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Show Andlau II der Einwohner dem Protestantismus gewonnen. Aber von 1596-1600 wurde die Reformation von der Abtei mit Hülfe des Bischofs von Strassburg und des Kaisers wieder unterdruckt und trotz des Protestes der Andlau und der Gegenbemühungen der damals ganz protestantischen Reichsritterschaft nicht wieder eingeführt. LTeber das Landkapitel A. s,. A., Landkapitel. - A. liegt a m Keltenwege von Rheinau über Benfeld, Stotzheim und Eichholen nach Hohwald ins Breusch- und Weiler-Thal. Die Stiftskirche ist romanisch mit Theilen aus dem 10., 11. und 12. Jhdt. und Krypta aus dem 11. und 12. Jhdt. Sie ist als geschichtliches Denkmal zur Erhaltung bestimmt. Viele alte Renaissancchäuser ; alter Brunnen. - A. ist Vaterstadt des Humanisten Paul H e m m e r l i n (Malleolus), u m 1480 Prokurator der deutschen Nation an der Pariser Universität, 1516 Erzpriester von A. In A. lebte bis ISOM Jean Louis Stoltz, bekannter elsässischer Wcinbauschriftsteller, geboren 1775 in Schlettstadt. A. ist ferner die Heimath von Franz Anton Chevalier d'Olry, geb. 1765, 1807-27 bairischer Geschäftsträger in Bern, 1827 bis 1S41 Gesandter in Turin (f zu Strassburg 1863). Xach der Stadt A. heisst auch der bekannte Peter von A n d l a u , um 1460, Verfasser der Schrift de imperio Romano und einer Chronik. G e m e i n d c w a l d s.Barr. Andlau. (Der Wanderer im Elsass. 1894]95, S. 89-91, 97-99.) Chronique de Francois Thiebaut Roth fuchs d'Andlau, traduite de l'allemand en franeais par J. Sie. (Rev. d'Als. 1888, 73-95.) D e h a r b e , Ch.. La crypte d'And-lau- au-Val et sa fondatrice Ste. Richarde. I Rev. cath. Als. IV, 1862, S. 125-191; 231-238.) G r o u e t , Ch., Tombeau de Richarde k Andlau. (LTmpartial du Rhin Xo. 155, 5 Juli 1845.) Memoire pour la Familie d'Andlau contre la communaute de la ville du m e m e nom. O. O. 1781. A n d l a u , Abtei. Ehemalige gefürstete- A ht ei oder weltliches Damenstift. 880 von der Kaiserin Richardis, Gemahlin Karls des Dicken, und Tochter des elsässischen Grafen Erchanger, auf ihrem Erbgut gegründet, im Anschluss an die schon vorhandene Kirche S Salvatoris zu Eleon (Le-gende von dem Bären, der ihr die Gründungsstelle bezeichnet habe, und von dem Gottesurtheil, durch welches sie ihre eheliche Treue bewies). Xach Scheidung ihrer Ehe 887 zog sie sich nach A. zurück und veranlasste u m 892|93 die Abfassung der Klosterstatuten, welche sich an die Benedik-tinerregel anschlössen. 1049 wurde Richardis durch Papst Leo IX. heilig gesprochen; ihre Gebeine wurden hinter dem Hochaltare beigesetzt (Recognoscirung derselben 1841 Sept. 28). 1004 erhielt die Abtei das Markt- und Zollrecht zu Andlau von Kaiser Heinrich IL Die Vogtei über A. war zu Ende des 11. und im 12. Jhdt. im Besitz der Grafen v. Egis-heim- Dagsburg, ging dann in den 70er Jahren des 12. Jhdt-. auf die Hohenstaufen über, die aber das Recht besassen, einen Untervogt zu ernennen. Als Untervögte erscheinen später die Herrn v. Dicke. Noch 1361 besassen sie die Vogtei als Reichslehen (ausgestorben 13Sö).Reichsunniittelbar wurde die Abtei wahrscheinlich erst nach dem Untergang der Hohenstaufen. Nach Grandidier hätte schon Kaiser Rudolf sie a m 17. Juli 1288 mit den Regalien belehnt. Den Titel einer Reichsfürstin führt die Aebtissin nachweisbar erst seit 1547. 1 153 besuchte Karl IV. das Kloster. Der Güterbesitz der Abtei war durchweg als Lehen verliehen worden, vor allem Stadt und Thal von Andlau, die im Besitz der Herrn v. A. waren, sodann Schloss und Dorf Wangenburg, Schloss Freudeneck und Birkenwald. 1499 wurde die Abtei säkula-risirt und in ein adliges Damenstift verwandelt. Im Lauf des 10 Thdts drohte sie völliger Zerrüttung entgegenzugehen. Erst die Aebtissin Magdalena Rebstock (1570-1610) brachte sie wieder empor, verhinderte mit Hülfe des Bischofs und de. Kaisers die weitere Ausbreitung der von den Herrn v. Andlau begünstigten Reformation zu A. und erwirkte es, dass der Kaiser zu ihren Gunsten auf die Lehnsoberhoheit über diejenigen Rechte im Andlauer Thal verzichtete, welche die Herrn v. A. bisher vom Reiche zu Lehen gehabt hatten. 1616 kaufte die Abtei das Kloster Hugshofen samt dessen Besitz vom Bischof von Strassburg. Auch unter französischer Herrschaft behielt die Abtei ihre Rechte und ihre Unmittelbarkeit. Sie besass das Patronatsrecht in den beiden Andlauer Pfarrkirchen, zu Blienschweiler, Ittersw eiler, Walf, sowie seit Ankauf von Hugshofen zu Weiler, St. Martin, j Colroy la Roche, Breilenbach. Schwobsheim und zu Scherweiler (hier gemeinsam mit dem Strassb. Domkapitel). In der Revolution wurde die Abtei aufgehoben Ihre Gebäude und nächsten Liegenschaften wurden als Nationalgut verkauft. Die Beschreibung dess Heil. Lebens der heil, lungfrawen vnd Kayserin Richardis Stiffterin dess Fürstl. Gestiffts zu Andlaw 2 Das Gemahl in dem Creutz-Gang. 3. Die Zahl der Abtissinen zu Andlaw. [O. O.] 1660. Bloch, Herrn., Zur , Ueberlieferung der Kaiser- und Papsturkunden des Klosters A. iZ f. d. (,cseh. d. Oberrh. X. F. XI, ls1«-, S. 3.9-314.) D e h a r b e , Ch., Li crypte d'A.-au-Val et sa fondatrice sainte Richarde. (Rev. cath. d'Als. IV, 1862, S. 125-191, 231-238). D e h a r b e , F. J. Ch . Sainte Richarde, son abbaye d'Andlau, son e'glise et sa crypte Paris ls74 Glöekler, [L. G.]. Die Abtei A. (880-1790). (Auszug aus der Union Hl-ass-Lothringens».) Strassb. 1880. R a m O , Alfr., Notes sur quelques chäteaux d'Alsace. [Extr. du Bull, mon., public ä Caen par de Caumont.] Paris 1855. [Darin ein Kapitel: Abbaye d'Andlau.] Andlau, Herrschaft. Mit diesem Xamen wurde früher ab und zu der Gesammtbe-sitz der Familie von Andlau in A n d l a u und U m g e g e n d bezeichnet. Dieser Besitz bestand: 1. aus Reichslehen, nämlich Burg Andlau, (Burgfrieden von 1439) den Reichsleuten im Andlauerthale, in Berg- | heim.Blienswciler, Ittersw eiler, Nothalten,Stotzheim und Zell, I die Dörfer Bernhardsweiler und Reichsfeld, die Vogtei im Gerichte der Abtei zu Andlau und in Bergheim (Lehenbriefe 1414, 1442 u.s.w.) 1442 beireite der Kaiser die Andlau'schen Unterthanen von fremdem Gerichtsstande und gestattete den Herren von Andlau, in Andlau Zoll und Umgeld zu erheben, u m die Stadt mit Mauern und Gräben zu umgeben. 1521, 5. Apr. gestaltete er ihnen, dass sie als Hochgerichtsherren und Blutbannmeister zu Andlau das gericht mit beschlossener thür halten* könnten 1530 erlaubte er ihnen im Flecken Andlau und innerhalb des Reichslehens zerfallende Häuser, deren Besitzerden Wiederaufbau verweigerten, als heimgefallen einzuziehen. '_'. aus Lehen des Bisthums Strassburg: "die Veste im Thale zu Andelahe mit dem Vorhofe, der auf die Matte der Aebtissin stosst» d. h. die untere Burg in der Stadt. Burg >pe-ssburg zur Hälfte mit Zwing und Bann im Andlauerthale und dein Wildbanne, Burg und Dorf Walf u. s. w. 3. Von der Abtei Andlau: das Schultheissenamt, seit 1470 als rechtes Mannlehen, Zwing und Bann im Andlauerthale, eine Kornrente in Walf, ein Weingilt zu Barr und Heiligenstein, ein Gut in Kollenweiler (abgeg. Ort bei Ephgi u. s. w. 'Lehenbriefe 135", 1456 u. s. w.) 4. Lehen der Abtei S e n o n e s die Leute der Abtei, die «über die First kamen und sich zwischen der Leberau und der Breusch niederliessen >. (Lehenbrief 1290). 5. das gleiche Lehen von der Abtei M o y e n m o u t i e r , bezüglich der Klosterleute, die über die First in's Elsass zogen und ! zwischen der Bechine bei Schnierlach und der Breusch sich niederliessen. (Lehenbriefe 1296, 1456,1550.) - Mit dem Namen i Herrschaft A n d l a u wurde früherauch der Besitz der Familie A n d l a u im Oberelsäss bezeichnet. Es war dies im Wesentlichen die ehemalige Herrschaft Butenh e i m (Bütenheim), bestehend aus der abgegangenen Ortschaft B. mit Burg und Dorf, Homburg, Klein-Landau und Niffer. Dieser Besitz war nach Aussterben des dem Herrenstande angehörigen Geschlechtes v. B. an die Herren vom Huse (a domo) übergegangen, deren Erben (Anfangs des 15. Jhdt.) die Andlau wurden, welche die Herrschaft, wie |