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Show Bliesgau - Wadgassen scheint dort Besitz gehabt zu haben. 1661 war das im 30jährigen Kriege zerstörte Dorf noch verlassen. In der Nähe Hügelgräber. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Saargemünd) 49 ha. Bliesgau. .Alter Gau zu beiden Seiten der Blies g( - legen, nördl. begrenzt vom Nahegau, w. vom unteren Saargau, öst!. v o m W o r m s g a u und Speirergau. Unsicher ist die südl. Grenze; denn die spätere Grafschaft Blieskastel umfasste auch Gebiete links der Saar, Stücke der Herrschaft Bitsch und des Amtes Lemberg, die Herrschaft Püttlingen (1275 an die Grafen von Salm abgetreten), und die spätere Baronie Wölferdingen. Der Gau wird schon 777 erwähnt, .Pagus Blesinse). Bei der Theilung von Lotharingien (870) fiel er Ludwig dem Deutschen zu. A\Tie lange die Gauverfassung bestand, ist nicht bekannt; die Grafschaft soll 960 durch Kaiser Otto dem Bisthum Aletz übertragen worden sein. Als geographische Bezeichnung findet sich der Name Bl. noch 1087. Kaiser Friedrich verlieh 1442 den Grafen von Zweibrücken zu Bitsch Zoll und Geleite auf der "Zwerch-strasse in der Grafschaft Bitsch- in der Richtung gegen das ENass, wie in das Gaw» (Bliesgau.) Litter.: Crollius (G. Chr. Sohn). Origines Bipontinae (Zweibrücken 1762). 1. Th. cap. 1. D e Pago Blesensium. Schultz. Der Bliesgau. Zweibrücken 1838. [dPr.] Blies-Gersweiler, Df. (Ka. |s. 179DJ u. Kr. Saargemünd, L... 386 F. 78 ILr. (10 <,Rc. - 200 m. - A. und LG. Saargemünd .5,8,; Bhf. Saargemünd (6,0.) - Villare (?) 777; A V y l a m (?) 796; Gereswilre 1261; Gers-wilre 1296. - Die Tide, umfasst den HO. Bl.-G. (161 E. 34 Hsr.) und die AO. Auf der Holle und Bliesschweyen (s. 1811, vorher selbstdg.); den verschw. O. Gebkoul. StEBez. Saargemünd IL - Filiale der kath. Hilfspfarrei Bliesschweyen is. 1*27, vorher von Neunkirchen). Kapelle des hl. Quirinus t30. Apr.) - Die Protestanten gehören zur Pfarrei Saargemünd. - Kalksteinbruch (4 Arbeiter,). Elektrizitätswerke, s. Bliesschweyen. Hausindustrie: Seidenweberei. für eine Firma in Saargemünd. Bl.-G. war Dorf und Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit, Kirchengut in der Kastellanei Saargemünd. - Es soll das schon 777 als Besitz der Abtei St. Denis erwähnte A'illare» sein (s. Gross-Blittersdorf). Die Herrschaft, welche später unter der Kastellanei Saargemünd stand, scheint durch das Haus Saarbrücken der von ihnen gestifteten Abtei Wadgassen geschenkt worden zu sein. Diese hat dazu 1261, 1265, 1304, 1312 und 1317 mehrere allodiale Güter in Bl.-G. : erworben. 1317 waren auch»die Edeln von Falkenstein dort begütert. - Der Ort wurde im 30jährigen Krieg zerstört und war noch 1661 unbewohnt. - Bl.-G. war bis ^ur Revolution Filiale der kath. Pfarrei Wölferdingen s. d.). Quadratischer Thurm des 14. Jhdts., die eingewölbte Thurmhalle dient als Chor. G e m e i n d ewald 36,2 ha (Oberförsterei Saargemünd). Blieskastel, Grafschaft. Sie umfasste ursprünglich wohl den ganzen Bliesgau, kommt aber für das Reichs-land nur in Betracht bezüglich des südlichsten Theiles des <;.nis, der ursprünglich und zum Theile noch in neuerer Zeit zur Grafschaft gehörte (s. Bliesgau). Eine Grafschaft Bliesgau wird 831 zuerst erwähnt (Comitatus Blesensis). Der Graf hiess O d o a k e r und scheint der Ahnherr der spateren Grafen vom Saargau gewesen zu sein. Lue beiden Hauptorte der Grafschaft waren Blieskastel, (Castrum, Castel) und Ottweiler (Odoacri villa?), früher Blieseck genannt. 888 hat König Arnulf einem Edelmanne Folkwin Güter in pagoBlisiggowe in comitatu Ercinfridi geschenkt. < regen Ende des c». Jhdts. waren die 905 in die Acht erklärten Grafen von Aletz (?), die Brüder Gerhard und Matfried, im Bliesgau reich begütert. Gegen Ende des 10. Jhdts. erscheinen die Grafen von Aletz aus dem Hause Luneville als Grafen im Bliesgau, zuerst 982 Folmar (belehnt vom Bisthum Aletz, welches 960 vom Kaiser Otto die Burg oder Grafschaft Blieskastel. m erhalten hatte?), 1034 dessen Enkel Gottfried I. 1047 besass Gral \4alb.-i! von Elsass, damals Herzog von Lothringen, di. Gratschaften Longwy und B., die seine Tochter Ermc-sindis dem Grafen Konrad von Luxemburg 'gest. 1086) in die Ehe brachte Es scheint, dass diese Grafen von I'. seil der zweiten Hälfte des in. Jhdts. bischöfliche Grafen waren, wieauchim Saargau. Durch die Heirath von Konrads Tochter Mathilde mit des vorerwähnten Grafen Gottfried I. Enkel Gottfried 11. kam das Haus Aletz-Lunfville wieder in den Besitz von iL, das bei diesem Geschlechte bis zum Erlöschen des Mannsstammes (1238) verblich. A'on den sieben Töchtern des letzten Grafen Heinrich war Elisabeth vermählt mit Reginald von Lothringen, Herrn zu Bitsch, der 1241 vom Bisthum Aletz belehnt wurde. Elisabeth wollte als älteste der Schwestern IL und Püttlingen für sich behalten. Der Alutter .Agnes Gräfin von Sayn) aber, und den j Schwestern waren die Lehen von Trier Hunolstein u. s. w.) überlassen; die AVittwe Agnes und deren Tochtermänner dagegen wollten theilen. Nach Reginalds Tode (gest. 1274) ; setzte sich Lothringen in Besitz und fand sich mit den Herren von Rappoltstein (1274. und mit Blankenheim durch Geld, mit dem Grafen Heinrich von Salm als Erben der mit Graf Heinrich vermählten Laurette von B. aber 1275 durch Ueberlassung der Herrschaft Püttlingen ab. A'on den übrigen Schwiegersöhnen des letzten B. war Graf von der Mark' schon 1275 nicht mehr betheiligt, die Grafen von Limpurg und von Arnsberg scheinen später von Aletz abgefunden worden zu sein. Das Bisthum Aletz erwarb die Salm'sche-n Ansprüche auf B. und gab 1284 die Grafschaft an Lothringen zu Pfand. Der Auslösung widersetzte sich Lothringen (1288) und hat nach längeren Fehden, während deren B. von dem mit Aletz verbündeten Bischöfe von Strassburg genommen wurde, 1291 auf seine Ansprüche auf B. gegen l'eberlassiing des bischöflichen Besitzes in Dieuze verzichtet. Das Bisthum hat hierauf B. mehrfach verpfändet und 152o an den Kurfürsten von Trier verkauft. Seitdem war aus der alten Grafschaft, deren Gebiet schon einige Absplitterungen erfahren hatte, eine einfache Lehensherrschaft geworden (s. Herrschaft B.c Litter.: Toepfer, Fr., Urkundenbuch zur Geschichte der A'ögte von Hunolstein. Nürnberg 1872, I. Bd. S. 297 u. ff. S. auch die Litteratur bei Bliesgau. |dPr.) Blieskastel, Herrschaft. Kurtrierische Lehensherrschaft, der Rest der alten Grafschaft B. es. d. , welchen Kurtrier vom Bisthum Aletz 1326 durch Kauf erworben hatte. V o m jetzigen Bezirke Lothringen gehörten zur Herrschaft : 1. Die Kurtrierischen Lehenstücke: W ö lf er dingen, AV us t weiler und Bliesschweyen. 2. Bliesbrücken und H e c k e n r a n s b a c h (bei Einstweilen, die zwischen Lothringen und B. streitig waren 3. der Ditschweilerhof in der* rde. Kochern der Herrschaft Forbach. 4. F r e i m e n g e n , um loo2 im Gräflich Kriechingen'schen Antheile an Forbach erbautes Dorf, von den Herren von B., 1709 als freies Aliud in Besitz genommen, ohne Souveränitätsrechte, welche Lothringen schon 1668 ausübte. Nach der Erwerbung von B. durch Kurtrier 1326 wurde das Gebiet als erzbischöfliches A m t zuerst den Grafen von Zweibrücken, später den Grafen von Veldenz als Amtleuten übergeben. A'on 1531 bis 1654 war es Lehen der Herren von Eltz. 1553 wurde das A m t an die Grafen von Nassau-Saarbrücken verpfändet undlo34, nicht ohne AVider-stand, wieder ausgelöst. Die Herren von Eltz blieben Lehensträger und Nassauische Amtleute. Kurfürst Karl Kaspar von de r L e v en hat 1654 seinem Bruder Hugo Ernst die Herrschaft als erbliches Mannlehen verliehen, dessen Nachkommen 1711 wegen des Besitzes von Hohengeroldseck den Reichsgrafenstand erhielten. Die Herrschaft B. war nicht Reichsstandschaft, sondern gehörte zur Reichsritterschaft des Rhein-kreises. Durch Beschluss der Reunionskammer vom 2*. Juni 16S l mit Frankreich vereinigt, ist B. 1697 nach dem Frieden von Rysswvk wieder restituirt worden. Durch A'ertrag vom |