| OCR Text |
Show Dagnachcr Bac Dagnacher Bach s. AVeiss 4. D a g s b u r g , Df. (Ka. Pfalzburg [1790-1802 Ka. Walscheid], Kr. Saarburg, L.). 2812 E. (Sterbf. 26,3, leb. Geb. 41,9 auf 1000). 563 Hsr. (21 GRe.) - 482 m. - A G . Pfalzburg (18,5); Bhf. Lützelburg (13,5). - D a s b o r c 1090; T a g i s - b u r c 1120; . D a b o 1869. - Die Gde. umfasst den HO. D. (943 E. 190 Hsr.) und die A O . Ballerstein, Ententhal, Falkenburg (früher Herrenmühle-Falkenberg genannt), Falkenfelsen, Galgenthal, Hart, Hartenburg (früher Herrenmühle- Hartenstein genannt), Heid, Hellert, Hengst, Hölsberg, Hoh-weck, Hohweckthal, Hopstein, Horenzmatt, Hub, Jägerhof, Karlsthal, Kleinmühle, Köppenhof, Köppenmühle (Alittlere-, Alte-, LIntere-), Kühberg, Laschbach, Lochmühle, Neustadtmühle, Raupengarten, Rothenbühl, Schäferhof, Schlossberg, Schneematt, Spitzberg, Stampfmühle, Stossmatt (Altmühl), Unter-Kühberg, AVingsburg und Zimmerfeld; die unbew. Orte Heidenschloss, St. Odilienkapelle und St. Leo-Kapelle; die verschw. Orte Altdorf, Dagsburg (Schloss), Friedrichsmühle, Georgenmühle und Hermolsheim (?). - P. F. P. Schäferhof, Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forstaufsichtsbez. Alctz- Saarburg). Ortseinn. StEBez. SaarburgTI. Niederlassung der Schwestern des Ordens de la Compassion (Alutterhaus St. Firmin in Frankreich), für öffentl. Krankenpflege. Armr. (s. 1876). Oeffentl. Vorschusskasse (s. Mai 1900). AVasserltg. (s. A O . Hellert). F w . (s. 1887, 2 Spritzen). - Kath. Pfarrei IL Kl. (s. 1850, vorher s. 1802 Hilfspfarrei) des Archipr. Pfalzburg. Kirche des hl. Blasius (3. Febr.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Pfalzburg. 9 kleine Sägemühlen; Uhren- und Brillenglasschleiferei von Avril in Zabern (10 Arbeiter), 1893 in der Stampfmühle (s. d.) eröffnet. Hausindustrie: Perlenstickerei (Hauptsitz derselben), Filetarbeit und Holzschuhfabrikation, für Firmen in D. (Fabrik der Gebr. Siegler aus Köln, s. 1895). Starker Holzhandel, besonders Bretter. Hausierhandel mit Holzschindeln, Holzkohlen und Holzschuhen. - Luftkurort. Besuch (1899) 52 Personen. (Eine Sektion des A^ogesenklubs bestand 1891-92.) Ueber die Geschichte des Dorfes s. Dagsburg, Grafschaft. - D. war ehemals Pfarrei des Landkapitels Bettbur, Bisthum Strassburg, mit Annexen Schäferhof und Hub. Den Kirchensatz hatten die Grafen vonLeiningen-Dagsburg ; über die St. Leokapelle s. bes. Artikel. In der Umgegend von D. werden mehrere angebliche ' megalithische Denkmäler erwähnt, so Dolmen auf dem < Hengst», auf dem «Ballerstein» und im Galgenthal, angebliche Alenhire auf dem «Lottenfels» und «Spillfels», ungeheuere Felsblöcke mit kleinen runden Höhlungen bedeckt, «Roches k cuvettes ou £cuelles», Steinhügel und Steinringe. Auch ein neolithisches Steinbeil wurde in D. gefunden. - Der Gemeindebann, sowie die Gegend von Pfalzburg bis zum Donon hat eine namhafte Zahl römischer Alterthümer aufzuweisen, welche im 18. Jhdt. grösstentheils noch an Ort und Stelle vorhanden waren und durch Schöpflin erwähnt werden. Jetzt sind sie nach verschiedenen Plätzen verbracht. Römische Reste fanden sich auf dem Köpfel, Hohwalsch, ffengstburg, Heidenschlössel und Engelberg. - Litteratur s. Dagsburg, Grafschaft. D a g s b u r g , verschw. Schi. (Gde. Dagsburg, Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg. L.). Das Schloss D. wurde 1225 von Jean d'Apremont, Bischof von Metz, eingeschlossen; durch den Grafen Sigmund von Leiningen (vgl. Dagsburg, Grafschaft) kam jedoch ein Vergleich zu Stande. 1675 machten die Franzosen einen vergeblichen A^ersuch, sich des Schlosses zu bemächtigen, eroberten dasselbe aber a m 14. März 1677 durch den General de Bois-David nach kurzer Belagerung. 1679 wurde es entfestigt, 1690 völlig geschleift. - Auf der Stelle des alten Schlosses erhebt sich jetzt die Leo-Kapelle (s. d.), mit schönem Aussichtsthurm. Litter.: Picot, E., L e chäteau de Dabo. St.-Die 1892. (Extrait du Bull, de la Soc. philomat. vosg. 1891-92.) - Dagsburg. 195 Stieve, Richard, Der Dagsburger Schlossfelsen, eine historische Skizze mit Illustrationen. Festschrift zur Einweihung des mit Unterstützung des Vogesenklubs erbauten Thurmes. Zabern i. E. Selbstverlag, 1891. Vgl. auch die Litteratur bei Dagsburg, Grafschaft. D a g s b u r g , ehemalige Grafschaft, umfasste in Lothringen die Gden. Alberschweiler, Dagsburg, Haarberg, Hommert, AValscheid und AVeiher, im Elsass Engenthal und die Exclave Hohengöft (im 15. Jhdt. hatten die Grafen von Leiningen-Dagsburg auch a/4 von Weyersheim [s. d.], im 16. Jhdt. die Hälfte desselben vom Bisthum zu Lehen); ursprünglich scheinen noch St. Quirin (s. d.) und Hessen dazu gehört zu haben. - Diese Grafschaft ist niemals eine Provinzial- oder Fiskal-Grafschaft gewesen, sondern verdankt ihren Namen einzig ihren gräflichen Besitzern. Sie scheint Anfang des 11. Jhdts. aus verschiedenen Theilen entstanden zu sein: Aus dem Besitze der Abtei Andlau (s. d. und Walscheid), aus Allodien und vielleicht auch aus Lehen des Bisthums Aletz. Die Eltern des Papstes Leo IX. treten als erste Grafen von Dagsburg auf. U m die Mitte des 12. Jhdts. ging die Grafschaft durch Heirath an das Haus der Grafen von LuntSville-AIetz über. Es kamen damals aus der Egisheimischen Erbschaft noch Girbaden und Ringelstein, Schloss und A m t Bernstein u. s. w. hinzu. Die letzte Erbin derselben, Gertrude, zuerst mit Herzog Theobald von Lothringen, dann mit Theobald von Champagne, endlich mit Gr. Sigmund von Leiningen vermählt, starb 1225. Die Erbschaft blieb streitig. Die Grafschaft Dagsburg wurde durch Schiedspruch des Landgrafen vom Unter-Elsass den Alarkgrafen von Baden zugesichert, welche aber 1226 zu Gunsten des Bisthums Strassburg darauf verzichteten. Dasselbe that auch die Abtei Andlau als Lehensherrin. Die Leiningen hatten aber Dagsburg im Besitze behalten, und der Bischof von Strassburg sah sich, u m die Fehden zu schliessen, endlich gezwungen, ihnen Dagsburg, Girbaden und Ringelstein zu Lehen zu überlassen, wogegen sie auf Bernstein und den ganzen rechts- und linksrheinischen Egisheim'schen Besitz verzichteten und das Erbrecht der Alarkgrafen von Baden und deren A^ertrag mit dem Bisthum anerkannten. Nach dem Tode Sigmunds von Leiningen verzichtete sein Bruder Friedrich 1241 auf Girbaden und Ringelstein wie auf die sonstigen Ansprüche Sigmunds, erhielt aber ausser Dagsburg noch Dürrenstein. Er wurde der Ahnherr der Linie Alt-Leiningen oder Leiningen-Dagsburg, welche Dagsburg bis zu ihrem Erlöschen (1467) behalten hat. Erbe und N a m e Dagsburg fielen dann an die jüngere Linie Hartenburg. abstammend vom Grafen Friedrich von Alt-Leiningen (gest. 1316). Diese Linie Dagsburg- Hartenburg theilte sich nach dem Tode des Grafen Emich IX. (1541) in die Zweige Lciningen-Dagsburg-H a rtenburg und Leiningen-Dagsburg-Falkenb ur g, doch blieb Dagsburg zunächst ungetheilt. Eine definitive Theilung der Grafschaft Dagsburg ist, nach verschiedenen früheren Vereinbarungen, durch Erb- und Grundabtheilung vom 8. Juli 1613 erfolgt. Jede Linie erhielt eine der «vorderen» (östlichen) und der «hinteren» (westlichen) AValdungen. Die Flösserei auf der rothen Saar nach Saarburg und auf der Zorn nach Zabern sollte jährlich abwechselnd durch die eine oder die andere Linie ausgeübt werden. Die L'nterthanen der Dörfer wurden getheilt. Die Linie Falkenburg führte 20. Dez. 1613 die Primogeniturordnung ein, bestätigt 1614, erneuert 1728. Nach Aussterben der Falkenburger Linien (soweit sie erbfähig waren) fiel der Falkenburger Antheil dem durch Kaiser Joseph IL am 23. Juli 1779 in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen Karl Friedrich AVilhelm von Lciningen- Hartenburg zu, der nunmehr beide seit 1613 getrennten Theile der Grafschaft vereinigt besass. - Die herrschaftlichen Domänen von Dagsburg sind auf Grund der Dekrete der Nationalversammlung vom9./12.Febr. 1792durch «Arrete" du Departement Bas-Rhin > vom 1. Nov. 1792 sequestrirt |