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Show Diedolshauser Höhe - Diedrichshof. 217 gruben beiD. ist 1895einc Gewerkschaft »Friedrich» gegründet worden, welche Tiefbohrungen unternimmt. Die Bohrungen sind jedoch im Herbst 1899 eingestellt worden. Im Jahre 1901 hat sich indessen eine Societe des Charbonnages du Bon-h o m m e in Paris gebildet. Neuerdings sind auch eisenhaltige Gesteine entdeckt und bereits Schritte gethan worden, um Eisenerzbergwerke ins Leben zu rufen. Ein Eisenbergwerk nebst einer «Ysenschmit» befand sich bei D. schon im 14. Jhdt. - AA'eberei Bach und Bloch mit Dampf und Wasserkraft, 200 Webstühle, ca. 130 Arbeiter. 3 Sagemühlen. Elektrische Strassenbeleuchtung. Alan darf annehmen, dass der Ort, den die um 1049 verfasste Lebensbeschreibung des St. Deodatus (gest. 679) nicht kennt, mindestens keine Veranlassung hat ihn zu nennen, unter dem Schutze der alten Bergfeste Guten- oder Judenburg (s. d.) sich schon im 12. Jhdt. gebildet hat. Der N a m e Judlinshus, d. i. das feste und ständige Haus des Judelin, wird seit 1317 unterschieden von «Judenburg der Burg- und lag in dem nach ihm benannten Dorfe an der Landstrasse. In dem Dorfe befand sich 1317 «das Gotteshaus ze Bruder Judelinshus-» und ein Spital, u m 1600 «Au bon homme» geheissen, das als Herberge für Reisende diente. Das Gotteshaus, welches ein Bruder, also ein Klostergeistlicher, versah, war, wie das Spital, mit besonderen Einkünften begabt. Heinrich von Rappoltstein, Herr von Hohenack, belehnte 1317 das Klarissen-Kloster zu Alspach unter A'orbehalt der ihm und seinen Nachkommen an der Herrschaft Hohenack zustehenden vogtei-lichen Rechte mit Gotteshaus und Spital unter der Verpflichtung, daselbst den Priester und das Spital zu unterhalten. D a die Klarissen diese Verpflichtungen später nicht mehr erfüllen konnten, so fiel nach gütlicher Uebereinkunft das Lehen 1467 in die Hände der Rappoltsteiner zurück. Alit Ausnahme dieses dem Kloster Alspach gegebenen Lehenstückes waren aber die Herren von Rappoltstein und Hohenack seit 1441 bereits wieder in den Besitz des den Herren von Awelin gegebenen Afterlehens der Burg Judenburg gelangt (s. Judenburg). In diesem Jahre heisst der zu dem wohl schon abgegangenen Schlosse Judenburg gehörige Bezirk «die Herrlichkeit zu Judlinshus» mit Beschreibung seiner damals zeitweilig bis nach Lothringen hineinreichenden Banngrenzen und Rechte. Zu dieser Zeit hatte die Herrlichkeit zu Judlinshus einen Burgvogt, Namens Gerhart. Später kommt ein solcher nicht mehr vor. Die Verwaltung der seit 1467 u m Einiges vergrösserten Herrschaft wird allem Ansehen nach seit dieser Zeit von der A'erwaltung der Herrschaft Hohenack aus besorgt worden sein, mit der sie bis zur französischen Revolution verbunden blieb. - Infolge der AVirren des 30jährigen Krieges waren die Häuser zu Diedolshausen lange leer und verlassen, und der einträgliche Zoll konnte erst nach 1640 wieder erhoben werden. Die Herrschaft Rappoltstein verlor ihn am 1. Juli 1686, nachdem er bereits 1680 als königliches Regal erklärt worden war. Eine Eisenschmiede und ein Bergwerk nahe bei Judelshusen vorlehnten 1176 die Rappoltsteiner an ein Consortium. Die Schmelz- und Hüttenwerke lagen oberhalb Diedolshauscns in der von der Bechine durch-flossenen Grossmatt (Grand Pre. s. d.i. Die Herrschaft Rappoltstein errichtete daselbst 1551 fünf Schmelzöfen von der letzten Sägemühle ob Diedelshausen bis zum Ermels-pacher Hof. Auch Steinkohlen wurden bei D. 1752 und später geschürft. - Der reformirte Cultus, der seit 1571-78 Eingang in D. gefunden hatte, wurde von der österreichischen Regierung unterdrückt. A m 6. Juni 1858 brach in D. ein grosser Brand aus, der 15 Gebäude, worunter Kirche und Pfarrhaus, zerstörte. In den folgenden Jahren wurden die Kirche (in romanischem Stile), das Pfarrhaus und Schulhaus neu errichtet. - Die aus Lothringen (von St. Die) über die Diedolshauser-Höhe (Col du Bonhommei führende alte Landstrasse wurde zwischen der genannten Höhe bis D. in den Jahren 1S39-1843 verlegt und durch die jetzige neue Strasse (Bez. Strasse Nr. 5) ersetzt, und in den Jahren 1843-1853 bis Schnierlach weitergeführt. - Die alten Tauf-, Heiraths- und Todtenbücher reichen beziehungsweise bis 1719, 1730 und 1731 zurück, die Gemeinderathsprotokolle bis 23. Juli 1788. Das Patronatsrecht über die kleine Kapelle zu D. übten die Herren von Rappoltstein, als Herren von Hohenack, aus | Sie waren Vögte des Gotteshauses und Zehntherren des I Bannes. Zum Jahre 1394 und Uli werden dort fungirende Kapellane genannt. Seit 14o7 hatten sie wieder für die A'er-j sehung des Gottesdienstes in D. zu sorgen (s. oben). Die Herren von Rappoltstein-Hohcnack liessen nan die Kapelle mehrere Alale im Jahre abwechselnd durch den Pfarrer zu Fraise (in Lothringen) und den zu Schnierlach, dann, im 16. Jhdt., von diesem allein oder dessen Kapellan versehen, so 1570. Aus diesem letzteren Verhältniss suchten die Pfarrer von Schnierlach zu ihren Gunsten das Collaturrecht über die Kapelle abzuleiten, deren Inhaber sich bei A'c-rgrösserung des Ortes seit Anfang des 17. Jhdts. Pfarrer nannten. Den Anspruch auf das Collaturrecht erhoben die Pfarrer von Schnierlach bereits 1671, und der Abt von Pairis, der seit 1668 als Herr des Dinghofs zu Schnierlach zugleich auf Grund rechtmässigen Erwerbs Collator von Schnierlach war, zum ersten Alale 1682 und in dem Dinghofrecht von 1698. D a aber das von dem Pfarrer zu Schnierlach und dem Abte von Pairis beanspruchte und seitdem auch ausgeübte Recht der Collatur über die Pfarre zu D. auf keiner rechtmässigen A'erleihung beruhte, so k a m es zwischen der Herrschaft Rappoltstein- Hohenack und der Abtei Pairis seit 1700 zu fortdauerndem Streit, der erst zwischen 1750 und 1780 zu Gunsten der Abtei Pairis beigelegt worden sein muss. - D. liegt an einem Kelten-, späteren Römerwege im AVeissthal über Kaysersberg nach Fraize und St. Die. Neolithische und Bronze Funde. Litt er.: AI brecht. Rapp. I'rkdb. passim. Boug, Re- , cueil des ödits etc. 1,95. Stoffel, AVeisthümer S. 113 und 223. G e m e i n d c w a l d Oberförsterei Markirch) 1142,6 ha. 780- 1238 m über dem Aleere. Granit, Syenit, Thonschiefer, Steinkohle. (Tanne, Fichte, Buche,Bergkiefer, Kiefer. Lärche, \\5 \ - mouthskiefer, Bergahorn, Birke, A^ogelbeerni Das ursprünglich den Herren von Rappoltstein gehörige Schloss Judenburg sammt dem davon beherrschten Dorf D. nebst zugehörigem Alark wald wird schon 1329 in einem Lehensvertrag erwähnt. Die Herren von Rappoltstein, sowie ihre vorübergehend auf der Judenburg hausenden Lehensleute, | hatten das Recht, Bau- und Brennholz nach Bedarf im Gemeindewald zu schlagen und die Steinbrüche zu benutzen. Nach und nach haben die Ritler sich bestimmte Theile des AValdes angeeignet, so namentlich den Rossberg. Derselbe wurde verschiedene Alale im Laufe der Zeit zum Betriebe der Alarkircher Silbergruben an die Herzöge von Oesterreich zur Abholzung verkauft. Als im Jahre 1688 die Pfalzgrafen von Birkenleld-Zweibrüeken die Erben der < Grafschaft Rappoltstein wurden, blieben diese Zustände bestehen und die herrschaftlichen Beamten beuteten den damals grösstenteils mit Laubholz bestockten AVald auch noch ihrerseits zu eignem A'ortheil aus. Da trotz wiederholter Beschwerde über diese LTebergriffe keine Abhilfe erreicht wurde, strengte die Gemeinde im Jahre 17oi' zu Colmar einen Prozess gegen den Herzog Alaximilian von Zweibrücken an, welchen sie gewann, indem ihr der ganze Wald in seiner ursprünglichen Grösse zu alleinigem Besitz rechtlich zuerkannt wurde. Diedolshauser oder B o n h o m m e r Höhe, franz. H a u t du B o n h o m m e , Sattelhöhe, 905 m, der aus dem Leberthal (Markirch) nach Diedolshausen führenden Strasse; von den Umwohnern auch nach der Wirthschaft «beim M i n o u x » oder nach den Höfen Bagenelles « C o l de ! Bagenelles» genannt. Diedrichshof, Hf. iGde. Rodemachern, Ka. Kattenhofen, Kr. Diedenhofen-Ost. L.). Auch Diederes, Diederhof |