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Show 450 Hohkönigsburg. die Burg Bautheile aus römischer und fränkischer Zeit auf, sowie romanische des 10., 11. und 12. Jhdts. 777 werden Be-sit/ rechte des Klosters St. Denis in St. Pilt a m Fusse der Burg, 1147 solche an der Burg selbst erwähnt. Etwa für dieselbe Zeit findet sich die Notiz, dass der staufische Kaiser Friedrich I. und sein Bruder daselbst 2 Thürme besassen, wobei jedoch daran zu erinnern ist, dass zwei Schlösser auf diesem Berge lagen, ein grosses und ein 200 m westlicher liegendes kleines Burgwerk, welches aus dem 13. Jhdt. stammt. Im 13. Jhdt. erscheint die H. mit St. Pilt und Anes-heim im Besitz der Herzoge von Lothringen. O b die Lothringer diese Orte als Nachkommen der Grafen im Elsass, oder als ATigte von St. Denis besassen, ist unsicher. Lehensinhaber der Burg waren die Landgrafen von AVerd, 1250 vorübergehend die Herren von Bergheim. Dagegen ist die Nachricht, dass 1267 die Herren von Rathsamhausen für H. einen Burgfrieden geschlossen haben, auf Kunegisberg bei St. Blaise in der Herrschaft zum Stein zu beziehen (s. Königsberg). Im Anfang des 14. Jhdts. war das Schloss wieder im Besitz der Landgrafen von AVerd und kam dann an deren Erben, die Grafen von Oettingen, die es 1358 mit anderm grossen Lehnsbesitz in dieser Gegend an das Bisthum Strassburg verkauften. 13b9 übertrug dagegen Herzog Johann von Lothringen, der diesen A'erkauf nicht genehmigt hatte, die Burg und St. Pilt dem Burkard von Finstingen. Doch wurde 1369 eine Einigung erzielt, laut welcher das Bisthum die H. und St. Pilt behielt. Später ist jedoch St. Pilt wieder an Lothringen gekommen. Zu Anfang des 15. Jhdts. erscheint die Burg im kaiserlichen Besitz: 1403 und 1442 wurden die von Hohenstein damit und mit der Hälfte des Dorfes Orschweiler belehnt. Im Lauf des 15. Jhdts. scheint sich unter diesen und andern Lehnsträgern der H. (den von Dhann, von Alarkolsheim u. s. w.) eine Art von Ganerbschaft herausgebildet zu haben, unter der die Burg zu einem Raubnest wurde. 1454 wurde sie daher von Strassburg, Schlettstadt und Colmar belagert und erobert. Als sich aber trotzdem die Räubereien wiederholten, wurde die Feste 1462 von Erzherzog Sigmund von Oesterreich im Bunde mit dem Bischof von Strassburg und den Herren von Rappoltstein nochmals erobert und unter den Schutz und die Hoheit von Oesterreich gestellt, zu dem sie fortan gehörte. 1480 belehnte Kaiser Friedrich III. die Grafen von Thierstein mit H., welche die 1462 fast zerstörte Burg wieder aufbauten. A m Anfang des 16. Jhdts. wurde auch das Dorf Orschweiler, a m Fusse der Burg, das schon früher in A'erbindung mit der H. erscheint, von Oesterreich erworben und mit dem Lehen zur Herrschaft H. vereinigt. 1517 kaufte Kaiser Alaximilian I. die Burg sammt Dependenz von den Grafen von Thierstein zurück und liess sie durch Burgvögte verwalten. 1533 wurde sie jedoch von Ferdinand I. den Herren von Sickingen verpfändet, die u m 1559 grosse bauliche Abänderungen darin vornahmen. Franz Konrad von Sickingen verpfändete sie 1567 u m 1000 fl. der hohen Schule zu Strassburg. 1606 löste m a n sie von den Sickingen wieder ein und verlieh sie den Herren von Bollweiler, von denen sie 1617 durch Erbschaft an die Grafen Fugger überging. Bis dahin waren die Pfandinhaber zugleich auch besoldete, der österreichischen Regierung zu Ensisheim unterstehende Kommandanten der als Festung sehr wichtigen Burg. Nachdem der Rheingraf Johann Philipp von Salm zu Dhann die Burg durch Handstreich zu nehmen vergeblich versucht hatte, eröffnete im Jahr 1633 der schwedische Obristwachtmcister vom Regiment Hubald Jörg Sebastian Fischer die Belagerung. Die Burg wurde trotz helden-müthiger Vertheidigung der Kaiserlichen unter Führung des Freiherrn Philipp von Lichtenau am 7. Sept. 1633 zur Kapitulation gezwungen und im Okt. desselben Jahres von den Schweden in Brand gesteckt. 1648 wurde die Burg an Frankreich abgetreten und sammt Orschweiler von Ludwig XIA^. den Fuggern entzogen und 1672 wieder den Sickingen gegeben, die sie 1770 dem Präsidenten de Boüg des elsässischen Conseil souverain verkauften, in dessen Besitz die Herrschaft bis zur Revolution verblieb. Seine Nachkommen, verkauften die Burg 1325 an die Herren Drevfuss und Alann-heimer. Vron letzteren wurde sie 1865 durch die Stadt Schlettstadt für 150000 Fr. erworben und von dieser a m 4. Alai 1899 S. M. dem Kaiser AVilhelm IL geschenkt. Auf des Kaisers A^eranlassung soll die Burg neu aufgebaut und als Aluseum eingerichtet werden. - Neolithische. Bronze- und römische Funde. Spuren der Bronzezeit angehörender Umwallungen. Als geschichtliches Denkmal zur Erhaltung bestimmt 1.341. Albers, J. H., Die Hoh-Königsburg bei Schlettstadt i. E. Alit Orig.-Illustrationen v. Alb. Richter. (Universum 1896, H. 2.) A l b u m v. H. 23 lith. Ansichten. Strassb. [1878|. Benoit, A[rthur], Lin mot sur le Hoh-Königsburg. (La revue nouvelle d'Alsace-Lorraine ATI, S. 341-343.) D a che ux, L., Haut-Koenigsbourg. (Alitth. d. Ges. f. Erh. d. i gesch. Denkm. des Eis. 2 F., XIV, 1899.) Dietrich, J., La , garnison du chäteau du Hohkoenigsburg au XATe siecle. (Rev. d'Als. X, 1S59, S. 227-236.) Dietsch, G., Chäteau du H., Hl. de 6 vues en phototypie par D. Cellarius. Ste. Marie-aux-Alines 1882. E b h a r d t , Bodo, Mitth. üb. Forschungen auf der H. (Der Burgwart I, 1899, S. 25-28.) Ders., Denkschrift über die AA'iederherstellung der H. Berlin 1900. 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