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Show 534 Kotenbcrg - Kraftel. Herrschaft Marlenheim bildeten. Mit dieser Herrschaft (s. d. . deren Schicksale es theilte (Einzelverpfändung von K. 13ss durch die Ochsenslein an die Manse, im 15. Jhdt an die Geroldseck), kam K. schliesslich an die Stadt Strassburg (Amt Wasselnheim), wurde jedoch von dieser 1659 an die Haindel von Breitenbrück verkauft. - Im 30jährigen Kriege (1634) wurde K. fast ganz verwüstet, es stand nur noch ein Haus und der Kirchthurm. Eine Kolonie von Reformirten aus der Schweiz stellte später das Dorf wieder her. - Kirchlich gehörte K. zum Landkapitel Betbur und zur Pfarrei Allenweiler bis 1808, dann zur Pfarrei Wasselnheim bis 1837, dann selbständig). Reformirte Pfarrei seit 1819, die Kiichenbücher gehen bis 1820 zurück. Fischer, Dag., Die ehemalige Herrschaft Romansweiler und Gossweiler im Kreise Molsheim. Zaberr: 1877. Kotenberg, H.am Ostrande des Walleringer Weihers, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach. Kothbach s. Mossel 6. Kottendorf, Wir. .Gde. Schwerdorf [vor 1815 und nach 1S29], Ka. Busendorf, Kr. Bolchen, L.i. 59 E. 12 Hsr. Von 1815-1829 preussisch ; durch Vertrag vom 23. Okt. 1829 von Preussen wieder an Frankreich abgetreten und durch königl. Ordonnanz vom 7. Okt. 1830 mit der Gde. Schwerdorf vereinigt. Cottcndorf 1436 und später. - Gehörte zu der Herrschaft Mensberg .s.d. , wahrscheinlich alter Besitz der Abtei Rettel; diese hatte noch dort bis zur Revolution Besitz. Der Weiler, welcher im 30jährigen Kriege vollständig zerstört wurde, ist erst 1718 durch Herrn de Barberat zu Mensberg erbaut und an Ansiedler aus Tyrol überlassen worden. Kovenbesch, Hf, Gde., Ka. u. Kr. Bolchen, L.i. 4 E. 1 Hs. 1873 erbaut. Krabbenthalbächel s. Breusch 21. Krähberg, Grosser, 404m, nördl. davon der Kleine K., 159,7 m, TP, auf dem rechten Ufer des Sauerbaches, nordwestl. Lembach, Ka. Weissenburg. Der Krähberg wurde zur Zeit der franz. Revolution, als die Herrschaftsgüter versteigert wurden, gleichfalls versteigert. Dadurch ging den Bewohnern von Lembach das Holzrecht daselbst verloren. Krähengraben s. Mosel 37. K rafft. Wir. Gde. Erstein. Ka. u. Kr. Erstein, U.-E.i. 166 E. 33 Hsr. - Strbst. s. 188b (Strb. Strassburg-Markols-heim). Strb. Krafft-Erstein s. 1889. - K. hat dieselben Schicksale gehabt wie Erstein s. d.). 133b verkaufte Walter von Geroldseck, der Pfandinhaber von Erstein, der Gde. Erstein die Krafftmühle . 1393 lies-, Bischof Friedrich das Krafft-wasser graben, um den Lauf der 111 von Strassburg abzuwenden. - Die Kapelle iSt. Marien) zu K. gehörte dem Domkapitel zu Strassburg; ebenso das Schloss K., das den Domherren als Jagdschloss diente. - Römische Funde. Kraft, Die, oder Graf ft, vor Alters wahrscheinlich der unterste Lauf der Hl, später Nebenarm derselben und allmählig verlandet, wurde 1392 bei einer Belagerung Strassburgs durch den Bischof Friedrich von Blankenheim von neuem ausgegraben, um den Strassburgern das für die Brunnen r.öthige Illwasser zu entziehen und in den Rhein abzuleiten. Das später angelegte Plobshcimer Wehr regu-lirte den Wasserabfluss und vermittelte denselben durch den Thumenrhein bei Erstein und den Mühlgiessen unmittelbar am Wehr in den K r u m m e n Rhein und das Z ie ge 1 w ass er, welche beide der 111 zufliessen. Die Kraft dient ausserdem zur Speisung des Rhein-Rhone- Kanals, welchen sie kreuzt. Dieselbe genügte jedoch nicht zur Abführung der Illhochwasser, welche für Strassburg so verhängnissvoll waren, dass z. B. 1876 die Bewohner der südlichen Vororte aus ihren bis zum ersten Stock überschwemmten Lläuse-rn gerettet werden mussten und laut amtlicher Festsetzung 2350 Gebäude geschädigt wurden. Bei etwa 340 cbm in der Sekunde ankommender Hochwassermenge konnten durch die Kraft nur 90 cbm abgeführt werden, ' bei hohem Rheinstande des Rückstaus wegen noch weniger. Ausser den übrig bleibenden 250 cbm kamen noch etwa 150 cbm aus den andern Zuflüssen der 111 zwischen Erstein und Strassburg hinzu, und 400 cbm abzuführen sind 111 nebst Kanälen in Strassburg nicht im Stande. Desshalb wurde die Kraft, um sie zur Abführung grösserer Mengen zu befähigen, unter theilweiser Benutzung des alten Bettes 1886 -91 auf Staatskosten (1050000 M.) in einen Hochwasserkanal umgewandelt. Die Ableitung zum Rhein ist ermöglicht, weil der Höhenunterschied zwischen 111- und R h ei n-Hochwasser 4,80 m beträgt. Dieses Gefälle ist noch dadurch vermehrt, dass man die Kraft vom Plobsheimer Wehr bis zur Einmündung in das Mittelhochwasser des Rheins mittelst eines rechtsseitigen Leitdammes gegen diesen abgesperrt hat, so dass die Vereinigung erst 4 km unterhalb des Wehrs erfolgt. Der Hochwasserkanal besteht aus einem 1.8 bis 2 m tiefen, je nach dem Gefälle 26 bis 40 m in der Sohle breiten Mittelwasserbett, an welches sich auf der Strassburg zugekehrten Seite ein flachansteigendes 10 m breites Vorland mit dem Hochwasserdamm anschlicsst, dessen Krone 0,80 m über dem höchsten Wasserstande liegt. Im Dorfe Krafft und von der Kreuzung mit dem Rhein-Rhone-Kanal bis zur Abzweigung des Langgiessen ist der ganze Kanal in geschlossenem Profil durchgeführt, der frühere, südl. Krafft gelegene Arm ist zugeschüttet. - Von 111 bis Rheindamm - 8,5 km, 3 Brücken, Kraft vom Wehr bis zum R he i n beim Christian nördl. Plobsheim, unverändert geblieben, - 5km. - Bauanlagen. 1. W e h r in der 111 am Steinsaudichel in Erstein. 350 m unterhalb des Kanalanfangs, zur Wasservertheilung auf 111, Hochwasserkanal und Mühlkanal, besteht aus Ueberfallwehr mit 4 je 5 m breiten Schützen, Schiffs-durchlass, 5 m breit, und Fischtreppe, 1 m breit. 2. W e hr am Bürscheydichel am Kopfe des Kanals, mit 7 Oeffnungen je 6 m breit. 3. Nadel wehr, zur Erhaltung des Wasserstandes im Rhein-Rhone-Kanal, welchen die Kraft speist, 45 m unterhalb des Kreuzungspunktes, mit Schiffsdurchlass (5 m), Nachenschlcuse und Fischtreppc, im Ganzen 40 m breit. 4. Das Plobsheimer Wehr, an Stelle des alten neu erbaut, hat den Zweck, den Stau am Thumenrhein und Mühlgiessen zu erhalten, damit K r u m m e r Rhein und Ziegelwasser nicht wasserlos werden. 5. Zugleich mit dem Hochwasserkanal wurde der Murgiessen (s. d.) regulirt und zur Haltung des Wasserstandes ein Kanal mit Schleuse von den Abmessungen der Kanalschleusen i verschen, so dass er in Verbindung mit dem Hochwasserkanal zusammen als Schiffsweg vom Rhein-Rhone- K a n a l bis Erstein benutzt werden kann, wenn die Interessenten den weiteren Ausbau vornehmen wollen. Zuflüsse: 1. Zembs, Die [Cebus 16. Jhdt. (Beat. Rhen.)], recht. LT., mündet an der Kreuzung mit dem Rhein-Rhone- ! Kanal, entspringt nordwestl. Hilsenheim - Rossfeld, Herbsheim - 21 km, 7 Brücken. (Zufl.; Landweggraben, mündet nordöstl. Hilsenheim, entspringt südl. Hilsenheim - Willerhof - 6,5 km, 5 Brücken; Rohrzembs, im oberen Lauf Dorfbach, im mittleren Lauf Hanf-, im unteren Lauf Laufgraben, mündet südl. Rossfeld, entspringt südl. Bocsenbiesen - Schwobsheim, Wittisheim, Bindernheim. Zelsheim, Witternheim - 14,4 km, 13 Brücken [Zufl.: j W i tt i sheimer b ach - 1,8 km, 1 Brücke ; Bindernhci-m er bach - 2,5 km, 2 Brücken; Wittcrnheimergraben - 1,5 km, 2 Brücken]; K r aut 1 an d e rgr aben, mündet in j Herbsheim - 2 km, 1 Brücke.) 2. L anggi essen, recht. LT., mündet nordöstl. Plobsheim, kommt aus dem La cht erbach - 4,5 km, 2 Brücken, 2 Brückenstege. (Zufl.' Verbindungsgraben mit der Kraft, mündet nördl. Krafft 1 km, 1 Brücke.) 3. Verschiedene Altwässer und Verbindungen mir dem Rhein unterhalb des Plobsheimer Wehres Kraftel, Hf. (Gde. Gisselfingen, Ka. Dieuze, Kr. Chä- |