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Show Hüningen - Hüssingen. 467 H ü n i n g e n , Pagus. Z u m Jahre 1134 (Schöpflin, Codex diplomaticus hist. Zaringio-Badensis, Band V, S. 79) wird die Schenkung eines Gutes in pago Hüningen situm in comi-tatu Adalberti erwähnt. Dieses sonst nirgends erwähnte Gut kann nur ein Hundertschaftsgut gewesen sein. Schöpflin, Alsatia illustrata 1,640. S c h r i c k er, Aelteste Grenzen und Gaue im Elsass, in den Strassburger Studien II, 376. AI. Schulte, Geschichte der Habsburger in den ersten 3 Jahrhunderten, 1887, S. 18, 77. Alte Territorien des Elsass, 1896, S. 37 ff. H ü n i n g e n , Fischzuchtanstalt, s. Blotzheim. H ü n i n g e r g ä r t e n , Hsr. (Gde. u. Ka. Hüningen, Kr. Alülhausen, O.-E.). 8 E. 2 Hsr. Bestehen seit 1851. Hüninger Zweigkanal s. Rhein-Rhonc-Kanal 8. Hüntingen, Df. (Ka. Sierck [1790 Ka. Sierck, 1802-06 Ka. Launsdorf], Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 264 E. 80 Hsr. (10 GRe.) - 190 m. - AG. Sierck (4,8); Hp. Mallingen (2,2). - Huntingen 932; Hundingen 1136; Hentange 1576; Hunt ing 1869.- StEBez. Sierck. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Sierck (s. 1880, vorher Annexe der Pfarrei Mal-lingen). Kirche des hl. Fiacrius (30. Aug.), 1861 erbaut. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen. - 3 Kalksteinbrüche. Tischlerei. H. gehörte zu der Luxemburgischen Lehensherrschaft B u s b a c h (s. d.), zu welcher die Hochgerichtsbarkeit mit der Hälfte des Grundbesitzes gehörte. Das LTebrige war Besitz der Karthause Rettel, die 1616 dort 16 Häuser besass, während die Herrschaft Busbach 12 inne hatte. - Hüntingen wird schon sehr früh erwähnt. 1136 scheint die Abtei Prüm dort einige Güter gehabt zu haben. Das Dorf war wahrscheinlich alter Besitz der Abtei Rettel, welche die Hälfte dort behielt, während die andere mit dem Hochgericht an die Vögte der Abtei, die Walcourt-Fentsch kam, die sie mit ihrer Herrschaft Busbach vereinigt haben. - H. wird 932 als Annexe der Pfarrei Udern bezeichnet; später war es abwechselnd während zweier Jahre Annexe der Pfarrei Udern, während eines Jahres der Pfarrei Alallingen. Gemeindewald (Oberförsterei Kedingen) 49,1 ha. S.a. Alonneren. Hürtigheim, Df. (Ka. Truchtersheim [1790-1802 Ka. Oberhausbergen], Ldkr. Strassburg, U.-E.). 447 E. 83 Hsr. (10 GRe.) - 165 m. - AG. Truchtersheim (7,6); Strbst. Stützheim (3,1) - Hirtungheim 788; Hirtencheim 1199; Hirtingheim 1357; ma. Hirigge. - Die Gde. umfasst den HO. H. und den verschw. O. Berolzheim (z. Th., vergl. Stützheim). - StEBez. Wiwersheim. Armr. (s. 1850). - Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (s. 1805), zuerst zum Konsistorium Wolfisheim, seit 1853 zum Konsistorium Ittenheim der Inspektion Neue Kirche in Strassburg gehörig. Filiale Quatzenheim, ausserdem gehören zur Pfarrei die Protestanten in Dossenheim, Offenheim, Schnersheim und Wiwersheim. Die Katholiken gehören zur Pfarrei Dossenheim (s. 1808, vorher zu Osthofen). - Getreidemühle. Altes Dorf; schon 788 und 798 war die Abtei Fulda daselbst begütert. 884 und 1199 hatte auch die Abtei Honau Besitz in H., 1246 Kloster St. Nicolas in Strasshurg. H. gehörte zu drei Viertel zum Territorium der unterelsässischen Reichsritterschaft, zu ein Viertel seit 1624 zum Bisthum Strassburg (Amt Dachstein). Eins der drei reichs-ritterschaftlichen Viertel war bischöfliches Lehen und im 16. Jhdt. im Besitz der Zorn von Bulach, zu Anfang des 17. der Herren von Ichtratzheim. Von diesen kam es zu Ende des 17. Jhdts. an die von Mackau, die es bis zur Revolution behielten. Die beiden anderen reichsritterschaftlichen Viertel von H. waren anfangs des 15. Jhdts. im Besitz der von Endingen (als Allod oder auch als bischöfliches Lehen?), kamen 1441 an die Zorn von Eckerich, im 16. Jhdt. an die Zorn von Plobsheim. Diese trugen sie 1565 der Grafschaft Hanau- Lichtenberg auf und erhielten sie als Lehen derselben zurück. Auch sie besassen ihren Theil bis zur Revolution. - Ein Alinisterialengeschlecht von H., 1147 zuerst erwähnt, im 13. Jhdt. in Strassburg aufgenommen, scheint im 14. Jhdt. erloschen zu sein. - Kirchlich hatte H. vor der Reformation ein Rektorat und ein Plebanat. 1541 wurde die Reformation eingeführt. Seitdem wurde die Pfarrei, zu der 1554-1702 auch Handschuhheim, 1798-1803 Fürdenheim gehörte, von Strassburg aus bedient, seit 1702 vorübergehend von Oberhausbergen; Pfarrsitz seit 1805. Das Patronatsrecht besassen die Zorn von Plobsheim. Die Kirchenbücher gehen bis 1605 zurück. Die jetzige Kirche ist 1863/64 erbaut worden, die frühere, deren Thurm noch steht, soll aus dem 14. Jhdt. stammen. Die Katholiken waren nach Osthofen eingepfarrt. E r i c h s o n, A., Eine elsässische Landpfarrei. Geschichtl. Mittheilungen über H. Strassb. 1872. Hüs, Sennh. (Gde. Krüt, Ka. St. Amarin, Kr. Thann, O.-E.). 1 Hs. Erbauungszeit unbekannt. Hüselberg, 705,8 m, TP, westl. Hüsseren-AVesserling. Hüskopf, ca. 1200 m, südl. Ausläufer des Batteriekopfes (s. d.) in dem vom Rheinkopf zum Grossen Belchen ziehenden Seitenkamm, nördl. über Melkerei Hüs, Gde. Krüt, Ka. St. Amarin. Hüsseren s. Niederhüsseren. Hüsseren-Wesserling, Df. (Ka. St. Amarin [1790- 95 Ka. Thann], Kr. Thann, O.-E.). 1001 E. 171 Hsr. (12 GRe.) - 440 m. - AG. St. Amarin (3,6); Bhf. Wesserling (1,8). - Heusern 1550; Wesserlingen 1550; ma. Hüser-AVes-serling. - Die Gde. umfasst den HO. H.-AV. (779 E. 121 Hsr.), die AO. Brand, Niederhüsseren, Rothbruck, Wesserling, Winkel und den unbew. O. Störenburg (Ruine). Bildete bis Ende des !8. Jhdts. mit Alollau, Storkensauen und Urbis eine Gde. («Das Kirchspiel von Alollau»).- (P. IL Kl. [T.] und Bhf. Wesserling [s. 1863] gehört zur Gde. Felleringen.) Stadtfernsprecheinrichtung (s. 1899; Fernsprechstelle in AA'es-serling). Oberförsterei St. Amarin (Forstaufsichtsbez. Colmar- f Süd). Zollabfertigungsstelle (zum Zollamt in^Urbis gehörig). StEBez. St. Amarin. Regenstat. A\7esserling. Kantonalarzt. Armenbureau (s. 1797). Fw. (s. 1889, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei (s. 1852) des Dekanats St. Amarin, vorher Filiale von Mollau. Schutzheilige hl. Philipp und Jakob (1. Mai). Reform. Privatkirche der Firma Gros-Roman in Wesserling (s. d.). - AAregen der industriellen Anlagen vgl. Wesserling. H.-AV. gehörte zum murbachischen Amte St. A m a rin, zum Aleierthum des unteren Thaies und zinste in den murbachischen Dinghof zu St. Amarin. 1650 zählte es 6 Bürger und 15 Kinder. - Kirchlich war H.-AV. Filiale von Alollau (s. d.). Gemeindewald (Oberförsterei St. Amarin) 367,1 ha. (Drei Fünftel Tanne mit Buche.) Im Besitz der Gde. seit 1813 (1813 Theilung mit Nachbargemeinden). Hüssingen, AVlr. (Gde. u. Ka. Kattenhofen, Kr. Diedenhofen- Ost, L.). 11 E. 3 Hsr. - H u cheengi 1222; Huetange 1270. - Ehemaliges Dorf in dem Banne des Ortes Kechingen. Es scheint ältester Besitz der Stiftskirche St. Sauveur in Metz gewesen zu sein. 1681 reversirte das Kapitel noch dafür. 842 schenkte Kaiser Lothar seinem getreuen Alpcar Güter in Beiern, Simmingen und H. - Der Kirchensatz, welcher 1249 im Besitz der Grafen von Salm in den Ardennen, als Lehen der Aletzer Kirche, war, wurde durch den Bischof Jacob von Lothringen an das genannte Kapitel geschenkt. 1240 erscheint das Dorf in Händen der Finstingen (wohl als Vogtei-Lchen der Metzer Kirche). 1264 und 1280 wird ein Arnold de Hüsingen bei Diedenhofen erwähnt. 1318 ernannte Papst Johann XXII. Commissare, um über den Kirchensatz von H. zwischen dem Kapitel von St. Sauveur und einem Edelknecht des Trierischen Erzbisthums zu entscheiden. Das Dorf scheint sehr früh eingegangen zu sein. Die Kirche allein blieb übrig und war Sitz einer Pfarrei des Archipr. Diedenhofen, welche bis zur Revolution Ober- und Nieder- |