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Show Metz. 671 von einer Frau Rothilde an St. Arnulf gegeben und Bischof Benno bestätigte die Schenkung. 1190 Pfarrer von St. Victor genannt. Bischof Bertram übertrug die Pfarrei gleichfalls dem Arnulfskloster. Im Ceremoniale als Prozessionsstation mehrfach erwähnt. 122o wurdesie durch Bischof Conrad unter Zustimmung des Abtes von St. Arnulf der Cathedrale überwiesen. 1755 wurde die Pfarrei St. Gorgon mit der von St. Victor vereinigt. Aufgehoben und niedergelegt 1790; nach andern soll sie bis 1825 bestanden haben. Patron: das Domkapitel. Kirchweihe den ersten Sonntag nach St. Martin. Hist. de M. II, 11,315,417,533. Epitaphien bei d ' H a n n once 11 e s II, 45, 83, S4. 152, 184, 268. - St. V i n c e n z (St. Vincent), ehemalige Abteikirche, seit der Revolution Pfarrkirche. - St. Vitus (St. Vit), Pfarrkirche in der Citadelle, unmittelbar vor der Abtei St. Peter gelegen. 1183 von Bischof Bertram der Abtei St. Peter unterstellt. Genannt im Ceremoniale. Wohl niedergelegt beim Bau der Citadelle. S. auch St. Jean. c) Ritterorden. - T e m p l e r (La maison des temp-liers, milites templi haben 1133, vielleicht auch schon 1123 ihre erste Niederlassung in Metz zuerst in einer Kapelle des hl. Mauritius, die ihnen von den Nonnen von Ste. Glossinde überlassen war, begründet. U m 1200 hatten sie sich bereits eine eigene Niederlassung mit Oratorium in der heutigen Citadelle erbaut. Ihre Güter gingen bei der Aufhebung des Ordens 1312 an die Johanniter über. Erhalten ist noch heute das Oratorium in der Form eines Octogons, dessen Seiten als flachrunde Nischen ausgebildet sind. Der kleine, durch ein quadratisches Joch verlängerte Chor ist halbrund geschlossen. In der Nähe noch Reste des alten Refektoriums mit interessanten Wandmalereiendes lS.Jhdts. Litter.: Hist.de M. II, 258,111,80. de Saulcy, M e m . de l'academie de M. XVI, 436. A. Digot, L'Ordre du temple en Lorraine. Mem. de la soc. archeol. de Metz XVIII 258. Ders. in Congres archeol. de Metz 1846, p. 239. Lieber das Templerrefektorium ebenda p. 113. L e d a i n , Mem. de la soc. d'archeol. de la Mos. X V, 255. H u g u e n i n , Notice hist. sur les ordres militaires et religieux dans la ville deMetz.(Linion des Arts) II.Digot, Mem. sur les etablissements de l'ordre du temple en Lorraine in Mem. d'archeol. Lorraine 1868, p. 25. F. Jaquot, Sur l'oratoire des templiers de Metz in Revue de Metz et de Lorraine. Metz 1872. von H a m m e r st ein. Der Besitz der Tempelherren in Lothringen. Jahrb. f. lothr. Gesch. u. Alterthumsk. Vll', 1 ff. - Johanniter! Chevaliers de S. Jean, Chevaliers de Malthe) hatten seit mindestens 1194 eine Komthurei in Metz (l'eglise et l'ho-pital du petit-S.-Jean, l'Ospital S. Jehan en Chambres de Mes); ihr Sitz in dem alten, aus römischer Zeit stammenden Gebäude-complex zwischen Ludwigsstrasse und Ludwigstaden. Nach Aufhebung des Templerordens fiel ihnen auch dessen in der Citadelle liegender Besitz zu (s. d.i. Gehörte zur Grossbailei Elsass-Burgund (s. d.) des Maltheserordens und hatte folgenden Besitz: Ordenshaus und Vcgtei in Champenois (s. d.i, die verschw. Hfe. Blory (s. d.i, Augny-sous-Grimont (s. d.), den Wir. Puche, Güter in Ennery (s. d.), den verschw. Hf. Orival (s. d.), Ordenshaus, kleines Spital und ansehnlicher Landbesitz in Aulnois. Nachdem 1561 die Komthurei und das Spital den Nonnen von Ste. Marie überwiesen worden, erhielten sie als Entschädigung ein Haus «sur les murs» mit der Kapelle S. Genes in der Judenstrasse. Im neuen Hause (Hotel de Malthe) hat lediglich ein Verwalter Wohnung genommen, der den Gottesdienst in der Kapelle durch die Franziskaner besorgen liess. Der Orden selbst hat die Stadt verlassen; auch das Spital ist aufgegeben. Hist. de Metz II, 261. Bouteil 1er, Notice sur la commanderie de S.Jean de Jerusalem". (Mem. de l'acad. de Metz 1865/66, p, 265 ff.) - D e u t s c h o r d ensha us (freres de lospital des Alemans de Mesz, fratres hospitalis S. Mariae Theutonicorum Me-tensium, Spital St. Elisabeth). Erste Niederlassung des 1245 zum ersten Male in Metz urkundlich genannten Ordens in der deutschen Strasse. Neubau eines Ordenshauscs mit Zubehör dicht vor dem deutschen Thore in den Jahren 1253- 1268. Die Komthurei war in Blüthe von Ende des 13. bis Mitte des 14. Jhdts. Ausser dem Grundeigenthum vor dem Thore waren mehrere Häuser innerhalb der Stadt Eigenthum des Spitals. Ferner war die Komthurei begütert in Bertringen, Besweiler,Bettingen,Bisten im Loch, Brechungen (Gde. Heinkingen), Brülingen, Enschweiler. Girlingen, Guntermingen (Gondremange), Kattenhofen, Kuhmen, Kuttingen, Memers-bronn, Mengen, Mörchingen, Momersdorf, Morlingen (Gde. Bingen), Niederwiese, Oberwiese, Rohrbach, Ruplingen, Volmeringen, Weiler (Kr. Forbachi, Wirmingen, Zimmingen, Zondringen. (Siehe die Angaben bei den einzelnen Ortschaften) Ausserdem hatte die Komthurei Besitzungen in Altdorf a. Nied (Regbez. Trier) und in Habkirchen (Pfalz). Im Jahre 1552 wurde das Ordenshaus und die Kirche niedergerissen. Der Orden verschwand aus der Stadt. Hist. de M. II, 2oo. Chabert, Austrasie VI, 66. Lempfrid, H., Die Deutschordenskomthurei Metz. (Beil. zu d. Jahresber. d. Gymn. zu Saargemünd.) Saargemünd lss7. Ders., Die Komthurcien der Deutschordensballei Lothringen. Saargemünd 1888. d) Spitäler und Wohlthätigkeitsanstalten. Litter.: M a r e c h a l , Bulletin de la societe d'archeol. et d'histoire de la Moselle VII, 122 ff. - Höpital des Alle-m a n s , Deutschordensspital, auch Spital St. Elisabeth. S. Deutschordenshaus.-MaladrerieS.Antoine amArsenal-staden. Niederlassung der Antonisten zunächst in Pont-ä- Mousson 1198 und wahrscheinlich auch bald danach in M. 1444 kauften sie Notre D a m e aux Champs an. 1573 kamen die Baulichkeiten am Arsenalstaden an die Damen von S. Pierre, s. d. Die Antonisien fanden Unterkunft in einem Hause der Place Cocotte. Als das Priorat 1552 zerstört wurde, zogen sie sich nach dem am Arsenalstaden befindlichen Hospiz zurück, kauften dann von den Ursulinerinnen ein Haus in der Mazellenstrasse und wurden 1778 aufgehoben. Litter.: Hist. de M. II, 308, 649 f. - Bonsecours. 1691 schenkte der Kanonikus von St. Theobald, M. Morel, der Spitalverwaltung das Haus de Bonsecours, das zunächst zur Aufnahme von 40 kranken Frauen bestimmt war. Bei Aufhebung des Spitals S. Georges wurde auch eine Reihe von Betten für Männer eingerichtet. Die Verwaltung des Spitals ist seit 1797 mit derjenigen von St. Nicolaus vereinigt. - Les B o r d e s de Vallieres (Leproserie), 1320 mit St. Nicolaus vereinigt. 1444 völlig zerstört. Loredan Larchey, Mem. hist, sur 1'hOpital S. Nicolas de M. M. 1854. p. 40. - Charite des bouillons. Wohlthätigkeitsanstalt. gegr. von Anna von Oesterreich ; ursprünglich wurden 4 Schwestern berufen, deren Zahl aber bald auf 8 erweitert wurde, u m die Stadtarmen mit Nahrungsmitteln zu unterstützen. Heute Bureau de bienfaisance. - Chapelotte. Frauen-, insbesondere Wöchnerinnenspital a m alten Champ-ä-Seille aux arvaulx • gelegen; gegründet und reich dotirt im Jahre 1334 j durch den Metzer Bürger Jean de la Court; bestätigt durch eine Urkunde Bischof Admars von 1337 und eine Bulle Clemens VI. 1345-46. Die zum Spital gehörige Kapelle führte den Namen Chapelotte, danach wurde auch das gesammte | Spital genannt. Litter.: Hist.de M. II 538. - Höpit al des C 1 e r c s, = St. Reinette erwähnt 1369. - S p i t a l il la c o u r - aux-geiines seit dem 16. Jhdt. zur Aufnahme von Pestkranken auf der Chambiereinsel eingerichtet. - Saint- G eor ges, gebaut und dotirt im Jahre 1683 in der Rue du Passe - Temps ' St. Marcellenstrasse l durch den Bischof Georges d'Au- ! busson de la Feuillade; 1805 wurden die Baulichkeiten zum Lyceum verwendet und das Spital wurde mit Bonsecours vereinigt. - Spital S. Jacques in der vieille boucherie (heutige Römerstrasse). Die Kranken bezahlten eine Pension. - S. L a d r e (Leproserie) auf dem Wege von M. nach Augny. i Z u m ersten Male werden die Leprosen von M. erwähnt im I Testamente des Diakons Grimmo vom Jahre 636; auch Kai- ; ser Friedrich I. bestätigte 1160 und ebenso Papst Victor IV. , 1162 den Leprosen in via Scarponensi ihre Besitzungen. Im |