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Show Brumath. 139 1867 neues Spital erbaut; dem 1876 durch kaiserl. A'erordn. der alte Besitz wieder zugesprochen wurde. Vergrösserung beschlossen 1895.] 22 Betten für Kranke und Sieche; Grdbes. 9,15 ha.) Kath. Krankenhaus, s. 1853, Eigenthum der Niederbronner Schwestern v o m göttlichen Erlöser, 15 Betten (für Kranke und Pfründner).Kaiserin-Auguste-AMktoria-Haus, Hospital (gegr. 1896; Grundsteinlegung 29. Sept. 1896). 3 Apotheken (1 in der Bez.-Irren-Anst. Stephansfeld l. Kreisthierarzt für den Landkr. Strassburg. Armr. (s. 1820). Sparkasse (s. 1890, vorher Filiale von Strassburg). Schlachths (s. 1868). Krgv. (s. 1888). Verbds- Fw. (s. 1886, 5 Spritzen.) Landwirthsch. Verein. Viehzuchtgenossenschaft. Kath. Pfarrei I. Kl. (s. 1*67, vorher s. 1802 11. Kl.) Dekanat (s. 1802), umfassend die Pfarrei B. und die Hilfspfarreien Bernolsheim, Bilwisheim, Gambsheim, Geudertheim, Gries, Hördt, Kilstett, Kriegsheim, Alittelschäffolsheim, Alommenheim, Vendenheim, A\7anzenau, Weyersheim. Schutzheilige hl. Celsus und Nazarius (28. Juli). Filiale: Krautweiler. - Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1803 Sitz eines Konsistoriums (damals Inspektion Buchsweiler,dann Neue Kirche, s. 1876 St. AVilhelm), zu dem jetzt die Pfarreien Brumath, Eckwersheim, Geudertheim, Gries, Hördt und AVeitbruch gehören. Filiale der Pfarrei ist Kraut weiler (s. 1797, vorher selbständig). - Rabbinat s. Anfang des 19. Jhdts. Sprengel: B., Eckwersheim, Alinversheim, Alommenheim. Schwindratzheim, Wingersheim, AVittersheim. Synagoge (s. 1846, die vorhergehende s. Anfang des 19. Jhdts.). Jüdischer Friedhof (s. 1880). Fischerei. 3 Sandgruben, 3 Ziegelstein- und Kalkfabriken. Oelmühle. Hanfreibemühle. AVollspinnerei (Phil. Aletzgcr). 2 Lohgerbereien. Sägewerk (Höchstetter). Holzdreherei. Holz-schuhfabrik. 2 Getreidemühlen. Druckerei. Elektrische Beleuchtung. H a n d e l : Bauholz, Brennholz, Getreide, AVein, Taback, Hopfen, Bier, Branntwein, Mehl, Vieh, Papier. Buch - handlung (s. 1888). - Hausindustrie: Gänsemästerei und Leineweberei, auf eigene Rechnung. Tabackbau. Ende Juli und Ende Aug. je 2 Tage Krammarkt, ausserdem a m 2. u. 4. Alittwoch jedes Alonats Schweinemarkt. - Zeitung: Neuer Zornthaler Bote, 3 mal wöchentlich. Die römische Station B r o c o m a g u s zwischen Strassburg und Selz wurde 350 von den Alamannen besetzt, die jedoch 356 von Kaiser Julian vertrieben wurden. Ariele römische Funde. Im Alittelalter 771 zuerst erwähnt, als Ausstellungsort einer Urkunde für die Abtei AVeissenburg, die 772 und 816 auch als begütert zu B. erscheint. Unter den Karolingern war B. Königsgut und hatte eine königliche Pfalz. Entscheidend für die Geschicke von B. und Umgebung wurde es, dass König Arnulf den Ort 889 der Abtei Lorsch (bei W o r m s ) schenkte. Diese reiche und berühmte Abtei, deren Besitzungen zu B. und in den umliegenden Dörfern 953 durch eine Schenkung Ottos 1. vermehrt wurden, verstand es, allmählich auch einen Theil der Umgebung von B. mit den Dörfern Gries, AA'eitbrueh, Waltenheim, Krautweiler und Berstheim in ihre Hand zu bringen. Kaiser Otto IL hat zweimal in B. geweilt (977 und 979). Kaiser Otto III. verlieh im Jahre 1000 der Abtei Lorsch auch das Recht, eine Alünzstätte zu B. zu errichten. 1079 wurde B. sammt den obengenannten Dörfern vorübergehend den Grafen von Saarbrücken zu Lehen gegeben, 1110 dem Pfalzgrafen Gottfried und u m die Alitte des 12. Jhdts. dem Herzog AA7elf von Baiern (gest. 1191). 1196 verweilte Kaiser Heinrich VI. in B., 1507 Kaiser Maximilian. Als 1229 die Abtei Lorsch an das Erzbisthum Alainz kam, wurde auch B. mit umliegendem Gebiet Eigenthum des Alainzer Erzstifts. Als Lehen desselben war es im 13. Jhdt. im Besitz der unterelsässischen Landgrafen von AVerd. Diese verkauften es 1332 sammt den obengenannten Dörfern an die Herren von Lichtenberg; unter deren Herrschaft, 1336, wurde B., unter Einwilligung Kaiser Ludwigs des Baiern, zur Stadt erhoben und mit Mauern umgeben ; es erhielt 1347 von Karl IV. dieselben Privilegien wie Hagenau. 1375 widerstand es erfolgreich einem Angriff der Engländer, wurde aber 13S2 von den Strassburgern überfallen und geplündert. Die unruhigsten Zeiten für B. begannen jedoch erst, als die Herren von Lichtenberg die Hälfte der Stadt 1377 an die von Finstingen verpfändet hatten, deren Rechte dann schon 1386 auf die Grafen von Leiningen übergingen. 1389 liess Herzog Ruprecht von der Pfalz im Kriege zwischen dem Rheinischen Bunde und den schwäbischen Städten Burg und Stadt B., soweit sie noch lichtenbergisch waren, durch den Grafen Emich von Leiningen zerstören. Die Leiningen besassen 1420 bereits eine eigene feste Burg zu B., die Kronzburg genannt. Als jedoch 1451 der Graf von Leiningen und der mit ihm verbündete Ochsenstein in der Schlacht bei Reichshofen von den Lichtenbergern besiegt und gefangen genommen war, gelangte auch B. nach Einnahme und Zerstörung der Kronzburg wieder in den Besitz der Lichtenberg (Vertrag von Zabern, 1452c Nach Aussterben derselben, 1480, blieb B. zunächst in gemeinsamem Besitz der beiden Erben Zweibrücken-Bitsch und Hanau-Lichtenberg; 1522 jedoch kam es in den Besitz von Zweibrücken allein. Nach Aussterben der Zweibrücken, 1570, gelangte es dann an H a n a u - L i c h t e n b e r g , 1736 an Hessen-Darmstadt. Erst 1717 erwarb Hanau-Lichtenberg die Oberhoheit (dominium directum) über B. durch Kauf von Kurmainz. B. war Sitz eines hanau-lichtenbergischen Amtes (s. d.). - Ein Schloss zu B., 1720 v o m Grafen Reinhard von Hanau-Lichtenberg erbaut, von Christine von Sachsen, Aebtissin von Remiremont, bis 17.81 bewohnt, ist seit 1810 protestantische Kirche. 3 adlige Sitze zu B. waren 16.51 reichsritterschaftlich und waren im Besitz der von Botzheim, der von Hornburg und der von AVeitersheim. Ein Burglehen zu B. gehörte im 14. Jhdt. dem Strassburger Geschlecht der Sturm von Sturmeck. - 1592 9. Dez. wurde B. von lothringischen Truppen verwüstet, 1638 9. Juni von Kroaten geplündert. AA'eitere Plünderungen 1642,1644und 1674. 24. Sept. 1694 wurde B. von den ! Truppen des Alarkgrafen Ludwig von Baden überfallen und durch Feuer zerstört. 1793 Okt. war B. Hauptquartier des österreichischen Generals AVurmser, der jedoch a m 22. Nov. von den Franzosen unter Alichaud daraus vertrieben wurde. - Nach B. nannte sich im 12. und 13. Jhdt. ein Alinisterialengeschlecht. Später führten u. a. die Zuckmanlel den Beinamen von B., ausgestorben 17*1. - Kirchlich gehörte B. vor der Revolution zum Landkapitel Unter-Hagenau. 1146 schon Pfarrei. 1570 wurde die Reformation eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei. Das Patronatsrecht besass seit 1378 durch Schenkung der Herren von Lichtenberg das Spital zu Stephansfeld. Die Kirchenbücher gehen bis 1685 zurück. Simultaneum in der Nazariuskirehe 1683 eingeführt, bestand bis 1804. Kath. (königl.) Pfarrei seit 1760 mit Filiale Krautweiler. A'orübergehend gehörte als Filiale dazu Geudertheim (1802-921 und Kriegsheim (1808-72). In B. bestand ein Siechenhaus (Gutleuthaus), das 1672 den Lazaristen zugetheilt, 1701 jedoch mit dem Spital zu Hagenau vereinigt wurde (s. o.i. - B. liegt a m alten Keltenwege von Epfig über Innenheim, Osthofen etc. nach Sulz u. \Y. im Kreuzungspunkte einer Römerstrasse von Strassburg nach AVörth. Neolithische-, Bronze-, L a Töne- und römische Funde, auch Pfahlbauspuren in der Nähe. Ein Kilometer westlich von B. im dortigen AValde viele Tumuli der Hallstatt-La Tenezeit. Römischer Aleilenstein, gefunden 1735, mit Inschrift welche besagt, dass die Civitas Tribocorum [=Brocomagus] den Stein zu Ehren des Kaisers P. Licinius Aralerianus (253- 259) setzen liess; ohne Angabe der Entfernung. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Strassburg) 473,9 ha. 140-165 m über dem Aleere. Diluvium. (Kiefer, Eiche, Birke, Erle, Hainbuche. Fichte, Esche, Kastanie, Buche, Aspe.) Alter Besitz der Gemeinde. Bostetter, A., Geschichtl. Notizen über die Stadt B. Strassburg 1896. H e n n i n g , R., Brumath, Ausgrabungen. ! (Bull, de la Soc. pour la cons. des mon. hist. d'Als. 2e sir. |