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Show Honcourt Honcourt, Schi. u. Zgl. (Gde. St. Alartin, Ka. Weiler, Kr. Schlettstadt. U.-E.). Frühere (franz.) Bezeichnung des AO. H u g s h o f e n (Im Kloster) (s. d.) derselben Gde. Honel, zweigipfeliger, oben unbewaldeter Bergrücken, 613,4 m, TP. und 623,1 m, zwischen dem Steiger und Urbeiser Giessen, westl. Weiler bei Schlettstadt. Hongrie, La, unbewaldeter Kopf mit Felsengipfel, 634,3 m, TP., östl. über Bärenbach bei Schirmeck. Honigmattgraben s. Loutre 2. Honnegoutte, Hs. (Gde. Lach, Ka. AVeiler, Kr. Schlettstadt, U.-E.). 2 E. 1 Hs. Bestand schon Anfang des 19. Jhdts. In der Nähe seit Juli 1899 Bergbau auf Antimonerz, Belegschaft (Nov. 1900) 148 Alann. Seit Jan. 1901 ist auch eine Aufbereitung in Betrieb. Honnert, verschw. Ort (Gde. Püttlingen b. Saaralben, Ka. Saaralben, Kr. Forbach, L.t. H. gehörte zur Herrschaft Püttlingen, es wird 161S und noch 1700 erwähnt. Honzen, abgeg. O. (Gde. Altweiler, Ka. Saarunion, Kr. Zabern, U.-E.). Honkesse 1342, später auch Huntzen. Wahrscheinlich im 30jährigen Kriege zerstört. Der Hüntzer-bann 1745 als Banntheil von Altweiler bezeichnet. Hopat, AVlr. (Gde. Urbeis, Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 38 E. 7 Hsr. - On Hoppa, desous leglise d'Orbey 1607; La grange du Hopas 1655; Canton dit Hopat 1742; Haupatte 1780. Hopfetgraben ( H o h p h a d g r a b e m , Abzweigung des Altenbachs (s. d.), nördl. von Blotzheim, 1,4 km lang, Brücke. Sein AVasser verliert sich in der Hardt. Höpital, L', s. Spittel. Hoppbach s. Saar 35. Hopstein, Wir. (Gde. Dagsburg, Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg, L.). 63 E. 12 Hsr. Gegen Ende des 18. Jhdts. erbaut. Hopstein, Felsplateau mit Felsen Wohnungen, 507,5 m, westl. über Dagsburg. Horben, AVlr. (Gde. Rimbach, Ka. Alasmünster, Kr. Thann, O.-E.). Ib5 E. 30 Hsr. «a n der Kappel zu Horb» 1567. - 2 Sägemühlen mit AVasserkraft. 1 kleine Getreidemühle. - Der AVlr. soll zur Zeit des 30jährigen Krieges schon bestanden haben. Horbermühle, Hs. (Gde. Volgelsheim, Ka. Neubreisach, Kr. Colmar, O.-E.). Früher besonders genannter AO. der Gde. Volgelsheim, zählt jetzt zum AO. Sirene derselben Gde. Horbermühle, AI. (Gde. Algolsheim, Ka. Neubreisach, Kr. Colmar, O.-E.). 8 E. 1 Hs. Seit 1730 nachweisbar. Horburg, Df. (Ka. Andolsheim [1700-1802 KHO.], Kr. Colmar, Ö.-E.i. 1067 E. 198 Hsr. (12 GRe.) - 186 m. - A.-, L.- u. SchwG. Colmar (2,8); Hp. H. (0,0). - Horepu r c 1103; ma. Hörw(e)rigg. - Die Gde. umfasst den HO. H. (1062 E. 197 Hsr.) und den AO. Sauwasen (früher Gantzershaus genannt). - P. T. Oeff. Fernsprechstelle. Hpe. H.-Ort, H.Hirsch und H.-Rathhaus (s. 1890). (Das 1877 errichtete FG. wurde 1879 mit der AG. Colmar vereinigt.) Ortseinn. StEBez. Colmar IL Oeff. Vorschusskasse (s. 1888). Schlachths. (s. 1846). Verbds.-Fw. (s. 1889, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Holzweier (s. 1802). Kirchenfest 15. Aug. (Alariä Himmelfahrt). Filiale AVeier a. L. Luth. Pfarrei (s. 1552), gehört s. 1802 zum Konsistorium Andolsheim, Inspektion Colmar. Filialen Horburg und AVeier a. L. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Alarkirch, die Israeliten zum Rabbinat Colmar. - 2 kleine Conservenfabriken. Spargelpflanzungen und Viehhandel. Das Dorf H. mit seinem Schlosse war der Stammsitz des nach ihm benannten Grafengeschlechtes und der Hauptort der gleichnamigen Herrschaft (s. d.), mit welcher es 1324 an das Haus Württemberg kam. - In römischer Zeit stand an seiner Stelle ein Kastell, in welchem man früher das bei Ptolemäus, im Itinerarium Antonini und auf der Peutinger-schen Tafel genannte Argentovaria (s. d.) erblickte, welches aber neuerdings mit dem bei Ammianus Aiarcellinus, Aurelius - Horburg. 461 Victor, Orosius u. a. erwähntem oppidum Argentaria und castrum Argentariensc identificirt wird (s. u.). Auf seinen Trümmern erhob sich das Schloss der Grafen von H. 1H>2 durch Hugo von Dagsburg zerstört, wurde es zuletzt vom Grafen Georg von AVürttemberg 1543 neu aufgebaut und unter dem Grafen Friedrich 1697 nach den Plänen des AVürt-temberger Architekten Heinrich Schickhardt mit Wall und Gräben stark befestigt. 1632 wurde es von den Schweden unter Gustav Hörn besetzt, 1675 durch die Franzosen abgebrochen. Heute sind nur noch Spuren der Gräben sichtbar. - Das Geschlecht der Grafen von H., urkundlich zuerst 1103 nachweisbar, starb mit dem Grafen Johann dem Späten 1374 aus; Heinrich Graf von H. war Bischof von Basel 1180-89, Adilheidis und Heilradis de Horburch gehörten im 13. Jhdt. dem Kloster Unterlindcn zu Colmar an. - Das Df. H. war 1535 befestigt und mit Gräben umgeben. Der Zoll zu H. war lothringisches Lehen und wurde 1329 den AVürttem-bergern übertragen. - Die Deutschordenskomthurei Kaysersberg war in H. begütert. - Die kath. Pfarrei gehörte zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel; sie wurde nach Einführung der Reformation 1535 aufgehoben und erst 1685 wieder errichtet. Das Patronatsrecht hatte der Intendant d'Alsace. Die protestantische Pfarrei, zu welcher als Filiale Weier aufm Land gehörte, wurde 1552 eingerichtet. Die alte, auf den Fundamenten des Praetoriums im Kastell erbaute Kirche wurde 1594 durch eine neue, vom Grafen Friedrich von Württemberg < Alömpelgard) erbaute, ersetzt, welche 1723-29 renovirt wurde und seit 1685 als Simultankirche dient. Der Kirchensatz stand den Grafen von AVürttemberg zu. Die Kirchenbücher gehen bis 15ö0 zurück. H. liegt an einem Kelten- und nachmaligen Römerwege von Breisach über Andolsheim ins Alünster- und Kaysersberger Thal. Bronze-, Hallstatt-, La Tene- und römische Funde. Arerschiedene Archäologen glaubten hier das «Argentovaria » des Ptolemäus zu finden. Neuere Untersuchungen des Untergrundes ergaben, dass das Castrum aus spätrömischer Zeit stammt und allem Anschein nach von alemannisch-fränkischen Hilfsvölkern, nachdem die Römer bereits das überrheinische Zehntland bezw. den Limas verloren hatten, erbaut worden ist. Das Castrum hatte fast quadratische Form von 150-170 m Länge und Breite; es war mit Thoren versehen, von denen 2, die Porta decumana und die Porta prätoria, noch theilweise etwa 1,5 m unter dem Boden sich befinden; ausserdem besass die Ringmauer zur Flankirung auf jeder Ecke einen halben Rundthurm und noch auf jeder Seite zwischen den Thoren und den Eck-thürmen weitere S halbrunde Thürme (System von Strassburg). Die Funde im Inneren zeigen meistens spätrömisches und fränkisches Gepräge. Die durch Herrenschneider und AA'inkler gemachten Funde aus römischer und fränkischer Zeit befinden sich theils in H. selbst, theils im Aluscum zu Colmar. - Die Kirche (seit 1686 Simultaneum) wurde wie oben erwähnt, im 16. Jhdt. erbaut, da die alte Kirche in der Schlossgasse abgerissen war, und 1594, 29. Alärz, eingeweiht. - H. ist der Geburtsort des Dichters Alatthias Holz wart, des Verfassers des «Lustgart newer teutscher Poeterey» (1530 - 1580), und des Gelehrten Hieronymus Geh will er (1473-1545). Litter.: Coste, Argentouaria, Station galloromaine de l'Alsace. (Rev. cf'Als. 9, 1858, S. 87^95T)~D_ers., Nouv. observations ä propos d'Argentovaria. (Rev. d'Als. 1864, S. 557-560.) Ders., Argentovaria, Station gallo-romaine re-trouvöe ä Groussenheim. (Bull, de la Soc. p. la cons.de mon. hist. d'Als. 2e ser. t. II, Alem. S. 18 ff.) Herrenschneider, E. A., Römercastell und Grafenschloss H. mit Streiflichtern auf die römische und elsässische Geschichte. Alit Plänen und Zeichnungen von AVinkler. Colmar 1894. Ders., Argentovaria H. (Zschr. für die Geschichte des Oberrheins, N. F. 10, 1895, S. 461-467.) Osiander, AVilh., Argcnto- |