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Show 11* Bolchen. und von Fdeln des Namens 13. getragen war. 1321 ertheiltc Johann von B. den Bewohnern einen Freiheitsbrief, welcher 1503 durch Lothringen bestätigt wurde. 1343 soll vor B. eine Schlacht zwischen Lothringischen und Metzer Truppen geliefert worden sein, in welcher 2300 Lothringer gefallen wären. 1354 wurde B. durch den Grafen von Bar und den Bischof von Aletz belagert und kapitulirte nach 20 Tagen 1 187 wurde B. dreimal von den Metzern belagert, aber ohne Erfolg. 1590 hatten die Aletzer mehr Glück und nahmen die Stadt ein. 1632, 1*. Febr. wurde B. vergebens durch die Franzosen angegriffen. A m 22. Aug. aber zogen sie in die Stadt ein. 3. Apr. 1634 besetzten sie die Lothringer, u m sie a m 30. Alai wieder zu verlassen, lo. Juli wurde B. durch die Franzosen in Brand gesteckt, a m 18. desselben Alonats die Stadtbefestigungen und das Schloss abgetragen. 1701 - 1705 befand sich in B. eine Irische Recollectenniederlassung. A m 24. Juli 1870 wurde B. Hauptquartier des Alarschalls Bazaine. - B. wtir bis 1802 Pfarrei des Archipr. Waibelskirchen, Kirche zuletzt 1782 erneuert. Der Kirchensatz, welcher ursprünglich im Besitze der Abtei St. Clemens bei .Metz war, wurde 1221 an das Aletzer Domkapitel abgetreten, und dann von diesem den Ortsherren überlassen. Durch Edikt vom 20. Okt. 1721 bestimmte Herzog Leopold von Lothringen B. zur Haupt-synagogc für das ganze Herzogthum; ihr wurden die Israeliten des ganzen Herzogthums in Glaubenssachen unterstellt. - In der Nähe von IL wurden gefunden: Zwei neolithische Steinbeile, eine bronzene Alercurstntuctte, römische Alünzen und andere Reste. Sammlung de Crepy (Elfenbein-tafeln, Emaille, Lilasgemälde, alte Alöhel, Oclgemälde etc.). - In der Nähe von B. Gräber von Gefallenen des Krieges 1*70-1*71. Bemerkenswerthe Persönlichkeiten: B o n y de 1 a V e i g n e , Ferdinand-Erneste Alexandre comte de, geb. zu B. den 11. Nov. 1769 gest. 7. Apr. 1860. Sein hinterlassenes AV'crk, L'Histoire de Boulay, wurde von seinem Enkel Au-ricoste de Lazarque herausgegeben. Ligniville, Pierre- Josephe de, geb. zu B lo. Febr. 17*2, gest. 19. Dez. 1*10, franz. Brigade-General. N e w inger, Joseph-Victor, geb. 1733, gest. 1808, franz. Generallieutenant. A'illers, Charles-Francois- Dominique, geb. 4. Nov. 1765, gest. 26. Febr. 1815, Dr. der Philosophie und Professor an der Universität zu Göttingen. A'erfasser hauptsächlich philosophischer Werke. Abel, Boulay. (Bull, de la Soc. d'arch. de la Mos. IL 1859, S. L51.i Benoit, A , Notes sm- la ville de Boulay, (La Rev. nouv. d'Als.-Lorr. et du Rhin. 9, 1*88-89, S. IM-168 B o l c h e n , Bailliage. Las 1751 gebildete Bailliage Boulay des Herzogthums Lothringen umfasste die Gemeinden:* Argenchen, Baumbiedersdorf. Bizingen, Bolchen, Brechungen (jetzt zur Gde. Heinkingeni, Brüchen, Charleville, Chemery, Colligny, Contchen, Dalem, Diedersdorf, Differten (jetzt Rhnpr.). Durchthal, Eblingen, Edelingen, Elwingen, Falk, Falkenberg, Fletringen, Folschweiler iz. Th., der andere Theil gehörte zur Grafschaft Kriechingen), Freibuss, Füllingen, Gehnkirchen, Genweiler, Gertingen, Girlingen, Halleringen, Hallingen, H a m unter A'arsberg, Hargarten, Heisdorf, Hemilly, Kammern, Kreuzwald, Kuhmen, Lauterfingen, Lautermingen,Leiweiler,Lixingen, Lubeln. Macher,Machern, Maiweiler, Alarienthal (jetzt zur Gde. Barst), Maxstadt, Memersbronn, Merlenbach, Merten, Metringen (jetzt zur Gde. Tetingen), Alöhringen-Zondringen, Alorlingcn (jetzt zur Gde. Bingen), Niedbrücken, Niederum, Oberfillen, Oberhomburg, Oberhost, Lange, Pfarrebersweiler, Rollingcn, Rossbrücken, Ruplingen (z. Th., der andere Theil gehörte zu den 3 Bisthum. -nii, St. Avold, Spittel, Tennschen, Thedingen, Trittelingen, A'ahl-Ebersingen, Vahlen, Varsberg, Volmeringen, * Jetzige Aussenorte, die gleichfalls zu dem Bailliage gehörten, sind nur dann angeführt, wenn ihre heutige Gemeinde nicht zu dem Bailliage B. gehört hat. Waibelskirchen, Walmen. Wieblingen, Zimmingen. (Die Baronie Rollingen [s. d.] wurde erst nach der Vereinigung von Lothringen mit Frankreich, nachdem sie durch Vertrag v o m 16. Mai 1769 von Oesterreich erworben war, durch Edikt vom 6. Aug. 1773 dem Bailliage B. zugetheilt. Durch Edikt vom Juni 1772 wurde das Bailliage B. dem Siege Presidial in Metz als Berufungsgericht unterstellt.) B o l c h e n , Grafschaft. Diese Herrschaft, seit 1614 Grafschaft, war ursprünglich Lehen von Falkenberg, das seit Anfang des 12. Jhdts. den Herren von Alalberg gehörte, die später den Namen Finstingen annahmen. Die ersten Lehensträger von B. waren die Luxemburgischen Herren von Feltz (de rupe, de la Rochette), die den Namen ihres Lehens annahmen, und aus einem anfänglich kleinen Lehensbesitze, insbesondere durch Erwerbung von Pfandschaften und Arogteien, eine ansehnliche aber nicht zusammenhängende Herrschaft bildeten. Diese umfasste die jetzigen i Dorfbänne: 1. B o l c h e n . 2. Filsdorf z. Th. (ein Drittel, wegen der A'ogtei über den Besitz der Abtei Busendorf; ' die erst 1810 mit Filsdorf vereinigten Ortschaften Beckerholz und St. O s w a l d (s. d.) gehörten nicht zu B.) 3. Gehnkirchen z. Th. 4. H a r g a r t e n z. Th. (gemeinschaftlich mit der Herrschaft Falkenberg). 5. Heinkingen z. Th. (Dorf B r e c h u n g e n , ohne Burg Petringen). 7. Heisdorf z. Th. (Dorf Heisdorf, gemeinschaftlich mit Rollingen und Dorf Alacher.i 8. K u h m e n z. Th. gemeinschaftlich mit ! Freistorf). 9. Alengen (ohne Dorf Rederchen, das zum Pays Alessin [Haut Chemin| gehörte).- 10. Neunkirchen. 11. Ottendorf z. Th. (die A'ogtei über den Besitz des Domkapitels). 12. R u plingen z. Th. (Arogteirechte). 13. Schwerdorf z. Th. (Dorf Otzweiler). 14. V o l m e r i n g e n z. Th. , (gemeinschaftlich mit Falkenberg). 15. W i l lin g en (2/3 des Hochgerichtes. '/3 gehörte zur Herrschaft Berus). Hierzu wurde später erworben: 1. 1624 Anzelingen (ohne Edlingen) mit Hessdorf, pfandweise von Lothringen. 2. j Die Meierei Thedingen mit Pfarrebersweiler, Ross-b rücken und Thedingen mit dem Banne des abgegangenen Dorfes Girlingen (von Lothringen 1614 der j Grafschaft B. als Lehensbesserung zugetheilt c - Ver-äussert wurden 1633 (iehnkirchen, Heisdorf und ! M a c h e r an die Herrschaft Waibelskirchen. Die zu B. gehörigen Dörfer, Differten, Hemmersdorf und Ralingen, sind 1815 im zweiten Pariser Friedensvertrage an Preussen abgetreten worden. - Ausserdem gehörten zur Herrschaft B. Schirmrechte und (iefälle in etwa 9 Ortschaften. B. war ursprünglich Burglehcn von Falkenberg. L:nbekannt ist, | auf welche AVeisc das Lehen an das dem Herrenstande an-gehörige Haus von Feltz gelangte. 1236 vermählte sich Die-m m h , Wittwe des Thomas von B., mit Robert von Flörchingen aus dem Hause Lothringen; ihre Söhne erster Ehe waren Arnoldus Dominus de Rupe und Aegidius de Bolay. ; Damals schon, sicher in der nächsten Generation, war das Lehen zwischen den Brüdern Kuno und Gottfried von B. getheilt, obwohl im Ganzen gemuthet; als nach dem Tode Kuno's, der nur Töchter hinterliess, dessen Hälfte als erledigt von Johann von Finstingen eingezogen wurde, beanspruchte Gottfried das fianze; der Lehenhof entschied 1299 zu seinen Gunsten, da B. ungetheiltes Alannlehen sei. Gott- I frieds Sohn Kuno, der 1335 als Neffe Heinrichs von Finstingen genannt wird, scheint nach 1342 den Lehensverband mit Falkenberg gelöst zu haben. 1384 musste Gerhard vonB. an Luxemburg das Oeffnungsrecht für die Burg B. zugestehen; damals scheint auch B. in Lehensabhängigkeit von Luxemburg gerathen zu sein. Anfang des 15. Jhdts. scheinen die Herren von B. ihren Besitz in der AA^eise getheilt zu haben, dass mit B. das Luxemburgische Lehen Useldingen vereinigt wurde, während die anderen Luxemburgischen Lehen, Berwart, Feltz, Zollwer, Differtingen und Dudelingen der anderen Linie verblieben. Nach dem Tode Gerhards von B. erhielt dessen Tochter Irmgard, 1420 vermählt |