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Show Dieuze. Archipr. A'ergaville. Den Kirchensalz hatte dort zuletzt die Primatialkirche von Nancy, früher das Stiftskapitel von Dieulouard. - In der Nähe von D. ist ein bronzenes Beil gefunden worden. Die kath. Pfarrkirche ist ein genau orien-tirter dreischiffiger spätgothischer Bau mit mächtigem viereckigen Thurm vor der Westfront. Das alte castrum de Duesa, das 1308 schon erwähnt wird, stand auf der Stelle des I Luise-, der Freiin du Prel. 1715 bestand das Schloss noch und wurde damals restaurirt. In D. geborene berühmte Alänner: M u s c u l u s (Alaeusle), Wolfgang, geb. 8. Sept. 1497, Benedictiner Alönch in Lixheim (s. d.i. trat zum Protestantismus über und starb zu Bern 29. Aug. 1563 als Professor der Theologie. Frz. Jos. Baron T o u s s a i n t, lothringischer Gesandter, später Minister des Kaisers Franz L, | um 1760. Ludwig Karl Graf von Fiquelmont, geb. 1780, k. k. öster. Feldmarschall, Geheim-rath, Gesandter in Neapel. Louis Gabriel de G o m e r , franz. Brigade-General, Inspectcur der Artillerie, Erfinder der nach ihm benannten Alörser, gest. in D. 1798. Edmond About, französischer Schriftsteller., Alitgl. d. Akad., geb. 1828, f 1885. Litt.: Ancelon, Note sur l'origine de Dieuze. (Mem. de l'Ac. de Aletz. 1863-64, le. partie, p. 543 und Bull, et Alem. de la Soc. d'arch. lorr. XIV, 137.) Benoit. A., Inscriptions ä D. (Journ. de la Soc. d'archeol. lorr. 43, 1894, S. 188-190.) F o u r lern ann, J. B., Etudes sur quelques localites de la Lorraine. IL: Dieuze. 'La Revue nouvelle d'Als.-Lorr., le. annee No. 14 und No. 16.) L e y m e r i e , A., Extrait dun voyage en Alsace, en Lorraine et en Franche-Comte, fait en l'annee 1834. - Saline royale de Dieuze. (Annales de la Societe Linnecnne de Lyon I. 1836.) Plonguer, Le Puit de la saline de D., sa restauration. (Alem. de l'Ac de Stanislas. 1808 et 1809, p. 34.) Dieuze, Bailliage des Herzogthums Lothringen, 1751 errichtet. 1772 mit den Befugnissen eines bailliage presidial ausgestattet, umfasste folgende Gemeinden : Altdorf (Frei-altdorf , Angweiler, Bermeringen (gemeinschaftlich mit Frankreich), Bessingen, Biedesdorf, Bisping, Bruderdorf, Bühl i gemeinschaftlich mit Frankreich), Burlioncourt (desgl.), Conthil, Dalheim gemeinschaftlich mit Frankreich), Destrich, Diefenbach bei Hellimer Dieuze, Dommenheim, Dorsweiler, Dreibrunnen (mit dem verschwundenen Hofe Pettlingen),Dürkastel, Eschen, Essesdorf, Gebesdorf, Geinslingen, Genesdorf, Germingen. Greningen Güblingen, Hampont (gemeinschaftlich mit Frankreich i, Harprich,Harraucourt, Insmingen, Insweiler. Kerprich bei Dieuze, Kultingen, Landorf, Lauterfingen (gemeinschaftlich mit dem Bailliage Finstingen). Leiningen, Liedersingen (mit Dordal und Feriendal), Linderchen, Lindre-Basse, Lindre-Haute, Losdorf, Alarimont, Alarsal, Alarthil, Alörchingen, Alolringen, Montdidier, Alulcey, Nebing, Neilingen, Neufvillage, Obersülzen, Pewingen, Rakringen, Reich (mit dem AVeiler Aletzing), Rohrbach, St. Aledard (mit Schloss Bathelemont), Sotzeling, Tarquinpol, Vahl (mit dem Hofe Waldhausen), A'ergaville, Walleringen, AVeiler, AVeisskirchen, AA'intringen (AVlr. der Gde. Berg, Ka. Grosstänchen), AVirmingen, AVuisse, Zarbeling, Zemmingen. Bei der Bildung dieses Bailliage (1751) wurden der früheren herzoglichen Prevöte Dieuze (s. d ) , die nach der Abtretung von Theilen der Aemter Saarburg und Alarsal an Frankreich durch den Arertrag von Vincennes (28. Febr. 1661) bei Lothringen verbliebenen Ortschaften Bruderdorf, Bühl und Dreibrunnen des Amtes Saarburg, dann Harraucourt, Marsal und St. Medard des Amtes Marsal zugetheilt. Ebenso unter französischer Herrschaft das durch Vertrag mit Nassau-Saarbrücken vom 15. Februar 1766 erworbene Insweiler mit dem Roderhofe (s. Roth, verschw. Df.). Durch Edikt vom Juni 1772 wurde auch die Prevöte Bailliage-re der Grafschaft Alörchingen dem Presidial von D. unterstellt, welches überdies Berufungsgericht für die Bailliages Chäteau- Salins, Saargemünd, Bitsch, D., Finstingen, Lixheim, Pfalzburg und Saarburg wurde. [dPr.] D i e u z e , Distrikt. Der Distrikt D. (1790-95) umfasste die Ka. Albesdorf. Altdorf (schon 1790 aufgelöst, die Gden. unter die Ka. Albcsdorf und Conthil vertheilt), Altcville (ebenfalls schon 1790 aufgelöst, die Gden. unter die Ka. Dalheim, Distrikt Chäteau-Salins, D. und Freiburg vertheilt), Angweiler (gleichfalls 1790 aufgelöst, die Gden. unter die Ka. Bessingen, | Finstingen und Freiburg vertheilt), Berthelmingen (Dez. I 1790 durch Finstingen ersetzt), Bessingen, Conthil, Dieuze, ! Freiburg. Von denselben wurden Albcsdorf, Bessingen, Conthil und Dieuze 1800 dem Arrondissement Chäteau-Salins, Finstingen und Freiburg dem Arrondissement Saarburg zugetheilt. D i e u z e , Kanton (Kr. Chäteau-Salins, L.). Umfasst die I Gden. Bessingen, Biedesdorf,Burgaltdorf*, Dieuze*, Dommenheim. Gebesdorf*, Gebling*, Genesdorf*, (risselfingen*, Güblingen*, Kerprich bei Dieuze*, Kuttingen, Liedersingen, Lindre-Basse*, Lindre-Haute*, Alulcey, Rohrbach, St. Medard, Tarquinpol, Vergaville*, AVeisskirchen*, Zarbeling, Zemmingen, und enthält auf 168,2997 qkm 2013 bewohnte Häuser etc. mit 12545 Einwohnern. Der Ka. Dieuze, 1790-95 zum Distrikt D., 1800-1870 zum Arrondissement Chäteau- Salins gehörig, umfasste seit 1790 13 Gden., welche ihm noch j jetzt angehören (oben mit * bezeichnet). Gde. Burgaltdorf und Gebling haben 1795-1802 zum Ka. Bessingen gehört. Nach Auflösung des Ka. Alteville kamen noch Tarquinpol und Zemmingen dazu, 1802 dann noch Liedersingen aus dem Ka. Conthil, St. Aledard aus dem Ka. Alarsal und die übrigen ihm heute angehörenden Gemeinden ausser Zar- ! beling aus dem Ka. Bessingen. Zarbeling ging erst später (zwischen 1804 und 1825) aus dem Ka. Chäteau-Salins in den I Ka. D. über. Ausser den erwähnten Gden. zählte seit 1802 i zum Ka. D. auch Linderchen, das später dem Ka. Chäteau- Salins zugewiesen wurde. Das Arrete von 17. frim. X. (8. Dez. 1801) führt beim Ka. D. auch noch das verschwundene Dorf Recling auf. D i e u z e , Kastellanei, chätellenie, war ein Verwaltungsbezirk für den Domanialbcsitz der Herzoge von Lothringen im oberen Seillethale und umfasste die Gden.: 1. Angweiler, 2. Biedesdorf, 3. Bisping, 4. Burlioncourt z. Th. (Antheil der Herrschaft Dürkastel), 5. Conthil (Antheil von Dürkastel, seit 1570 auch Antheil von Zweibrücken >, 6. Dieuze, 7. Essesdorf, 8. Gebesdorf, 9. Genesdorf, 10. Germingen. 11. Gisselfingen, 12. Güblingen, 13. Hampont z. Th. (Antheil von Dürkastel - der Rest dem Bisthum Metz gehörig), 14. Kerprich, 15. Lindre-Basse, 16. Lindre-Haute, 17. Losdorf, 18. Alolringen, 19. .Mulcey, 20. Nebing, 21. Reich (z. Th. zur Herrschaft Alörchingen gehörig). 22. Rohrbach, 23. Johanns-Rohrbach, 24. St. Aledard, 25. Sotzeling (z. Th. zur Herrschaft Alörchingen gehörig), 26. Tarquinpol, 27. Vergaville, 28. AVeisskirchen, 29. AVirmingen, 30. AVuisse, 31. Zemmingen. - Dieser Besitz entstand theils aus der 1056 erworbenen Schirm-vogtei der Herzoge von Lothringen über die Güter des Kapitels der Alagdalenenkirche von Verdun in D., Bisping u. s. w., theils aus der im 14. Jhdt. erworbenen Hoheit über den Besitz der Abtei Vergaville in Angweiler, Gebesdorf, Genesdorf, Kerprich, Alolringen, Rohrbach. Sotzeling, A'ergaville u. s. w., theils aus den 1297 von den Grafen von Zweibrücken zurückerworbenen Lehen (Lindre) theils aus dem 1298 erworbenen Besitze des Hochstiftes Strassburg in Alulcey, aus Besitzungen der Herren von Dorsweiler (Dorf Germingen, Herrschaft Dürkastel, u. s. w.). Die Kastellanei wurde durch einen herzoglichen Alaire (Alayer) verwaltet. 1507 wurde die aufgelöste Kastellanei Alörsberg mit der von D. verbunden. 1628 wurde die Kastellanei D. aufgelöst und mit der Kastellanei Mörsberg, dem Lehen Dorsweiler und der Aleierei I n s m i n g e n zur Prevöte Dieuze vereinigt (s. d.). [dPr.] D i e u z e (herzogliche Prevöte und Bailliage) wurde 1628 gebildet aus den vereinigten Kastellaneien D i e u z e (S. d.) und M ö r s b e r g (s.d.), welchen auch das Lehen Dors- |