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Show Gondrexange - Gorze. 349 Für den bischöflichen Theil reversirten 1355-1400 die Lützelstein, später die La Palu, dann die Rappoltstein 1485-1568. 1568 gehörte noch ein Theil des Dorfes dem Bisthum ; es wurde mit dem Weihertheil den von Reipoltskirchen, Mitherren von Rixingen, überlassen. 14o3 hatten sich die Einwohner von G. unter den Schutz des Bischofs Ruprecht von Strassburg, 1487 unter den des Pfalzgrafen gestellt. Der Antheil der Leiningen-Rixingen wurde zuerst ganz oder theilweise zu Lehen gegeben : 13b0 den Schelm von Finstingen, 1446 den von Lampertheim, 1475 den von Wilsberg, dann mit der Grafschaft wieder vereinigt. - G. war Pfarrei des ehemaligen Aletzer Archipr. Saarburg. Den Kirchensatz hatten die Herren von Rixingen. - Spuren eines alten Schlosses. Benoit, A., Accord entre la communaute' de G. et son seigneur, le comte de Rechicourt, en 1667. (Journal de la Soc. d'arch. lorr. 16, 1867, S. 127-133.) Gondrexange, W e i h e r von, im Saar gebiet (266-26S m über Aleeri an Gondrexange - der südwestl. Theil heisst Rixinger Bucht, 1896 ausgebaut (kais. Verordnung 19. Nov. 1S95) - [1373 mit dem Litscherweiher von den Grafen von Lützelstein und den Grafen von Leiningen- Rixingen auf den Herrschaftsgebieten von Saareck und Rixingen angelegt. Das Bisthum Aletz erhielt wegen Lehensherrlichkeit Antheil, den auch Lothringen beanspruchte und 1401 vom Bisthum erhielt. Diese Antheile sind vielfach verpfändet und unterverpfändet worden ; das Bisthum verzichtete 1568 zu Gunsten der Grafen, von Leiningen, welche 1569 auch den lothringischen Antheil und das Ganze als Lehen vom Bisthum erhielten] wird längs des südl. und südwestl. Ufers vom R h e i n - AI a r n e -, und längs des östl. vom Saarkohlenkanal, welchen beiden der AVeiher zur Speisung dient, durchzogen [ein selhstthätiger Syphon regelt den Abfluss so, dass der Wasserstand die Dammkrone frei lässt, ausserdem sind die abgetrennten Buchten mit dem AVeiher durch Syphons verbunden]. Zur Speisung der Kanäle im 200 m langen Abschluss dienen Spciseschleussen (s. Rhein- Rhone- und Saark o h 1 e nk anal). 698 ha. Grösste Tiefe 5,50 m; nutzbares Fassungsvermögen 17000000 cbm. Staatseigenthum. Dient nur zur Speisung der Kanäle. Karpfen-Fischerei, verpachtet. Zuflüsse: 1. Neuwe iherbac h , mündet in Gondrexange, entspringt im Ketzinger AVald - Neu wei her, kreuzt die Eisenbahn Avricourt-Saarbrücken - 3,5 km, 3 Brücken. -(Zufl.: Vogelbach [ruisseau des oiseaux] kommt aus dem Fr ade- und Housson viller AVeiher - 3 km, 1 Brücke und Abfl. des Holzteichs.) 2. Cornee d'Onkespür oder Devant la Canardiere, mündet westl. Gondrexange in die Bucht von Canardiere, entspringt als Stinkeborn südöstl. Rixingen - Ketzinger-weihe r - 3,3 km, 3 Brücken. 3. Chemensbreuilbach, mündet in die nordöstl. Bucht, entspringt beim Minickerhof, südöstl. Langenberg - Rohr weih er - 3 km, 1 Brücke. 4. Grandprebach, mündet in die nördl. Bucht, entspringt östl. Milberg - 2,7 km. 5. Alehrere kleine Bäche ohne Namen. Abfl. s. Saar 4 und Rhein-Rhonekanal, Saarkohlen k anal. Gondrexangerbach s. Saar 4. Gondringen, AVlr. (Gde. Havingen, Ka. Fentsch, Kr. Diedenhofen-AVest, L.i. 18 E. 3 Hsr. - Gondrange 1190; Gondringen 1214. - AVar AVeiler der Prevöte' Longwy, Bestandtheil der Dorfschaft Tressingen und als solcher der Herrschaft Be11stein (s. d.). G. war alter Besitz der Abtei St. Hubert in den Ardennen. es wurde Ende des 11. Jhdts. durch die Herren von Cons-la-Grandville usurpirt und mit ihrer Herrschaft vereinigt. Später wurde G. Bestandtheil der Kastellanei Sancy und kam dann mit Tressingen an die Herrschaft Bettstein. In G. waren auch Gorze und A'illers-Bcttnach begütert. Gongelfangen, AVlr. (Gde. Waldwiese [s. 1*12], Ka. Sierck, Kr. Diedenhofen-Ost, L.i. 48 E. 14 Hsr. - Gun delvi ngen 1030; Gondelfang 1681.- Vor 1812 AO. von Bettingen und mit diesem 1790 zum Ka. Waldwiese, 1795- 1806 zum Ka. Launsdorf, dann zum Ka. Sierck gehörig. Von 1815-27 war G. preussisch. - G. war Weiler der Herrschaft Meinsberg (s. d.), dann von dieser mit Bettingen 's. d.) getrennt und zeitweise zur Hochgerichtsherrschaft erhoben, endlich 1742 mit der Herrschaft Burgesch vereinigt. Die Mittel- und Grundgerichtsbarkeit war 1742 zwischen dem Karthauserkloster Rettel und Burgesch getheilt. - Die Herrschaft Dalheim hatte dort einen Freihof. - Eine früher in G. befindliche Kapelle ist im 19. Jhdt. abgebrochen worden. Ortswald (Oberförsterei Kedingen) 13,9 ha. Gongelfangerbach s. Heltenbach. Gorgimont, Hohe westl, von Ars a. d. Alosel im Gebiet der Gde. Ancy (s. d.i, 364 m. Auf derselben sind 1899 Befestigungen (s. Veste Kronprinz) angelegt worden. Gorr, Bergplateau (höchste Erhebung 373,6 mi zwischen Falkelthalbächel und der Aloder, südwestl. AVingen, Ka. Lützelstein. Gorze, St. (Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Aletz, L.i. 1212 E. 266 Hsr. (12 GRe.) - A m Gorze-Bach. 230 m. - AG. Ars a. d. AI. (7,7); Hp. Ancy a. d. AI. (5,5). - Gorzia 765; Gorze 1302; ma Guche. - Die Gde. umfasst den HO. G. (1181 E. 256 Hsr.i die AO. Auconville, Folie, Habeau, Labauville, St. Belin, Ste. Catherine, St. Clement, St. Thiebault und die verschw. O. Gaumont, Haldigny, Pont-de-fou, St. Jacques. - P. F. 'Bis 1877 Amtsgericht, das dann nach Ars a. d. Alosel verlegt wurde). Seit 1879 Gerichtstage. Notar. Gendarmeriestation. Nebenzollamt IL StEBez. Ars a. d. M. 2 Aerzte, darunter 1 Kantonalarzt. Bezirksarmenanst. (s. 1845, 350 Betten, davon 346 für Sieche. Besitzt 1,4 ha AVald). Armr. (s. 1. Jan. 1854; Grundbesitz 11,12 ha, darunter 10,23 ha AVald). AVasserltg. (s. 1848). Fw. (s. 1883, 2 Spritzen). - Kath. Pfarrei IL Kl. (s. 1802). Archipr. für die Pfarreien G., Ars a. d. AI. und die Hilfspfarreien Ancy, Arry, Chätel-St. Germain, Corny, Dornot, Gravelotte, Jouy-aux-Arches, Juss>5 Lessy, Noveant, Rezonville, Rozerieulles, Ste. Ruffine, Vaux, Verneville, Vionville. Kirche des hl. Stephanus (26. Dez.). Im Armenhause Kap. zu Ehren der Geburt Alariä, 170t> errichtet. A'gl. auch St. Clement und St. Thiebault. - Die Reformirten gehören zur Pfarrei Ars a. d. Alosel. - Steinbruch. Die AVasserleitung von Aletz bezieht von hier ihr AVasser. Handel: AA^ein und Brennholz. Anfang Juli Kram-, Ellen- und Spielwaarenmarkt. Neutral (hinsichtlich des Zollverkehrs) erklärter Grenzweg zwischen Grzst. 681 und 685, Länge 640 m, und Grzst. 700 und 709, Länge 510 m. Angrenzende franz. Gden. sind Chambley und Onville. Die eine Hälfte der Wegelängen hat Frkr., die andere die Landesverwaltung von E.-L. zu unterhalten. G. war ehemals der Hauptort der Terre de Gorze», einer grösseren Herrschaft (s. d.), Besitz der Abtei G. - Benediktiner-Abtei. Die Lokallegende lässt bereits den hl. Clemens, den ersten Bischof von Metz, in G. eine Einsiedelei anlegen. Aber der Mönch Johann von G., welcher im 10. Jhdt. die Uebertragung der Reliquien des hl. Gorgonius (765) erzählt, weiss davon noch nichts, und die Urkunde von 762, welche der Erbauung eines Bethauses durch den hl. Clemens gedenkt, ist zweifellos unecht. Den historischen Boden betreten wir hier mit der Gründung der Abtei durch Bischof Crodegang von Aletz. Diese Gründung wurde 766 durch den Stifter selbst und mehrere Bischöfe auf der in Compiegne gehaltenen Arersammlung bestätigt, was auch später Karl der Grosse selbst gethan haben soll. Rasch entwickelte sich G. zu grosser Blüthe, war aber im 10. Jhdt. in Zuchtlosigkeit geraten. Daran waren Schuld die politischen AVirren der Zeit und die zuletzt häufigen Vergebungen der Abtei an weltliche Herren. Unter Bischof Adalbero I. von Aletz stellten Abt Eginold (933-959) und |