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Show 668 Metz. Soeurs Colettes überlassen. Der Bischof Karl von Lothringen, gleichzeitig Abt von Gorze, gab ihnen als Entschädigung die der Abtei gehörige Cour d'or in der heutigen Trinitarierstrasse (1561). Hier Hessen sie von neuem eine Kirche bauen, 1506 geweiht, 17L'() wieder umgebaut. Im Jahre 1804 wurde die Kirche den Protestanten überwiesen. Litter.: Hist. de M. II, 448. - U r s u l i n e - r i n n e n (Monaste-re de Sainte Ursule, Dames Ursulines), ehemaliges Kloster, gegründet im Jahre 1649, ursprünglich im Ponce i Mazellenstrasse) in einem von den Jesuiten gekauften Hause. Da sich das Haus als ungesund und unzureichend erwies, wurde der Kauf rückgängig gemacht und von den Schwestern ein Terrain in der S. Marcellen-strasse gekauft, w o sie ein grosses Konventshaus erbauten. Autgelöst durch die Revolution. Litter.: Hist. de M. III, L's.;. - V i s i t a t i o n. Ein Kloster dieses von Jeanne Fran-coise von Chantal 1610 gestifteten Frauenordens wurde in Metz auf Veranlassung der Königin Anna von Oesterreich am 24. April 1633 gegründet. Die erste Niederlassung, für die auch bald (1729-1766' eine Kirche gebaut wurde, befand sich in der Mazellenstrasse; als besonderen Gönner nennt der Orden den Bischof Coislin. Die Revolution vernichtete die Kongregation und die Baulichkeiten kamen unter den Hammer. A m 5. Okt. 1817 haben mehrere Nonnen die verschiedenen Orden angehörten und zunächst ein Externat in der Birnbaumstrasse unterhielten, ein Kloster der Visitation von neuem gegründet, nachdem ihnen von der Ordensniederlassung zu Freiburg in der Schweiz eine Oberin in der Person der Marie Therese de Tholozan geschickt worden war. Die Erziehung junger Mädchen ist seit dem Jahre 1888 aufgegeben worden. Litter.: Chabert, Austrasie VT, p. 422. b) P f a r r k i r c h e n u n d K a p e l l e n . S. A m a n - tius (St. Amand) ehem. Pfarrkirche in Sablon, erwähnt in der Urkunde Bischof Herimanns u m 1090 <dn villa quae dicitur ad Basilicas». 1552 auf Befehl des Herzogs von Guise niedergelegt, von Bischof Francois von Beaucaire aufgehoben und mit der Kapelle zum hl. Kreuz in der Kirche St. Vincenz vereinigt. - St. A n d r e a s , ehem. Kirche im Sablon bei la Horgne au Sablon gelegen. 953 durch Adalbero I. dem Clemcnskloster überwiesen, wurde Priorat und durch Mönche versehen. Bei der Belagerung von 1444 auf Befehl der Stadt a m 27. Okt. zerstört. Scheint dann wieder aufgebaut zu sein, u m auf Anordnung des Herzogs von Guise im Jahre 1552 endgiltig vernichtet zu werden. Hist. de M. 11,56. - St. B e n ign us (S. Benoit, Beney, Beningi, ehem. Pfarrkirche des Bannes von St. Arnulf, erwähnt im Ceremoniale c. 1200 urk. 1485- 1578. - S a i n t e C r o i x (Sanctae Crucis) älteste nachweisbare Pfarrkirche von M. I Vita S. Arnulfi i. Lag zwischen Stations-, Judenstrasse und Heiligkreuzplatz. 1197 übertrug der Graf von Dagsturg das Patronat den Stiftsherren von St. Theobald. Nach dem Belle-Isle'schen Plane (Kraus) eine dreischiffige Basilika mit drei Apsiden. Aufgehoben 1790. 1811 kaufte der Abbe Claudin den Bau an und schenkte ihn der Stadt, die hier den Brüdern der Doctrine chretienne eine Niederlassung errichtete. Die Schenkung durch ein Dekret Napoleons I. d. d. Smolensk Aug. 20 bestätigt. - Litter.: Hist. de M. II, 283. - A d St. D e s i d e r i u m ehemalige Kapelle gen. 944, = D e s i r e m o n t heute Belle Croix u. Fort Steinmetz. - S . Etienneile depannei (St. Stephan) in der Rue S. Etienne; erwähnt im Ceremoniale 12. -13.Jhdt., dreischiffiger Bau. Die Kirche wurde 1791 aufgehoben und 1807 zum Theil zerstört. Patron war das Domkapitel. Tag der Kirchweihe Sonntag vor Pfingsten. - S. Eucharius (S. Eucaire), zuerst 944 erwähnt. Pfarrkirche an der Deutschen Strasse gelegen. Nach der Architektur gehört der jetzige Bau in seinen ältesten Theilen dem Anfang des lS.Jhdts. an. Aus dieser Zeit stammt der Vierungsthurm, während das Schiff dem 14., Chor und Ausbauten dem 15. Jhdt. angehören. Zur Pfarrei gehörten ursprünglich Grigv, ; Haute-Bevove und Plantieres. Patron: Domkapitel. Kirchweihe a m Pfingstmontag. Litter.: B o u l a n g e , Austrasie IV, 12 ff. A b e 1 , Bull, de la soc. d'arch. de la Mos. VI, 26. E m e l ib. IV, L.'17 f., 269. - S. E u s e b e (Eusebius). Ehemalige Pfarrkirche der Abtei St. Symphorian, vor den i ehemaligen Citadellen gelegen, 880 in einem Tausch vertrage zwischen Bischof Wala und dem Abte von Gorze genannt; ebenso im Ceremoniale c. 1200. 1552 abgebrochen. - S. Ferroy (St. Ferruciusi, ehemalige Pfarrkirche vor dem alten Mosel- : thore in der heutigen Rue St. Ferroy gelegen. Der Pfarrer de St. Ferrucio erwähnt in einer Urkunde von 1190. Das Patronat der Kirche wurde vom Grafen Albert von Dagsburg 1197 dem Kollegiatstift S. Theobald übertragen (hier allerdings nur capella S. Ferrucii genannt). Im Jahre 1563 wurde die Kirche und das Pfarrhaus den Soeurs-Colettes zugewiesen und 1812 niedergelegt. - St. Fia er ius (S. Fiacre) ehemalige Kapelle im Sablon, auch Chapelle de la Paix genannt, weil hier der hl. Bernhard den Frieden zwischen den streitenden i Metzer Parteien vermittelt haben soll. Im Vierherrnkriege wurde die Kapelle zerstört, durch Jean Burtale wieder auf- , gebaut. 1473 erwartete hier der Herzog von Lothringen den Ausgang seines Handstreichs auf Metz. Auf Befehl des Herzogs von Guise wurde die Kapelle 1552 zerstört. - St. i Gallus. Sehr altes Oratorium dicht vor dem heutigen ( Westgiebel der Kathedrale, ursprünglich im Bereiche des Bischofshofes gelegen. 875 wurde hier B. Adventius beige- I setzt, 916 desgl. Bischof Robert und 1179 (?) Friedrich von Pluviose. Erwähnt im Ceremoniale. Die Kapelle wurde lfc07 - bei Anlage des Domsteigs abgetragen. Li tt er.: Hist. de M. 111, 188. Prost Cathedr. de Metz p. 140 f. - St. G a n g u l f (S. Gengoulf), in der Nähe der alten Glossindenabtei zwischen der heutigen Gefängniss- und Gangulfstrasse. Erwähnt im Ceremoniale. Auf dem Belle-Isleschen Stadtplan (c. 1738) ist die Kirche noch vorhanden; sie wurde 1798 aufgehoben. Aus der Kirche stammt die schöne Madonnensculptur des 12. Jhdts. die heute im Hofe des Hauses Gangulfstrasse 28 eingemauert ist. Die Kirche war dreischiffig mit quadratischem Chor. Litter.: Kraus, Zeitschr. für christl. Kunst 188SI, 79 (über die Madonnai. - St. Genesius, ehem. Pfarrkirche «in villa quae dicitur ad Basilicas», also im Banne von Sablon; erwähnt in einer L'rkunde Bischof Herimanns von 1090. - St. j Genesius (S. Genest). Kapelle in der Judenstrasse. Architekturformen des 13. Jhdts. U m b a u im 15. Jhdt., der auf Veranlassung zweier Metzer Bürger durch den Suffra-ganbischof Symon du Buisson 1470 Juli 22 geweiht wurde. Ein Weihwasserstein trägt das Datum 1494. 1565 den Johannitern übergeben, die sie von den Franziskanern bedienen Hessen. W a n n die Kapelle ihrer gottesdienstlichen Bestimmung entzogen wurde, ist nicht bekannt. Litter.: j Begin, Metz depuis IS siecles IV, 113. 129. B o u lange. Austrasie IV, 201 ff.- S. Georges. St. Georg. Pfarrkirche in der Medardenstrasse. Zuerst erwähnt 1199 in einer Urkunde des Grafen von Saarwerden, laut welcher dieser den Stiftsherrn von St. Theobald das Patronat der Pfarrkirche überwies. Der heutige Kirchenbau, der trotz I seiner profanen Verwendung und der entsprechenden Um- | bauten noch gut erkennbar ist, stammt aus der Wende des 13. zum 14. Jhdt. Das Langhaus besteht aus drei Schiffen von je fünf Jochen. Im Jahre 1718 wurde der alte Chor als Haupteingang ausgebaut und der Altar an die nördliche I Querseite des Langhauses (das von N. nach S. orientirt ist) j gelegt. Durch die Revolution wurde die Pfarrkirche aufgehoben, verkauft und dient heute als Bierwirthschaft. Litt er.: W a h n , Die ehemalige Pfarrkirche S. Georg zu Metz im Jahrbuche f. lothr. Gesch. III, 315. - S. G o r gon. Ehemalige Pfarrkirche, die an der Ecke des heutigen Paradeplatzes und der Goldschmiedstrasse lag. Kirchweihe am St. Annentage. Im Jahre 1184 gab Sl. Vincenz die Kirche mit Patronatsrecht und Gefällen gegen einen Weinberg an das Kollegiatstift S. Pierre-aux-Images in Tausch. |