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Show Lothringen. 505 Traite historique et critique sur l'origine et la genealogie de la maison de Lorraine. Berlin 1711. M u s s e y , L a Lorraine ancienne et moderne [O. O.] 1712. [Bourcier] Dissertation sur l'origine et la nature du Duche de Lorraine [O. O.] 1721. in 4°. Haussonville, Cte. d', Histoire de la reunion de la Lorraine ä la France. Paris 1800. 4 Bde. M e a u m e , G. E. Histoire de l'ancienne chevalerie lorrainc. Nancy 1S72. Testament politique de Charles, duc de Lorraine et de Bar. par Henri de Stradmann, conseiller de l'Empe-reur, et publie par l'abbe de Chevremont. Leipzig lb9b. D e n o m b r e m e n t du duche de Lorraine en 1594, par le president Alix (Recueil de documents sur l'his-toire de Lorraine). Nancy 1S70. B o y e , Pierre, L a Lorraine commereante sous le regime nominal de Stanislas 1737-66. Nancy 189S. Derselbe, La Lorraine industrielle sous le regime nominal de Stanislas. [Extr. de l'Annuaire de Lorrainc]. Nancy 1900. K r u g - B a s s e , J., Histoire du Par-lement de Lorraine et Barrois. (Annales de l'Est, Jhrg. 1896, bis 1899.) Benoit, A., Les protestants du duche de Lorraine sous le rigne du roi Stanislas. (Rev. d'Als. 1885, 33-59; 186-209; 400-424; 513-539; 1886,56-811.) Derichsweiler,H., Geschichte Lothringens. Der tausendjährige Kampf u m die Westmark. I.-II. Wiesbaden 1901. - Siehe auch die Litte-raturangaben bei den andern Artikeln Lothringen sowie bei den Art. Elsass-Lothringen, Meurthe 1 Dep. 1, Mosel (Dep.). Ein vollständiges Verzeichniss der Karten der Herzogthümer Lothringen und Bar ist veröffentlicht von Lucien Wiener: Essai de cartographie de la Lorraine. (Memoires de la Soc. d'archeol. Lorraine. Bd. 46. Nancy 1890. S. 17-76.) [dPr.| Lothringen, Provinz oder Generalität. Der König von Frankreich hatte schon auf Grund des Wiener Vertrages vom 3. Oktober 1735 und der Konventionen vom 28. August 1736 und vom 13. Februar 1737 einen Intendanten (commissaire departi 1 in Nancy ernannt, der thatsächlich, obwohl die herzogliche Regierung fortbestand, im Namen Frankreichs regierte. Nach der delinitiven Vereinigung der Herzogthümer Lothringen und Bar mit Frankreich 1766 wurde daraus die P r o v i n z Lorraine gebildet; der N a me wurde entsprechend den Vereinbarungen von 173b beibehalten, wonach L. stets eine selbstständige Provinz bleiben sollte; die Unterscheidung zwischen L. und Bar und, für letzteres, zwischen Barrois mouvant und non mouvant fiel weg. Der Umfang des Herzogthums, im Ryswv ker Frieden auf den Stand von lb70 zurückgeführt, erfuhr einige Aenderungen durch den Pariser Vertrag von 21. Januar 171s, durch welchen einige streitige Punkte bezüglich des Vollzuges des Vertrages von Ryswyk erledigt wurden; eine weitere Veränderung ergab sich 1751 durch den Vertrag mit dem Hause Salm bezüglich der Grafschaft Salm s. J und der Herrschaft Finstingen (s. d.). Seit 17b6 hat Frankreich Grenzverträge abgeschlossen mit dem Hause Nassau 17bb und 1770, mit Oesterreich 17b9, mit Kurtrier 1778, mit Zweibrücken 1785 und 1786, mit von der Leyen-Blieskastel 1781. Die Gebietserwerbungen durch die Plebiszite von 1793 und 1795 erfolgten nach Auflösung der Provinz (s. I. Theil, S. 252). A n der Spitze der Verwaltung der Provinz L. stand der königl. Intendant; das militärische Gouvernement (Generalität) umfasste die Provinz mit Ausnahme der Garnisonen von Pfalzburg und Saarburg, die dem Gouvernement Elsass unterstanden. Die Eintheilung des Landes in Bailliages von 1751 wurde zunächst beibehalten. Das Edikt von 1751 hatte die Eintheilung von 1698 in Bailliages und Prevötes ersetzt und nur 7 Prevötes als Untergerichte beibehalten, darunter die von Markirch, St. Pilt, Bockenheim und Saaralben. Das Bailliage in Dieuze wurde 1772 zum Presidial erhoben, später wurden die Bailliages unter Beibehaltung der alten Grenzen verschiedenen Subdelegationen zugetheilt. Durch königl. Edikt v o m Juni 1772 über die Gerichtsorganisation in L. und in den Bisthümern wurden die alten Pro-vinzialgrenzcn durchbrochen, indem das Bischöfliche Gericht (Bailliage. in Vic dem Siege Presidial in Nancy und die Lothringischen Gerichte Longwy, Villers-la-Montagne, Briey, ßusendorf und Bolchen dem Presidial in Metz unter- 1 stellt wurden; anderseits wurden dem Presidial in Dieuze auch die Erwerbungen von 1661 (die Bailliages Lixheim, Pfalzburg und Saarburg) mit Bitsch, Chäteau-Salins, Finstingen und Saargemünd unterstellt, wodurch nahezu die Grenzen des alten Lothringischen Bailliage d'Allemagne wieder hergestellt wurden. Durch Edikt vom 8. Juli 17s7 wurde die Provinz in zwölf Distrikte eingetheilt, aus welchen die Vertreter der Stände für die Provinzialversamm- • lung entnommen wurden. Als durch die Dekrete v o m Januar und Februar 1790 Frankreich in Departements eingetheilt wurde, die wieder in Distrikte und Kantone gegliedert waren, wurde der Name der Provinz L. zunächst dem später Meurthe genannten D e p a r t e m e n t Lorraine gegeben, j weil es die alte herzogliche Residenz Nancy zum HO. hatte und weil wie oben erwähnt, die Beibehaltung des Namens L. im Vertrage vom 28. August 1736 zugesichert worden war. Die neue Eintheilung durchschnitt die Grenzen der Provinz L. in verschiedenen Richtungen. W e n n wir uns auf die Grenzen des heutigen Reichslandes beschränken und die jetzige Be-zirkseintheilung zu Grunde legen, so finden wir Stücke der alten Provinz L. • 1. im Oberelsäss: St. Pilt und das Leberthal; 2. im Unterelsass: Die Lehensherrschaft Thannweiler, Stücke des Bannes Raon-K-s-Leaux (Art. 10 der Zusatzconvent. v o m 12. Oktober 1871 zum Frankfurter I Friedem, Bockenheim und Altsaarwerden (Saarunion), Büst (durch Vertrag vom 15. Februar 17bb an Saarwerden abge- • treten); 3. im Bezirke Lothringen: Theile der alten Bail- , liagesNancyund Allemagne, -..weit diese 1790 den ehemaligen Departements Meurthe und Moselle zugewiesen und 1871 ab- 1 getreten worden waren. - In der Convention vom 28. August 173b Art. 13 und 14. war den Herzogthümern L. und Bar auch für die Zeit der künftigen Vereinigung mit Frankreich als Provinz Integrität der Grenzen gesichert worden. Die alten Einrichtungen des Herzogthums, insbesondere die Gerichte und die Rechte der drei Stände, wurden ausdrücklich gewahrt. Die Stände aber waren seit 1b29 nicht mehr ! berufen worden, die adeligen Assisengerichte, deren Thätigkeit während der Besetzung des Landes durch Frankreich 1034-1661 eingestellt worden war, sind durch Herzog Karl IV. nicht wieder in Thätigkeit gesetzt und Gegenvorstellungen des Adels 1663 abgelehnt worden. Der höchste Gerichtshof für L. und Bar blieb die 1641 errichtete, 1645 nach Longwy verlegte Cour Souveraine, die den Herzog auf allen Kriegs- ; Zügen begleitete, lbbl wieder in Nancy eingerichtet wurde, lo"o-lb97 während der zweiten französischen Besetzung ausser Thätigkeit trat und durch Edikt vom 12. Februar 1098 wieder hergestellt worden war ; 1775 nahm die Cour Souveraine den Titel Parlament an. (Krug-Basse, J., Histoire du Parlement de Lorraine et Barrois. (Annales de l'Est 189b-18'»9. A r r e t s choisis de la Cour Souveraine [ de Nancy 1717 u. 1722. 2 Bde.) Das Parlament für Bar | in Saint-Mihiel wurde 1635 aufgelöst. 1637 wurde L. mit Bar dem Parlamente in Metz unterstellt. Durch die schon vor der französischen Besetzung erfolgte Aufhebung der Assisengerichte und der Ständeversammlungen waren die früheren Beschränkungen der Souveränitätsrechte der Herzoge beseitigt worden. Der Adel war auf die herrschaftlichen Rechte in seinen Besitzungen, seine Steuerprivilegien und Ehrenrechte beschränkt. Weit leichter und eindringlicher als im Elsass konnte daher die absolute Regierung in der Provinz L. zur Geltung gebracht werden. Die in den etats provinciaux vorgetragenen Klagen der drei Stände richten sich mehr gegen die Ausschreitungen der Intendanten und der königlichen Beamten als gegen die öffentlichen Einrichtungen des Landes. Der dritte Stand beschwerte sich hauptsächlich über die Ungleichheiten in der Steuervertheilung. |