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Show 672 Metz. Jahn- 1284 wurde die Leproserie St. Nicolaus unterstellt und 1525 ihm völlig überwiesen. 1365 beim Einfall der Engländer zerstört, ebenso nach dem Wiederaufbau 1552. Heute Ruine. (Romanische Reste), Litt er.: Hist. de M. II, 123, OOS; III, 87. L. Larchey, Mem. hist. sur l'hö-pital S. Nicolas p. 40. K r a u s III. 851 (S. Privat). Stünkel Geschichtl. Streifzug 35. - Spital St. Nicolaus (Hospi-talis Metensis in novo suburbio 1206, hosp. S. Nicolai in Burgo novo in Metis 1210, L'hospital S. Nicoulay, le grand ospitaul, le neuf hospital du Champ ä Seille on Neufbourg, in der heutigen Brunnenstrasse ursprünglich an einem Stadt-thore (der frühmittelalterlichen Stadt gelegen, ist von der Stadt M., resp. von einigen wohlthätigen Bürgern gegründet worden. Die erste urkundliche Erwähnung in einer Bulle Innoccnz III. v o m Jahre 1206 ; es existirte nach dieser Urkunde aber schon unter den Vorgängern Bischof Bertrams, also wenigstens seit der zweiten Hälfte des 12. Jhdts. Ein wesentlicher Theil seiner Einkünfte bestand in dem vom Bischof Conrad 1222 verliehenen Rechte auf das beste Gewand eines jeden im Archipresbv terat M. Verstorbenen. Die Verwaltung stand der Stadt zu. A n der Spitze ein Gouverneur und zwei, später vier Maitres de l'HOpital. Auf die Vorstellungen des Bischofs Georges d'Aubusson und des Intendanten de Morand über Missbräuche erliess Ludwig XIV. eine neue Spitalordnung. Die Verwaltung verblieb jedoch der Stadt. - Von den älteren Bauten ist noch ein schönes spätgothisches Portal mit der Jahreszahl 1014 vorhanden. Litter.: Hist. de M. II, 420 ff; L a r c h e y , Mem. hist. sur l'hopital S. Nicolas de M. M. 1854 (Auch Mem. de l'acad. de M. 1852/3 173 ff). Bouteiller, Bull, de la soc. d'archeol. de la Mos. IV, 261. Ueber das Portal Prost, Bull, de la soc. d'archeol. VI, 28.- L e petit S.Jean oder au C h a m bre, Johanniter-spital a m heutigen Kammerplatze gelegen. Erste urkundliche Erwähnung in einer undatirten Schreinsrolle des 13. Jhdts. S. auch -Johanniter-. - H o p i tal du Pontiffroy war 1222 im Bau und war in seinen Einnahmen wesentlich auf den Zoll des gleichzeitig gebauten Pont Tiffroy angewiesen ; unterstand der städtischen Verwaltung. - Höpi-tal de Porte Mozelle, erwähnt seit 1267. Das im 17. Jhdt. existirende Spital S. Jacques in der Boucheric S. Georges ist wohl mit dem alten Krankenhause identisch. Spital S. Jacques wurde später nach Pont de la GrCve (Sandplatz übertragen und 1728 mit St. Nicolaus vereinigt. - Hospice de la trinite (St. Elisabeth) gegründet 14o4 durch den Kaufmann Jean Boivin. W a n n es aufgehoben wurde, ist unbekannt; das Haus ging an die Schwestern de S. Jacques und später an die de la presentation de Notre- D a m e über. S. Ste. Elisabeth. III. O e f f e n t l i c h e P r o f a n b a u t e n und S a m m lungen. Bezirkspräsidium. 1806 an Stelle des alten Hotel del'Intendanccdas im Bau 1744 beendet war und 1803 am 13. Okt. niederbrannte, erbaut. Chabert, Hotel de la Pre-fecture. (Revue de Metz 1872, p. 120.) - D e u t s c h e s Thor, zeigt noch die Anlage der sogenannten Chäteaux. Die Anlage besteht aus einem inneren und einem äusseren Thore, die von je zwei Thürmen Hankirt sind und zwischen sich die von rechts und links von gothischen mit Wehrgang versehenen Bauten eingefasste Durchgangsstrasse einschliessen. Zwischen den vorderen wie den hinteren Thorthürmen war ein Fallgitter. Die der Stadt zugekehrten Thürme gehören in ihren ältesten Bestandteilen noch der ältesten Stadtbefestigung, d. h. dem 13. Jhdt., an, während die nach Norden flankirenden Arkaden ebenso wie die äusseren Thürme 1445 durch Maitre Henry de Ranconval ausgeführt worden sind. Die Innenbauten der Südseite sind Bauten des 19. Jhdts. Bis 1892 war jenseits der über die Seille führenden Brücke noch ein drittes Thor, das der Vauban'schen Bauperiode entstammte. U m den Verkehr zu erleichtern, wurde dasselbe abgebrochen und gleichzeitig der Wall seitlich des Thores niedergelegt. Das alte Thor wurde bei dieser Gelegenheit j renovirt, wobei die Stadtseite mit einem zinnenbekränzten Bogen und einer Anschlussmauer verkleidet wurde. Bull. de la soc. d'archeol. de la Mos. IL 87, 119, IX, 101. C h a bert, Mem. de l'academie de Metz 1855/56, p. 251. Ders., Revue de Metz 1872, p. 97, ebd. 168. B o u l a n g e , Metz au moyen äge. (Austrasie IV, 1.) Chabert, Austrasie VI, 58, 423. - Justizpalast, auf der Esplanade ursprünglich (1776) als Gouverneurspalast nach Plänen von Clairisseaux erbaut; im Jahre 1790, als der Bau beinahe fertig war, zum Nationaleigenthum erklärt und zuerst als Verwaltungsgebäude für das Moseldepartement, dann seit Anfang des 19. Jhdts. als Justizpalast verwandt. - Stadthaus, auf dem Paradeplatz gelegen und nach Plänen Blondels in den Jahren 1766-1781 von Gardeur Lebrun erbaut. Die Facade zeigt antikisirende Renaissanceformen. Zu gleicher Zeit mit dem Stadthause wurden nach gemeinsamem Plane die übrigen den Paradeplatz umgebenden Häuser errichtet. Auch vor der Kathedrale erhoben sich bis in die 70er Jahre des 19. Jhdts. entsprechende Bauten, die als Cafe's, Verkaufsläden etc. dienten.- Theater, 1738 nach Plänen des Architekten Oger erbaut. - Privathäuser. Trinitarierstrasse Nr. 1 bis: Hotel S. Livier. der Uebergangszeit angehörig, mit romanischen und frühgothischen Fenstern. Die Vorderfront sowie der mächtige Thurm haben Zinncnbekrönung. Altes Patrizier-i haus, das auch derVertheidigung dienen sollte. Seitdem lö.Jhdt. im Eigenthum der Familien Raigecourt und Gournay; heute in städtischem Besitz. Spies sgasse Nr. 7: Hotel de la ville de Lyon. MächtigergothischerZinnenhaudes 14. Jhdts.; war wohl Kommanderie der Antonisten, später für die Baudebrüder und die Nonnen von S. Pierre. Brunnenstrasse Nr. 21: Gothischer Zinnenbau des 14. Jhdts., der Familie de Heu gehörig. L a s alles t rasse Nr. 13: Reste mit schönen gothischen Fenstern des der Familie Beaudoche ursprünglich gehörigen Herrschaftshauses. Brunnenstrasse Nr. 19: Spätgothischer Bau, von dem auch noch der Thorweg und im zweiten Obergeschoss ein schöner Baldachin erhalten ist. Bankstrasse Nr. 9 und 11: Hotel Gargan; spätgothischer Bau; im Obergeschoss des Hauses Nr. 9 gekuppelte Rundbogenfenster der Renaissance zeit. L u d w i g s p l a t z : Häuserreihe mit Laubengang, aus verschiedenen Perioden stammend bis zurück in diegothische Bauzeit. Speicher an der Geisbergstrasse. Hoher Zinnenbau mit der Jahreszahl 1536, dient heute als Speicher und war wohl auch als solcher erbaut. W a g n e r p l a t z Nr. 4: Renaissancehaus mit interessanten Thiei sculpturen. G o l d s c h m i e d s t r a s s e Nr. 33: Hinterhaus. Gothik und Renaissance. Ueber den Kreuzstöcken der Fenster Medaillons mit gut ausgeführten Büsten; über der Thüre Relief: Männer mit Löwen kämpfend. - Das M u s e u m . Die Anfänge der Gründung gehen auf das Jahr 1822 zurück. 1872 wurde sodann die jetzt bestehende monumentale Halle vollendet. Das Museum umfasst: 1. Eine Sammlung von Alterthümern. 2. Eine Münzsammlung. 3. Eine Gemäldegallerie. 4. Eine naturwissenschaftliche Sammlung. Das Hauptverdienst um die Gründung des Museums hat die Academie de Metz sowie die Societe d'areheologie et d'histoire de la Moselle. Als die letztere einging, hat zunächst der ^Verein für Erdkunde» und sodann die 1888 gegründete Gesellschaft für lothringische Geschichte und Alterthumskunde für die Sammlungen weiter gesorgt. Vor einigen Jahren hat die Stadt einen Konservator ernannt. - I. Die Alt erthümer, welche im Bezirk Lothringen und der Stadt Metz gefunden wurden und werden, haben im Museum Aufstellung gefunden. Die hervorragendsten sind folgende: Eine Sammlung von Steinwaffen und Werkzeugen, die im Seillethalc in der Nähe von Vic gefunden worden sind. EinDe- 1 potfund von Bronzeringen, Ketten, Schmuckstücken aus der ; Bronzezeit, gefunden bei Nieder-Jeutz. Das Mythräum von Saarburg. Zwei Altäre, der Nantosvelta und dem Sucellus geweiht, von Saarburg. Die Mertener Säule mit dem Gigantenreiter. Der Torso einer herrlichen, aus Marmor gearbei- |