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Show Kochersberg - Königsbrück. 529 Amt, umfasste ausser der Burg K. (s. d), von der es seinen Namen trug und die auch bis zu ihrer Zerstörung Amtssitz blieb, die Orte: Avenheim, Dingsheim, Dossenheim, Dürningen z. Th., Friedolsheim z. Th., Gingsheim, Griesheim, Gugenheim, Ittlenheim z. Th., Jettersweiler Kleinfranken-hcim, Knörsheim, Krastatt, Kienheim, Littenheim, Lupstein, Männolsheim, Neugartheim, Offenheim, Pfettisheim, Rangen mit dem Weiler Mittelkurz, Rohr, Säsolsheim, Truchtersheim, Westhausen, Willgottheim, Zeinheim z. Th. Das Gebiet des grossen Amtes K. bestand zum grössten Theil aus ehemaligem Reichsgut. Es setzte sich aus zwei Gütereomplexen zusammen, einem westlichen und einem östlichen. Der erstere bestand aus 7 Ortschaften: Gugenheim, Gingsheim (Ober- und Nieder-Gingsheim), Säsolsheim, Kienheim, Willgottheim, Ingenheim und ist höchst wahrscheinlich identisch mit einer Anzahl von Dörfern, die 1224 in einem Vertrag zwischen Kaiser und Bischof von Strassburg als zur ehemaligen «Grafschaft» (s. d.) gehörig, sowie als «ad septem tabulas speetantes» bezeichnet werden, zur Zeit jedoch schon ganz im Besitze des Bisthums waren und auch darin verbleiben sollten. Der östliche grosse Complex bestand aus den etwa 28 Dörfern der «Grafschaft» (s. d.\ in deren Besitz sich das Reich und das Bisthum 1236 so theilten, dass beide die Hoheitsrechte gemeinsam ausübten. Doch erwarb das Bisthum im Laufe der Zeit (besonders unter Karl IV.) in vielen Dörfern auch die kaiserliche Hälfte hinzu. 1448 ward der ganze Kochersberger Bezirk an die Stadt Strassburg verpfändet und verblieb derselben bis zum Rückkauf 1538 durch Bischof Wilhelm III. H>33 schenkten die Schweden das ganze Gebiet an die Stadt Strassburg, die es jedoch nur 2 Jahre behielt. 1662 wurde dasselbe mit dem übrigen bischöflichen Territorium französisch. Nach Zerstörung der Burg K. wurde der Amtssitz nach Willgottheim verlegt. - Der Name K. (Kochersberger Land) ist noch heute für den ganzen Distrikt allenthalben im Volke im Gebrauch. Höhe, Ig, Das Kochersbergerland. Strassburg 1895. Fischer, Dag., Les institutions municipales et judiciaires du bailliage du Kochersperg. (Rev. d'Als. 1S72, S. 424-439.1 Fritz, Territorium des Bisthums Strassburg, S. 22 f. Kochersberg, B.. 552 m, westl. St. Pilt, Ka. Rappoltsweiler. Kochersberg, Rebenhügel, 300,9 m TP, bei (nordwestl.. Neugartheim, Ka. Truchtersheim, Ldkr. Strassburg. Auf der Höhe Wälle und Gräben, die Reste des ehemaligen, den Bischöfen von Strassburg gehörigen Schlosses Kochersberg is. d.). Vgl. «Vogesenblatt », Beil. z. «Strassb. Post 1894, Nr. 6 u. 10 u. Stöber, Aug., Der Kochersberg, ein landsch. Gemälde aus d. U.-E. Mülhausen 1857. Höhe, Ig., Das Kochersberger Land. Strassburg 1895. Köcking s. a. Neu-, Ober-, L'nter-Köcking. Köcking, Fsths. (Gde. Wuisse, Ka. u. Kr. Chäteau- Salins, L.). 5 E. 1 Hs. 1851 erbaut. Hiesi- bis 1888 Fsths. Wuisse. Köckingen, verschw. Hf. (Gde. Liedersingen, Ka. Dieuze, Kr. Chäteau-Salins, L.). 1832 erbaut, in neuerer Zeit abgetragen. Köhlerkopf, franz. Col des Charbonniers, 1116,5 m, in dem vom Welschen Belchen gegen NO. streichenden Grenzkamm, westl. oberhalb der beiden Neuweiher. 1870 lagerten hier Franctireurs und warfen Schanzen auf, die noch deutlich zu erkennen sind; die Melker nennen deshalb den Ort «Schanzgraben». Köhlweiher im Larggebiet 0,1 km östl. Obertraubach - 0,13 ha. Fischerei. Privatbesitz. Ohne Zu- oder Abfls. Königsberg (Mont-Royal), frühere Benennung der Gde. Saareinsberg (Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.h 1793 wurde dafür die jetzige Benennung eingeführt und hat sich, im Gegensatz zu den meisten anderen damals eingeführten und 1814 wieder abgeschafften Benennungen, er- : halten, jedoch unter Aenderung der richtigen Schreibweise Saar-Rheinsbcrg, die auf die Lage des Dorfes auf der Wasserscheide zwischen Saar und Rhein hindeutete. Königsberg, Geh. (Gde. u. Ka. Sierck, Kr. Dieden- I hofen-Ost, L.i. 27 E. 5 Hsr. - Conemonte in Comitatu ; Moslensi 894; Cunisberg 1238; Künsberg 1277. - Gehörte zu der Probstei Sierck (s. d.i. Ursprünglich aber war K., wie es aus einer Urkunde aus dem Jahre 894 zu ' schliessen ist, ein Dorf; das 1171 in Besitz der Abtei Chä-tillon en Voeire gelangt war. 1238 haben Herzog Matthäus von Lothringen und seine Gemahlin Katharina von Limburg K. an das Kloster Marienfloss überlassen, um auf der alten Dorfstelle einen Klosterhof zu bauen. Die Schenkung ist durch Herzog Ferry 1277 bestätigt worden. - K , welches noch im 17. Jhdt. im Besitz von Marienfloss war, wurde dann mit Rettel vereinigt. Auf dem K. hatte 1705 Marschall Villars, als der Herzog von Malborough in Mensberg weilte, sein Lager aufgeschlagen. Spuren von Befesti-j gungen waren noch 1756 sichtbar. Königsberg (Colroy), verschw. Schi. (Gde. St. J Blaise, Ka. Saales, Kr. Molsheim, U.-E.). Name eines zer- • störten, zur Herrschaft Z u m Stein gehörigen Schlosses, wahrscheinlich im Banne von St. Blaise bei Colroy (collis I regia) gelegen, wo sich der Flurname «Le chäteau> noch j heute erhalten hat. Die Ruinen waren noch 1774 sichtbar. 1267 verpflichteten sich 7 Mitglieder des Hauses Rathsamhausen (damals Herren im Steinthale), ihr Schloss Kune-gesberc nicht zu veräussern. In der Anwartschaft auf die 1 Herrschaft zum Stein, welche Kaiser Maximilian IL 1573 | seinem Rath Erstenberger eröffnete, wird als Lehenstück die öde Burg zum Königsberg, erwähnt. Dies hat den Irrthum veranlasst, dass 2Schlösser, «Oedemburg und Königsberg », Lehenstücke der Herrschaft seien. Als solche werden sie noch 1762 aufgeführt. Es wird berichtet, dass 1634 der Pfalzgraf von Veldenz, der damalige Inhaber der Herrschaft zum Stein, auf K. residirt habe. Königsberg, franz. Requival, Bergrücken auf der Bezirksgrenze z wischenL'nterelsass und Lothringen, zwischen dem obern Thal der Weissen Saar und dem Plainethal, mit verschiedenen Gipfeln; auf dem höchsten, 83o.o m, Brandplatz, franz. Brul6e de Requival genannt, TP. Königsbrück, Wir. Gde. Leutenheim, Ka. Bischweiler, Kr. Hagenau, U.-E.). 32 E. 6 Hsr. ma. Kinsch-brück. Ist im Anschluss an das gleichnamige Kloster is. d.) entstanden und theilte dessen Schicksale. Es liegt am Keltenweg, der späteren Römerstrasse, von Brumath nach Selz ; nicht weit davon im Forstfelder Walde Tumuli der Hallstatt-La Tenezeit. Römische Funde. Königsbrück (Regis pons;, ehem. Kl. ,Gde. Leutenheim, Ka. Bischweiler. Kr. Hagenau, U.-E.). Ehemaliges Frauenkloster Cisterzienser Ordens, von Herzog Friedrich dem Einäugigen auf Eigenthum der Hohcnstaufen in der Zeit zwischen 1105 und 1147 (wahrscheinlich um 114(0 gegründet. Erste bekannte L'rkunde für K. ist die Schenkung eines Gutes in Vechenheim durch Herzog Weif, 11S7 von Kaiser Friedrich I. bestätigt. Die erste Aebtissin war Adelheid von Vechenheim. Ein Streit um den von Herzog Weif geschenkten Zehnten zu Vechenheim (1227) wurde zu ' Gunsten des Klosters entschieden. 1298 bestätigt ihm Kaiser Albrecht seine Rechte im heiligen Forst. Das Kloster war zunächst der Abtei Lützel, später der Abtei Pairis unterstellt. Im Bauernkriege von 1525 geplündert und verwüstet, erholte es sich wieder und bestand bis zur Revolution, wo es aufgehoben wurde, die Güter eingezogen, die Gebäude bis auf eine Mühle abgebrochen wurden. Die Klosterfrauen flüchteten sich nach Kloster Lichtenthai bei Baden, das von i K. aus gegründet worden war. - Vgl. Königsbrück, Wir., Gde. Leutenheim. Königsbrück, Staatswald (Gde. Leutenheim, Ka. ; Bischweiler, Kr. Hagenau; U.-E.). 505 ha. Oberförsterei Selz. 34f |