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Show Kriechingen. 5;o geworden. - Die Ruinen der alten Burg der Herren von K., mit dreifacher Enceinte, sind noch zum Theil vorhanden. Die Festung selbst bildete ein von vier Rundthürmen umstelltes Viereck, von welchen noch einer besteht. In der alten Sakristei, ehemals Grabkapelle der Ortsherren, verstümmelte Grabsteine des Johannes V. von K., t 1492, und seiner Frau Irmengard von Rollingen, dieselben sind als gesch. D k m . zur Erhaltung bestimmt. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Falkcnberg) 62,7 ha. Boulange, G., Note sur Cr^hange. (M<5m. de l'Ac. de Metz 1852-53, Ire ptie, p. 301.) K r i e c h i n g e n , verschw. Hf. (Gde. Münster, Ka. Albesdorf, Kr. Chäteau-Salins, L.). W a r Lehenshof, zur H e r r schaft Finstingen gehörig, Besitz der Herren von Kriechingen und nach ihnen benannt. K. besass ein Viertel von Münster. Der Hof bestand noch 1791. Kriechingen, abgeg. Hf. (Gde. Volmeringen [?]. Ka. u. Kr. Bolchen, L.). W a r Klosterhof der Abtei Villers- Bettnach, wohl auf dem alten Bann des abgegangenen Dorfes Bingen (s. d.). Erlag zwischen Charleville und Volmeringen. Kriechingen, Reichsgrafschaft. Die Reichsgrafschaft K. war, ähnlich wie die Herrschaft Rollingen, nicht der Rest eines alten geschlossenen Besitzes, sondern das Ergebniss einer Anhäufung von Besitz verschiedener Art in einer Familie. Sie bestand aus den heutigen Gemeindebännen von Büdingen, Dentingen, Folschweiler z. Th., Kriechingen, Kuhmen z. Th., Lellingen z. Th., Momersdorf, Niederwiese z. Th., Steinbiedersdorf, Tetingen z. Th. Ein weiterer Bestandtheil der Grafschaft war die über der Saar (in Preus-.,n | gelegene Herrschaft Saarwellingen mit Reisweiler (ein Viertel), die 1661 von Saarbrücken an Kriechingen veräussert worden war. Die oben genannten 10 Gemeinden bildeten vier örtlich getrennte Bestandtheile der Grafschaft und waren auch geschichtlich verschiedener Herkunft: I. Das Falkenberg'sche Lehen K. (Schloss und Dorf K.). Schloss und Dorf K. waren ursprünglich ein Burglehen von Falkenberg (s. d.), das u m die Mitte des 12. Jhdts. Besitz der Herren von Malberg war, die sich später nach der Herrschaft Finstingen nannten. Es gehörte jedenfalls zum Niedgau. Der erste bekannte Lehensträger ist Kuno von K., der auch St. Pierrefont (Outremont bei Lesse) von Lothringen zu Lehen trug. 1240 trugen die K. als Burgleute der Falkenberg folgende Lehen: den Zehnt von K-, die Mühle «by Brücke» südl. von K., Muntzingen (vgl. Mentzing', ein Feld «by Blabüren> (vgl. Blaumühle bei Falkenberg>, die Vogtei zu Möhringen. Ausserdem besassen sie Güter zu Oberhecken (Obreck, Ka. Chäteau-Salins), Ebersingen (Vahl- Ebersing), Sülzen, Kriechingen und Falkenberg. Anfang des 14. Jhdts. verschwindet mit Johann von K. das erste Geschlecht der Finstingen'schen Ministerialen des Namens K. 1339 wird Wyrich, Sohn des Godemann von Dorsweiler, als Herr von K. erwähnt, das fortan als Lehen von Falkenberg bei seinen Nachkommen verblieb. Ein Theil der Herrschaft gelangte durch eine Tochter von Wyrichs Bruder Georg, welche mit Friedrich von Bacourt vermählt war, an letzteres Haus, k a m jedoch im 15. Jhdt. durch Heirath (s. u.) wieder an K. zurück. Später vermehrten die Herren von K. ihren Besitz, besonders durch Heirathen, so ansehnlich, dass die Familie im 17. Jhdt. als die meistbegüterte in Lothringen und im Westrich galt. In dieser Zeit kamen an K.: durch die von den K. beerbte Mathilde von Dorsweiler (f 1389) die Herrschaft Dorsweiler, ein Theil der Herrschaft Helflingen und der Herrschaft Mengen; durch Heirath Wyrichs von K. mit Sarah von Hamberg die Herrschaft Homburg mit ihrem Antheil a m Ban-de-Re'milly; durch Heirath von Wyrichs Sohn Johann I. (f nach 1398) mit der Tochter Johanns, Herrn von Forbach, ein Drittel der Herrschaft Forbach, Antheile an den Herrschaften Rollingen und Warsberg, die Herrschaft Püttlingen im Köllerthale bei Saarbrücken und Rechte in Tetingen und Lellingen; durch Heirath Johanns IL von K. mit Irmgarde von Pittingen (1386) die Hälfte der Herrschaften Pittingen und Arloncourt und ein Antheil der Herrschaft Felz (Larochette) im Herzogthum Luxemburg, sowie ein Antheil an der Ganerbschaft Dagstuhl im Trier'schen (1405i; durch Heirath Johanns III. von K. mit Elisabeth von Daun zum Oberstein und Falkenstein (1426) Antheile an den Herrschaften Diemerstein, Lindelbol und Stolzenstein, die jedoch durch Rückkauf wie- , der an die Daun gelangten; durch Heirath Johanns IV. von K. mit Margarethe von Bacourt (1447) die Herrschaft Bacourt (Lehen vom Bisthum Metz) und der Antheil der Bacourt an den Herrschaften Kriechingen (s. o.) und Pittingen, sowie Antheile an der Herrschaft Lösenich im Trier'schen, den Herrschaften Bruchkastei i Chäteau-Brehain l und Falken-i berg, den Metzer Lehen Oron und Baronville und den Salm- Mörchingen'sehen Lehen Landorf und Enschweiler; dann, die bedeutendste Vermehrung, durch Heirath Johanns V. von K. (f 1531) mit Irmgarde von Rollingen Antheile an den Herrschaften Rollingen, Warsberg und Mengen (Bliesmengen), den Luxemburgischen Lehen Meilberg, Mandern, Berg, Kanfen, Metzerwiese, Beiern, sowie an Sierck und Saarwellingen, ausserdem an dem Lehen des Kurfürstenthums Trier in Daun, Steinborn und Dagstuhl und mit der Herrschaft Densborn das damit verbundene Erbmarschallamt für das Herzogthum Luxemburg und für die Grafschaft Chiny. (Vgl. auch Rollingen, Freiherrschaft.) IL Die ehemals W a r s b e r g ' s c h e n Dörfer (Dentingen. Kuhmen z. Th., Momersdorf, Niederwiese z. Th.), die früher Bestandtheile | der Herrschaft Warsberg (s. d.) im Warentforste gewesen waren und im Erbgange an Godemann von Dorsweiler (7 1313) und dessen Söhne Georg und Wyrich (s. 0.), welche den Namen Kriechingen annahmen, übergingen. Wyrich verpfändete seinen Antheil an Dentingen und Niederwiese an Jaquemin le Gournay in Metz; sein Grossneffe, Georg von Bacourt, löste 1404 die Pfandschaft ein; eine spätere Verpfändung von Momersdorf und Niederwiese an den Bischof von Trier bestand noch 1448. 1688 besassen die K. zwei Drittel der herrschaftlichen Rechte in Dentingen und Niederwiese und die Hälfte von Momersdorf. (S. auch die • einzelnen Dörfer.) III. Die V o g t e i h e r r s c h a f t Tet i n g e n (s. d.i. IV. Die H e r r s c h a f t B ü d i n g en (s. d.). V. Die H e r r s c h a f t S t e i n b i e d e r s d o rf J (s. Steinbiedersdorf, DL). - Von Johanns V. von K. i Söhnen hat Georg die (calvinistische) Linie Kriechingen- Pittingen-Bacourt, Wyrich die katholische) Linie Kriechin-gen- Homburg-Bruchkastel begründet. Ein dritter Bruder, Wilhelm zu Bruchkastei, verstarb ohne Erben. Nach dessen Tode erhielt die ältere Linie (Piltingen-Bacourt) die Herrschaft K., die jüngere Linie nur die Hälfte von Schloss und Dorf K. mit allen Gerechtsamen. Diese Theilung des Stammsitzes wurde auch beibehalten, nachdem Wyrichs Enkel, Peter Ernst, vom Kaiser Matthias 1617 in den Reichsgrafenstand erhoben worden war, welche Würde auf die ganze Familie und auf die Herrschaft K. ausgedehnt wurde. Der Gesammtbesitz des Hauses hatte sich unterdessen noch erheblich vermehrt durch die Heirath von Wyrichs Sohn Christoph mit Anna Beyer von Boppart, die durch den Tod ihres Bruders Georg (1598) die im Erzstifte Trier gelegenen Güter der Beyer von Boppart, einen Antheil an den Herrschaften Lösenich und Malberg und an der lothringischen Pfandschaft in Saaralben mit Hambach und Roth erhielt. Auf die Umstände der weiteren Kriechingischen Erwer-j bungen im Laufe der Zeit hier näher einzugehen, würde zu j weit führen. - Durch Beschluss der Reunionskammer von i Metz vom 16. Sept. I08O wurde K. «als freies Allod innerhalb des weltlichen Besitzes des Bisthums•> mit diesem vereinigt und unter französische Hoheit gebracht. Nach dem Tode des Grafen Johann Ludwig von K., des letzten der älteren Linie des Hauses f 5. Mai I08I i, entstanden Erbstreitigkeiten |