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Show 216 Diedersbach - Diedolshausen. Püttlingen ts. d.t. Ein Diedcllingen wird 796 unter den Besitzungen der Abtei Hornbach aufgeführt; ob Diedel-tingen mit Diederfingen identisch ist, bleibt unsicher. Diedersbach s. Saar 9. D l e d e r s b e r g s. Dietersberg. Diedersdorf, Df (Ka. Falkenberg [1790 KHO., 1795- 1802 Ka. Herlingen], Kr. Bolchen, L.). 292 E. 86 Hsr. (10 GRe.) - 280 m. - AG. Falkenberg (8,7); HSt. Brülingen (3,1). - Tiheicu rt 1063; T e h e c u r t vor 1072; Tihecort 1093 ; Thiedentroff 1142; Diedentorff 1285; Thicourt 1869. - Die Gde. umfasst den H O . D. (292 E. 85 Hsr.) und den AO. Alanspach; die verschw. O. Aietairies du Chäteau, Pintelles und St. Phlin. - StEBez. Falkenberg I. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Falkenberg (s. 1802), die Gden. D., Chemery und Thonville umfassend. Kirche des hl. Dionysius (9. Okt.). Kapelle der hl. Ursula. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. - Geschäftssprache französisch. - Gipsbruch, (üpsmühle mit Dampfbetrieb. Buchhandlung (s. 1885). D. war Sitz einer, lothringischen Lehensherrschaft (s. u.) und eines ehemaligen Priorats, das von Clunv abhing. Dieses wurde 1093 durch Gerard, Herrn von Thie-court, seine Frau Adelheid und ihren Sohn Arnulf gegründet. Es war der hl. Dreifaltigkeit und dem hl. Kreuz geweiht. 1316 ist es für kurze Zeit mit der Abtei Erstein vereinigt, dann (1. Alai 1570) der Prioratskirchc Notre- D a m e in Nancy, 1602 endlich der dortigen Primatialkirche einverleibt worden. - D. war früher, schon 1285, Pfarrei des Archipr. Habudingen und blieb es bis 1802; die Kirche ist die ehemalige Prioratskirche. Kirchensatz und Zehnten gehörten zum Priorat. - Römerstrasse Aletz-Keskastel. 1788 wurde in D. eine Anzahl von gut erhaltenen Alünzen entdeckt. A'on der alten Prioratskirchc haben sich nur noch das romanische Chor und eine Nebenapsis erhalten. Diese bilden eins der anziehendsten Bauwerke Lothringens (Gesch. D e n k m ) , verwandt der jetzt abgetragenen Kirche von Baronvveiler. Litter.: Boulange", G , Notice sur l'eglise de Thicourt. (Alem. de l'Ac. de Aletz 1851-ä:', Ire partie, p. 341.) D i e d e r s d o r f (Thicourt), Herrschaft. Die Herrschaft umfasste: 1. Diedersdorf. 2. den Weiler Wintringen der Gde. Berg. 3. AV a 11 e r i n g e n. 4. H o l a c o u r t z. Th. (A'ogtei über den dortigen Besitz des Kollegialkapitels Saint-Sauveur in Aletz). Die Herrschaft hatte auch die A'ogtei über den Besitz der Abtei Longeville in N i e d e r u m (Menchen, Many), s. d.,das unter bischöflicher Herrschaft stand. Die Herrschaft scheint ursprünglich Allod gewesen zu sein. Die Herren von Thicourt, 1063 zuerst erwähnt, scheinen dem Herrenstandc angehört zu haben und verschwinden im 12. Jhdt. Gegen Ende des 12.Jhdts. war D. Lehen von Lothringen in Händen der Grafen von Aletz-Dagsburg. Nach dem Tode des letzten dieses Hauses, Graf Albert (gest. 1214), wurde 1215 dessen Tochter Gertrude die Lehensfolgc auf Lebensdauer vom Bisthum Aletz gegen Auftragung verschiedener Güter, darunter D., zugestanden, wozu der eiste Gemahl von Gertrude, Herzog Theobald von Lothringen, zustimmte; der A'ertrag wurde von Gertrude, die nach dem Tode Theobalds 'gest. 1220) den Grafen Theobald von Champagne, spätcr den Grafen Simon von Leiningen heirathete, 1224 erneuert, aber nach ihrem Tode von Herzog Matthaeus IL von Lothringen, Bruder des Theobald, angefochten; als der Bischof von Aletz nach dem Tode der Gertrude (1225) das Lehen D. einzog und den Grafen Heinrich von Bar damit belehnte, befehdete Herzog Alatthaeus den Bischof und den Grafen von Bar. Der Streit wurde 1230 durch Schiedspruch beigelegt; der Graf von Bar blieb im Besitze von D. Das Bisthum Aletz behielt D., aber wie es scheint, als Lehen von Lothringen, das später z. B. 1314 u. s. w. die Oberlehensherrlichkeit wieder ausübte. Das Bisthum Aletz belehnte 1261 Jakob von AVarsberg mit D. für die Burghut von Saaralben. 1269 erscheint Simon Herr von Clcrmont als Herr von Thicourt, nach ihm aber wieder dieAVarsberg. Durch die Heirath der Johanna von Warsberg mit Hugelmann von Finstingen k a m D . an dieses Haus, bei dem es von 1337 bis 1467 verblieb und bei der Erbtheilung nach dem Erlöschen des ALmnsstammes der Finstingen der Tochter Magdalena, vermählt mit Graf Ferdinand von Neufchatel, Herrn zu Marnay, zufiel, dann aber der Tochter Magdalena von Neufchatel, vermählt mit Graf Heinrich von Thierstein, und 1522 der zweiten Tochter Anna, vermählt mit AVilhelm von Dommartin zu Fontenoy; die Enkelin, Diana von Dommartin, Frau zu Diedersdorf, vermählte sich mit dem Fürsten Karl Philipp von Croi', Alarquis von Havre (gest. 1013). Eine Enkelin aus dieser Verbindung, Alarie Clara von CroT, brachte D. an das Haus Croi'-Solre (Herzoge von Havre), das bis zur Revolution im Besitze blieb. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Herrschaft aus der Zerstückung eines grösseren Gebietes (Falkenberg? Alörchingen?) entstand oder dass bei Bereinigung der Dagsburg'schen Erbschaft eine Theilung vorgenommen wurde is. auch Ban de la Rotte). [dPr.] Diedersdorf, Kanton. Der Ka. D. (1790-95), zum Distrikt Alörchingen gehörig, umfasste die Gden. Armsdorf, Brülingen, Chemery, Diedersdorf, Enschweiler, Holacourt, Alaiweiler, Niederum, Ober- und Nieder-Sülzen, Thonville; von denselben kamen 1795 Brülingen, Enschweiler, Ober-und Nieder-Sülzen zum Ka. Alörchingen, Chemery zum Ka. Falkenberg, die übrigen zum Ka. Herlingen. D i e d i n g e n , Df. (Gde. Settingen, Ka. u. Kr. Saargemünd, L ) . 202 E. 40 H s r . - D i d i n g e n 1393; D ü d i n g e n 1445.- Wasserltg. (s. 1S8S). - Gipsmühle. - D. bildete mit Settingen eine Aleierei der Grafschaft Saarbrücken (s. Settingen i - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Saargemünd s. 1868, vorher Annexe der Pfarrei Settingen is. iL). Kirche z E. der allerhl. Dreifaltigkeit (Kirchenf. 1. Sonntag nach Pfingsten). Ausserdem eine 1826 durch Peter Alisler und Regina Luii-mann erbaute Kapelle. Die Pfarrei umfasst das Dorf D. und die Diedinger Mühle. D i e d i n g e r M ü h l e , AI. (Gde. Settingen, Ka. u. Kr. Saargemünd, L.c 11 E. 1 Hs. Gehört zur Pfarrei Diedingen. Soll 1742 erbaut worden sein. D i e d o l s h a u s e n , Elf. (Ka. Schnierlach [1790-1806 Ka. Kaysersberg], Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 1051 E. 200 Hsr. (12 GRe.) - A G . Schnierlach (5,0), Strbst. Schnierlach (5,6). - Gotzhuss ze Judelinshuss 1317; Judeishausen 1476; später Gütteltzhussen; Diedoltzhausen, Die-delshausen s. 1570. Franz. L e bon h o m m e 1507; pat. L o B o n n o m m e (das 2.0 nach a anklingend). - Die Gde. umfasst den H O . D. (733 E. 108 Hsr.) und die A O . Au-Trou, Aux-Eaux, Bagenelles, Basse, Basse-du-Haut, Basse-AIarse, Belles-Fourrieres, Cerisier, Champ-du-Maire, Chaume-AIiclo, ' Chaume-Thiriet, Chez-Bervique, Chihlin, Closerie, Faurupt (Starkenhach), Gazon-Qufida, Goutte-au-Rupt, Goutte-au- Rupt (a. Luschbachvveg), Graine, Grande-Ferme, Grand-Pre, Graude, Grenouille (Beau-Sejour), Haies, Hollee, Kapelle, L a Maze, Luschbach (Chaume-Pierrot), Alarkircher Höhe j (Cöte-de-Ste. Alarie), Petite-Ferme (Chaume-AIathieu), Pont-de- la-A'iolette, Poture, Pre-Schaube, Rain-des-Genievre^, Rain-AIarcot, Renaudroche, Roche, Rond-Gazon, Rupt-de- Faurupt, Tinfronce, Tournees, A'erse (Hf.), Verse (AVlr.), Violette. Der frühere A O . Hintergasse zählt jetzt zum HO. - Im Gebiete der Gde. liegt ferner der unbewohnte O. Judenburg (Gutenburg). - P. T. Oeff. Fernsprechstelle. Gendarmeriestat. Nebenzollamt IL StEBez. Schnierlach. Regenstat. 660 m. Armr. (s. 13. Okt. 1856). Verbds.-Fw. (s. 1888. 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Schnierlach (s. 1802). Kirche des hl. Nikolaus (6. Dez.). Die Lutheraner besitzen eine Kapelle und gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in Kaysersberg (s. 18ö4, vorher zu Reichenweier). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Alarkirch. Zur Erschliessung und Ausbeutung der Anthrazitkohlen- |