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Show Lüttingen fasste: a) die Herrschaftsdörfer: 1. Bettsdorf z. Th., (Wir. Menchen und das zerstörte Dorf Rexingen im Banne von Altdorf), Dorf Bettsdorf selbst und das 1811 dazu gehörige Dorf Altdorf waren lothringisch. Wir. Menchen (Mancy) früher zur Herrschaft Diesdorf gehörig. 2. Lüttingen j z. Th. (Schloss und Dorf L., Wir. Kirsch z. Th.). 3. Nieder-giningen z. Th. (Wir. Gelingen z. Th.). 4. R ö r c h i n g e n I z. Th. (Dorf Rörchingen z. Th.). b) Das Lehen L a u u e - nexv z. Th. (Schloss und Dorf Villers-Laquenexy), Luxemburgische Enklave im Pays-Messin (s. d.i. - L. scheint ursprünglich, wie Kattenhofen, Besitz der Grafen von Arlon ' gewesen zu sein und ist mit Arlon 1214 an Luxemburg gekommen. 1316 nahm Franz Lambert, Bürger von Metz, L. von Luxemburg zu Lehen, wie seine Vorfahren es besassen; .' 1425 war Thielemann, der sich von Leuchtingen nannte und i Bürger von Metz war, Lehensträger, 1440 Wilhelm Perpi- ; gnant. ebenfalls Bürger von Metz, 1451 Johann de Monet; 1456 kam ein Theil der Herrschaft an Martin von Fischbach. Seitdem blieb die Herrschaft getheilt. 1569 erscheinen als Mitherren die von Richtpoden und die Sigel von Bettenburg, 1667 die Herren d'Autel zu Bertringen neben den Dattel (Erben der Maler), die Dattel IbSl neben de Cabannes und de Vars. 1725 die Cabannes. Dattel id'Attel) und de Malortye, Marquis de Boudeville, 1731 de Gestas de Les-peroux, 1780 von Bock, während 1789 die Cabannes und Dattel noch im Besitze ihrer Antheile waren.-Die Herrschaft Bertringen besass in L. einen Freihof (franchisei, schon 1425 erwähnt, wegen dessen 1541 und 15bl Vereinbarungen über die Gerichtsbarkeit u. s. w. getroffen wurden. Zeitweise soll L. im 13. und 14. Jhdt. vom Bisthum Metz zu Lehen vergehen worden sein. Durch Verträge von 155b und 1562 haben die Mitherren von L., die Herren von Pallant, Dattel und de Cabannes den Antheil der Herrschaft L. an Metzeresch an die Herrschaft Homburg verkauft. [dPr.] Lüttingen, Kanton. Der Ka. L. (1790-1802), 1790-95 zum Distrikt, 1800-1802 zum Arrondissement Diedenhofen gehörig, umfasste die Gden, Altdorf, Bertringen, Bettsdorf, ' Buss, Endorf. Gelingen. Homburg, Kedingen, Kirsch bei Lüttingen, Leiserhof (Logne), Lüttingen, Menchen. Metzeresch, Monterchen. Niederginingen, Reningen, Rörchingen, Schell, Wolsdorf, welche 1802 sämmtlich in den Ka. Metzerwiese übergingen. Lützel, Df. (Ka. Pfirt [s. 1790], Kr. Altkirch, O.-E.i. 118 E. 16 Hsr. (10 GRe.) - 640 m. - AG. Plirt (12,2); Bhf. Pfirt (14,3). - L u c i c e l l a 1125 ; L u z e 1 a h e 1137; L ü s-c e la n t 1340; L u c e 1 1 e 1869. - Die Gde. umfasst den HO. L. (57 E. 7 Hsr.), die A O . Eisendrahtwerk, Glashütte, Gross-Kohlberg, Gross-Scholis, Klein-Kohlberg, Klein-Scho-lis, Pfaffenloch, St. Peter, den unbew. O. St. Peter (Kap.) und die verschw. Orte Graben, Ober-Lümschweiler und Scharz. - Nebenzollamt IL StEBez. Pfirt I. Wasserltg. - Gehört zur kath. Hilfspfarrei Winkel (s. 1802). Nordöstl. vom Dfe. eine Kapelle des hl. Petrus. Die Lutheraner gehören j zum Vikariat Mülhausen, die Reformirten zur Pfarrei Altkirch. - 2 Sägemühlen, davon eine ausserhalb des Ortes. Grosse Käserei der Firma Kaiser und Helbling (seit Juli 1899). Die Gde. Lützel ist eigentlich nur als Rest der Abtei L. zu betrachten, vgl. daher wegen des Geschichtlichen den Art. Lützel, Abtei. In L. starb 1787 der bekannte Historiker Grandidier. - L. liegt an einem Keltenwege. Bronze-Funde. Lützel, ehem. Cisterzienser-Abtei (Ka. Pfirt, Kr.Altkirch. O.E.). Aelteste Cisterzienserabtei Deutschlands und eine der reichsten Abteien des Elsass, gegründet durch die drei nobiles I viri Hugo, Amedeus und Richard de Monte Falconis (Montfaucon bei Besanconi auf dem von ihrem Oheim, dem Baseler J Bischof Bertulf von Neuchälel, ihnen uberlassenen Gebiete. Nach der Tradition des Klosters wurde der Grundstein 1123 in Gegenwart des hl. Bernhard gelegt, im nächsten Jahre das Gotteshaus durch Bischof Berthold der hl. Maria geweiht. 1125 erfolgte die Bestätigung durch Heinrich V. Das - Lützel. o01 Kloster erwarb einen ausgebreiteten Besitz. Es war schon im 12. Jhdt. in wenigstens lb welschen Dörfern, die heute meist zur Schweiz gehören, begütert. Bis zum Ende des Mittelalters erwarb es Besitz in folgenden deutschen Dörfern: Bettendorf, Bendorf, Bettlach, Bisel, Carspach, Dürlinsdorf, Erbenheim, Fislis, Franken, Hattstatt, Henningen, Hippoltskirch, Heimsbrunn (wo es 1313 den Dinghof von Murbach kaufte), Hirsingen, Hirzfelden, Illfurt, Kienzheim .wo es 1291 einen Hof von der Aebtissin aus Zürich kaufte und bald darauf die Kirche erwarb , Köstlach, Largitzen, Liebsdorf, Lüxdorf, Lutterbach (dessen Dinghof es 1301-4 von Murbach erwarb, wozu noch Besitz in Bowolzheim, Diden-heim, Morschweiler, Pfastatt und Wettolsheim gehörte), Mietersheim, Moos, Oberlarg, Oberlümschweiler (1193 durch die Herren von Steinbrunn geschenkt), Oltingen, Pfetterhausen, Sennheim, Sondersdorf, Weiler, Wigenheim, Winkel, Wittersdorf. Es besass Häuser in Altkirch, Basel, Ensisheim, Herlisheim, Mülhausen, Pfirt, Pruntrut. Rufach und Ulm ; ausserdem den grossen Wald zwischen Oberlarg, Winkel und Pleigne in der Schweiz.- Das Klosterstand ursprünglich unter kaiserlicher Schirmvogtei. Die Untervogtei hatten die Habsburger schon lange vor der Pfirter Erbschaft. - Das Mutterkloster, aus dem die ersten 12Mönche, darunter der Abt Stephan, stammten, war Belleval. Lützel hatte 7Töchterklöster. Im Elsass: Neuburg b. Hagenau (1124) und Pairis (1138); im übrigen Deutschland: Kaissheim in Bayern (1133) und Salem bei Konstanz . 1133); in der Schweiz: St. Urban, Ka. Luzern (1191) und Frienisberg (Mons Aurora) bei Arberg (1131); in Burgund: Lieu-Croissant (Wachstatt). Folgende Frauenklöster waren dem Kloster Lützel unterstellt: Klein Lützel iSchweiz), das aber Augustiner-, Dominikaner-, dann Augustinerinnenkloster gewesen ist, bis es 1505 an Lützel zurückkam ; dann Olsperg bei Rheinfelden ; ferner Ober-Michelbach; dies wurde aber 1253 den Nonnen genommen und Lützel inkorporirt, daraus wurde dann die Propstei St. Apollinaris; ferner Eschenbach, Ka. Luzern, dann Miehelfelden, das nach Blotzheim übertragen und 1450 mit Lützel vereinigt wurde; Rheinthal in Baden, sodann Engenthal in der Schweiz und zum Schluss Marienau bei Breisach, das im Bauernkrieg verwüstet wurde.- 1225 überliess Graf Friedrich von Pfirt der Abtei alle Regalrechte auf ihrem Gebiete. Dies bestätigte 1283 Kaiser Rudolf von Habsburg, 1370 Kaiser Karl IV. Ferner bestätigte 1645 Ludwig XIV. ihre Privilegien, und diese Bestätigung wurde 1750 wiederholt. - L. nahm bis zum Ende des Mittelalters an Reichthum und Einfluss zu. Der Abt erhielt durch Papst Martin V. Hirten-und Bischofsstab, und das General-vikariat des Cisterzienser-Ordens <in Deutschland» oder «in Schwaben, Baiern, Franken und der Schweiz». Obgleich 1524 abgebrannt und im Jahre darauf von den Bauern verwüstet, hat L. die Stürme der Reformationszeit besser überdauert als die andern Klöster des Sundgaus. Es hatte a m Ende des 16. Jhdts. allein von allen Klöstern im österreichischen Elsass einen zahlreichen Konvent. Im dreissigjährigen Kriege zogen sich die Mönche 1632 auf die im Jahre 1526 erkaufte Löwenburg in die neutrale Schweiz zurück und kamen erst lb5b anter dem Abte Bernhard Buchinger wieder nach L. Von 1624-83 ging von L. die Wiederbelebung der von den Protestanten säkularisirten Cisterzienserklöster Deutschlands aus auf Veranlassung Kaiser Ferdinands IL, doch machte der westfälische Frieden diesen Bestrebungen ein Ende. Die Abtei wurde 1790 aufgelöst, die Gebäude 1792 verkauft, Konventhaus und Kirche zerstört; im Reste der Gebäude ein Zollamt untergebracht. Später befand sich darin die Giesserei der Firma Paravicicri (s. 1882 nicht mehr in Betrieb). - Die Gebäude öfters durch Brand, 1356 durch Erdbeben zerstört. 137.5 durch Enguerrand de Coucy, im Bauernkriege (1525) und in der Schwedenzeit (1638) verwüstet, brannten 1699 gänzlich nieder; 1721 neu erbaut. Die geringen gut erhaltenen Reste stammen aus dem 16 und ls. |