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Show 272 Ei noch die Protestanten im AVeiler Krafft, sowie in den Gden. Nordhausen, Osthausen und Umgegend. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Fegersheim. Synagoge (s. Anfang der 80er Jahre des 19. Jhdts.) - Ziegelofen (G. Breithaupt). Kammgarnspinnerei und Färberei (Albert, Reichard & Cie.), 1855 begründet, etwa 1300 Arbeiter, 15140 Spindeln für Spinnerei und 18100 für Zwirnerei). Gerberei und Lohmühle (L. Andlauer). 3 Holz-sägercien (J. Andlauer). Getreidemühle. Rüben-Zuckerfabrik (Aktien-Gesellschaft, 1894 errichtet, kann täglich 10-12000 Zentner Runkelrüben bearbeiten; während der Campagne 250 Arbeiter, 12Betriebs-Beamte, sonst 125 Arbeiter und 10 Betriebs- Beamte i. 2 Bierbrauereien (Klotz, Reibel). Branntweinbrennerei ( A. Andres). 2 Druckereien (Eis. Volkszeitung und Ersteiner Kreisblatt). Handel: Salz, AATein, Getreide, Bauholz. 2 Buchhandlungen. Erheblicher Tabackbau. Elektrische Strassenbeleuchtung. Strbstn.: E.-Rheinstrasse (s. 1886), E.Stadt (s. 1889), Krafft (s. 1886). Strb. Krafft-E. ;s. 1889). Ende Alärz. Ende Alai und Alitte Dez. Jahrmarkt; Alitte Okt.Jahr-und Viehmarkt. A m letzten Donnerstag jeden Monats Viehmarkt. Zeitungen: Ersteiner Kreisblatt, 2 mal wöchentlich; Elsässer A'olkszeitung, zweimal wöchentlich. E. war altes Reichsgut. Im 10., 11. und 12. Jhdt. Sitz einer kaiserlichen Pfalz und beliebter Aufenthalt der Ottonenund der Salier. 953 und 973 fanden Reichsversammlungen zu E. statt. Später war E. Reichslehen der unterelsässischen Landgrafen, wurde von diesen 1310 gefreit und 1359 für 3000 Gulden dem Bischof von Strassburg verkauft. W a r E. schon vorher häulig als L'nterlehen oder Pfandlehen vergeben worden (1308 z. Th. dem Joh. von Habsburg, 1321 dem Claus Zorn, 1329 dem B. von Horburg und den Herren von Geroldseck), so wurde es auch von den Bischöfen, obgleich 1362 die Pfandschaft der Geroldseck abgelöst wurde, in der Zeit von 1363 bis 1427 vielfach an die Strassburger Bürger Zorn, Knobloch, Bock, Alarx von Eckwersheim und Alüllenheim verpfändet. Die Alarx und die Müllenheim haben 1439, 1448 und 1464 die der Stadt E. von der Landgrafschaft ertheilten Rechte anerkannt. 1472 wurde E. vom Bischof dem D o m k a p i t el verliehen, das 1479 alle Pfändungen einlöste und von nun ab Besitzer des Ortes blieb. Das Schultheissenamt zu E. war seit dem 14. Jhdt. Reichslehen derer von Bergheim. Einen Dinghof (Landgrafenhof) besassen im 16. und 17.Jhdt. die AIüllenheim-Rechberg als Lehen. Ein anderer Dinghof gehörte den Landsberg. AVeisthum von 1407. Die Vogtei zu E. besassen im 15. Jhdt. die von Bergheim als bischöfliches Lehen. - E. wurde 1292 von Adolf von Nassau belagert, 1333 von den Strassburgern im Kriege gegen die Geroldseck genommen und seiner Befestigung beraubt, die jedoch 1341 wieder erneuert wurde, 1375 von den Engländern geplündert, 1444 von den Armagnaken, 1652 von Lothringern und Spaniern. 1632-48 war E. in der Hand der Schweden, die 1638 die Befestigungen abtragen Hessen. 18. Juli 1592, fand ein Gefecht bei E. statt zwischen Lothringern und Brandenburgern, in welchem letztere der Uebermacht weichen mussten. - Adeliges Geschlecht von E. v o m 12.-15. Jhdt. erwähnt. - 14o4 war E. Rektorat und Plebanat. Das Patronatsrecht der Pfarrkirche zu E. besass Anfangs die Abtei E. (s. d.), später das Domkapitel. Das Patronatsrecht der Klosterkirche erwarb das Domkapitel 1437. Ende des 17. und Anfang des IS. Jhdts. hatte E. Schäffersheim als Filiale. - E. liegt an der Konsularstrasse von Basel-Augst nach dem Niederrheine. Viele neolithische, Bronze-, Hallstatt- und römische Funde; auch fränkische Gräber. E. ist Geburtsort des französischen Generals Franz Jos. Offenstein, Baron de l'Empire, geb. 1760, f zu Nancy 1837, und des strassburger Generalvikars und kath. Schriftstellers F. J. R a p p , geb. 1807, f als Stiftsherr zu St. Denis bei Paris 1886. G e m e i n d c w a l d I Oberförsterei Erstein) 1031,4 ha. 160 m über dem Aleere. (Stieleiche, Esche, Hainbuche, Rothulme, stein. i Kirsche, Schwarzpappel, Pyramidenpappel, Massholder, Schwarzerle, Birke, Aspe, Wildobst, Esche, Kiefer, Korkulme, Weissulme, Hasel, Hartriegel, AVeissdorn, Weisserle, Faulbaum, Schneeball, Pfaffenhütchen, Liguster, Schwarz-dorn, Geisblatt. AVeide. Gesetzliche Verpflichtung zur Lieferung von Faschinen für die Rheindammbauten (Forstgesetz vom 21. Alai 1827), welche Verpflichtung jedoch, seitdem diese Bauten vorzugsweise aus Alauerwerk hergestellt werden, ihre Bedeutung verloren hat. Die Waldungen haben in früheren Zeiten einen grösseren Complex umfasst, und zwar sind zur Ablösung von Holzberechtigungen jedenfalls schon Alitte des 18. Jhdts. oder noch früher an das Domkapitel von Strassburg («die 24 Grafen von Erstein») abgetreten worden: 1. der sogenannte K ö n i g s w a l d von 100 ha von der Südspitze der Andiau (Ochsenköpfle) bis zum dreibän- - nigen Stein. 2. AVald und Wiesen zwischen O b er wald und G r ü n w ä l d e l e . 3. Fläche zwischen Langschluth und K r ä m e r g ä s s e l . 4. Fläche zwischen Schlupf und Niederwald. Die Flächen 1 - 4, zusammen ungefähr 200 ha, fielen in der Revolutionszeit dem Staate zu, wurden unter Louis Philipp in Loosen verkauft und gerodet. In der Gemarkung von E. liegen ferner 8,4 ha Strassburger Spitalwald. Bernhard, Jos., Histoire de l'abbaye et de la ville d'E. Rixheim 1883. [Matthis, E.], Die evang. Gemeinde zu E. [Strassb. 1880.] Ein heiteres Blatt a. d. Chronik der Stadt E. a. d.J. 1547. (Vog.-Bl. Beil. z. «Strassb.-Post* 1898, Nr. 21.) Erstein, ehem. Abtei, (Ka. u. Kr. Erstein, U.-E.). Die Abtei (das Damenstift) Erstein war eine Reichsabtei. Lothar, der Sohn Ludwigs des Frommen, verlieh 821 Güter zu E., die er von seinem Vater erhalten hatte, seiner Gemahlin Irmgard als Alorgengabe. Auf diesen Gütern" gründete Irmgard die Reichsabtei. Otto IL schenkte der Abtei 974 ein Gut zu Ebersheim. 1191 schenkte Heinrich VI. das Kloster dem Strassburger Bischof, musste aber auf Einspruch der Reichsfürsten schon 1192 diese Schenkung zurücknehmen. Im 14. und 15. Jhdt. verfiel die Abtei allmählich und wurde in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. dem Strassburger Domkapitel einverleibt. 1530 zerstörte ein Brand das ganze Kloster. Bernhard, Jos., Histoire de l'abbaye et de la ville d'E. Rixheim 1883. Schoepflin, Sur le tombeau d'Irmen-garde, fondatrice de l'Abbaye d'E. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2e sCr. t. 19, S. 10*-12*.) Scheffer- Boichorst, P., Zur Geschichte der Reichsabtei E. (Zschr. f. d. Gesch. d. Oberrh. N. F. 4, 1889, S. 283-299.) Erstein, Kanton (Kr. Erstein, U.-E.). Umfasst die Gden. Bolsenheim, Daubensand, Erstein, Gerstheim, Hindisheim, Hipsheim, Limersheim, Nordhausen, Obenheim, Osthausen, Schäffersheim, Uttenheim, Westhausen und enthält auf 134,0693 q k m 2655 bewohnte Häuser etc. mit 14485 Einwohnern. - Der Ka. E.. 1790-95 zum Distrikt Benfeld 1800-1806 zum Arrondissement Barr, 1806-1870 zum Arrondissement Schlettstadt gehörig, umfasste schon 1790 dieselben Gden. wie heute, mit Ausnahme von Westhausen. welches ihm erst 1802 aus dem Ka. Benfeld zugewiesen wurde. 1802-28 gehörte ihm auch Griesheim (vorher und nachher zum Ka. Rosheim) an. Erstein, Kreis, (U.-E.). UmfasstdieKa.Benfeld.Erstein Geispolsheim, Oberehnheim mit zusammen 50 Gden. und j enthält auf 497,9257 q k m 11746 bewohnte Häuser etc. mit 62493 Einwohnern. Gebildet als Unterpräfektur durch Verordnung des Civilcommissars vom 11. Jan. 1871 aus Stücken der Arrondissements Schlettstadt und Strassburg. (Ka. Geispolsheim hatte zum Arrondissement Strassburg, die übrigen zum Arrondissement Schlettstadt gehört.) Kreis durch Gesetz v o m 30. Dez. 1871. Eine Aenderung seiner Grenzen fand 1872 statt, indem die Gden. Ebersmünster und Stotzheim (damals Ka. Benfeld) den Kantonen Schlettstadt und Barr (beide Kr. Schlettstadt) zugetheilt wurden ; ferner 1901, indem durch Kaiserliche Verordnung vom 19. März ein Theil |