Kr. Diedenhofen-Ost, L ) . 1141 E. 237 Hsr. (12 GRe.) - 210 m. - AG. Diedenhofen (8,9); Bhf. Diesdorf (0,8). - Villa T h e o d e r i a c a in p a g o Rizigohensi 93b; D y - hestorf und Thiekestorf 1301; Diestroff 1443.- Die Gde. umfasst den HO. D. (628 E. 109 Hsr.), die A O. Künzig s. 1811, vorher selbstdg.), Niedermühle, Obermühle und Stückingen (s. 1811, vorher selbstdg.) u. die verschw. O. Bisteck, Hubertshof und Hecklingen (? c - P. T. Bhf. (s. 1883). HSt. Künzig (s. 1883). StEBez. Aletzerwiese. Fw. (s. 1861, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Aletzerwiese 's. 1804, vorher Annexe der Pfarrei Aletzerwiese), die • jedoch die A O . Künzig und Stückingen (s. d.) nicht mit umfasst. Kirche der hl. Katharina (25. Nov.). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen; monatlich ein Alai refor-mirter Gottesdienst. - Grössere Kalkbrennerei mit Sackkalkfabrik von Jac. Johannes (166 Arbeiter). «Lothringer Portland-Cementwerke» (232 Arbeiter), 1891 begründet, mit 2 aus 1(> Kammern bestehenden Ringöfen, die lso2 und lso.5 in Betrieb gesetzt worden sind. Die jährliche Leistungsfähigkeit beträgt ungefähr 150000 Normaltonnen, deren Absatz sich nächst den Reichslanden auf das Grossherzog-thum Luxemburg und die gesammte Saar- und Aloselgegend vertheilt, wie auch andererseits ein flotter Export nach Belgien, Holland und selbst nach überseeischen Ländern sich in den letzten Jahren entwickelt hat. 1898 fusionirte sich die Gesellschaft mit dem Elsass-Lothringischen Cementwerk in Heming (s. d.) und trägt jetzt die Firma «Lothringer Portland-Cementwerke in Aletz». Die jährliche Leistungsfähigkeit der beiden Werke beträgt 380000 Fass. 1899 be- | trug der Versandt 250567 Fass. Harzproduktenfabrik nebst Seifensiederei (vgl. Künzig). Kleine Schreinerei. D. war Dorf und Sitz einer Lehensherrschaft (s. u.). In D. war das Hochstift Trier schon 936 begütert. D a das Haus Valcourt die Vogtei des Erzstiftes in der Gegend hatte, und sich später das Dorf noch in Händen der von Berg aus demselben Geschlechte befand, so ist es nicht unwahrscheinlich, anzunehmen, dass dieser ursprüngliche Besitz von Trier auf unbekannte Weise an das Geschlecht von A'alcourt und I Rodemachern gelangte, welche ausserdem dazu noch Herren |