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Show 164 Chäteau-Salins. dames de charite. Sparkasse s. 1878; vorher bis 1870 Filiale i on N.mcv i. Schlachths. (s. 1879), Wasserltg. (s. 1894). Landw. Kreisverein (563 Mitglieder). Sitz des Kreis-Fw.-A'erbds. Ch.-S. (gegründet 10. Febr. 1895), umlassend die Verbds.-Fwn. Ch.-S., Chicourt, Craincourt, Dieuze, Jallaucourt, Laneuveville, Alarsal, Rodalben, A'annecourt. Verbds.-Fw. (s. 1881, 2 Spritzen Kath. Pfarrei IL Kl. (s, 1802), Sitz eines Archipr. des lüsthum- Metz für die Pfarrei Ch.-S. und die Hilfspfarreien \nii lecourt, Bioncourt, Bollingen, Burlioncourt, Chambrey, Conthil, Dalheim, Dürkastel, Eschen, Fresnes-en-Saulnois, Gremecey, Habudingen, Hampont, Harraucourt a d. Seille, Manhoue, Alorville b. A'ic, Pettoncourt, Puttigny, Reich, Salonnes, A'annecourt, A'axy, AViii-.sc. Kirche des hl Johannes des Täufers 24. Juni). Hospizkapelle des hl. Vincenz von Paula, Kirchhofskapclle der hl. Magdalena. Niederlassung Madchen- und Kleinkinderschulc der Schwestern von der christlichen Lehre aus Nancy. Die Schwestern sind si it 1820 in Ch.-S. A m 27. Nov. 1882 wurde die Niederlassung zum Mutterhause erhoben. Von dieser hängen ab die Schwestern im Spital in Ch.-S., sowie die Schwestern des Ordens in Mrassburg und in Saarburg. Gipsfabrik und Dampfsägemühlc (8 Arbeiten, gegründet 1883, mit unterirdischer Gipsgrube (5 Arbeiter); alte, 1896 verbesserte und vergrösserte Ziegelei und Kalkbrennerei mit 18 Arbeitern ivon Rothermel), und kleine Gerberei. - Die letzte Lothringische, 1828 in d m Gebäuden der bis 1826 betriebenen Staatssaline eingerichtete (Ilashütte für Hohlglas und Fensterglas 58 Arbeiter, 4 Ocfen zu je 12 Häfeni hat 1895 den Betrieb eingestellt. Eine zweite 1861 errichtete Glashütte stellte den Betrieb bald nach 1870 ein. Neue Saline 1894 eröffnet', lieferte lsoo r.;n Arbeiter» 7400 t Salz; damit verbunden Sodafabrik (1896 eröffnet) von Tillement & Cie. (Dampf- und elektrischer Kraftbetrieb, 563 Pferdekräfte, 185 Arbeiter und jährliche Sodaproduktion von 15000 t.) 1900 ging die Saline in den Besitz der deutschen Solvaywerke - Saaralben) über, seitdem ist der Betrieb eingestellt. Neue Orgelbauanstalt (9 Arbeiter -. Städtische Gasanstalt (1898 errichtet). Getreidemühle. Druckerei. 2 Buchhandlungen s. 1879 u. 1882). Handel: Bauholz, Steinkohlen, Getreide, Bier. Ge-schäftssprache franz. (vgl. jedoch die Verordnung vom 20. Febr. 1889). Anf. oder Alitte jedes Alonats Viehmarkt; Ende jedes Alonats Ferkelmarkt. Im Juni 3 Tage Krammarkt. Ausserdem jeden Donnerstag Getreidemarkt, fällt ein Feiertag auf Donnerstag, so wird der Markt a m folgenden Tage gehalten. Ch.-S. war ehemals Stadt und Saline der lothringischen Probstei A m a n c e , Sitz der Prevöte de Alarche von Lothringen, endlich 1721 Sitz einer lothringischen Probstei (s. d.). - Der Ursprung der Stadt ist nicht recht bekannt. Nach den Angaben älterer Autoren wäre mit dem Schloss Salli (s. d.) (Salli castrum), das in einer von Grälin Alechtilde von Homburg für die Abtei Salival ausgestellten Urkunde genannt wird, die spätere Stadt Ch.-S. gemeint. Die Sache verhält sich aber anders, und der Ort ist in der That eine viel spätere Gründung, die erst im 14. Jhdt. neben einer daselbst schon früher errichteten Saline entstanden ist. Die Saline, das Schloss sowie die spätere Stadt waren auf der Grenzscheide der drei hier anstossenden Dorfbänne von Ameiecourt, Salonnes und Coutures angelegt. AA'egen Salonnes, das später mit dem Priorat an die Abtei St. Mihiel überlassen wurde, hatte Bar sowohl in Salonnes als in Ameiecourt besondere Rechte, Ueberreste der dortigen Obervogtei. Lothringen hatte auch dort ein nicht näher bekanntes Lehen, das wahrscheinlich vom Bisthum Aletz abhängig war. Coutures schliesslich war Kirchengut der Abtei Lubeln und stand als solches unter der Oberhoheit der Bischöfe von Aletz. - So sind die verschiedenen Verträge, welche von 1277 bis ins 15. Jhdt. hinein zwischen Bar und Lothringen geschlossen worden, wie auch die langen und so oft erneuerten Fehden, die zwischen dem Bisthum Aletz und den Herzogen von Lothringen wegen des Besitzes von Ch.-S. im 13. und lö. Jhdt. entstanden sind, zu erklären. Es muss indessen noch bemerkt werden, dass die Herren von Ameiecourt (s. d.) das Dorf als eine Art freies Allod besassen, das sie um die Alitte des 14. Jhdts. sowohl ans Bisthum wie an Lothringen z. Th. veräussert haben. 1277 erklärte Graf Theobald von Bar, dass Herzog Ferry von Lothringen ihm und seinen Nachkommen die Hälfte des Lehens und ein Drittel an der Saline von Ameiecourt überlassen habe: er verpflichtete sich dagegen, dem Herzoge treu beizustehen und seine herzoglichen Rechte in Salonnes und Ameiecourt zu vertheidigen. Es scheint, dass damals schon, wie dann im folgenden Jhdt., zwischen dem Bisthum Aletz und dem Herzogthum Lothringen Streitigkeiten wegen der dortigen Salzquelle entstanden waren..Xach deralten Ueberlicferungsollten fremde Reisende bei der Alühle und dem Weiher Coutures eine Salzquelle entdeckt haben, worauf der Herzog von Lothringen den Platz ankaufte und daselbst eine Saline - errichtete. Die Zeit der Gründung derselben ist nicht bekannt; vorhanden war sie jedenfalls 1277. 1320 wurden die Rechte des Grafen Eduard von Bar an der grande Saline j de Salins - anerkannt. Bald nachher oder damals schon hatte die Regentin Isabella von Osterreich von den Edeln von Ameiecourt einen Theil ihres Besitzes erworben und bei der Saline eine feste Burg zu deren Vertheidigung gebaut. In diese Zeit ist das Entstehen der Stadt zu setzen, die sich rasch bevölkerte. Der Bischof Adhe-mar von Aletz scheint aber durch das Emporkommen des Ortes, und wahrscheinlich durch den Bau des Schlosses in seinen Hoheitsrechten verletzt worden zu sein, oder von hier aus eine Bedrohung seiner Besitzungen gefürchtet zu haben. Er erbaute daher schon vor 1340 gegenüber dem lothringischen Schlosse Chastel-Salins das Schloss Beaurepaire, auf dem Banne von Coutures in einer Entfernung von kaum 100 m. Dasselbe wurde aber 1342, nachdem die Truppen des Bischofs von denen des Herzogs Raoul von Lothringen bei Ch.-S. geschlagen worden waren, durch die Besatzung von Ch.-S., die sich auch a m Kampfe betheiligt hatte, zerstört. 1346, 8. Juli, verkauften die Gebrüder von Athienville dem Herzog Raoul von Lothringen alles, was sie besassen an einem Platze, wo kurz vorher der Bischof Adhemar eine Burg mit Gräben erbaut hatte. Daraus entsprang sodann eine Fehde und ein mehrjähriger Krieg (1347 Niederlage der bischöflichen Truppen bei Ch.-S.), zuerst durch den Friedensvertrag von Vic, 10. Juli 134S, dann durch den Schiedspruch von Pont-ä- Mousson vom 26. Dez. 1348, endlich durch den Grafen von Luxemburg beigelegt. Die Saline sollte später gemeinschaftlicher Besitz von Lothringen und vom Bisthum werden. In der That wurde sie 9. Okt. 1349 auf 3 Jahre dem Johann von Rozieres durch beide Thcilherren verpachtet. 1379 entstanden unter Bischof Dietrich Beyer von Boppart neue AA^irren, da der Bischof den Besitz von Lothringen an der Saline stören wollte. Der Krieg dauerte bis 1381 und endigte damit, dass der Bischof die Rechte der Herzoge von Lothringen und des Grafen von Bar (23. Alai Lisi | anerkannte. Ch.-S. blieb dann in ungestörtem Besitze derselben, dann von Lothringen allein. - 1590 wurde Ch.-S. durch die französische Besatzung von Aletz eingenommen und mit Garnison belegt, dann aber von einer lothringischen Truppenabtheilung des Herzogs Karl III. wiedererobert. 1632 wurde Ch.-S. von Frankreich besetzt. 1635, 7. Nov., hatte dort der Kardinal de Lavalette sein Hauptquartier, 14. Okt. 1643 die Armee des Herzogs von Enghien. 1661 wurde Ch.-S. auf Grund des westphälischen Friedensvertrages als 'früherer Besitz des Bisthums Aletz beansprucht. - Unter Herzog Rene IL wurde ein Kloster der Religiösen von St. Elisabeth, das sog. Kloster der grauen Schwestern, errichtet, wahrscheinlich 1478 von Robert Alorcel, dem Gouverneur der Salinen, sodann dazu (1759) von Joseph Pierre, Kapitän der «Flibustier» in St. Do- |