| OCR Text |
Show Colmar. 175 für Wöchnerinnen; e) Kath. desgl.; f) Ferienkolonien; g) Gesellschaft zur Bekleidung armer, die Elementarschule besuchender Kinder; h) Evang. Armengesellschaft I Diakonat, s. ls,5LL; ii Israelit. Männerverein; k) desgl. Frauenverein; 1) Israelit. Philanthrop. Gesellschaft (mit Zuschuss des Bezirks). Sparkasse is. 1837, s. Nov. 1899 mit Gemeindebürgschaft). Schlachthaus (s. 1848). Wasserltg. (s. 1884). Land-wirthschaftl. Bezirksverein. Desgl Kreisverein (597 Alit-glieder). Garten-, Obst- und Weinbau-Verein für den Bez. O.-E. AVinzergenossenschaft für das elsässische Weinland, cingetr. G. m. b. H. Sitz, des Bezirks-FeuerwchrWerbandes O.-E. Zu demselben gehören 72 Arerbds.-Fw., welche sich folgendermassen auf die Kreise verthcilen: Altkirch 7, C. 8, Gebweiler lo, Alülhausen 15, Rappoltsweiler 22 und Thann 10. Ein Krcis-Feuci vvchr-A'erband besteht bis jetzt nicht. Arerbds Fw. s 1815, D Spritzen). Gartenbauverein. Krgrv. is. 11. Nov. 1878). Vcteranenvercin (s, 6. Aug. 1883). Verein ehemal. kurmärk. Dragoner (s. 1. Sept. 1893;. Turnerbund (S. 1887). Turnverein (s. 1863). Freimaurerloge «Zur Treue». - '_• kath. Pfarreien: 1. St. Alartin (11. Nov.), Pfarrei I. Kl. (S. t802); Dekanat, umfassend die Pfarrei C. und die Hilfspfarrei LIeilig-Kreuz. 2. St. Joseph (s. 1900). Dominikanerinnenkloster (s. 1890c Prot. Pfarrei (s. 1575, vergl. u.). (Ausserdem die WT-sieyaner Alethodisten- oder Albrechtsbrüdergemeinde oder evang. Gemeinschaft mit eigenem Prediger.) Seit 1802 Sitz einer Inspektion Augsb. Kon f., u m fassend die Konsistorien C , Andolsheim, Alarkirch, Alünster und Reichenweier. Das Konsistorium C. umfasst nur die Pfarrei C, zu der auch die in den Ka. C , Gebweiler, Rufach, Sulz und Winzen-hc im, der Gde. Ingersheim und den Kr. Altkirch und Alülhausen lebenden Lutheraner gehören. Oberrabbinat 's. ls_3i vorher in AVinzenheim; Sprengel: C. und Horburg, Israel. Konsistorium für den Bez. O.-E., umfassend die Rabbinate C, Altkirch, Bergheim, Biesheim, Blotzheim, Bollweiler, Dürmenach, Hattstatt, Hegenheim, Mülhausen. Nicderhagcnthal, Niedersept, Piastatt, Rappoltsweiler. Rixheim, Sierenz, Sulz, Sulzmatt, Thann, Uffholz und AVinzenheim. G e w e r b e u n d I n d u s t r i e . Woll- und Seidenwebereien (Kleiderstofffabriken): A. Kiener & Cie., s. 1833, 500 Webstühle, Dampf- und AVasserkraft, s. 1897 verbunden mit eigener Färberei und Appretur, im Ganzen 653 Arbeiter. J. u. F. Gensburger, s. 1S93, 340 Webstühle, nur Dampfkraft, 410 Arbeiter. Ernst Hartmann, seit 1901, nur Dampfkrafl, 156Arbeiter.Baumwollwebereien : FirmaHerzog in Logelbach, Weberei «Bagatelle», ca. 1000 Webstühle, AVasser- und Dampfkraft, 025 Arbeiter; auch Seidenweberei. Bresch-Scheurer Söhne, s. 1866, 146 Wehstühle, nur Dampfkraft, 80 Arbeiter; auch AVollweberei. Baumwollspinnereien : Spinnerei Colmar, früher Paul Schwoerer, s. 1866, 22000 Spindeln, 500 Dampfpferdckräftc, 110 Arbeiter, wird z. Zt. vergrössert. Baumwollzwirncrei und -Spinnerei: FirmaHerzog in Logelbach, vormals Spinnerei Barth, besteht s. Alitte der 30er Jahre; 9493 Zwirn-, 2o7o Spinnspindeln, 100 AVasser-und 100Dampfpferdekräfte, llö Arbeiter. Packtuchwebereien : Ludwig Eorocco, s. 1881, 51 AVebstühle seit 1897 mit Dampfbetrieb, 60 Arbeiter; Benckhard Sohn & Köhler, s. 1843, 54 AVebstühle, davon 7 Handwebstühle, im übrigen Dampfbetrieb, 70 Arbeiter. E. & J. Riegel, s. 1870, 25 Stühle für Handbetrieb, z. Zt. ausser Betrieb. Florett-Seidenspinnerei: A b der Halden, s. 1868. 4 350 Spindeln, 200 Dampfpferdekräfte, 156 Arbeiter. Färbereien und Appreturen: Colmarer Appretur und Färberei, s. 1896, Dampf- und AVasserkraft, 180 Arbeiter. A. Kiener & Cie. (s. Kleiderstofffabriken). Färbereien: Scheurer-Tempe, s. 1865, 20 Dampfpferdekräfte, 110 Arbeiter. A'uillemin, s. 1883, 10 Dampfpferdekräfte, 19 Arbeiter. Cigarrenfabrik: Osswaldt & Rücker, s. 1874, z. Zt. 44 Arbeiter, Jahresproduktion ca. 4000000 Cigarren. Stärke, Syrup und Teigwaarenfabrik: Gebr. Scheurer (Logelbach), s. 1840, 100 Dampfpferdekräfte, 12S Arbeiter; Jahresproduktion 320000 kg Stärke, 600000 kg Syrup, 60000 kg Teig-waaren. Destillation und Alineralwasserfabrik: Jacobsthal, Gaskraftbetrieb, s, ls74, 5.7 Arbeiter. Zweigniederlassung der Branntwein- und Alineralwasserfabrik der Firma Saas & Alüller aus Thann, 4 Arbeiter. Kränzefabrik: Boeschlin &: Gontier, Handbetrieb, 46 Arbeiter. Silberschmiede: Gustav Baer, 10 Arbeiter. Glockengiesserei: Causard (vgl. Strassburg). Bildhauerei und Kirchenornamente in Holz: Theophil Klem, 11 Arbeiter, mechanisch. Johann AVeyh, 30 Arbeiter, mechanisch. Wagenfabriken: Ludwig AViderkehr, 41 Arbeiter. Andreas Herrscher, 14 Arbeiter. Eduard Dürr, 12 Arbeiter. 1 kleiner derartiger Betrieb. Gerberei: Schnellgerberei Carl Dietz i Dampfbetrieb), 30 Arbeiter, 200-225 Häute in einer AA'oche. Ferner: 2 Kupfer- und Kesselschmiede (mechan.), Emanucl Bottund Brenckmann&Ittel. 5Bierbrauereien (G. AIolly.AA'we.Bilgcr & Schmidt, Gebrüder Acker, Barben und AVvve. Nicoc 3 Getreidemühlen ijoseph AViderkehr, Georg Fries,Joh. Scheer). 4 mechanische Werkstätten. 1 Blech-waarenfabrik. 1 kleine Hammerschmiede. 7 Alöbelschreine-rcien. 3 Bildhauereien für Ornamente in Stein. 4 Buch- ' druckereien. 4 Lithographen. 1 Holzwollfabrik. 3 kleine Ziegeleien. 1 grössere und 2 kleinere Seifenfabriken. - Strbst. (Colmar-Schnierlach und Colmar-Winzenheim, beide s. 1885). Lagerhalle des landwirthschaftl. Kreisvereins C. Im Juli 22 Tage Messe: Kram-, Spiel- und Porzellanwaaren. U m AVeihnachten >2 Tage) Christmarkt. A n jedem Donnerstage, und wenn derselbe ein Feiertag ist, jeden Alittwoch grosser Schlachtvieh, Zuchtvieh-, Kram- und A'erproviantirungs-markt. - Zeitungen: Journal de Colmar, 6 mal wöchentlich. Elsässer Kurier mit «Alsatia» und «Eis. Bauernblättc-r , o mal wöchentlich. Elsässer Tagblatt (Kreisblatt für den Kr. C.) mit Beilagen -Elsässer Erzähler- und Landwirtschaftliches AVochenblatt >, 6 mal wöchentlich. Elsass-lothringische A'olkspartei, Organ der elsass-lothringischen Demokratie, b mal wöchentlich. C o l m a r , Stadt, i Ka. u. Kr. Colmar, O.-E.). Geschichte: 1. Ael test e Ze i t. Schon zur Römerzeit trug der frucht- ! bare Boden Colmars einige Ansiedelungen, welche wohl der Nähe des Castells Argentovaria (Horburg) ihre Entstehung verdankten. Im 8. und 9. Jhdt. befand sich zu Colmar eine königliche Villa, der Alittelpunkt eines bis auf den Grund des Gregorienthaies sich erstreckenden Krongutes. Die Kaiserpfalz daselbst wird in der Geschichte der Karolinger wiederholt genannt; auf dem benachbarten Roth- oder Lügenfclde wurde Ludwig der Fromme 833 von seinen rebellischen Söhnen Lothar und Ludwig gefangen genommen, bei welchem Anlasse Papst Gregor IAL in der Begleitung Lothars zu Colmar verweilt haben soll; 884 versammelte hier Karl der Dicke die Grossen des Reichs, um mit ihnen einen Feldzug gegen die Normannen vorzubereiten. - A m Anfange des 10. Jhdts. scheint das Krongut in zwei gleiche Theile zerlegt worden zu sein Die eine Hälfte gehörte damals dem AA'elfen Rudolf, k a m dann durch Tausch an seinen Bruder, den Bischof Konrad den Heiligen von Konstanz, und ging von diesem in den Besitz der Konstanzer Dompropstei über. Die andere Hälfte schenkte Kaiser Otto I. im Jahre 959 dem Herzoge Rudolf von Burgund, welcher sie dem Kloster Peterlingen übergab. Beide Gotteshäuser besassen in der Folgezeit je einen mit Ländereien reich ausgestatteten Herrenhof zu Colmar, nämlich Peterlingen den nach seiner Lage so benannten Oberhof, Konstanz den Niederhof. Sie hatten ferner zusammen das Allmendeobereigenthum und andere gemeindeherrliche Rechte und theilten sich in den Ertrag des Alarktzolles. Von Peterlingen wird ausserdem im Jahre 11S3 urkundlich bezeugt, dass ihm die Hälfte der Gerichtsbarkeit über das ganze Dorf gehörte. Nach langer Unterbrechung finden wir Colmar erst unter den Staufern wieder in unmittelbarer Beziehung zur obersten Reichsgewalt. Kaiser Friedrich I. allein hat daselbst viermal geweilt und im Jahre 1156 eine Reichsver- |