| OCR Text |
Show Buchsweiler - Buchwald. 115 Unterthanen arg bedrückte, fortzuschicken. 1444 lagerten | bei B. die «Engländer» und verheerten die Umgegend. 1525 März 6 wurde B. von den aufrührerischen Bauern erobert und geplündert, 1638 desgleichen von den Kroaten, nachdem es 1633 einer Belagerung durch die Kaiserlichen widerstanden hatte. 1793 Nov. 18 wurde B. von den Franzosen geplündert. - B. hatte vor der Reformation ein Rektorat, Plebanat, Primissariat und eine Kaplanei St. Alartin. Patronatsrecht und Zehnten besass von jeher die Abtei Neuweiler (Bestätigung Papst Alexanders III. von 1178), die übrigens auch einen Dinghof zu B. besass. 1540 wurde die Reformation in der Schlosskapelle, 1542 auch in der Stadtkirche eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei mit Filialen Riedheim, L'tt-weiler und Niedersulzbach. Die Kirche 1613 erbaut. Seit Ende des 17. Jhdts. war B. auch kath. (königl.) Pfarrei mit Filialen (in denen allerdings z. Th. wohl kaum Katholiken waren) Bosseishausen, Gottesheim, Imbsheim, Niedersulzbach (bis Alitte des 18. Jhdts.), Obermodern, Prinzheim, Riedheim und Uttweiler (Landkapitel Hagenau). Den Kirchensatz hatte der Bischof von Strassburg. - Alte jüdische Gde., schon 1322 erwähnt (Begräbnissplatz in Ettendorf). Rabbinat s. der 2. Hälfte des 17. Jhdts. - Ein Rittergesehlecht von B. mit Rudegerus 1157 zuerst erwähnt, ausgestorben im 14. Jhdt. - B. liegt an einem Keltenwege von AVasselnheim nach Ingweiler, im Kreuzungspunkte mit einem solchen von Obermodern ins Graufthal. Westlich von Buchsweiler Tumuli der Hallstatt- und La Tene-Zeit. Römische Funde. - Kath. Kirchthurm, 3 Stockwerke aus dem 12. Jhdt., oben 15. Jhdt.; evang. Kirche 1613 erbaut. Der Thurm z. Th. älter. Rathhaus und mehrere Privatgebäude, auch Brunnen, aus dem 17. Jhdt. In B. sind geboren folgende bekannte Alänner. 1. F. J. Bast, klassischer Philologe, 1772-1*11. 2. Christoph AVilh. von Koch (1737-1813i, Schüler Schöpflins, Prof. des Staatsrechts in Strassburg, 1780 durch Kaiser Joseph geadelt, 1787 Rektor der Universität daselbst, Verfasser von geschichtlichen und rechtswissenschaftlichen Werken, Mitglied der franz. Nationalversammlung, in welcher er sich für die Entschädigung der linksrheinischen Reichsstände nach Aufhebung der Feudalrechte bemühte sowie durchsetzte, dass die prot. Kirchengüter nicht vom Staate eingezogen wurden, auch stimmte er gegen die Absetzung des Königs und gegen den Krieg mit Oesterreich; später als Staatsrath in Paris 1802-1808, er starb in Strassburg als Ehrenrektor der dortigen Adademie. 3. Franz Christian Lerse, Goethes Tugendfreund und Strassburger Tischgenosse (1749-1800). 4.Frz.Balth. von Lindern (1682-1755), Arzt und Botaniker. Gemeinde wald (Oberförsterei Buchsweiler) 178,5 ha. (Eichen.) Alter Besitz der Gde. Litter.: Deiss, Dominique, Essai d'une topographie de la ville de Bouxviller. Diss. Strasbourg 1828. Grupe, E., Aus Buchsweilers Geschichte zu Ende des vorigen Jhdts. 1788-1795. Programm des Gymnasiums in Buchsweiler. Strassburg 1896. 4<>. Ders., Neue Beiträge zur Geschichte des Hanauer Landes in hessischer Zeit. 17*9-1792. Progr. Strassb. 1897. Höf fei, Bericht über den Bau des Spitals und Zufluchtshauses zu Buchsweiler. Alit Ansicht und Grundriss. Strassb. 1881. Klein, Theod., Das Städtchen Buchsweiler und die Bergfeste Lützelstein. Mülhausen 1858. Rathgeber, J., Der letzte deutsche Fürst von Hanau-Lichtenberg, Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Strassb. 1890. R i s t e 1 h u b e r, P., Le marche aux domestiques k Bouxviller. (Revue des Traditions populaires VIII, 1893, S. 219.) Stöber, Aug., Der Buchsweiler AVeiberkrieg, 1462. (Als. II, S. 10-18.) Buchsweiler, hanau-lichtenber gisches Amt, umfasste die Orte: B., Bosseishausen, Dürningen (z. Th.) Dunzenheim, Ernolsheim, Geisweiler, Gimbrett, Gottesheim, Griesbach, Hattmatt, Hohatzenheim, Hohfrankenheim, Imbsheim, Issenhausen, Kirweiler, Alelsheim, Alenchhofen, Niedersulzbach, Prinzheim, Reitweiler, Riedheim, Ringendorf, Uttweiler, AVickersheim, Wilshausen, AVöllcnheim und Zöbersdorf. Eine Anzahl dieser Orte sind 1 meist im 14. Jhdt. erworbene) AUodialgüter der Herren von Lichtenberg, einige wenige Reichslehen, der grösste Theil aber bischöflich Aletzische Lehen, die zumeist aus dem Besitz der Abtei Neuweiler stammten, die unter Aletzer Oberhoheit stand und deren A'ogtei tin die Lichtenberger gekommen war. Näheres vergl. bei den einzelnen Orten. 1 Niedersulzbach und Alenchhofen werden fälschlich als Allode angeführt ; sie waren Aletzer Lehen.) - Alit der ganzen Grafschaft Hanau-Lichtenberg kam auch das Amt B. 1736 an Hessen- Darmstadt. Buchsweiler, Kanton Kr. Zabern, L'.-E.c Der Kanton B. umfasst die Gemeinden: Bischholz, Bosseishausen*, Buchsweiler*, Büsweiler*, Griesbach*, Imbsheim*, Ingweiler, Kirweiler*, Alenchhofen, Alühlhauscn, Xiedermodern, Niedersulzbach, Obermodern, Obersulzbach, Pfaffenhofen, Riedheini*, Schalkendorf*, Schillersdorf, Uttweiler, AVein-burg, Zutzendorf und enthält auf 117,2314 qkm 2875 bewohnte Häuser etc mit 15553 Einwohnern. - Der Ka. B., 1790-95 zum Distrikt Hagenau, 1800-1870 zum Arrondissement Zabern gehörend, begriff 1790 - 1802 ausser den oben mit Sternchen bezeichneten Gemeinden noch Dossenheim, Eschburg, Ettendorf, Geisweiler, Grassendorf, Issenhausen. Lixhausen, Xeuweiler, Ringeldorf, Ringendorf, Schönburg, Zöbersdorf. Von letzteren gingen 1802 Dossenheim, Eschburg, Neuweiler und Schönburg in den Ka. Lützelstein, die übrigen in den Ka. Hochfelden über, dagegen kamen in demselben Jahre die oben nicht mit Sternchen bezeichneten Gemeinden hinzu und zwar sämmtlich aus dem Ka. Ingweiler. Buchsweilerbach s. 111 8. Buchsweiler Berg, 602 m, s. Buchsweiler, Ka. Pfirt, ortsüblich kurz «Der Berg» genannt. Der östl. davon gegen Oltingen gelegene Bergrücken heisst: «Hinter dem Berg», 524,2 m. Buchteren, Hsr. (Gde. Sulzern, Ka. Alünster, Kr. Colmar, O.-E.). 23 E. 5 Hsr. Acker und Scheuer im Bucht er 1560; 1702. Haus und Hof daselbst 1725. Buchwald, Fsths. (Gde. Dambach, Ka. Niederbronn Kr. Hagenau, U.-E.). 3 E. 1 Hs. Erbauungszeit unbekannt. Im Staatswald Buchwald (s. d.). Buchwald, Sennh. (Gde. LTbeis) s. Bocheney. Buchwald, Sennh. (Gde. AVasserburg, Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.). 1 Hs. Die Buchhalde 1441. Die Sennhütte um 1**2 erbaut. Buch wald. frz. Bochenez oder Bochene, 1128 m Kopf östl. des Weissen Sees, w. Urbeis, Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsweiler, O.-E. Buchwald, Staatswald (Gde. Dambach, Ka. Niederbronn, Kr. Hagenau, U.-E.). 413 ha. Oberförsterei Niederbronn. Forsthaus Buchwald (s. d.). (Eiche, Buche, Hainbuche, Esche, Bergulme, Rotherle, Aspe, Birke, Kastanie, Kiefer, Fichte, AA'eisstanne, Lärche, AVeymouthskiefer.) Buntsandstein. Alter Besitz der Abtei Sturzelbronn. 1789 zum Staatseigenthum erklärt. Durch Entscheidung des conseil de prefecture des Unter-Elsass vom 23. Alärz 1817 wurde das Recht auf AVeide und Alast der Gde. Dambach bestätigt. 16. Febr. 1861 an die Gde. Dambach 20 ha für ihre Rechte auf Holzbezug abgetreten. Buchwald, Staatswald (Gde. Thedingen, Ka. u. Kr. Forbach, L.). 173 ha. Oberförsterei Saargemünd. (Eiche, Esche, Berg- und Spitzahorn, Rothbuche, Hainbuche, Eisbeere, Birke, Aspe, Erle, Feldahorn.) Muschelkalk. Scheint Domäne der dem Bisthum Metz gehörigen, 1581 vom Herzogthum Lothringen erworbenen Herrschaft Homburg gewesen zu sein; die Grafen von Nassau-Saarbrücken haben ihre dortigen Rechte als Vögte von St. Arnual durch Verträge vom 15. Febr. 1766 und 30. April 1768 an Frankreich abgetreten. |