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Show Homburg. 457 schaft Lüttingen, früher zu Diesdorf, gehörte). 2. Endorf z. Th. (nur einige Höfe im Dorfe [Lehen]; der Weiler Nödlingen war Besitz der Abtei A'illers-Bettnach). 3. Homburg mit Kedingen und Bidingen, in Bidingen hatte die Herrschaft ein Lehengut. 4. Kerlingen z. Th. (die Gerichtsbarkeit zur Hälfte). 5. Metzeresch zur Hälfte (ohne die Antheile der luxemburgischen Herrschaft AVeinsberg und ohne den zur Herrschaft Bertringen gehörigen Bann des abgegangenen Dorfes Terlingen). Die andere Hälfte von Aletzeresch gelangte an Homburg durch Kauf und zwar von den Herren von Pallant (1656 und 1664), von den Familien Dattel (1656) und de Cabannes (1662), welche Alitherren von Lüttingen waren. Die Gerichtsbarkeit in Kedingen ist 1680 durch Kauf zur Hälfte von der AVittwe von Buseck, zur andern Hälfte lo97 v o m Könige (Probstei Sierck) an Homburg übergegangen ; 1697 wurde auch die dem König gehörige Hälfte der Gerichtsbarkeit in Kerlingen durch Kauf erworben. 1682 wird auch Chelaincourt (Gde. Flevy, bei Bettsdorf) als Lehenstück erwähnt, 1725 nicht mehr, dagegen ein Theil von Lüttingen. In Bidingen und in Endorf hatte die Herrschaft Homburg zwei Höfe zu Lehen vergeben; auch der den ersten Besitzern von Homburg gehörige Antheil an der Herrschaft Alengen (Vouerie de Chaussy) wurde von Homburg zu Lehen vergeben (s. d.). - Ursprünglich dürfte zur Herrschaft Homburg nur Burg und Dorf Homburg mit den ausgedehnten herrschaftlichen AA'aldungen gehört haben; die alte Burg lag in dem heute noch Altschloss » genannten Revier des Lüttinger Gemeindewaldes. Homburg dürfte wohl das 893 erwähnte «Huneriaca in pago Moslinse super fluvium Canneram» sein, w o die Eheleute AATithard und Benedikta einen Hof besassen, den sie damals der Abtei Gorze mit Gütern in der benachbarten villa Ke-tinga (Kedingen) zur A^ermehrung eines precarium schenkten. Homburg war daher ursprünglich ein freies kirchliches Allod im Aloselgau (Grafschaft Aletz); das Bisthum Aletz scheint, wie auch anderwärts, die A'ogtei über dieses Kirchengut an sich gezogen und an die bischöflichen Grafen zu Lehen gegeben zu haben. Die Linie Blieskastel des Hauses Metz-Luneville. die 1238 mit Graf Heinrich ausstarb, oürfte einige dieser bischöflichen Lehen im Alosel-, im Nied- und im Saargau beibehalten haben, in deren Besitz im 13. Jhdt. Vasallen von Blieskastel, wie die Herren von Bolanden, von Brück (Bliesbrücken), von Alengen (Bliesmengen) z. B. in Habudingen, Hingsingen, Kürzel (Herrschaft Alengen), in Homburg (Bischofshomburg) und in Homburg an der Kanner, theilweise als Gemeinherren auftreten. Welchem Geschlechte die 1259 zuerst genannten Herren von H. angehörten, ist nicht bekannt. Dietrich von AVarsberg aus dem Hause Rollingen, vermählt mit Bora, Tochter des Arnold von Brück (Brücken), die ihren Bruder, den Tempelherrn Richard von Brück, beerbte, wird gegen Ende des 13. Jhdts. als Herr von Mengen und Homburg (Hamberg) genannt; er erhielt 1295 vom Herzoge von Lothringen dessen Antheil an der Gerichtsbarkeit in Homburg und Bidingen, wofür er dem Herzoge seine Rechte in Kedingen und dessen Bann (Besitz des Priorates Kerling der Abtei St. Arnulf) überliess. H o m burg sollte Dietrich von AVarsberg, wie bisher, von Lothringen zu Lehen tragen und zwar als Alannlehen. Die Wittwe seines Sohnes Johann von Hamberg, Isabella, vermählte sich 1327 mit Georg von Kriechingen, Johann's Tochter, Sara von Hamberg, 1351 mit AVyrich von Kriechingen. Bald daraufscheint Johann von Homburg, der letzte seines Namens, gestorben zu sein, beerbt von Kriechingen; 1435 erhielt Irmgard von Kriechingen, vermählt mit Rudolf Bayer von Boppart, als Alitgift die Hälfte von Homburg, die andere Hälfte hatte schon früher Schanette von Kriechingen, vermählt mit Wilhelm von Alalberg, erhalten. 1471 fiel die Alalberg'sche Hälfte im Erbgange an Johann von Kriechingen-Pittingen zurück. Die Bayer'sche Hälfte wurde später von Kriechingen eingelöst, und seitdem blieb die Herrschaft ungetheilt und kam bei der Erbtheilung unter den Söhnen des Johann von Kriechingen an AVilhelm von Kriechingen und nach dessen Tod 1548 an seine Brüder Georg und AVyrich. Als letzterer mit dem Kaiser Karl A". vor Aletz lag, liess Markgraf Albrecht von Brandenburg bei seinem Zuge gegen Diedenhofen die Burg Homburg zerstören (Okt. 1552). Bei der Erbtheilung von 1560 zwischen den genannten Brüdern erhielt AVyrich mit Kriechingen auch Homburg, Alengen u. s. w. Die Linie Kriechingen- Pittingen, welche 1081 erlosch, blieb seitdem vom Alitbesitze in Homburg ausgeschlossen. W v rieh's Enkel, Aloritz von Kriechingen, Herr von Bruchkastei, der Homburg erhalten hatte, wurde 1616, da er keine Nachkommen hinterliess, von seinem Bruder Christoph beerbt, dessen Sohn Peter Ernst 1617 den Reichsgrafenstand für Kriechingen erhielt; seine AVittwe Mar. Alarg. de Coligny d'Andelot, Nichte des Admirals de Coligny, erwarb lo34 aus dem verschuldeten Nachlasse durch Kauf Homburg, das sie in ihre zweite Ehe mit Charles de Boutonay brachte und 1655 an Joachim de Lenoncourt, Herrn von Alarolles, mit Zustimmung der Lehenskammer in Nancy veräusserte, dessen AVittwe ihre Rechte auf Homburg dem General de Brisacier, Gouverneur von Sierck, überliess, der 1656 die Belehnung erhielt und 29. Juni lo77 in Homburg fiel, das er gegenNachzügler des kaiserlichen Heeres unter Herzog Karl von Lothringen vertheidigte. Die AATittwe de Brisacier heirathete 1679 Jean de Sarrau de Brie, dem sie schon 1678 Homburg verkauft hatte. Dieser überliess 1713 die Herrschaft seiner Stieftochter Alarie The-rese de Brisacier, vermählt mit Jakob Gustav de Alalortie. Marquis de Boudeville (f 1729;, dessen Tochter Alarie Anna, vermählt mit Ant. de Gaude, Graf von Alartaineville, Erbin von Homburg wurde, das sie 1774 ihrer Tochter Alar. Therese, vermählt mit dem Grafen Phil. Karl A'ogt von Hunolstein, Herrn von Ottingen und Dürkastel, vermachte, dessen Nachkommen noch im Besitze sind. Aus der Grafschaft Homburg wurde ein mit der Pairs-AVürde verbundenes Alajorat, bestätigt durch Ordonnanz vom 4. Aug. 1826 und vom 4. Alai 1829, errichtet. Der Titel Grafschaft, welchen schon die AVittwe von Kriechingen (de Coligny d'Andelot) 1634 ihrem Besitze beilegte, wie fortan auch die Besitznachfolger, war nur aus den persönlichen Eigenschaften der Besitzer abgeleitet und beruhte nicht auf einer ATerleihung; der Titel wurde daher 1713 v o m Parlament in Aletz beanstandet und erst v o m Könige durch Patent v o m Jan. 1715 verliehen. Durch den Pyrenäischen Frieden lo59 wurden die von der Herrschaft Homburg erworbenen Güter in Aletzeresch, wenn auch unter dem Widerspruche von Spanien, mit Frankreich vereinigt; die lothringischen Lehenstücke sind im A'ertrage von \Tincennes v o m 28. Febr. 1661 von Lothringen an Frankreich abgetreten worden. Kedingen war schon S74 im Besitze der Kirche von Köln, später des dortigen Stiftes St. Cunibert und wurden von diesem 1088 an die Abtei St. Arnulf in Aletz vertauscht, welche den Besitz mit Kerlingen und Alallingen dem von ihr in Kerlingen gegründeten Priorate überliess (s. St. Regula, Probslei). Die A'ogtei über diesen Besitz von St. Arnulf hatte Lothringen. Die Untervogtei in Kedingen scheint an die Herren von A'alcourt und deren Stammgenossen, die Herren von Fentsch, übergegangen und an die Herren von AVarsberg zu Lehen gegeben worden zu sein. Die oben erwähnten, 1295 von Lothringen erworbenen Rechte der AA'arsberg in Kedingen scheinen A'ogteirechte gewesen zu sein. Litter.: Toepfer, Friedr., L'rkundenbuch f. d. Gesch. der Vögte von Hunoltstein. Nürnberg 1872 (Bd. III, S. 278 bis 294). H u n o l s t e i n , A'icomte de, Hombourg et ses seigneurs. Paris 1889. [dPr.] H o m b u r g , verschw. 0. (Gde. Landingen. Ka. Lörchingen, Kr. Saarburg, L.). Gehörte zur ehemaligen Herrschaft Türkstein. Scheint ehemals Sitz eines besonderen Lehens gewesen und von einem Edelgeschlcchte dieses |