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Show 498 Kaisersberg - Kalcnhofen. berg, M ü n s t e r , T ü r k h e i m wurde 1358 a u ch S e l z (siehe dort) von Karl IV. einverleibt. Diese elfte Bundesstadt wurde aber 1409 wieder von dem Zehnerbund getrennt, und kam als unausgelöster Pfandbesitz an die Kurpfalz. M ü l h a u s e n (siehe dort) verlangte 1515 seine Aufnahme in die schweizerische Eidgenossenschaft und schied aus der Dekapolis aus. Dafür war L a n d a u bereits 1511 dem Bunde beigetreten und der Reichslandvogtei einverleibt worden. K a y s e r s b e r g (siehe dort) mit M ü n s t e r und T ü r k h e i m bildete zwar eine eigene Reichsvogtei, dieselbe war jedoch, soweit sie nicht anderweitig verpfändet war, der Reichslandvogtei Hagenau untergeordnet. Die Bundesbestimmungen erfuhren in der Folgezeit manche Aendcrung ; ja zeitweise löste sich der Bund auf, u m sich bald darauf wieder von neuem zu constituiren. Alles dies änderte an der Thatsache nichts, dass die Reichslandvogtei Hagenau die oberste Reichsbehörde dieser Städte war und blieb. Jedem neuen Landvogte mussten die Städte huldigen und durch einen Eid Treue und Gehorsam geloben. An das landvögtische Zinsmeisteramt lieferten sie jährlich an Martini ihre ständigen Reichssteuern ab, aber jedesmal nur gegen eine ausdrückliche Quittung des Kaisers, selbst wenn die Landvogtei verpfändet war, weil die Reichsstädte von Kaiser Karl IV. die Zusicherung erhalten hatten, dass sie nicht verpfändet werden sollten; als gleichwohl die Verpfändung an Pfalzgraf Friedrich 1453 erfolgte, wurde die Reichssteuer an den Kaiser entrichtet, dem Pfalzgrafen aber das Betreten der Reichsstädte nicht gestattet. Durch Landvogt und Zinsmeister wurden die Kriegssteuern, die Beiträge zur Erhaltung des Rcichskammergerichtes und zu den sonstigen Lasten des Reiches erhoben. Von dem Landvogte wurden die Contingenle der Städte zu den Reichsheerfahrten und Reichskriegen aufgerufen und geführt. An der Spitze Städtischer Truppen dämpfte er Bürgerunruhen, Verfassungskämpfe und sonstige Streithändel im Lande, falls es ihm nicht gelingen wollte, durch seinen Schiedsspruch die Parteien zu befriedigen. Wohl hatten die kaiserlichen Städte das Recht, den Stadtrath und Magistrat frei zu wählen, doch nur in Gegenwart des Landvogts oder seines Stellvertreters, welcher nach erfolgter Wahl von Rath und Bürgern den Treueid für Kaiser und Reich entgegennahm. Kraft kaiserlicher Verordnung von 1425 sollten Streitigkeiten zwischen dem Landvogt und einzelnen Reichsstädten «wie von Alters her», durch Vertreter der übrigen Reichsstädte geschlichtet werden. Streitigkeiten des Landvogts mit der Gesammtheit der Städte blieben der kaiserlichen Entscheidung vorbehalten. Durch den westphälischen Frieden waren 1648 die landvogteilichen Rechte zwar an Frankreich abgetreten worden; doch waren durch § 87 des Friedensvertrages die alten Privilegien der Städte und ihre unmittelbare Zugehörigkeit zum deutschen Reiche ausdrücklich garantirt. So leisteten sie noch 1658 Kaiser Leopold den Treueid, mussten aber doch schliesslich - nach hartnäckigem Widerstände - sich die völlige Annexion durch die Krone Frankreich 0.72 gefallen lassen. Als königlich französische Freistädte, «villes libres royales», blieben sie im wesentlichen im Besitze ihrer alten Sonderrechte. Bardot, G., La question des dix villes imperiales d'Alsace depuis la paix de Westphalie jusqu'aux arrets de creuniom du conseil souverain de Brisach (1648-1680) (these). Lyon 1899. (Auch in: Annales de l'Univ. de Lvon, N. S. II, Li Gfroerer, Friedr., Die Entstehung der Reichsstädte zwischen Basel und Strassburg unter Friedrich IL Das Colmarer Recht. (Programm.) Rappoltsweiler 1886. Versuch einer aktenmässigen Geschichte der zehen vereinigten Reichsstädte im Elsass von ihrem Ursprünge bis auf gegenwärtige Zeiten. Ulm 1791. H un d, Andreas, Colin, ir vor und während seiner Entwicklung zur Reichsstadt. Strassburg 1899. Tuefferd, P. E., La Decapole alsacienne. (Rev. d'Als. 1877, 433-444.) - Vgl. auch die Litteratur bei dem Artikel -Hagenau, Reichslandvogtei», sowie zu den Artikeln Elsass» und die Litteratur über die einzelnen Städte der Dekapolis. K a i s e r s b e r g s. Kaysersberg. Kaiserslöchel, Hs. (Gde. Meisengott, Ka. Weiler, Kr. Schlettstadt, U.-E.). 5 E. 1 Hs. 185b entstanden. K a i s e r w e i h e r s. Kressenweiher. K a k e l b e r g , H., 254,'» m, TP, östl. Donnelay, Ka. Vic, Kr. Chäteau-Salins. K a l b a c h s. a. Ober-, Unter-Kalbach. K a l b a c h , Wlf.. s. Büttenerbach 1; Fecht 16. Kalbenstein, Hsr. (Gde. u. Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.i. 44 E. 3 Hsr. Besteht seit 1850. Kalblin, Wir. (Gde. Urbach, Ka. Schnierlach, Kr. | Rappoltsweiler, O.-E.). 123 E. 29 Hsr. - Die Kelin 1441; Ein scheuren in Berg Khelblüng 1603; O n C a 1 w y lbOb, Aecker, 3 Zinspfl.; L a haute forest seigneuriale n o m m £ e Le Caloüin 1701. - Herrschaft Rappoltstein. Kalblin, pat. Kaloni, B., 924 m, östl. Urbach, Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsweiler; auf demselben die Roche-des- Fees. Kälbling, B., 570,8 m, südöstl. Leberau, Ka. Markirch. Kalbsplatz, Hof (Gde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 5 E. 1 Hs. Flurname 17bb, 1774, 1781 genannt. - 1774 wurde der damals noch öde Platz verpachtet. Der betreffende Hof kann also erst nach dieser Zeit angelegt sein. Zur Zeit der Revolution wurde letzterer als Nationalgut verkauft (für 3728 frs.). Der den Hof umgebende Gemeindewald trägt den Namen Kalbsrain. Kalbsrain, östlicher und südöstlicher Hang unter dem Venuskopf (s. d.). K a l e m b u r g , Df. (Gde. Laumesfeld [s. 1811], Ka. Sierck, Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 145 E. 32 Hsr. Vor 1811 selbständig; 1790 Ka. Wald wiese, 1795 Ka. Inglingen. 1802-11 Ka. Metzerwiese. Hat seinen besonderen Bann behalten. - K e b e l e m b e r g 1431; C a l l e m b o u r g alias B u r g Lu-mersfeld 1594; auch B o u r g le R o m a n genannt. - Kapelle der hl. Dreifaltigkeit. - W a r Dorf im Landschult-heissenamte Sierck (s. d.), 1661 an Frankreich abgetreten. K. wurde 1573 auf einer Rodung eines Theiles des Kalen-hofer Forstes erbaut; angeblich auf der Stelle eines rö-i mischen Kastells. Durch Tauschvertrag von 31. Aug. 1615 gelangte das Dorf in Besitz des Prinzen von Pfalzburg, welcher es gleich darauf 1019 dem Andre des Bordes zuerst I verpfändete, dann lh24 aber tauschweise gegen Besitz in Hessdorf und Anzelingen gänzlich überliess. - Römische Reste, angeblich eines Kastells. Ortswald 5,41 ha i.Antheil an dem Gemeindewalde Kerlingen und Genossen [Oberförsterei Kedingen] i. K a l e m b u r g , verschw. Hf. (Gde. Volkringen, Ka. Hayingen, Kr. Diedenhofen-West, L.i. Auch B a l l e m b u r g genannt. W a r Besitz der Abtei Gorze mit ganzer Gerichts- | barkeit in der Probstei D iedenhofen; als solcher noch | im 19. Jhdt. erwähnt. Der Hof lag zwischen Volkringen und Marspich, auf dem heutigen Gewanne Kaienberg. K a i e n b e r g , abgeg. Ort, 2 k m von Wingen (Ka. Lützelstein, Kr. Zabern, U.-E.). - Kallenberg 1541; Kaienberg 1579, 1653; K o h l e n berg 19. Jhdt. - 1579 kaufte Georg von Bernhold von den Lichtenberg das Dorf K. mit allen Rechten; 1653 «ein adelich Gut zu K., hinter W i m m e nau gelegen», im Besitz der (1775 ausgestorbenen) Bernhold unter den Gütern der Reichsritterschaft genannt. Die Einwohner des Dorfes sollen sich während des 30jährigen Krieges nach Sucht K;i. Rohrbach) zurückgezogen haben, weshalb die Suchter von den Einwohnern von Rosteig «Kallenburger^ genannt werden. - Ueberreste des Kahlen-burger Klosters (s. Colanesberg . K a l e n h o f e n , Fsths. (Gde. Grindorf, Ka. Sierck, Kr. Diedenhofen-Ost, L.i. 5 E. 1 Hs. Hiess bis 1888 F o r g e ville. |