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Show Kingersheim - Kinzheimerwald 515 K i n g e r s h e i m , Df. (Ka. Mülhausen-Nord [1790 Ka. I Brunstatt, 1795-1802 Ka. Lutterbach], Kr. Mülhausen, O.-E.). 750 E. 136 Hsr. (12 GRe.) - 230 m. - A.-, L.- und Schw.G. Mülhausen (6,1); Strbst. K. (0,0). - Cungerisheim 13. Jhdt.; K u n g e r s h e i m 1441; ma. Kingersche. - Die Gde. umfasst den H O . K. (709 E. 130 Hsr.), die AO. Grünloch, Struth und den verschw. O. Vogelstück. - P. mit Telegraphenbetrieb und öffentl. Fernsprechstelle. StEBez. Lutterbach. Armr. (s. 4. Febr. 1878). F w . (s. 1882, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Mülhausen (s. 1892, vorher Filiale von Wittenheim). Schutzheiliger hl. Adelphus (1. Okt.). Filiale Illzach (ausser den A O . Burzweiler und Napoleonsinsel). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. - Metall(stoff)druckerei Sharp & Sons, ca. 80 Arb., 50 Dampfpferdekräfte. Eis. Horndrechslerei, Spazier- und Schirmstockfabrik, ca.90 Arb., 20 Dampfpferdekräfte. Strbst. (s. 1888). W a r Lehen der zur Grafschaft Pfirt gehörigen österreichischen Herrschaft T h a n n und im 14. Jhdt. im Lehensbesitz der von Hus. Diesen folgten 1418 durch Heirath die I Herren von Andlau-Wittenheim, die das Dorf, zunächst als ' Lehensgenossen, später als Erben, bis zur Revolution besassen. Ein Theil des Dorfes mit dem dortigen Markt war im 15. Jhdt. von Oesterreich dem Hans Volker von Sulzbach verpfändet, dessen Schwiegersöhne Wersich Bock von Stauf-fenberg, Andres Roder und Friedrich von Schauenburg die Pfandschaft 1460 dem Lazarus von Andlau verkauften. Ein Schloss zu K. Ib32 von den Schweden zerstört. Begütert zu K. war 1195 das Baseler Domkapitel, seit 1310-die Johan-niter- Komthurei Sulz. 1581 wird ein Meierhof der Andlau in K. erwähnt. K. hatte früher einen grossen Tuchmarkt, der am St. Adolfstage gehalten wurde, und zu dem die Andlau 12 Knechte zu stellen hatten, die von der Abtei Schönensteinbach Zehrung erhielten (Vgl. vom 28. März 1522). Kirchlich war das Dorf Filiale der Pfarrei Wittenheim. 1441 Capellanus in K. - K. liegt an einem alten W e g e von Mülhausen nach Pulversheim. Römische Reste und Substruk-tionen einer römischen Villa. Die Kirche ist modern, enthält aber einige gute mittelalterliche Holzskulpturen. G e m e i n d e w a l d Oberförsterei Mülhausen (92,5 ha). Stöber, Aug., Les anciennes foires de Didenheim, Brunstatt et Kingersheim. (Rev. d'Als. 1880, 38-43.) Kingerthal, Name einer Thalstrecke der Albe, zu welcher Kappelkinger mit LTeberkinger und die Weiler Ottweiler, Schweix, Steinbach und Wentzweiler der Gde. Geblingen gerechnet wurden. ( S. Kingerthal, Herrschaft, und Albesdorf, Kastellanei.) Kingerthal, Herrschaft. Bezeichnung eines Theiles der Kastellanei A l b e s d o r f (s. d.), welcher durch verschiedene und sehr verworrene Pfandschaften im 16. Jhdt. Sitz einer besonderen Pfand- und Lehensherrschaft des Bailliage Vic wurde. Diese bestand 1525 aus sieben Achteln der Dörfer Kappelkinger (zur Hälfte), Ueberkinger, Ottweiler, Schweix, Steinbach, Wentzweiler; ein Achtel gehörte der Kastellanei Albesdorf. 1029 überliess Heinrich Bischof von Metz dem Prinzen von Pfalzburg die Hochgerichtsbarkeit, welche er mit den Gemeinherren vom Kingerthale ausübte. Mitherren waren Lothringen, Heringen, Rollingen und Bensdorf, das Kapitel von Münster und die Komthurei St. Johann von Bassel. loSl reversirte Prinz Franz von Lixheim für die 718 v o m Kingerthal, die 1755 -17bb im Besitze der Grafen von Helmstadt waren. K i n g e r w e i h e r s. Stockweiher, Albe 11. Kinksfelsen, ein Stein mit eisernem Kreuz ; unterhalb der Ruine Herrenfluh bei Wattweiler, Ka. Sennheim; etwas oberhalb, an dem Wege, der von Wattweiler nach der Herrenfluh führt, erinnert eine Tafel an die Ermordung des Fabrikanten Kink (Ende der bOer Jahre des 19. Jahrh. i; der Stein bezeichnet die Stelle, w o der Ermordete gefunden | wurde. K i n z h e i m , Df. (Ka. [s. 1790] u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). i 1350 E. 272 Hsr. (12 GRe.) - 220 m. - A G . Schlettstadt (5,0); Bhf. Kestenholz (2,6). - Q u u n i n gisheim 774; Cuniges-heim 843; R e g i s villa um 1230; ma. Kinze. - Die Gde. (die bis 1793 zur Gde. Schlettstadt gehörte) umfasst den H O . K. (1332 E. 207 Hsr.), den AO. Wick (die früheren AO. Danielsrain und Hurst hängen jetzt mit der HSt. Wanzel zusammen, der frühere AO. Bocksberg ist 1891 an Orschweiler abgetreten worden und bildet ein Theil dieser Gde.) und den unbew. O. Kinzheim (Ru.). - P. F. Oeff. Fernsprechstelle. HSt. Wanzel (s. 1804). Ortseinn. StEBez. Schlettstadt IL Wasserltg. (s. 1885). Armr. (s. 1838). Verbds.- Fw. is. 1889, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Schlettstadt (s. 1802); Schutzheiliger hl. Martin (11. Nov.). Im westl. Theile des Dorfes die Maria-Hilf-Kapelle, 1858 erbaut und gestiftet durch die Geschwister Jenny aus K., dient, ebenso wie die östl. v o m Dorfe gelegene Wendelinuskapelle (184b erbaut), nicht zu öffentlichem Gottesdienst. - Weberei; Oelmühle; Sägewerk von Vohwinkel (1894: 20 SägebL, 30 Arbeiter). Handel: Wein. Schon 774 erwähnt. Altes Königsgut (villa regia) (daher wohl auch der Name). Von Kaiser Lothar 843 dem Grafen Erchanger im Nordgau geschenkt. Begütert waren in K. 774 die Propstei St. Pilt durch Schenkung Karls des Grossen, u m 880 die Abtei Andlau (deren Stifterin, Kaiserin Richardis, eine Tochter des Grafen Erchanger war), 877 Kloster St. Felix und St. Regula in Zürich, ferner im 9. und 10. Jhdt. Bisthum Chur und die Abteien Ebersmünster, Eschau und Gengenbach, Anfang des 12. Jhdts. die Propstei St. Fides zu Schlettstadt (durch Schenkung der Hohenstaufen), im 13. Jhdt. die Abtei Senones. 1286 wurde K. von Rudolf von Habsburg den Rathsamhausen, dem Albert Kage und den Andlau verpfändet; diese Verpfändung wurde 1298 durch Albrecht von Oesterreich bestätigt. 1338 gestattete König Ludwig der Bayer der Stadt Schlettstadt, das Dorf K. für sich einzulösen. Seitdem gehörte K. bis zur Revolution zur Stadt Schlettstadt, die 1534 auch das bisher im Besitz der Abtei Andlau befindliche Oberschultheissenamt sammt dem Dinghof (Weisthum des 15. Jhdts.) zu K. käuflich erwarb. Das oberhalb K. gelegene Schloss K. d m 13. Jhdt. erbaut) hatte sie bereits 1492 von den Herren von Hattstadt gekauft. 1049 wurde es zwar nebst manchen Rechten an dem Dorfe K. für 3000 Gulden an Herrn von Gollen verkauft, fiel jedoch 1750 wieder an Schlettstadt zurück. In einer Fehde mit Schlettstadt'wurde K. 1298 von den Bewohnern von Kestenholz verwüstet, 1032 Dez. 3 von den Schweden in Brand gesteckt. Ein adliges Geschlecht von K. (Kunigsheimi schon im 13. Jhdt. erwähnt, scheint im 15. Jhdt. erloschen zu sein. - Kirchlich gehörte K. zum Landkapitel Schlettstadt. Kirche schon 953 erwähnt. Die Pfarrei 1472 von Bischof Ruprecht von Strassburg dem Stift St. Leonhard bei Börsch incorporirt, das demnach auch das Patronatsrecht besass. Früher auch Kapelle St. Oswald vorhanden, deren Güter an das Hospital zu Schlettstadt gekommen sind. - K. liegt am grossen Keltenwege von Beifort nach Selz. Neolithische Funde. Gern ein de w a l d (Oberförsterei Schlettstadt) 577,7 ha. (Tannen-Hochwald.) Im Besitz der Gde. seit 1830 in Folge von Theilung is. Kinzheimerwaldi. Bosch, Statistische Mittheilungen über die Pfarrei K. (Kr. u. Ka. Schlettstadt. Archivalische Beilage zum Ec-clasiasticum Argentinense X, S. 1-7, 9-14.) Vatin, P., Kintzheim. (Rev. d'Als. X, 1859, S. 497-507; 529-540.) K i n z h e i m , Burgruine (Gde. Kinzheim, Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). S. Kinzheim, Df. K i n z h e i m e r w a l d , Staatswald (Gde. Kinzheim Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). b'24 ha. Oberförsterei Schlettstadt. Forsthäuser: Danielsrain, Saarbach. (Tanne, Buche, Eiche, Fichte, Kiefer, Ahorn, Esche, Lärche, Weymouthskiefer.) Granit, Buntsandstein, Steinkohle. Als Reichswald schon 844 erwähnt. 1095 von Herzog Friedrich von Schwaben |