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Show Lichtenberg - Lichteneck. 573 tels Oberhagenau mit Filialen Rothbach und Reipertsweiler, zu denen im 18. Jhdt. noch Offweiler kam. Den Kirchinsatz hatte der Fürstbischof von Strassburg. Das Schloss L. (Bergfeste, Gesch. Dkm.), Stammsitz ' des nach ihm benannten grossen elsässischen Dynastengeschlechtes (s. d.), schon 1260 erwähnt, vom Bischof von Metz zerstört, zu Ende des 13. Jhdts. vom Strassburger Bischof Konrad von Lichtenberg wiederhergestellt und wahrscheinlich seit dieser Zeit bischöflich strassburgisches Lchfn, war im Mittelalter Residenz der Herren von Lichtenberg. Nach deren Aussterben (1480. blieb die Burg gemeinsamer Besitz der Erben Zweibrücken-Bitsch und Hanau-Lichtenberg, 1570 ging sie an letztere über; Philipp IV. von Hanau baute sie 1580 auf seine Kosten neu und liess sie durch Spcckel besser befestigen. Ib77 wurde sie von den Franzosen belagert und erobert, 1680 aber wieder in Stand gesetzt. Zur Sicherung von L. sollten 1840 in Lemberg und auf dem Dreispitze je ein Fort erbaut werden; doch ist dieses Vorhaben nicht ausgeführt worden. 1870 wurde die Bergfestung durch ein vvürttembergisches Corps, dem sie die LT-bergabe verweigerte, a m 9. Aug. beschossen und theilweise in Trümmer gelegt. A m 10. Aug. kapitulirte die Besatzung. Im Schloss eine Kapelle .Wallfahrtsort) aus dem lo. -17. Jhdt.; ebenso i alt sind mehrere Gebäude und der Schlossbrunnen. Grabschrift aus dem Anfang des 16. Jhdts., auf einen Grafen Philipp zu Hanau. G e m e i n d e w a l d < Oberförsterei Ingweiler i 233,7 ha. 200-415 m über dem Meere. Vogesensandstein. Kiefer, Buche, Eiche, Fichte, i Der grössere Theil des Gemeindewaldes, die Distrikte Dietrichskopf und Kellnerseck, schon seit lange im Besitze der Gde. (Nichts näheres darüber bekannt.. Der Distrikt Allmend ist durch Kantonnirung als Ablösung für Berechtigungen, die L. früher besass, vom Staatswalde Reipertsweiler der Gde. zugetheilt worden. Lichtenberg, Grafschaft. Das nach dem Schlosse | Lichtenberg benannte Geschlecht der Herren von Lichtenberg war eins der mächtigsten Dynastenge-schlechter im Elsass und legte den Grund zu dem grössten weltlichen Territorium im Unterelsass, der späteren Grafschaft Lichtenberg. 1207 wird der Strassburger Domherr Rudolf von L. erwähnt. Im Laufe des 13, Jhdts waren zwei Lichtenberg Bischöfe von Strassburg, Konrad (1273-99 und Friedrich (1299 bis 1306), von denen besonders der erstere von hervorragender Bedeutung war. Auch der dritte Strassburger Bischof aus dem Hause Lichtenberg, Johann IL . 1353- (5 , nimmt in der Geschichte der Strassburger Kirche einen ruhmvollen Platz ein. Die weltlichen Glieder des Geschlechtes verstanden es, den Besitz ihres Hauses zu mehren. Die Grundlage ihres Territorialbesitzes bildeten die zahlreichen : Dörfer, die sich um die Städtchen Buchsweiler und Ingweiler gruppirten, und die ehemals der Abtei Neuweiler gehört hatten, jedoch mit der Vogtei über dieselbe allmählich in den Besitz der L. gelangten. Dazu kamen Reichslehen (Pfaffenhofen mit Umgebungi, Lehen von Murbach, Lothringen, vom Bisthum Strassburg und zahlreiche durch Ankauf erworbene Allode. Die Haupterwerbung des 14. Jhdts. war jedoch der Ankauf eines Theiles des reichen landgräflichen Territoriums aus den Händen der Landgrafen von Werd (1332) (meist Reichslehen, darunter der Hattgau und Brumathi, der mit einem Schlage das lichtcnbergische Territorium fast verdoppelte. Ferner wurden im 15. Jhdt. noch die Herrschaften Oberbronn und Niederbronn erworben. Dieser ganze lichtenbergische Hausbesitz war u m die Mitte des 15. Jhdts. in 10 Aemter eingetheilt: Buchsweiler, Ingweiler, Pfaffenhofen, Brumath, Wörth, Offendorf, Hatten, Oberbronn, Wolfisheim und Westhofen, wozu als elftes noch das rechtsrheinische (badische i A m t Lichtenau hinzukam. 1158 erhielt der letzte L.. Jakob, v o m Kaiser den Grafentitel. 1480 starb das Geschlecht aus. (Jakob von L. starb in Ingweiler und wurde in Reipertsweiler begraben.) In die Erbschaft theilten sich die Schwiegersöhne des letzten L., Graf Philipp von Hanau und Graf Simon Weckar von Zweibrücken- Bitsch. Hanau erhielt die Aemter Buchsweiler, Hatten, Pfaffenhofen und Westhofen und führte seitdem den Titel Graf von Hanau-Lichtenberg, an Zweibrücken kamen Brumath. Ingweiler, Oberbronn, Offendorf und Wörth. Die Burgen Lichtenberg, Hüneburg, Winstein und Arnsberg blieben gemeinschaftlicher Besitz. Als dann 1570 auch die Zweibrücken ausstarben, kam der ganze Besitz derselben (mit Ausnahme von Oberbronn, das 1541 durch Heirath an Leiningen gekommen war), vermehrt durch die 1485 von Zweibrücken erworbene Herrschaft Ochsenstein, an den Grafen von Hanau-Lichtenberg, den Schwiegersohn des letzten Zweibrückers, der somit fast den ganzen lichtenbergischen Besitz wieder vereinigte und nun auch in den neu erworbenen Besitzungen die Reformation durchführte, die er in seinen alten schon 154b eingeführt hatte. Seit diesem Besitzübergange wurde das Gesammtgebiet meist H a n a u - L i c h t e n b e r g genannt. Die alten lichtenbergischen Aemter blieben bestehen, es kamen nur noch A m t Lemberg und das rechtsrheinische Amt Willstett hinzu. Das Amt Niederbronn ging nach langem Prozess 17o9 an die Leiningen'schen Erben verloren. - Hanaulichtenbergische Lehen (meist an Reichsritter verliehen) waren: Fegersheim mit Ohnheim, Irmstett, Müttersholz mit Schloss Ehnweyer und Wir. Niederrathsamhausen, Wibolsheim mit Schloss Knobeisburg, Winzenheim, Schloss Löwenstein und Keffenach. - Hauptstadt des hanau-lichtenbcrgi-schen Landes (noch heute Hanauer Land genannt) und Sitz der weltlichen und geistlichen Behörden war Buchsweiler (s. d.). Ib80 wurde das ganze elsässische Territorium der Grafen mit Frankreich reunirt. - Der letzte Graf von Hanau-L., Johann Reinhard, starb am 25. März 173b. Einziger Erbe wurde sein Schwiegersohn, der Erbprinz von Hessen-Darmstadt, dessen Nachkommen das Land bis zur Revolution besassen. Litt er.: Charte der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nürnberg, Grattenauer [18. Jhdt.J. C h u q u e t , A„ Phalsbourg et les forts des Vosges en 1814. (Annales de l'Est rmo, 2.) Erich , Adolf, L. (Stimmen aus dem Elsass I, 1893, S. 172-173, 180-181. Grupe, Ed., Neue Beiträge zur Geschichte des Hanauer Landes. Progr.-Beil. d. Gymn. in Buchsweiler. Strassb. 1897. K[assel, Aug.], Aus dem alten Hanauerland. (Ev.-prot. Kirchenbote XXII u. XXIII.) 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