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Show 44 Ausser-Dorf - Avigy. Finstingen, später von Lothringen als Domäne erworben. 1875 und 1880 2,6 ha an die Reichseisenbahnverwaltung abgetreten. Ausser-Dorf, Wir. (Gde. Tagolsheim, Ka. u. Kr. Altkirch, O.-E. i. 41 E. 11 Hsr. - Der Name A. ist ganz neu. A., in dem Kirche und Pfarrhaus der Gde. Tagolsheim liegen, ist der Rest des Dorfes Rolingen (s. d.i. das 1441 eine Pfarrei des Dekanates Sundgau bildete Den Kirchensatz hatten die Freiherren v. Plirt zu Carspach. Aussergraben s. Larg 25. Ausserschluth s. Waschbach 7. Aussicht, Zur schönen, s. Schönen Aussicht, Zur. Austrasien. Austria, Austrasia, Austrasien, I Oostrich, Osterreich, Ost r ile nannte man unter den Merowingern den Theil des fränkischen Reichs östlich von Ardennen und Maas bis zum Rheine. Die Ardennen mit dem westlichen Grenzlande und die Vogesen wurden von Austrasien abgetrennt, als König Chlotar IL von Neustrien 622 Austrien seinem Sohne Dagobert überliess. Hauptort des Landes war Metz (unter Karl dem Grossen Aachen). Vorübergehend, unter der Herrschaft des Königs Sigbert (561- 5751 war Reims Hauptstadt von Austrasien. Gegenüber dem überwiegend romanischen Neustrien hatten diese Landschaften eine nach Stämmen und Sprachen gemischte Bevölkerung. Der Name entstand nach der Theilung des Reichs unter den Söhnen Chlodwigs 511 für den Theil des Königs Dietrich; es waren die von den Ripuarischen, nicht von den Stilischen Franken eroberten Stromgebiete der Mosel und der Maas, wo auch Ripuarisches Recht galt. Der Name Austrasien wurde ersetzt durch den Namen regnum Lotharii oder Lotharingia, weil bei der Theilung von 855 ; auch Stücke von Neustrien und von Burgund mit Austrasien j vereinigt wurden, auf welche dieser Name nicht anwendbar i scheinen mochte. Dux Austrasiorum wird 840 Graf Adalbert von Metz und Dux Austrasiae wird der unter Karl dem j Dicken in Lothringen thätige Heerführer, Graf Heinrich, t ss'>. genannt, desgleichen der Günstling Karls des Einfältigen, Hagano: Dux Atistriasorum. In späteren Chroniken wird der Name Austrasien für Lothringen noch vielfach j gebraucht. Herzog Karl III. von Lothringen (1545-1608), der j seinen Besitz durch Erwerbung von Gebieten des Bisthums Metz ansehnlich vergrösserte, trug sich mit der Absicht, i sich den Königstitel von Austrasien beizulegen, welchen ihm die eigenen L'nterthanen vielfach gaben; er glaubte auch während der Hugenottischen Wirren seinem Hause die Thronfolge in Frankreich sichern zu können, worüber j 1593 lebhaft verhandelt wurde. Auch Herzog Karl IV. (1625 -1670), obwohl seines Landes beraubt, träumte von der Wie- j derherstellung eines Königreiches Lothringen oder Austra- , sien; lo34 liess er Gedächtnisspfennige in Deutschland | schlagen mit der Legende Carolus Rex Austrasiae und mit dem Motto: «Habeo et habebo» und 1649 liess er auf einem Turnierfeste-, das er der Stadt Brüssel gab, seine Ansprüche auf ein wiederherzustellendes Königreich Lothringen durch Bannersprüche kundgeben Auch Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz (1650-1680) hielt sich und sein Haus für ausersehen, eine Herrschaft Austrasien zu gründen. Die Erinnerung an den alten Namen Austrasien wurde wieder geweckt, als Herzog Leopold von Lothringen beim Kongresse im Haag (1709) vorstellig wurde, dass man sein Herzogthum durch dtis Barrois mouvant, die Bisthümer Metz, Toul und Verdun und die Freigrafschaft Burgund vergrössern möge. Auch in der Litteratur des 19 Jhdts., vor und nach 1870, kam man hei Vorschlägen, ein neutrales Zwischenland zwischen Frankreich und Deutschland zu gründen auf den Namen Austrasien zurück. Digot, A . Hist. de Lorraine. Nancy 1880. Huguenin, Brunechild et les Austrasiens. Premiere etude sur l'hist. d'Aus-trasie. Metz 1834. Suhl je, Die Entstehung und Bedeutung des VerdunersVertrages.Leybachl876.Egger,A.,ZurGeschichte des Vertrages von Verdun. Olmütz 1855. Longnon, Atlas historique de la France. Paris 1884-1889. Digot, Histoire du royaume d'Austrasie. Nancy 1863, 6 Bde. Fustel de Coulanges, Les transformations de la royautg pendant l'Cpoque carolingienne. Paris 1893. Huguenin A., Hist. du -royaume merovingien d'Austrasie. Metz 1862. Austrasiae reges et duces epigrammatis per Nicol. Clem. Trelaeum descripti Coloniae 1591. 8. [dPr.] Au w runz s. Lauch 27. A u x (frz.) s. die Hauptnamen, z.B. A u x Eaux s. Eaux, Aux. Avancy, Df. (Gde. Ste. Barbe [s. 1810], Ka. Vigy, Kr. Metz, L.). 00. E. 20 Hsr. - Aivencey 1404; ma. Vänci. - Vor 1810 selbständig und s. 1790 zum Ka. Haiss, s. 1792 zum Ka. Vry, s. 1802 zum Ka. Vigy gehörig. War Dorf des Pays Messin (Haut-Chemini, Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit. Es sind folgende Besitzer bekannt: 1404-1417 de Vy, 1485 de Heu, 1600 Jolain, 1047-1065 Michelet und Ladrague, dann zur Hälfte das Kloster de la Visitation in Metz, zur Hälfte Boudat (1683-1780); \788 d'Eschal-lard. Avancy wurde 1681 von der Pfarrei Retonfey getrennt und mit der damals errichteten Pfarrei Ste. Barbe vereinigt. Avenheim, Df. iKa. Truchtersheim [s. 1790] Landkr. Strassburg, U.-E.). 175 E. 35 Hsr. (10 GRe.) - AG. Truchtersheim (5,3); Strbst. Truchtersheim (5,6). - 220m. - Auenheim 1243; ma. Afne. Auch «Avenheim am guten Brunnen» genannt, wegen der Ulrichsquelle (s.d.). - Ortseinnehmerei StEBez. Truchtersheim. Armr. (s. 1866). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Truchtersheim (s. 1808) Schutzheiliger hl. Ulrich (4. Juni). Wallfahrtsort (vgl. Ulrichsquelle). Für die Wallfahrer jeden Samstag eigener Gottesdienst. A. gehörte zu den 28 Dörfern der «Grafschaft» (s. d.), welche seit 1236 nach langem Streit zur Hälfte dem Bisthum Strassburg, zur Hälfte dem Reich gehörten. 1357 erwarb das Bisthum durch Kauf auch die dem Reich zustehende Hälfte von Kaiser Karl IV. A. gehörte zum bischöflichen Amte Kochersberg. Ein adliges Geschlecht von A. 1330 erwähnt (Wilhelm v. A.i. - Kirchlich gehörte A. zum Landkapitel Betbur. Im 15. Jhdt. war es Filiale der Pfarrei Willgottheim, seit Ende des 17. der Pfarrei Neugartheim, 1787 selbständige Pfarrei. Kirche 1737 gebaut, an Stelleeiner älteren Kapelle. 1806-09 abermals durch Neubau ersetzt. 2|3 des Zehnten besass 1243 der Hohe Chor des Domstifts Strassburg, » ,3 die Abtei Schwarzach. A. ist besuchter Wallfahrtsort. Die Schwefelquelle (Ulrichsquelle, s. d.) soll der Sage nach durch ein Wunder des hl. L'lrieh, Bischofs von Augsburg (10. Jhdt.) entstanden sein. Auf diese Wunderthat führt die Legende auch die Gründung des Dorfes zurück. - Bronze- Funde. Romanischer Kirchthurm mit spätgothischer Custodia. Litter.: A.J. H., A. am guten Brunnen. (Vog.-Al. 1899, Xr. Avenheimerbaechel s. Süffel 6. Aveu, Ban, s. Jouy-aux-Arches. Aviats, les, aus dem Grenzkamm (bei Grenzstein 2481) nach O. vortretender Bergrücken, 803,7 m; von den Umwohnern Haut du Schnarupt nach dem Weiler gleichen Namens genannt, womit auch die südlich davon gelegene Höhe Hochbrunn, franz. Haut-Fontaine bezeichnet wird ; sw. Urbeis (Ka. Weiler, Kr. Schlettstadt). Avigy, Hf. (Gde. Pournoy-la-Grasse, Ka. Verny, Kr, Metz, L.). 10 E. 1 Hs. - Averzei 1210; Averze i 1239; ma. Ävogi. - War Hof des Pays Messin (Saulnois), ehemals Dorf und Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit. Schon 1210 im Besitze der Abtei St. Clemens bei Metz, die den Hof bis zur Revolution behielt. Die Vogtei, welche Lehen des Bisthums war, wurde durch letzteres von dem damaligen Lehensträger, Gerhard von Luttingen, erworben, und mit dem Abteigute vereinigt. Das Dorf, welches 1404 zerstört wurde, bestand seither nur noch aus einem Hofe. Avigy war früher Annexe der Pfarrei Orceval, dann von Pournoy-la- Grasse, seit 1804 gehört es zur Hülfspfarrei Sillegny. Die Zehnten hatte dort die Abtei St. Peter in Metz. |