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Show 604 Lützelhof - Lützelstein. Lützelhof, unbek. Ort. (Gde. Maxstadt, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach, L.i. 875 wird L u c e l h o v e n als Annexe der Pfarrei Maxstadt aufgeführt. Lützelstein, St. <Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Zabern, U - E. . 894 E. 190 Hsr. (12 GRe.) - 340 m. - KrHO. Zabern (21,4 ; HSt. Tieffenbach-Strüth (9.b). - castrum Luzelen-stein 1223; Petite-Pierre 1869; ma. Lützlschtän. - Die Gde. umfasst den H O . L. (851 E. 181 Hsr.) und die AO. Imsthalerhof, Kohlthalerhof, Rothlach und die verschw. O. Altenburg <Bg.) und Imstall <Bg.i - P. III. Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1. Dez. 1900). Stadtfernsprecheinrichtung <Umschaltestelle s. 1900). AG., umfassend den Ka. L. Notar. Gerichtsvollzieher. Gendarmeriestation. 2 Oberförstereien, Lützelstein-Süd und Lützelstein-Nord (Forstaufsichtsbezirk Strassburg-Zaberm. Ortseinn. VerkehrsStA. StEBez. für die Gden. Erkartsweiler, Eschburg, Frohmühl, Hinsburg, Lohr, Lützelstein, Petersbach, Pfalzweier. Puberg, Rosteig, Schönburg, Sparsbach, Struth, Tieffenbach, Weitersweiler, Zittersheim. 2 Aerzte, darunter 1 Kantonalarzt. Armr. (s. 1853). Sparkasse (s. 1883). Wasserltg. (Anlagejahr unbekannt, 189b erneuert i. Krgv. (s. 1. April 1SSS). Sekt, des Vog.-Kl. (1881-83 u. s. 94). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Neu weiler (s. 1802). Kirchenfest 15. Aug. (Maria Himmelfahrt i. Filiale: Petersbach. Prot. Pfarrei Augsb. Konf (s 15721, s. 1802 Sitz der Inspektion für die Konsistorien Diemeringen, Drulingen, Finstingen, Lützelstein, Saargemünd, Saarunion. Das Konsistorium Lützelstein (s. 1802) umfasst die Pfarreien Lohr, Lützelstein, Schönburg, Tieffenbach, Zittersheim. - Seifenfabrik. Oelmühle. Holzwaaren-fabrik. Getreidemühle. Hausindustrie: Sockenstrickerei, für Firmen. Anfang Mai und Anfang Oktober Krammarkt. L. ist wahrscheinlich erst durch Ansiedlung um die Burg L. entstanden und war Hauptort der gleichnamigen Grafschaft (s. d.), deren Schicksale sie theilte. Die alte Burg L. (.Altenburg i, Sitz des nach ihr benannten Grafengeschlechts (s. d ) , wahrscheinlich um 1200 erbaut (1223 erwähnt i und später sammt der Stadt zu 1 Viertel Lehen vom Reich, zu 3 Viertel Lehen des Bisthums Strassburg, ist 1074 von den Franzosen abgetragen worden. 1452 wurde sie v om Kurfürsten von der Pfalz, der schon vorher (1447) Lehnsrechte über L. erworben hatte, nach neunwöchentlicher Belagerung genommen. U m diese Zeit mag die noch heute vorhandene und als Sitz der Oberförsterei dienende neue Burg entstanden sein. - 1198 Gefecht bei L. zwischen der hohenstautischen Partei und den aufständischen elsässischen Grossen unter Bischof Konrad III. von Strassburg. Im März 145'' in der Grafschaft L. Schlacht zwischen den Herren des ENass und Westrich i von Lichtenberg. Ochsenstein, Lützelstein, Solms u. a.) und den Armagnaken; letztere blieben zwar Sieger, erlitten aber erheblich grössere Verluste als ihre Gegner. Die Burg L. wurde 1635 von den Kaiserlichen, im Juli 1636 durch Truppen des Herzogs Bernhard von W.imar besetzt. L. war bis 1870 Festung. Im 18. Jhdt. lag einelnvalidcnkompagnie dort. Zur Sicherung von Lützelstein sollte 1840 erst auf der Höhe Altenburg, w o auch Spuren der von Turenne erbauten Redoute kenntlich sind, dann auf der benachbarten Höhe Taubenacker ein Fort zur Bestreichung der Strassen von Bitsch und von Saarunion erbaut werden: doch blieb dieses Vorhaben unausgeführt. Die herzoglichen Gartenanlagen in Altenburg sind 1814, vor der Belagerung von L., beseitigt worden. 1814 wurde L. von Anfang Februar bis April von russischen und badischen Truppen unter General Graf von lsenburg belagert. Der Commandant von L., Hauptmann Richard Wall von der irischen Legion, kapitulirte 20. April 1814. Im Kriege 1870,71 zog die franz. Besatzung nach der Schlacht bei Wörth ab und so wurde L. a m 9. Aug. 1870 von württembergischen Truppen besetzt. - L. war schon 1400 Kaplanei, 1478Frühmesserei, 1521 Rektorat und Kaplanei. L'm 1560 wurde die Reformation eingeführt, und L. war seit 1572 prot. Pfarrei mit vielen Filialen; ihre Kirchenbücher reichen bis 1636 zurück. Zu Ende des 17. Jhdts. wurde eine kath. (kgl.) Pfarrei mit den Filialen Adamsweiler, Bettweiler, Durstel, Graufthal (bis 1744., Gungweiler, Lohr, Petersbach Puberg, Rosteig (bis 1717) eingerichtet; Simultaneum seit 1739. - Der Ueberlieferung nach soll sich in L. früher ein Kloster befunden haben. Ein 20-30 m von der Stadt entfernter Ort heisst heute noch «Kloster». Dort wurden 1897 bei Anle- , gung eines Weges Mauerreste und Skelette gefunden; auch weisen vorhandene D ä m m e auf früher bestehende Weiher hin. - L. liegt a m Keltenwege von Obermodern nach Assweiler. Spätgothische Kirche laut Inschrift aus dem 15. Jhdt., 1417 von Burkhard, Grafen zu Lützelstein, errichtet. Schiff und Thurm 1884/85 erneuert. - A m 27. Juli 1032 starb zu Lützelstein der Marschall von Frankreich, General d'Effial, auf dem Zuge, den er zur Wiedereinsetzung des Erzbischofs von Trier unternahm. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Lützelstein-Süd) 243,8 ha. - 220-400 m über dem Meere. - Oberer Buntsandstein (Voltziensandstein), Vogesensandstein. (Buche, Kiefer, Eiche, Fichte, Tanne.) - Die Waldorte Hahnenscheid, Muckenkopf und Bärenberg waren Theile des Staatswaldes der ehemaligen Grafschaft Lützelstein an dem die Gde. | Lützelstein Nutzungsrechte hatte. Durch Kantonnirung vom 28. Juni 1868 sind diese Theile a m 9. April 1870 an die Gde. ! abgetreten und der Landesforstverwaltung unterstellt worden. . Im Jahre 1874 ist eine Gemeindeweide a m Bärenberg und in den 80er Jahren der Forstort Sauhübel aufgeforstet worden. B o 11 z, E., L a Petite Pierre et le siege de Phalsbourg. Mulhouse 1872. K l e i n , Theod., Das Städtchen Buchsweiler und die Bergveste Lützelstein. C h u q u e t , A., Phalsbourg et les places des Vosges en 1814. (Annales de l'Est 14, 1900, S. 233-204.) Ders., Les places des Vosges en 1814. Le siege de la Petite Pierre. (Revue bleue, 4e seYie, 13, 1900, S. 691-094.) Lützelstein, drafschaft, umfasste die Dörfer Adamsweiler, Berlingen, Bettweiler, Durstel, Eschburg, Frohmühl, Gungweiler, Hangweiler, Hinsburg, Lohr (1382-1544 z. Th. bei Grafschaft Saarwerden . Lützelstein, Petersbach, Pfalzweier, Puberg, Rosteig, Schönburg, Tieffenbach, Volksberg, Waldhambach (wie Lohr), Weinburg z. Th., Weisungen, Weschheim, Wingen z. Th., Wintersburg, Zillingen z. Th., und war in die 7 Stabhaltereien (Meiereien) Weinburg, Lohr, Hambach, Bettweiler, Berlingen, Hangweiler und Zillingen eingetheilt. Zugehörige Lehen waren Assweiler und Struth. - Die Grafschaft gehörte nicht zu den alten Gaugrafschaften des Landes, sondern bildete einen Theil des Saar- ' gaues. Den alten Grafen dieses Gaues entstammte denn auch das Geschlecht, das wir im 12. Jhdt. als Herren des Lützel-l steiner Landes finden, die Grafen von Luneville, oder, wie sie sich seit der 1. Hälfte des 13. Jhdts. (zuerst 1223) nannten, die Grafen von L. Graf Hugo von L. sah sich 1223 in Folge einer unglücklichen Fehde mit dem Bischof von Strassburg gezwungen, die Burg L. mit LTmgcbung dem Bisthum zu i Lehen aufzutragen. Seitdem waren drei Viertel der Grafschaft bischöfi. strassb. Lehen. Das noch freie Viertel trug Burkard von L 1403 Kurpfalz zu Lehen auf. Nach einer unglücklichen Fehde mit Kurpfalz, 1447, nach Eroberung ihrer Burg, mussten die letzten Grafen von L., Jakob und Wilhelm, ihre gesammten Besitzungen von dem Kurfürsten zu Lehen nehmen. Als sie sich dann 1452 gegen ihren Lehns- I herrn empörten, wurden, nach abermaliger Eroberung der Burg L., ihre Antheile an der Grafschaft als durch Felonie verwirktes Lehen eingezogen. Damit war die ganze Graf- I schaft pfälzisch geworden. Die Grafen Jakob und Wilhelm starben 1455 und 1460 im Auslande (Franche-Comte). Im Heidelberger Familienvertrag von 1553 ging die Grafschaft ! an die Linie Pfalz-Z weibrücken, 156b durch weiteren Vertrag an Pfalz-Veldenz, seitdem Pfalz-Veldenz-Lützelstein, über. L'ntcr dessen Herrschaft wurde L. IbSO als bischöfi. strassb. |