| OCR Text |
Show Banzenheimcr Kanal - Bar. 55 hatte. B. gehörte zur österreichischen Herrschaft Landser (s. d.), A m t Unter-Landser. Es stammle aus ehemaligem Murbachischen Besitz und kam mit der Vogtei über Alurbach an die Habsburger. Ein Schloss, das Rudolf v. Habsburg zu B. errichtet hatte iFröschhach genannt, s. d.), wurde 1208 von den Bürgern von Neuenburg zerstört. Die Deutschordenskomthurei Gebweiler war in B. begütert. - Kirchlich gehörte B. zum Landkapitel citra Rhenum des Bisthums Basel. 1441 Rektorat Das Patronatsrecht besassen die Herrn v. Schauenburg. - B. liegt an der Konsularstrasse von Basel nach Selz. Römische Funde. A\restlich davon im AValde Tumuli der L a Tene-Zeit. Die Kirche ist modern, der untere Theil des Thurmes mit Tonnengewölbe aus dem 8.-10.Jhdt., vielleicht sogar der Rest eines römischen AVartthurmes; im Innern, a m Triumphbogen, 2 Statuen aus dem 15. Jhdt. G e m e i n d c w a l d : 20,6 ha (Oberf. Alülhausen c B a n z e n h e i m c r K a n a l s. Rhein (>. Bar, Grafschaft, Herzogthum. Ein pagus Barrensis wird schon in L'rkunden eines Grafen AATulfoald für die Abtei Aloyenmoutier erwähnt, die gegen Ende des 7. oder zu Anfang des 8. Jhdts. ausgestellt worden sind. Der N a m e der Grafschaft Bar ist demnach nicht von der durch Graf Friedrich u m die Mitte des 10. Jhdts. erbauten Burg Bar abzuleiten, vielleicht von'der im 10. Jhdt. erwähnten Ortschaft Barriville, welche älter als Burg Bar war und später den unteren Theil der Stadt Bar-le-Duc bildete. Ein Comitatus Barrensis wird schon 947 erwähnt; die ersten Grafen scheinen die Herzoge von Oberlothringen (Angehörige des Hauses Chaumontois) gewesen zu sein, welche vor c»45 bis 1033 regierten. Ein grosser Theil der Grafschaft war im Besitze der Hochstifte Metz und Toul und der Abtei St. Mihiel, welche die Immunität besassen. Graf Friedrich soll vor seiner Erhebung zum Herzoge 951 die Burg Fangis (Fane. Fains a. d. O.?), später (um 9t>3) die Burg Bar zum Schutze gegen Einfälle aus der Champagne erbaut haben, und zwar auf dem Ge-biete des Bischofs von Toul, der von der AVittwe des Herzogs Friedrich, Beatrix von Frankreich, Schwester von Hugo Capet, als Vormünderin, eine Reihe von Ortschaften wieder erhielt, die sich Friedrich angeeignet hatte; doch scheint dieser auch durch Tausch oder andere Verträge Besitzungen von Toul, von Saint-Denis und Saint - Alihiel erworben zu haben, die theils im pagus Barrensis. theils im pagus Odornensis (Orney) lagen, deren Grenzen nicht mehr festzustellen sind. Der N a m e der Grafschaft Bar wurde mit der Zeit auf den ganzen Hausbesitz der Herzoge übertragen, der sich auch auf die früheren Gaue Solossc, A'erdun und Scarpone erstreckte und theilweise aus Hochvogteirechten über den Besitz von Abteien, wie Saint-AIihiel, Saint-Denis u. s. w. entstanden sein dürfte. Die Vogtei von Aloyenmoutier und Saint-Die\ auch von St. Alartin in Aletz, dagegen scheint mit dem herzoglichen Amte verbunden gewesen zu sein. Z u m Hausbesitze der Herzoge von Oberlothringen gehörte auch die Herrschaft Briev , die Grafschaft A m a n ce (von Herzog Dietrich 1^84-1026] als Erben des Grafen Folmar im Seillegau erworben), die Aleierei Insmingen, die Herrschaft B e r g h e i m im Oberelsäss die Grafschaften Langstein, A'iviers u. s. w. Nach dem Tode des Herzogs Friedlich IL (t 1033) scheint von den beiden Töchtern Mathilde, 1036 vermählt mit dem Alarkgrafen Bonifacius von Tuszien, Briey erhalten zu haben, während die übrigen Allode der zweiten Tochter Sophie, vermählt mit dem Grafen Ludwig von Pont-ä-Alousson und Alümpelgard, zufielen. Als daher die Herzoge vom Hause Elsass nach Lothringen kamen, war Bar eine unabhängige Graf seh aft. in welcher den Herzogen nur die Heerführung zustand. W e n n auch die Grafschaft, seit 1354 Herzogthum, grössten-theils ausserhalb des Reichslandes lag, so ist sie gleichwohl hier in zweifacher Hinsicht zu erwähnen. A'on den Alloden des Hauses Bar lagen mehrere im Gebiete des Reichslandes, als Exklaven im Aletzer Lande und im Herzogthum Lothringen is. unten). 1430 wurde das ganze Herzogthum Bar mit Lothringen vereinigt. Stücke dieses ehemaligen Herzoglichen Gebietes bilden heute die Grenze des Reichslandes im AVesten. AVas die vorerwähnten Allode betrifft, so ist zu bemerken, dass es zweifelhaft ist, ob Graf Ludwig von Alousson, der zuerst 1032 Graf v. Bar, 1044 Graf von Alümpelgard genannt wird, dem Elsässischen Hause angehörte, zu dessen Besitzungen Alümpelgard gehörte, oder ob er in Besitz von Alümpelgard durch seine Alutter k a m (Hildegarde, Schwester des Pabstes Leo IX. aus dem Hause Egisheim- Dagsburg?). Bei einigen Alloden des Hauses Bar ist daher der Ursprung zweifelhaft. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Graf Ludwig v. Alousson von väterlicher Seite dem Hause Chiny angehörte. Ludwig (f u m 1071) war der Stammvater der Häuser, die sich seitdem von Bar und Alousson, Mümpelgard, Lützelburg- und Pfirt nannten. Bemerkenswerth ist, dass wohl beim Aussterben des Hauses Lützelburg < 1147) der Bischof von Aletz, Stefan v. Bar, im eigenen Namen als Erbe neben Graf Folmar von Saarwerden, der Stefanie von Alümpelgard zur Frau hatte, auftrat, dass aber das Haus Bar bei gleichen Anlässen die weibliche Erbfolge in Alümpelgard (1162) und in Plirt (1324) nicht anstritt. Das Salische Gesetz galt also in diesen Häusern nicht, und das Haus Bar hat sich bei Erbtheilungen oder der Ausstattung der Töchter die Lehenshoheit nicht immer vorbehalten. Ludwigs Sohn, Dietrich v. Bar, starb u m 1104; von seinen Töchtern hat Agnes, vermählt mit Graf Hermann von Salm, die Herrschaft Langstein als Alitgift erhalten, aus welcher die < .rafschaft S a l m entstand eine andere Tochter. Frau des Grafen Adalbert von Alörsberg bei AVinterthur, erhielt Besitz in Insmingen und L'mgegend, H i lspr i ch, F oul-cre y , Bl i 11 er s dor f, im R o 11 e r B a n n e u. s. vv. (wahrscheinlich mit der Vogtei über die Güter der Abtei Saint- Denis verbundener Besitz). Grössere Lehen von Bar waren von Alters her die Herrschaften Viviers und (wahrscheinlich) Alörchingen i Lehen der Grafen v. Salm). - V o m Barrois rechts der Maas sind durch die Festsetzung der Grenze im Frankfurter Friedensverträge vom 10. Mai 1871 deutsch geworden- Theile der .Markgrafschaft Pont-ä- M o u s s o n und Theile der Aemter Briev, L o n g w y und S a n c y (s. diese Namen), darunter die Lehensherrschaften Oettingen, Bettstcin, Fentsch, A'olmeringen, die Baronie V i v i e r mit ihren Afterlehen, die von Lothringen 1604 und ein Theil der lool an Frankreich abgetretenen ehemals Bar'sehen Dörfer, und einige Exklaven im Pays Alessin. Seitdem Graf Heinrich III. von Bar, der vom König Philipp dem Schönen von Frankreich besiegt und gefangen genommen worden war, die Lehenshoheit Frankreichs für sein Land links der Maas im A'ertrage von Brügge (1301) hatte anerkennen müssen, unterschied man das französische Lehen (Barrois mouvant, die Bailliages Bar-le-Duc und La Alarche umfassend) vom selbstständig gebliebenen Gebiete der Grafschaft (Barrois non mouvant). Kaiser Karl IV. hat während er als Römischer König 1354 zu Aletz sich aufhielt, Bar (rechts der Alaas) zum Herzogthum erhoben! wie gleichzeitig auch Luxemburgi und Pont-ä-AIousson zur Reichsmarkgrafschaft. Ob die französische Anerkennung des herzoglichen Titels für das Land links der Alaas vorherging oder nachfolgte, ist zweifelhaft; wahrscheinlich erfolgten beide Akte gleichzeitig auf Grund einer A'erbündung zwischen Deutschland und Frankreich. Nachdem in der Schlacht von Azincourt (20. August 1415) Herzog Eduard v. Bar, dessen Bruder Johann, und deren Neffe Robert v. Bar gefallen waren, übernahm als einziger überlebender des Alannsstammcs Ludwig von Bar, Cardinalbischof von Verdun, die Regierung, der seinen Grossneffen Rene von Anjou, Enkel seiner mit dem Könige Johann I. von Arra-gonien vermählten Schwester Jolanthe v. Bar als Erben bestimmte und mit Herzog Karl IL von Lothringen, dessen Herzogthum nach dem geltenden Rechte auf die Tochter |