| OCR Text |
Show Lampertsloch - Landtürstenweiher. 549 Nicht lange nach dem Aussterben der Ettendorf (1410) kam das ganze Dorf sammt dem Schultheissenamt in den Besitz der Puller von Hohenburg (Grandidier nimmt an, zur Hälfte als bischöfi. strassb. Lehen (?), zur Hälfte als Allod); von diesen 1482 durch Erbschaft an die Hoffwart von Kirchheim. Letztere verkauften 1495 eine Hälfte von L. sammt der Hälfte des Schultheissenamtes an das Strassburger Domkapitel. In den religiösen Streitigkeiten im Strassburger Stift wurde diese Hälfte seit 1584 von dem prot. Theil des Domkapitels im Besitz gehalten und erst lb87 den Katholiken restituirt. Die andere Hälfte blieb im Besitz der Hoffwart von Kirchheim, wurde dadurch reichsritterschaftlich und ging vor 1651 an die Schach über. LTm lb70 vom Bisthum angekauft, kam auch diese Hälfte bald darauf durch Kauf an das Domkapitel, das seitdem bis zur Revolution im Besitz des ganzen Dorfes blieb. Uebrigens hatte das Kapitel schon früher (1202 zuerst erwähnt) bedeutende Güter zu Lampertheim. - Ein adeliges Geschlecht von L. 1202 zuerst erwähnt, um die Mitte des 16. Jhdts. erloschen. 1638 Juni 9 wurde L. von Croaten geplündert, 1815 2S. Juni durch württemb. Truppen gestürmt (Franzosen unter Gen. Rapp . 1870 Anfang Aug. lagerte die Belagerungsarmee vor Strassburg in L. - Kirchlich gehörte L. vor der Reformation zum Landkapitel Ober-Hagenau und hatte ein Rektorat, ein beständiges Vikariat und eine Frühmesserei. Patronats- und Zehntrecht hatte das Strassburger Domkapitel. I'i'o wurde die Reformation in L. eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei, deren Kirchenbücher bis 1610 zurückgehen, bis 1821 mit Filiale Pfulgriesheim. Simultaneum 1738-1877, wo die jetzige prot. Kirche erbaut wurde; die Katholiken gehören zur Pfarrei Vendenheim. - L. ist Geburtsort von Seb. Schmidt (1617), einem hervorragenden prot. Theologen, gestorben lb9b als Professor an der LTniversität Strassburg, Präsidenten des Konsistoriums und Propst von St. Thomas. Gemeindewald (Oberförsterei Strassburg) 37 ha. Litter.: Prelis pour F. O'Connor contre C D . Louvet. Prelis de l'instance du chapitre de Strasbourg contre la commune de Lampertheim. 1771. Lampertsloch, Df. (Ka. Wörth [1790-1802Ka. Sulz], Kr. Weissenburg, U.-E.). 434 E. 88 Hsr. (10 GRe.) - 205 m. - AG. Wörth a. d. Sauer (8,1;; Hp. Surburg-Hölschloch (5,0). - Lamprechtzloch 1337; ma. L a m p e (r)schl och. - Die Gde. umfasst den HO. L. (417 E. 83 Hsr.), den AO. Pechelbronn und den verschw. O. Jungenwald (Hf.). Einen Gebietsverlust erfuhr die Gde. lSbb, indem das bis dahin ihr zugehörende Forsthaus Pfaffenbronn der Gde. Klimbach zugetheilt wurde. - Ortseinn. StEBez. Wörth a. d. Sauer II. Armr. (Gründungsjahr unbekannt; er bestand schon 1821). Wasserltg. (s. 1897). - Filiale der kath. Pfarrei in Görsdorf. Kirche Aller Heiligen. Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Preuschdorf. Simultankirche. - Kalk- und Ziegelofen. Oelmühle. Ueber das Oelbergwerk s. Pechelbronn. L. gehörte zum Besitz der Puller von Hohenburg. Diese verkauften es 1337 an die Herren von Lichtenberg. Nach deren Aussterben 1480 kam es an Bitsch-Zweibrücken, 1570 an Hanau-Lichtenberg, 1736 an Hessen-Darmstadt (Amt Wörth i. Weisthum des Ib. Jhdts. - L. wird 1506 als Pfarrei erwähnt. Nach Einführung der Reformation 1570 kam es an die prot. Pfarrei Preuschdorf. Die Katholiken von L. waren nach Görsdorf eingepfarrt. Simultaneum s. 1703. Den Zehnten besass Kloster Königsbrück. - In der Nähe Erdpechquelle (s. Pechelbronn). Gemeindewald (Oberförsterei Weissenburg) 366,9 ha. (Buche, Eiche, Hainbuche und Kiefer.) Alter Besitz der Gemeinde. Hoe ff el, Historia balsami mineralis Alsatici seu Pe-trolei vallis S. Lamperti, Germanice: der Hanauische Erd-baliam, LampertslocherOehl,oder Bechel-Brunn. Strassburg j 17o4. Ueber die an Anton Le Bei 1772 ertheilten Privilegien zur Gewinnung von Asphalt bei Lampertsloch vgl (N. Horrer) Dictionnaire g£ographique, histor. et politique de J TAlsace (Strassburg 1787) I. Bd. (S. 392-96). Lamportstein. Sgm. (Gde. St. Quirin, Ka. Lörchingen, Kr. Saarburg, L.i. Früher Scierie du Village genannt. Nur Betriebsstätte. Soll schon im 18. Jhdt. bestanden haben. Lampertstein, B., 480 m, zwischen Weisser Saar und St. Quiriner Bach, südl. St. Quirin. Lancoir, B., s. Erdriese. Landalmendgraben s. Eberbach 1"., Sauer 24. Landau s. Klein-Landau. Landbach s. Leber, Saar 9. Landbächel s. Lauter 9. Landelen- oder Länderlenberg, der am nordwestl. Ausgang von Oltingen, Ka. Plirt, gegen W. sich er- ' streckende Bergrücken, jetzt kurz der - Berg • (s. Berg) genannt. Der Name von einer früheren Kapelle des heil. Landelinus. 'Diese Kapelle wurde zuletzt nur die Säu- Clausen-Kapelle- genannt, von einem Hirten, der sie besorgte.' (Stoffel.) Landenbühl, H., 391,5 m, südöstl. Liebenzweiler, Ka. Hüningen, Kr. Mülhausen. |Zu lutenbüle 1L90; a m lan-tenbühel, jn lantensbühel 1330; am Latten Buel ; 1457; a m lantdenbühel 1489; im Landenbüel, Lan- I de nbühl 1765.] Landersbach, Df. (Gde. Sondernach, Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.). 308 E. 43 Hsr. - Landoltisbach 13. Jhdt.; Lander spach 1456 und öfter; ma. Laderschba, Landerschba, Landersehbach. - Baumwollweberei Immer-Klein. 268 Webstühle, 110 Arbeiter. Wasser- und Dampfkraft. Landersbach, Wlf, s. Fecht 7. Landersberg, 351 m, östl. über dem Lieschbacher ) Weiher, nördl. Weiler Lieschbach, Gde. Philippsburg, Ka. Bitsch. Landersheim, Df. (Ka. Maursmünster [s. 1790], Kr. , Zabern, U.-E.). 170 E. 38 Hsr. (10 GRe.) - 200 m. - A.- und 1 LG. Zabern (12,6); Bhf. Wasselnheim (7,1). - Lantheres-heim um 1120; Lantersen 14. Jhdt.; ma. Lan dersche. - Die Gde. umfasst den HO. L. (lb5 E. 37 Hsr.) und den AO. Landersheimer Mühle. - StEBez. Maursmünster I. Armr. (s. 1866). - Filiale der kath. Hilfspfarrei Willgottheim. Kirche des hl. Cyriacus. - Ziegelei. Gehörte zum Territorium der unterelsässischen Reichsritterschaft und war Allod seiner Besitzer. Als solche erscheinen im 16. Jhdt. die Herren von Mittelhausen; 1595 besassen sie jedoch nur noch die Hälfte. Neben ihnen waren 1622 die Landsberg und die Holzapfel von Herxheim Milbe-sitzer; sie erbten nach Aussterben der Mittelhausen 034 auch deren Antheil. Ende des 17. Jhdts. kamen drei Viertel des Dorfes durch Kaufan die Familie Weinemer von Strassburg (später in Colmar., 1702 das Holzapfeische Viertel durch Erbschaft an die Wangen. Beide Familien blieben bis zur Revolution im Besitz ihrer Antheile. Der Dinghof zu L. gehörte dem Stift Neuweüer. - Kirchlich war L. Filiale von Willgottheim mur vorübergehend 1802-08 Filiale von Zeinheim). Den Zehnten besass der hohe Chor zu Strassburg. 1575 wurde durch die Herren von Mittelhausen die Reformation in L. eingeführt, 1688 der Katholizismus wiederhergestellt. Landersheimer Mühle, Geh. (Gde. Landersheim, Ka. Maursmünster, Kr. Zabern, U.-E.). 5 E. 1 Hs. Soll schon j seit Ende des 17. Jhdts. bestehen. Landfürstenweiher, im Doubsgebiet, 2 km süd- I westl. Altenach und 2,5 km südwestl. Mansbach - 4 ha. Fischerei. Wird alle o-10 Jahre abgelassen und bebaut. I Privatbesitz. Zu- und Abfls. s. Rhein-Rhone-Kanal 2. |