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Show Lützelhardt - Lützelhof. 603 gebaut. Im 14. Jhdt. wurde die Herrschaft den Herren von Lützelburg (aus dem Hause Heringen?) und den Vögten von Wasselnheim zur Hälfte verpfändet, die andere Hälfte jedoch 1344 dem Burkard von Finstingen überlassen. Burgfrieden mit Finstingen sind 1373 und 1381 geschlossen worden. Die Pfandschaft wurde 1384 eingelöst. 1384 bis 1391 hatte der Bischof von Strassburg ein Viertel von Lützelburg. 1394 erscheinen als Ganerben die von Hohenstein, die Münch von Wilsberg, die von Lampertheim und die von L., welche letztere hier schon seit dem 13. Jhdt. ihren Stammsitz hatten. 1399 werden noch die Eckbrecht von Dürkheim, 1404 die Krantz von Geispolsheim genannt. 1409 ist zwischen Karl, Herzog von Lothringen, dem Bischof von Metz, dem von Strassburg, Johann von Heringen, Berthold Krantz von Geispolsheim und Johann von L. für Schloss und Herrschaft L. Burgfrieden geschlossen worden. Den Antheil des Bisthums Strassburg haben 1410 die von Hohenburg erworben, durch Erbgang ist er an die Hofwart von Kirchheim und 1478 an die von Sickingen übergegangen. Im Laufe des 15. Jhdts. wechselten die Namen der Ganerben häulig. Als Metzer Burgleute werden genannt: 13S4 die von Büttenheim, 1394, 142b und 1457 die Münch von Wilsberg, als Erten der Lampertheim, 1459 und 1471 die Rucker von Finstingen, als deren Nachfolger 1495 die Blumeneck, dann die Blieck von Rottenburg 1458-1501, die Blumenau 1417 und 1469, die Krapf von Saarburg 14o0, die Heringen, Dürkheim und Krantz von Geispolsheim (1409), die Wickersheim 1419, die Braubach, von Lauffen, Lützelburg und Sickingen 1523. - Als Franz von Sickingen, der 1504 Ganerbe von L. war, in Fehde mit dem Kurfürsten Ludwig von der Pfalz gerathen war, liess letzterer am 20. Mai 1523 in Verbindung mit dem Landgrafen Philipp von Hessen, dem Kurfürsten von Trier und dem Grafen von Hanau-Lichtenberg einen Zug gegen L. unternehmen. Die Besatzung ergab sich ohne Widerstand. Das Schloss wurde zerstört und die Herrschaft mit der Grafschaft Lützelstein, Amt Einarzhausen, seit 1570 Pfalzburg (s. d.), vereinigt. Die Lehensherrlichkeit des Bisthums Metz scheint ursprünglich beachtet worden zu sein, indem den Lehensträgern gestattet wurde, ihre Lehen beim Bisthum zu muthen. Später ist davon nicht mehr die Rede. 15bb kam die Herrschaft durch Erbtheilung an Pfalz-Veldenz und wurde mit Pfalzburg (s. d.) 15S4 an Lothringen verkauft. Lützelhardt, B., 330 m, mit der Ruine gl. N., westl. Fsths. Lützelhardt bei Obersteinbach, Ka. WTeissenburg. Lützelhardt, Fsths. (Gde. Obersteinbach, Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.). 3 E. 1 Hs. 1848 erbaut. Lützelhardt (Fitzhardt), Burgruine (Gde. Obersteinbach, Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.). 330 m. Gesch. Denkmal. Erbaut vermuthlich zu Anfang des 12. Jhdts. Die Familie von L. erhielt im 13. Jhdt. die kaiserliche Vogtei von Wasselnheim und nannte sich in der Folge nach dieser. 1363 wurde L. von Friedrich Vogt von Wasselnheim und dessen Bruder Hans an Heinrich von Fleckenstein, 1520, nachdem es um 1450 z. Th. im Besitz der Puller von Hohenburg gewesen war, von den Fleckenstein an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch verkauft. Nach deren Aussterben (1570) wurde es als herzogliches Lehen von Lothringen eingezogen, aber lbOb durch Erbvergleich an Hanau-Lichtenberg abgetreten. L. hat die gleichen Schicksale wie Klein-Arnsberg gehabt (s. d.) und gehörte zu dem im Gebiet des oberrheinischen Kreises gelegenen hanau-lichtenbergischen Amte Lemberg (s. d. und Obersteinbach). Lützelhausen,Df.(Ka.Molsheim [ 1790-92Ka.Rosheim], Kr. Molsheim, U.-E.). 1130 E. 248 Hsr. (12 GRe.) - 260 m. - AG. Molsheim (17.4); Bhf. L. (0,0). - Lützenhusen 1389; ma. Lützelhüse. - Die Gde. umfasst den HO. L. (940 E. 198 Hsr.) und die AO. Kappelbronn, Kleinwisch (Fsths.), Kleinwisch) Sgm. I), Kleinwisch Sgm. IL, Netzenbach, Schliffstein. - P. III. Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle. (Bhf. L. [s. 1877] gehört zur Gde. Mühlbach, Ka. Rosheim.) Gendarmeriestation. Oberförsterei Forstaufsichtsbezirk Strassburg-Strass-burgi. StEBez. Mutzig. Kantonalarzt. Apotheke. Armr. (s. 1853). Fw. (s. 1888, 2 Spritzen). Wasserltg. (s. 1870). Klein-kinderverpflegungsanstalt (Krippe, s. 1875). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Molsheim (s. 1802). Schutzheiliger hl. Urbanus. Das Kirchenfest wird zu Pfingsten gefeiert. Hatte 180S-63 Bliensbach, Bellefosse, Belmont, Fouday und Solbach als Filialen, die seit ISbS die Pfarrei Bliensbach bilden. Der AO. Netzenbach wird seit 1878 von Wisch pastorirt. Die Protestanten gehören zum Vikariat Schirmeck (Pfarrei Rothau i. - Baumwollspinnerei und Weberei .auch Färberei) von Scheidecker, de Regel & Cie. (1810 durch den Engländer John Heywood begründet; 1894: 9400 Spindeln, 107 Arbeiter, Arbeiterwohnungen am Framontbache). Sägemühle. Handel: Bier, Bauholz. Buchhandlung. L. gehörte zum Bisthum Strassburg, Amt Schirmeck, dessen Schicksale es theilte (s. d.), so auch die lange Verpfändung von 13b6-1510. Innerhalb des Amtes war L. eins von den Dörfern, die zur sogenannten Vogtei Ochsenstein is. d.i gehörten. Gerichtsort für L. war Haslach. - 1440 L. von den Armagnaken verbrannt. Auch im SOjähri-gen Kriege hat es stark gelitten; noch lbbb waren von 20 Hofstätten 11 unbewohnt. 17b0 zählte das Dorf SO Familien. - Kirchlich gehörte L. zum Landkapitel Molsheim und war Mutterkirche von Wisch, das bis 1757 seine Filiale war. Nachdem 1756 die Kirche zu L. abgebrannt war, wurde der Pfarrsitz nach Wisch verlegt und so L. Filiale von Wisch (bis 1802). Patronatsrecht und Zehnten besass die Propstei Haslach. Ausser Wisch waren früher auch Mühlbach, Netzenbach und Hersbach Filialen von L. gewesen. Gemeindewald (Oberförsterei L.) 561,0ha.300-1000m über dem Meere. Vogesensandstein, Porphyr, Rothliegendes, Grauwacke. (Eiche, Buche, Hasel, Erle, Tanne, Kiefer, Fichte,Lärche.) Der Wald gehörte ursprünglich den sieben Gden. des Breuschthales L., Urmatt, Oberhaslach, Niederhaslach, Still, Dinsheim, Heiligenberg und deren Herrschaft, dem Kapitel von Haslach, gemeinsam an. Dazu gehörte noch der jetzige Staatswald und die den oben genannten Gden. jetzt gehörenden Waldungen. Am 29. Ventose V wurde der dem Staate als Rechtsnachfolger des Kapitels von Haslach zustehende Theil (der jetzige Staatswald Neuwald) abgetrennt. Den 7 Gden. verblieben zusammen 3060 ha. Schon am 14. Thermidor VI ordnete ein Beschluss der Departementsverwaltung an, dass diese 3060 ha unter die betheiligten Gden. zu gleichen Theilen getheilt werden sollten. Der bestätigte Beschluss wurde im Jahre IX ausgeführt und die Theile ausgelost. Vergeblich waren verschiedene spätere Klagen von L. etc. gegen die kleineren Gden. Urmatt und Heiligenberg auf Theilung nach Feuerstcllen, wie ein Staatsrathsbeschluss vom 20. Juli 1807 angeordnet hatte. Da die ursprünglichen Akten verloren gegangen waren, wurde 1835 eine neue Abgrenzung vorgenommen, wobei die Gde. L. 1260 arpents 12 perches erhielt, die gleich den Theilen der übrigen Gden. auf 167947,76 Franken Werth taxirt waren. Doch war die Gde. L., die die schlechtesten Theile erhalten hatte, mit der Theilung lange nicht zufrieden, sie erachtete ihren Theil um ca. 50000 fr. zu hoch geschätzt. - Im gemeinsamen Besitze blieben noch 91,86 ha am Mutzigfelsen und Narion als Sicbengemeindewald. (Vgl. auch Heiligenberg [Gemeindcwald].) Lützelhof, Hl. .Gde. u. Ka. Sennheim, Kr. Thann. O.-E.. 13 E. 2 Hsr. Volksthümlich «beim grossen Herrgott » genannt, nach dem grossen Holzkruzilixe an dem alten von Thann in der Richtung nach Reiningen führenden ; Pilgerweg. Früher Ferme Mertzdorf, jetzt Ferme Züricher. 1 Gehörte dem Kloster Lützel, das nach dem 30jährigen ' Kriege seinen Besitz in den untergegangenen Gemarkungen Wigenheim und Erbenheim sowie in Sennheim zu diesem Hofe zusammenfasste. Ist nicht zu verwechseln mit dem in , Sennheim selbst gelegenen Lützelhof. |