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Show 142 Buchsberg - Buchsweiler. B u c h s b e r g , IL, 377 m, a m rechten Illufer, nordöstl. Tagolsheim; Ka. Altkirch. [Vor dem B v c h s b e r g e 1345; jm B u c h s b e r g 1544; auff dem B u x berg 1671.] B u c h s h o f , Hf. (Gde. Alittelweier, Ka. Kaysersberg, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 4 E. 1 Hs. - B u c h s 1168, B u s 12oo, B u x 1525, auch B o o s genannt. - Scheint im Mittelalter ein Weiler gewesen zu sein; 1168 erwarb das Kloster Pairis Güter daselbst. Auf diesem Klosterhofe wurde später eine Kapelle St. Barbara errichtet, die 1507 erneuert wurde, in dem Bauernkriege jedoch der Zerstörung zum Opfer fiel (1525). Seitdem nur noch ein Pachthof des Klosters. 1791 als Nationalgut versteigert. B u c h s w a s e n , B., s. Bockswasen. B u c h s w e i l e r , Df. (Ka. Pfirt \s. 1790], Kr. Altkirch O.-E.). 277 E. 72 Hsr. (10 GRe.) - 395 m. - AG. Pfirt (3,51; Hp. B. (0,4). - Busweiler 1144; ma. Buxwiller. - Die Gde. umfasst den HO. B. (256 E. 69 Hsr. i und die A O . Färb, Luppach. - Hp. (s. 1892). StEBez. Plirt IL Genesungsheim (s. Luppach). - Kath. Hilfspfarrei des Dek. Pfirt (s. 1802). Schutzheiliger hl. Jakobus (25. Aug.). Filiale: 1802-1820 AVcrenzhausen. Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. B. war Meierthum der Obervogtei (des Amtes) Pfirt mit den Dörfern AVerenzhausen. Fislis, Linsdorf, Bettlach und Oltingen. B. wird unter den Gütern genannt, welche 1271 der Graf von Plirt dem Bischof von Basel verkaufte und von ihm zu Lehen nahm. - B. gehörte bis 1801 zum Landkapitel Leimcnthal. Den Kirchensatz hatten später die Grafen von Montjoie zu Hirsingen. - B. liegt an einer Kelten-, späteren Römerstrasse von Pruntrut über Altpfirt nach Volkensberg und Burgfelden. Romanischer Kirchthurm aus dem 11. Jhdt., Altaraufsatz aus dem 16. Jhdt. Pestsarg. Einige Renaissance-Holzhäuser. G e m e i n d e wald (Oberförsterei Pfirt) 171 ha. (Tannen, Buchen, Eichen.) Im Besitz der Gemeinde seit 17o0. Früher ungetheiltes Eigenthum von 17 Gemeinden und der Grafschaft Pfirt (s. Alt-Plirt). B u c h s w e i l e r , St. (Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Zabern, U.-E.i. 3144 E. (Sterbef. 25, leb. Geb. 27,2 auf 1000). 499 Hsr. (21 GRe.) Den Gden. mit 25000 Einwohnern gleichgestellt (vgl. Th. I, S. 217). Serv.-Kl. IV. - 220 m. - KrHO. Zabern (155); Bhf. B. (0,6c - Puxuuilare 724 (Trad. AViz.); B u x u - uilari 737 (ebd.); B u c h s w i l r e 1178; ma. Busswiller.- Die Gde. umfasst den H O . B. (3094 E. 490 Hsr.) und die A O. Bleiche, Fasanerie, Hühnerhof, Reilh und Thiergarten. - P. IL Kl. T. Oeffentl. Sprechstelle (s. 19. Okt. 1900). Stadt-fernsprecheinrichtungtdglj. Bhf. (s. 1877). AG., umfassend den Ka. B. 2 Notare. Gerichtsvollz. Kantonal-Polizeikommissar für die Ka. B. und Lützelstein. Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forstaufsichtsbezirk Strassburg-Zabern). Obcr- Stktr. StA. I. VerkehrsStA. StEBez. für die Gden.: Bosseishausen, Buchsweiler, Büsweiler, Dossenheim, Griesbach, Imbsheim, Kirweiler, Neuweiler, Niedermodern, Obermodern, Pfaffenhofen, Riedheim, Schalkendorf und Zutzendorf. Gde.- Fassaichungsamt. Landwirthschaftl. AVinterschule (gegr. 1893 durch den landwirthschaftl. Kantonalverein; vgl. Th. I, S. 183). Gymnasium mit RSchkl. (13 KL, [Ende 1898:] 256 Schüler; gegr. 1612 durch Joh. Reinhard I. von Hanau- Lichtenberg, wahrscheinlich als Gymnasium. Eingeg. 1793. Wieder eröffnet 1806. College communal s. 1808. AVährend des Krieges 1870-71 geschlossen. Wieder eröffnet 10. Okt. 1871. Kollegium bis 13. Febr. 1874. AVohlthäter der Anstalt: Dir. Schattenmann, Generaldir. Fr. Wilh. Schüler in AVien, Pfarrer Heim in Kolbsheim). Städt. höhere Töchterschule (s. 1834). 3 Aerzte, darunter 1 Kreis- und Kantonalarzt. 2 Apoth. Spital (s. 1528, 60 Betten für Kranke und Sieche; Grundbesitz 285,25 ha). Armr. (s. 1796, neu organ. 1841). AVohlthätigkeitsvereine : a) Zweigverein des vaterl. Frauenvereins (s. 1894); b) Versorgungsverein ; c) Jungfrauenverein ; d) Damenverein. Sparkasse (s. 1835). Schlachths. (s. 1865). Wasserltg. (s. etwa 200 Jahren). Fw. (s. 1890, 10 Spritzen). Krgv. (s. 8. Jan. 1888). Sekt, des Vogesenklubs (s. 1872). Kath. Pfarrei IL KL, D e k a n a t (s. 1802), umfassend die Pfarrei B. und die Hilfspfarreien Ingweiler, Kirweiler und Pfaffenhofen. Schutzheiliger hl. Leodegar (7. Okt.). Filialen: Imbsheim, Niedcrsulzbach, Prinzheim, Riedheim und Uttweiler. Prot. Pfarrei (s. 1542), Sitz der Inspektion (s. 1803) für die Konsistorien Buchsweiler, Dettweiler, Ingweiler, Pfaffenhofen und Schwindratzheim, und des Konsistoriums für die Pfarreien Buchsweiler, Imbsheim, Kirweiler, Prinzheim, Ringendorf und AVickersheim. Filialen: Niedersulzbach, Riedheim und Uttweiler. Rabbinat (s. der 2. Hälfte des 18. Jhdts.). Sprengel: B., Ingweiler, Pfaffenhofen, Ringendorf, A\reitersweiler (Büsweiler, Offweiler, Uhrweiler, Weinberg, Gden. von je 4-7 jüd. Familien). Synagoge (s. 17. Jhdt.). Der jüd. Friedhof ist in Ettendorf. Von 1808 bis 1881 bestand bei B. ein Alaun-, Vitriol- und Braunkohlenbergwerk. 1897 wurde auf einem Grundstücke a m Bastberge eine Mineralquelle entdeckt; dieselbe soll sich besonders für Herz-, Nieren- und Lungenkranke eignen. Alehrere Ziegeleien; Steinbruch; 3 Kalköfen; Administration der Alinen, Aktiengesellschaft, ehem. Fabrik, 240 Arbeiter; vgl. auch AO. Rcith; Seifenfabrik; Branntweinbrennerei; Bierbrauerei; AVeberei; AVollspinnerei von Gotti; Lohgerberei; 2 Getreidemühlen; Schlächterei. Handel: Getreide; Mehl; Gewebe. Buchhandlung (s. 1885). Anf. Alärz, Ende Mai, Anf. Sept und Alitte Dez. Krammarkt. Ausserdem am 1. Alittwoch jedes Alonats A'iehmarkt. B. war schon römische Niederlassung, wie aufgedeckte Thermalbäder bezeugen. 724 und 737 erscheint die Abtei Weissenburg zu B. begütert. Der Ort war ursprünglich im Besitz der unter bischöflich Aletzer Oberhoheit stehenden Abtei Neuweiler und kam dann (1260?) als Metzer Lehen an die Herren von Lichtenberg, 1480 an Hanau-Lichtenberg, 1736 an Hessen-Darmstadt. Schon früh Sitz eines Amtes <s. d.), wurde B. im Laufe des 14. Jhdts. auch Residenz der Herren von Lichtenberg, später der Grafen von Hanau-Lichtenberg, und Sitz der Verwaltung für das ganze Hanauer Land, und blieb es bis zur Revolution. Der Ueberlieferung nach soll B. durch König Ludwig den Bayern ummauert worden sein, doch wird es bereits 1301 als Stadt erwähnt in einer Urkunde Kaiser Albrechts L, der die Freiheiten von B. bestätigte. 1503 verlieh Kaiser Alaximilian I. der Stadt einen Jahrmarkt. - Das lichtenbergische Schloss zu B., schon u m 1400 erwähnt, 1525 von den aufständischen Bauern zerstört, wieder aufgebaut, dann im Anfang des 18. Jhdts. bedeutend verschönert, wurde 1794 von Aufrührerischen erstürmt und zerstört, 1805 die Trümmer abgebrochen; ein Rest ist jedoch der A O . Hühnerhof (s. d.). Die Orangerie wurde von Napoleon I. der Stadt Strassburg geschenkt. - Im 17. und noch mehr im 18. Jhdt. war B. berühmt durch das 1612 v o m Grafen Reinhard gestiftete Gymnasium, das, durch bedeutende Alittel aus dem Spitalfonds unterstützt, zu grosser Blüthe gedieh und vor allem als theologische (prot.) Vorbildungsanstalt einen Ruf erlangte. - Das Spital der Stadt 1528 vom Grafen Philipp gegründet, im Besitz reicher Stiftungen, war durch letztere verpflichtet, einer ganzen Anzahl von Gden. Beiträge für kirchliche und Schulzwecke zu entrichten, hatte sich aber dieser Verpflichtung zum Theil entzogen; daher Prozess s. ca. 1840; letztes Urtheil 1875 ergangen. - Zu B. befanden sich 5 adlige, zur Reichsritterschaft gehörige Sitze, die in der Alitte des 17. Jhdts. im Besitz der Böcklin, der Gremp von Freydenstein, der Bernhold und der von Kirchheim waren. In der Schlosskapelle von B. wurde 1370 Johann von Werd, der letzte Landgraf vom Elsass, begraben. - Aus der Geschichte der Stadt ist zu erwähnen der sogen. «Buchsweiler Weiberkrieg» von 1462, in welchem die Buchsweiler Leute mit Hülfe des Grafen Ludwig von Lichtenberg den Grafen Jakob zwangen, seine Kebse, «das schöne Bärbel», die die |