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Show Marchis - Mariae Heimsuchung 6191 M a r c h i s ohne Beifügung eines Gebietsnamens war ein Titel, welchen das Haus Lothringen neben dem herzoglichen Titel stets führte: Marchis zwischen Rhein und Maas; Marchis entre les troisroyautes, (Deutschland. Frankreich und Burgundi. Ueber die Entstehung und Bedeutung dieses Amtes, das die Grafen von Elsass schon im 10. Jhdt. bevor sie Herzoge von Lothringen wurden, besassen und als Fahnlehen vom Reiche mutheten. Vgl. I. Th. S. 303. Weiche- Rechte mit dieser Würde verbunden waren, steht nicht fest. Ursprünglich dürfte das A m t ein rein militärisches und für den Schutz der Grenzen, die Vornahme der Heerschau u. s. w. bestimmt gewesen sein. Die mit dem Amte verbundene Gerichtsbarkeit steht wohl in Zusammenhang mit den Ansprüchen des freien Herrenstandes, in Criminalsachen die persönliche Rechtsprechung des Kaisers oder seines Vertreters anzurufen und in einen gerichtlichen Zweikampf nur mit Ebenbürtigen sich einzulassen. Der Marchis hatte jedenfalls eine bevorzugte Stellung vor Grafen und Herren. 1267 nannte die Grälin von Saarbrücken den Herzog von Lothringen «noster in nostra nobilitate dominus». Sicher ist, dass mit dem Amte der Marchis das jus duelli (batailles des gentilshommes), d. h. das Recht verbunden war, gerichtliche Zweikämpfe unter Edelleuten zwischen -Rhein und Maas /u gestatten, den Landfrieden wahrzunehmen und über Grenzstreitigkeiten auch ausserhalb des Herzogthums Oberlothringen selbst, insbesondere in den Bisthümern Metz, Toul und Verdun. in Bar, Vaudemont u. s. w. zu entscheiden. Die Grafen vom Nordgau (Unterelsass) waren Grafen von Metz und im Lmtersaargau und nannten sich Marchis, schon bevor Graf Gerhard 1047 Herzog von Lothringen wurde; die Grafschaft Metz ging damals an das Haus Luneville, die Grafen im Bliesgau, über, während der Titel Marchis den Herzogen von Lothringen verblieb. Es scheint, dass die Gerichtsbarkeit der Marchis über die freien Adelsgeschlechter entstand, als diese nach Entfernung der kaiserlichen Grafen es ablehnten, vor den bischöflichen Grafen Recht zu nehmen. Ob das Geleitrecht des Herzoge zwischen Rhein und Maas, das Recht des Vorstreites (jus primae pu-gnae und der Nachhut bei Kriegszügen des Kaisers gegen Frankreich, das Recht, Bastarde der Geistlichkeit zu beerben u. s. w. mit dem Amte als Marchis oder mit dem herzoglichen Amte verbunden war. ist nicht festgestellt. Herzog Karl IV. von Lothringen sagt in einer während der Friedensverhandlungen zu Münster eingereichten Denkschrift v o m 19. Juli 1646, er habe immer eigene Richter und Prä-fekten de la marche» gehabt, welche innerhalb der Reichsgrenzen, auch zwischen Unterthanen der Bisthümer, in allen Streitigkeiten, bei Schmähungen, Todtschlägen und Räubereien, endgiltig Recht sprachen. Doch wurde das langst veraltete und von der Kurie verpönte jus duelli schon im 14. Jhdt. nicht mehr ausgeübt; die Gebietsnachbarn entschieden schon im 13. Jhdt. selbständig bei Grenzstreitigkeiten durch Schiedsgerichte, die sie auf den <jours amiables in den «marches d'estaut» abhielten. Der letzte Rest der Einrichtung war die «preA-öte de la Marchise , die bis gegen Mitte des lö. Jhdts. ihren Sitz in Chäteau-Salins hatte, das selbst erst 1348 lothringisch geworden war. Der PreAöt befehligte eine Compagnie Reiter und Bogenschützen, die ein alter-thümliches Banner führte und 1555 gelegentlich erneuert werden musste und sodann ganz aufgelöst wurde. Von Herzog Matthieu wurde durch Vertrag vom 23.Juli 1245dem Grafen von Bar das jus duelli bezüglich der Lehensträger besonders auch in der Grafschaft Chiny überlassen und zwar als herzogliches Lehen; auch die Grafen von Vaudemont beanspruchten damals für sich das gleiche Recht; ebenso die Herren von Coucy im Bisthume Verdun. Es lässt sich auch eine Thätigkeit der oberlothringischen Marchis in Niederlothringen nicht nachweisen. 1249 musste Herzog Matthieu auf sein Bastardrecht für die Gebiete des Kapitels von St. Die" verzichten, und so mögen die Rechte der Marchis allmählig in Verfall gerathen sein; den Titel behielt das | Haus Lothringen bis 173o. Im Reichsabschiede von Augsburg 1584 wurde die »Markgrafschaft des hl. R o m . Reichs als ein besonderer Bestandtheil des burgundisehen Kn i^ - aufgeführt. Das «Marchisat» in Niederlothringen war also wahrscheinlich beim Uebergange des herzoglichen Titels von Niederlothringen auf Brabant, Limburg und Luxemburg dem Reiche als Lehen vorbehalten worden. D o m C a l m e t , Hist. de Lorraine t. III. 1 - 11 und 34. D u p u y, Traite/ les droits du Roi tres chrestien, Paris 1655, S. 632, (>79 u. ff. [Pi card. Benoit.J L'origine de la tres illustre maison de Lorraine, Toul 1764, S. 569 u. ff. [dPr.] M a r c o u r t , Kap. und verschw. Hf. (Gde. Niederum, Ka. Falkenberg, Kr. Bolchen, L.). M e c c c r a 1121; M e r - cor 1304; M e r c h e n 15. Jhdt. - Die Kapelle zu E. der Kreuzertindung, 3. Mai, wurde 177o durch den Pfarrer Du-sable in Many i Niederum) erbaut und 1847 erneuert. Ein Hof stand dort früher schon, und war auf der Stelle eines schon 1580 zerstörten Dorfes gebaut worden (s. Niederum). Der Hof selbst ist erst in der zweiten Hälfte des 10. Jhdts. eingegangen, 1681 wird er als Besitz der Vögte von Many, der Herren von Diedendorf, erwähnt und bestand aus 120' Morgen Ackerland und 40 Morgen Wiesen. Mardergraben s. Hl 06. M a r d i g n y , Df. iGde. Lorry-Mardigny |s. 1810], Ka. Verny, Kr. Metz, L.t. 229 E. 80 Hsr. - Mardenei 11*8; Fiscum Mardinei 1179; M e r d e n e y 129S; ma. M e r d e - ning. - Vor 1810 selbstdg., s. 1790 zum Ka. Corny, s. 1795 zum Ka. Augny und s. 1802 zum Ka. Verny gehörig. - Ka- ! pelle des hl. Laurentius. - Gehörte zu dem P a y s Messin (Isle). Seit 1 »LT. Sitz einer besonderen Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit. Früher war es Bestandtheil der Herrschaft und Vogtei Lorry-Mardigny (s. d.). Durch Tausch gegen Hicourt (s. d.) erhielten damals die von Raigecourt. welche schon Inhaber der Vogtei Lorry und M. waren, v o m Domkapitel das Dorf M. zu Lehen. In M. wird auch ein lothringisches Lehen erwähnt zu welchem das feste Haus gehörte, und für welches die Raigecourt, wohl wegen Arry, 1515 und 1533 reversirt haben. Spätere Besitzer von M. i waren die de Marteau (1563-16511 dann die Leduchat. welche I das Gut 1678 einem Herren Jacquemin verkauften. Von 1713 ab, war es ebenfalls durch Kauf, im Besitz der Familie • Georgin, welche sich noch von M, nennt. - Die Kapelle ' ist 1849-50, auf der Stelle eines alten Romanischen Baues. dessen Thurm allein erhalten ist, gebaut worden. - Römische Reste treten vielfach auf den Feldern und Weinbergen rings u m M. auf. Das 1417 erbaute Schloss, von Gräben umgeben. hatte früher noch zwei Eckthürmehen mit Helmdächern des 16. Jhdts. Eine Schloss-Kapelle wird 1627 und noch 1698 erwähnt. D u r a n d de Distroff, Notice historique sur M. (Mein. soc. arch. Moselle lo. 1868, S. 55.) [Auch bes. Met/ 1868. Boulange, G.. Note sur M. M e m de l'Ac. de Metz 1854- 1855, Ire ptie., p. 524 M a r d i g n y b a c h s. Seille 23. M a r e n g o , Wir. (Gde. Norroy-le-Veneur, Ka. u Kr. Metz, L.). 13 E. 3 Hsr. - Anfang der 60er Jahre de- 19.JhdtS erbaut. M a r g a r e t h e n t h a l b ä c h e l s. Bärenbach (Zorn) M a r i a bei der Eiche, Kap. (Gde. Rammersmatt. Ka. u. Kr. Thann. O.-E). Frühere Benennung der Kapelle Maria vom guten Rath is. d.). M a r i a b r u n n , Kap. (Gde. Radersdorf, Ka. Plirt, Kr. Altkirch, O.-E . 1858 erbaut zum Ersatz einer früheren, während der Revolution zerstörten Muttergotteskapelle, die j 30 m entfernt von der jetzigen Kapelle, im Gebiete der Gde. Lutter, lag. M a r i a e H e i m s u c h u n g , Kap. südwestl. von Maiweiler Ka. Falkenberg, Kr. Bolchen, L.'. 1774 erbaut, 1S72 vergrössert. |