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Show 666 Metz. Anwesen zum Theil den Schwestern zum guten Hirten s. unter S. Ciaire), theilweise wurde es als städtische Wasch-und Badeanstalt eingerichtet. Li tter.: Hist. de M. III, 177. Chabert, Austrasie X L 420. B o u t e il 1 e r s. unter Recollecten. - d M i n i m e n (Peres Minimes, auch Religieux de S. Francois de Paul in Metz eingeführt durch den Metzer Bischof Karl IL von Lothringen im Jahre 1602. Zuerst in einem Hause in der Nähe der Citadelle. Ausser diesem Hause hat der Bischof noch den Flatz geschenkt, auf dem früher die Benediktinerabtei St. Martin lag. Karl bewirkte auch bei Papst Clemens VIII., dass dieser im Juli 1604 die sogenannten vier Bischofskapellen St. Gallus. St. Jean c van gelist e, St. R e my und St. Jean Baptiste, deren Collator der Metzer Bischof war, an das Kloster übertrug. Als der nachfolgende Bischof Kardinal Anne de Givry dagegen Einspruch erhob, einigte man sich dahin, dass vier andere Kaphinstellen errichtet und von den Einkünften der alten 400 fr. für die neuen verwendet wurden. - Die königliche Bestätigung der Ordensniederlassung erfolgte 1604. In demselben Jahre vertauschten die Minimen ihre Niederlassung mit einem Hause in der deutschen Strasse (Hotel de Charles de Marteau), das für ihre Zwecke hergerichtet wurde; im Jahre 1640 wurde auch die hier neu gebaute Kirche geweiht. 1811 dieselbe niedergelegt; an ihrer Stelle Wohnhäuser errichtet. Litter.: M e u risse 664. Hist. de M. III, 179. - 2. Frauenklöst e r. a) Ste. Ciaire. Die älteste Niederlassung in Metz lag nach der Klostertradition bei Pont Thiffroy 1249); ein gewisser Fulco soll ihnen hier ein Haus überwiesen haben Thatsächlich urkundete noch 1272 für das Kloster eine D a m e Collette, Frau eines verstorbenen Four-con; auch besass das Kloster bis in die Zeit Belle-Isle's am Pontiffroy ein Winhschaftshaus mit Grundbesitz. Die eigentliche Gründung der Metzer Kongregation fiel jedoch erst in das Jahr 1258 (5. August), und im November 1260 wurde dem Orden von einer D a m e Agnes de Vals, in deren Hause die Schwestern bis dahin Unterkunft gefunden hatten, dieses Haus selbst «en Saulnerie» sowie der gesammte Besitz über den sie verfügte, geschenkt. Wohl an der Stelle des der Agnes gehörigen Hotels wurde im 13. Jhdt. das Kloster gebaut; es lag an der Stelle des heutigen Ordenshauses Zum guten Hirten- in der Paradiesstrasse. 1320 brannte das Kloster nieder und wurde neu errichtet. Die Schwestern sind bis zur Revolution ungestört in ihrem Ordenshause verblieben. Der Orden der heiligen Clara theilte sich, als Urban 1Y. eine Milderung der Ordensregel concedirte. Das Metzer Kloster hatte sich den Vertretern der milderen Richtung, die Urbanisten genannt wurden, angeschlossen. 14s:' gründeten jedoch auch die Schwestern der strengeren Observanz, Damianisten, auch Soeurs Colettes wie de l'Ave Maria genannt, ein Kloster in Metz. Als Stifterin gilt eine Frau Nicole Geoffroy, die Gattin des Schöffen Viriet. Die erste Niederlassung lag im (.rand Meis dem heutigen Arsenal). Als von Franz. von Guise dieser Stadttheil zu Befestigungszwecken rasirt wurde, landen sie Unterkunft bei den Trinita-riern in der Nähe der Priesterstrasse, und in den 60 er Jahren des lo. Jhdts. wurde ihnen, da ihn- neue Niederlassung der Anlage der Citadelle weichen musste, Kirche und Pfarrhaus S. Ferroy zugewiesen; die Revolution machte dem Orden ein Ende. Litter.: M e u risse 465. Hist. de M.II. 447, 523. - b) Filles de la Präsentation Notre D a me (de Sainte Elisabeth). 1639in einen von den Schwestern de S. Jacques übernommenen Hause «de Ste. Elisabeth* am Kreuzplatze (heutige Maternitei von Schwestern des dritten Ordens vom heiligen Franziskus gegründet. Ordenszweck war Krankenpflege und Unterricht. Von neuem bestätigt hei'. Da sie durch den Kurssturz von 17L'o ihr Vermögen zum Theil verloren hatten und sich ökonomisch nicht halten konnten, wurde ihnen 1701 die Aufnahme weiterer Novizen vom König untersagt. 1770 wurde derOrdi n durch denBischof de Montmorency mit dem Kloster Ste. Madeleine vereinigt. Litt er.: Hist. de M. III, 257. - St Jacques. Schwestern de St Jacques hatten eine Gemeinschaft im Hause de Ste. Elisabeth in der Trinitarierstrasse. Sie gaben ihr Haus an die Schwestern de la presentalion de Notre-Dame ab. S. '• Ste. Elisabeth. - Jesuiten. Zu einer ersten Niederlassung wurde 1582 ein Haus in der Scgolenapfarrei gekauft, doch mussten die zwei Brüder, welche hier lehrten, 1594 bei Austreibung der Jesuiten aus Frankreich auch dieses Haus verlassen und gingen nach Pont-ä-Mousson. In Metz war mittlerweile durch Aufhebung des Klosters S. Eloy (Königliches Edikt vom 26. Sept. 1590) und Ueberweisung des Gebäudes an die Siadt ein Kolleg gegründet worden, zu dessen «Admi-nistrateurs et gouverneurs der Domdechant Jacques Foes und zwei Domherren ernannt worden waren. Die Schule entsprach nicht den Erwartungen, und deshalb erwirkte 1622 Henri de Bourbon ein P.atent, durch welches die Jesuiten autorisirt wurden das Kolleg zu übernehmen. Das Haus war aber zu klein, wurde an die Karmeliter verkauft (s. Karmeliter und das College wurde 1635 nach der Mazellen-strasse verlegt. 1642 erhielten die Jesuiten den protestantischen Tempel in der Ziegenstrasse heute NOtre-Dame) und seit dieser Zeit haben sie. nachdem die Kirche 1665 abgebrochen war und einem 1741 beendeten Neubau Platz gemacht hatte, bis 1762 ihr College hier weiter geleitet. Mit der in diesem Jahre erfolgten Vertreibung ihres Ordens aus Frankreich mussten sie auch Metz verlassen und erst 1832 erschien der erste Jesuit wieder in Metz, u m dauernd Aufenthalt zu nehmen. 1835 gründete der Ordensprovinzial eine neue Niederlassung, die vorläufig im Hause des Pfere Potot am Martinsplatze Aufnahme fand. 1839 erwarb der Orden ein Haus in der Trinitarierstrasse und entfaltete da, sowie in dem 1851 erworbenen Schlosse La Ronde in Devant-les- Ponts seine Thätigkeit, bis ihm 1852 das Pensionat S. Au-gtistin unterstellt wurde. 1855 gelang es, von der Militärverwaltung die Baulichkeiten des früheren Clemensklosters in der Diedenhofener Strasse zu erwerben. 1872 wurde die Schule aufgehoben. (Vgl. auch oben i Litter.: M e u r i s se 670. Hist. de M. III, 218. V i a n s s o n - P o n t e , Les Jesuites k Metz. Strassburg 1897.- K a p u z i n e r s. Franziskaner. - Karmeliter. G r a n d s C a r m e s . Nach der Klosterüber-liefi rung erscheinen die Karmeliter in Metz unter Bischof Jacob (1239-1260), doch ist das Gründungsjahr ihrer Niederlassung durchaus ungewiss. Als ersten Besitz sollen sie in Saulnerie i Rue hasse Corriere) ein Haus gehabt haben und thatsächlich war späterhin hier ein Anwesen im Besitze des Ordens. Die erste Urkunde, welche den Orden nennt, datirt von 1275: in derselben gibt ihnen Bischof Laurcntius die j Erlaubnis, für eine Kirche zu sammeln, die sie im «Ayest unterer Theil der heutigen Marchantstrassei zu bauen begonnen haben. Ende des 14. Jhdts. erhielten sie durch den Herzog Robert von Bar und eine Frau Agnel Bourguiere bedeutendere Mittel, die ihnen gestatteten einen neuen gross-ar* igen Kirchenbau aufzuführen. Baumeister war Pierre Perrat, der u m diese Zeit auch den Bau der Kathedrale leitete; die Weihe fand 1415 statt. Die Klostergebäude, welche weite/ östlich lagen, brannten 1547 völlig ab und kaum war der ! Neubau begonnen, als der Herzog von Guise das ganze Gelände räumen liess. u m sein Retranchement hier aufzuführen. Die Karmeliter kauften jetzt Häuser dicht neben der Kirche : an, die im Jahre 1750 neu als Kloster ausgebaut wurden. Durch die Revolution gingen Kirche und Kloster als Na-tionaieigenthum an den Militärfiskus über, der eine Artilleriekaserne und Magazine in Kirche und Kloster er- ; richtete. Die Kirche wurde 1818 wegen Baufälligkeit fast völlig zerstört ; der prachtvolle Altar war schon vorher nach Paris gebracht worden und ist nach mannigfachen Schick- , salen, in zwei Theile getrennt, im Schlosse zu Mont-l'Evcque bei Senlis und in Gueulzin bei Douai aufgestellt worden. Die Klostergebäude wurden 1826, als eine Artillerieschule ein- ; gerichtet werden sollte, gleichfalls fast völlig niedergelegt. |