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Show Alt-Thann - Altweierweg. Thann (0,12).- D a n n e 1180; T a n n e veteri 1236; ze Nie-d e m T a n n e 1250; T a n n e n d o rf 1345; ze A I ten T h a nn 13M; V i e u x - T h a n n lsoo. _ Die Gde. umfasst den H O . A.- Th. (1999 E. 264 Hsr.) und den AO.: A n der Mühle - Hp. (s. 1. Okt. 1899). StEBez. Thann I. Kreisarzt für den Kr. Thann. Privatkrankenanstalt (s. 1881, 4 Betten) Spital der Firma Dumeril, Jaegld \ Cie. (vgl. Mühle, A n den. Armr. (s. 1866; Grundbesitz 0,15 ha) Schlachthaus s. 1890). Verbds.-Fw. - 1864, 5 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Thann (s. 1802). Schutzheiliger : hl. Dominikus (4. Aug.). - Maschinenfabrik und Eisengieserei Berger-Andre'. Gegründet 184 I von Jac Andre aus Masmünster, ca. 350 Arbeiter. Bleicherei und Appretur, Dumiril, Jaegle & Cie. s. Mühle, A n der <AO. der Gde.). Dampfziegelei Pienoz-Kachler, Jahresproduktion 1200000 Steine, 34 Arbeiter. A. gehörte zur Herrschaft T h a n n und war eine Meierei des Gerichtes der Stadt Thann, deren Mutterkirche die ur-sprünglich der hl. Jungfrau geweihte Pfarrkirche bis 1339 war. Begütert daselbst war 1180 das Kloster Eschau. dessen Rechtsnachfolgerin die Abtei Murbach wurde, ferner das Stift St. Amarin und die Herren von Reinach und die zu Rhein, sowie die Johanniterkomthurei Sulz (1328) und die Deutschordenskomthurei Mülhausen. Die St. Amariner Chorherren besassen eine von den Edlen von der Weiten Mühlen herrührende Trotte, ^das chorherrngsess». - A.-Th. theilte im Allgemeinen die Schicksale der Stadt Thann. 137o wurde es durch die Engländer verbrannt, 1445 von den Schindern, 1403 von den Schweizern eingeäschert. 1525 plünderten es die sundgauischen Bauern, denen sich ein Theil der Bewohner anschloss. Im 30jährigen Kriege wurde es abwechselnd von den Kaiserlichen, Schweden, Franzosen und Lothringern besetzt; die Schweden machten 1635 d^n Hauptmann Hans Kobel mit 200 Bürgern und Bauern, welche sich weigerten, die Schätzung zu zahlen, nach tapferer Gegenwehr auf dem Kirchhofe nieder. Daher die Sage, die rothe Farbe der an einem Strebepfeiler des Chores stehenden (ursprünglich polychromen) Madonna rühre von dem vergossenen Blute her. A m Ende des 15. Jhdts. werden in A.- Th. Papiermühlen erwähnt, die ihre Erzeugnisse bis nach Frankfurt verkauften. - Das Kloster wurde 1289 durch •eine adlige Nonne aus der Familie von Gundolsheim, nicht, wie die Grosse Thanner Chronik sagt, durch Nonnen eines Klosters Gundolsheim, als Beghinenkloster gegründet und 1441 regulirten Klosterfrauen des hl. Augustinus vom Rathe der Stadt Thann übergeben unter der Aufsicht der Augustiner- Chorherren in Marbach. Seit 1534 bewohnten es Dominikanerinnen unter der Aufsicht der Gebweiler Dominikaner. - Die Kirche, dem Stifte St. Amarin zuständig und 1255 dem Tische des Abtes desselben einverleibt, war ursprünglich keine Kloster- sondern eine Leutkirche und vor dem Aufkommen der Wallfahrt zum hl. Theobald in der Stadt Thann eine vielbesuchte Wallfahrtskirche, welche durch die Grafen von Plirt und die österreichischen Herzöge reich ausgestattet war. Die ursprüngliche Patronin, die hl. Jungfrau, wurde nach der Besiedelung des Klosters durch Dominikanerinnen durch den hl. Dominikus verdrängt. Die Pfarrei, als Filiale von Thann, gehörte bis 1801 zum Landkapitel Sundgau des Bisthums Basel. - A.-Th. war Sitz der die österreichischen Lande im Elsass umfassenden Pfeiferbruderschaft (s. a. unter Rappoltstein, Herrschaft), unter dem Schutze der Gottesmutter, deren Altar 1.399 durch den herzoglichen Trompeter Hermann neu fundirt wurde und einen Ablass erhielt. Bis 1705 versammelten sich alljährlich a m 14. September die Pfeifer aus dem Ober-Elsass und Sundgau mit ihrem Könige zu feierlicher Zusammenkunft. A m Pfingstmontage jedes Jahres war der Zunfttag der im 16. Jhdt. gegründeten Weberzunft. - In der Nähe La- Tene-Tumulus. Kirche aus dem 15. Jhdt., deren Schiff zum Theil auf romanischen Mauern aufgebaut ist. Im Schiff ein -schönes heiliges Grab aus dem 15. Jhdt. und Spuren von mittelalterlichen Wandmalereien; dergleichen im Chore Glasmalereien von bedeutendem Werthe. Cfr. Straub, U'dglise de Vieux-Thann et ses vitraux. Strasbourg 1875. G e m e i n d e wald. (Oberförsterei Thann.) 109.7 ha. Porphyr und Sandstein. (Eichenniederwald, Tannen-, Buchen-und Eichenhochwald.] A l t - W a r s b e r g (Lothringische Lehensherrschaft) s. Warsberg. Altweier, Df. (Ka. Markirch [1790 Ka. Markirch, 1795 -18H2 Ka. St. Kreuz im Leberthal, dann wieder Ka. Mar-kirchj, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 301 E 64 Hsr. (10GRe.) - . 790 m. - A G Markirch 15,9) ; HSt. Rappoltsweiler-St.(lO.O). - in Alburiis 1207; Altpür 1328; A 11 p u r tal 14-41 ; A I t-w e y e r 15S1; Aubure 1869; ma. Altwihr. - Die Gde. umfasst den HO. A. (259 E. 57 Hsr.) und die Aussenorte: Obermatten, Ober-Schluck. Unter-Schluck. - P. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1898). StEBez, Markirch. Regenstation (750 m ). Arzt. (Sanatorium Altweier [Privatanstalt] gehört zur Gde. Urbach, Ka. Schnierlach.) Wasserltg. (1897 umgebaut). - Kath. Hülfspfarrei des Dekanats Markirch (s. 1802) Schutzhl. hl. Jakobus der Aeltere (25. Juli). Prot. Pfarrei Augsb. Kon-i fession seit 1827, seit 1852 zum Konsist. Markirch, Insp. Colmar, gehörig. (Die Hälfte der Pfarrangehörigen sind refor-mirt und gehören als solche zur Pfarrei Markirch.) - Hausindustrie: Hand Weberei wollener Damenkleiderstoffe nebst Garnspulerei und Stückputzerei. Die Arbeit geschieht auf | Rechnung von Markircher Firmen. Klimatischer Höhenluftkurort für beginnende Lungentuberkulose, Prophylaktiker und Sommerfrischler. Frequenz bis Mitte Aug. 1899: 403 Kurgäste Bestand 14. Aug. 1899: 195 Kurgäste). Zuersterwähnt 1217: castrum quod Bilestein in Alburiis appellatur, quod est domini de Horborch. Mit der Herrschaft Horburg kam A. 1324 an Württemberg. loSo von Herzog Georg seiner Tochter Anna überlassen, hielt es Frankreich nach deren Tode 1733 wegen Erhstreitigkeiten unter Sequester bis 1759 - Hier errichtete Morel de Colonges. calvinischer Prediger in Markirch. wie er in einem Briefe an Calvin vom 20. März 1550 berichtet, eine Kirche; er nennt A. village du domaine de Richenweyr. Auch die Protestanten von Diedolshausen besuchten 1571 hier den Gottesdienst. lo35 wurde A. fast völlig zerstört, der prot. Pfarrer starb an der Pest. Später sammelten sich wieder Protestanten an. 1080 wurde den Katholiken der Chor der Kirche eingeräumt. 1828 wurde die prot. Kirche und das Pfarrhaus errichtet, vorher waren j die lutherischen Einwohner nach Reichenweier, die refor-j mirten nach Markirch eingepfarrt. Die prot. Pfarrbücher gehen bis 1828 zurück. Die kath. Pfarrei gehörte zum Landkapitel ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel. -Angebliche keltische Alterthümer auf der Seelburg und dem Königsstuhl. Die Kirche ist modern; der Hochaltar Rococoarbeit, von Kloster Pairis stammend. Einige alte Renaissancehäuser. Gerne in de wald (Oberf. Rappoltsweiler): 720-1120 m. 270,2 ha. Granit und Vogesensandstein. Hochwald (Tannen Fichten, Kiefern, Buchen). M ä de!, A. Th. u. S c h m i d t , J. F. W „ Geschichtl. Bericht über die Wiederherstellung der Pfarrei und Schule zu Alt-weyer . . . zum gemeinsch. Dienste der Protestanten augsb. und helvetischen Glaubensbekenntnisses. Strassb. 1829. A l t w e i e r b a e h s. Fecht 33. Altweierer H ö h e , Sattel, s. Urbaeher Höhe. A l t w e i e r w e g , Hf. (Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). ' 8 E. 1 Hs. - Flurname: A l t w e v r w e g 1514. - Die älteste Anlage am Altweierweg dürfte sein *die Röllmühle unter der untersten Sägemühle am A.» (Bauconcession vom 23. Dez. 1702) = Röllmühle a m A. an dem Müsberge im Thale liegend 1769. Ausserdem lagen Kohlhütten a m A. (Bauconcession 1705) und «die sog. Thannzapfenmühle zwischen dem Muesberg und Schwarzenberg am A Letztere existierte schon vor 1770 und hat vermuthlich auf dem Platze gestanden auf dem jetzt der Hof Altweierweg liegt. |