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Show Marsal. ' II ja sogar manchmal der Furchen der Epidermis sichtbar wird. Andere wieder zeigen eine gerunzelte, wahrscheinlich durch Fragmente von Holz, Stroh oder Rohr, bedingte Oberfläche. Aul Derartiges waren ohne Zweifel die Stücke, ehe man sie brannte, geworfen worden, u m das Zusammenbacken zu verhindern. Die Bruchstücke dieser Kategorie sind stets die dem Volumen nach grössten. Ihre Gestalt ist gewöhnlich die von Parallelipipeden mit abgerundeten Ecken oder von mehr oder weniger der Kegelform -ich nähernden Cv lindern. Die andere dagegen können mit tingerähnlichen Knochen, oder mit kurzen Stücken unregelmässiger Röhren, in dt r Mitte mit ein oder zwei Einschnürungen versehen, verglichen werden. Die Briquetagestücke weichen durch ihre Grössenverhältnisse von einander sehr ab. Die bedeutendsten variiren in der Länge zwischen lo und 30 Centi-meter, bei 3 bis 7 Centimeter Dicke. Die kleinsten, phalangenartigen erreichen in der Regel nur wenige Centimeter nach beiden Richtungen hin. Mehrere von ihnen sind ganz klein. Alle diese Stücke, die grossen, die mittleren, die kleinen und ganz kleinen, sind zuerst geknetet, mit der Hnnd geformt und in der Gluth gebrannt worden Heute findet man sie haufenweise und ganz unordentlich im Sumpfe liegend, so wie man Fundamente von losen Steinen zu legen pflegt. Man erkennt dazwischen noch Asche. Thon und anderen Abhub der Ziegeleien. Ihre regellose Gestalt, ihre so verschiedene Grösse, alle die darunter gemengten Abfälle, die Schlammdurchsickerungen, der Alluvialthon, ihre eigene Schwere zuletzt, dies alles sind ebensoviel Ursachen, welche zu diesem staunenswerthen Ergebniss mit beigetragen haben. Es ist höchst wahrscheinlich, dass diese kompakte Brique-tngemasse ursprünglich, sichtbar hervortreten und eine Art Plattform an der Oberfläche des Sumpfes bilden musste. Gegenwärtig ist es nicht mehr so. U m Funde zu machen, muss man den Boden aufgraben und zwar mehr oder weniger tief. So liegt das Briquetage bei Bdrthecourt und Movenvic f.i-t ganz oberflächlich. Zu Salonnes ist m a n bei Anlegung eines Kellers darauf gestossen. Sondirungen, die zu Vic stattfanden, sind erst bei 5 bis 6 m Tiefe erfolgreich gewesen. Im Inneren der Stadt M. muss man sich durch eine Schicht von mehr als o bis 7 m Mächtigkeit hindurcharbeiten. Die Dicke der Briquetageschicht ist ebenfalls sehr ungleich, nicht nur an verschiedenen Orten, sondern selbst an einzelnen Stellen ein und derselben Grundschwelle. Bei den 1819 zu Vic ausgeführten Sondirungen betrug sie nur 0,60 m. Zu M. und Movenvic ist sie durchschnittlich 1 bis 2 m stark. Zu Burthecourt indess scheint sie ihr Maximum an Mächtigkeit zu erreichen. Hier zeigt sich hie und da die staunenswerthe j Dicke von 41/» m. - Die Grundschwelle von M. ist unstreitig die wichtigste; sie ist auch die am besten erforschte. Der Raum, den sie einnimmt, umfasst die ganze Stadt und fast alle Festungswerke, ja er überschreitet diese westwärts fast u m 300 m. Der franz. Ingenieur La Sauvagere schätzte ihre Oberfläche auf 72,1350 ha und ihren Inhalt auf 1066 150 i cbm. Bei Movenvic beginnt das Briquetage etwa 100 m weit vom Kanal de la Flotte, umgeht die Stelle der früheren Kirche St. Piant und dringt ein wenig in die Saline ein. Es bedeckt eine Fläche von 41,7861 ha und das Volumen wird auf 610000 cbm geschätzt. Die letzte Grundschwclle, die von j Burthecourt, ist verhältnissmässig nur klein, denn sie er- , streckt sich nur auf 8,71 ha und bildet, da ihre mittlere ' Mächtigkeit mehr als 4 m beträgt, eine Gesammtmasse von 260000 cbm. Die Grundschwellen von Vic und Salonnes sind bisher unerforscht geblieben. - Von wem, wozu und wann sind diese W e r k e geschaffen worden? Man ist darüber einig und zwar mit Recht, dass m a n festen Grund habe schaffen wollen - und wahrscheinlich wird man sich nicht in leeren Conjecturen verlieren wenn man dies in seiner Art einzige Werk der Erhaltung und dem Schutze der Salzquellen zuschreibt; ausserdem auch der Notwendigkeit für die sie ausbeutende Bevölkerung, sich auf fester Basis so eng als möglich zu gruppiren und so in den Stand gesetzt zu werden, zu hauen und den Ueberschwemmungen Trotz bieten zu können. Nach dem Thatbestande der bis heute gesammelten Beobachtungen sowohl in M. s< Ibst als in dessen näheren Umgebung (s. Art. Morville-les-Vic) ist man berechtigt an zunehmen, dass zwischen dem Briquctageinsi Ibaue und den : «tennevieres» der Schweizer Seen, sowie den irländischen «Crannoghs eine grosse Aehnlichkeit herrscht, und dass sie in die gleiche Epoche zurückreichen. Die Briquetagen der Seille können also kein Römerwerk sein. Sehr frühzeitig von der Urbevölkerung unseres Landes begonnen, wurden sie möglicherweise von den Nachkömmlingen jenei und von ,\m dar.ut folgenden Galliern und ( .allo-Römern forlgesetzt; und wenn sie auch ursprünglich vielleicht nur einfache Zufluchtsstätten waren, so ist doch anzunehmen, dass sie sich schnell zu wichtiger Centren in Verbindung mit der Gewinnung und dein Vertrieb des Salzes umgestalteten. Denn unter der ganzen Gegend liegen mächtige Salzlager, von denen (Jucllcn aufsteigen und seit unvordenklichen Zeiten eben inmitten jener Inseln ausgesotten wurden. - Die von Dr. Ancelon aus Dieuze über dem Briquetage gefundenen Geweihe waren keine Rennthicr-, sondern gemeine Hirschgeweihe - Aus der Hallstatter Periode wurde ganz in der Nähe des Briquetage ein bemerkenswerther Grabfund gemacht mit Beigaben aus Gold: Arm-und Halsringen I etc. (Vgl. Morville b. Vic). Das Briquetage ist als geschichtliches Denkmal zur Erhaltung bestimmt. (Nachschrift [vom Muscumsdirektor Keunc in Mctz|. Die letzten Ausgrabungen (Sommer 1901) bei Salonnes, M o v en vic, M . i-sa I und besonders bei Burthecourt scheinen die Vermin h-ung zu bestätigen, dass die aus Ziegelstücken (Bruchstücken von Stangen und Platten sowie Stützen', Topfscherben u a zusammengesetzten Massen des sogenannten Briquetage die Reste einer industriellen Anlage sind, welche mit Feuer ai-beitete. Die Ziegelstücke sind die Reste von zusammengestürzten Gerüsten, die wahrscheinlich zum (.radieren der Soole mit Beihilfe des Feuers dienten Die gleichzeitig gefundenen Reste von grossen G c fassen legen die Annahme nahe, dass in diesen die concentrirte Soole abgedampft wurde. Die aufgedeckten Anlagen bei Burthecourt gehören der Hallstattzeit (etwa 800-400 v. Chr.) an, die Dicke des Briquetage ist hier auf 7 m festgestellt. Die Grabungen erreichten hier an einer Stelle die Tiefe von 7,55 m, wovon 50 cm obere angeschwemmte Schicht über dem Brique-j tage; etwa 4 m tief musste mit der Pumpe gearbeitet werden, | da heute das Grundwasser der Seille zu bekämpfen ist, wo vor 2500 Jahren noch mit Feuer gearbeitet wurde. Das Bett der Seille hat sich seither so sehr gehoben.) - Römische Zeit. M. war einst ein römischer Vicus an der Militär- Strasse Metz-Strassburg, welche hier durch das sumpfige Thal über das Briquetage durchführte. Ausser einem 1842 gefundenen interessanten Denkmale 'einem dem Kaiser Claudius im Jahre 44 n. Chr. von den Vicani Maros.tl-lenses gewidmeten Votivsteine) und ausser römischen Kupferschmelzöfen ist bis jetzt nichts Bemerkenswerthes in M. selbst aufgefunden worden. - Aus dem Mittelalter sind in der Umgegend an mehreren Orten Mero- 1 wingische Gräber mit Waffen und Steinsärgen aufgedeckt : worden. Zu erwähnen oleiben noch eine Elfenbeinsculptur, I Fragment einer Darstellung der Taufe Christi, und zahlreiche Bischöfliche und Lothringische Münzfunde - Pfarrkirche. Früher Collegialkirche mit romanischen Resten des 12. Jhdts.; stellt eine durch die Gothik umgebaute Basilika aus der Zeit des romanischen Uebergangs dar. Chor gothisch. In der Kirche Reliquiar aus weissem Sandstein in der Gestalt einer fünfschiffigen gothischen Kirche, reich decorirt.ausdem 14. Jhdt. Grabdenkmal eines Grafen von Salm und seiner Gemahlin, wahrscheinlich aus der Abtei Salival gebracht und mehrere Inschriften. Kirche und Reliquienschrein sind als geschichtliche Denkmäler zur Erhaltung bestimmt. |