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Show 408 Havingen - Hecken. grosse Werkstättc u. s. w. Bereits 1882 wurde das in England 1878 patentirte Thomasverfahren hier eingeführt. Das 1897 gegründete neue Walzwerk war damals die grösste Anlage dieser Art auf dem Kontinent. Die Leistungen des Werkes haben sich dadurch wesentlich erhöht, denn es ist jetzt im Stande, das aus den Hochöfen gewonnene Thomasroheisen ohne nochmalige Erhitzung in den Konvertern zu Stahl und im Walzwerke zu fertigen Walzfabrikaten umzuarbeiten. 2. Das Puddelwerk, in welchem jedoch seit 1897 die Puddelöfen eingestellt sind, so dass nur noch das Blechwalzwerk und die A^erzinnerei bestehen. 3. Das alte AValz- und Hammerwerk, welches z. Th. auf dem Banne von Ersingen und von Schremingen (s. d.) liegt. 1900 wurden hier 3 Alartinöfen errichtet. 1899 wurden in diesen AVerken erzeugt: 262350 t Roheisen, 14441 t Gusswaaren, 311489 t Schweisseisenwaarcn, verkäufliches Flusseisen in Blöcken, halb- und fertigen Fabrikaten. In diesen Werken sind noch vorhanden: eine Gasanstalt, eine elektrische Kraft - und Lichtanlage und eine Dampfbäckerei. Die Eisenhüttenwerke der Firma von AVendel in Lothringen sind in ihrer Gesammtheit die bedeutendsten ihrer Art auf dem Kontinent. - Zu erwähnen sind noch die 2 Eisenerzbergwerke Marspich (eröffnet 1880) und Thusnelde (eröffnet 1899) der Luxemburger Bergwerks- und Saarbrücker-Eisenhütten- Aktiengesellschaft Burbach, und die Grube «Hayange», (den Enkeln von F. von AVendel gehörig, bereits 1830 in Förderung), mit zusammen 639 Arbeitern und 675484 t Erzförderung (1899). - Branntweinbrennerei. Liqueurfabrik. Schreinerei. Gasanstalt von Goetz u. Konrad (1899 errichtet) zur Beleuchtung von Hayingen, Nilvingen, Kneuttingen und Algringen. AVeinhandel. - Ende April und Ende August Kram-, Vieh-und Tuchmarkt. H. gehörte zur Probstei Diedenhofen; scheint ursprünglich Königsgut (zum Fiscus Diedenhofen gehörig) gewesen zu sein, das später als Reichslehen verliehen wurde Denn 100/ schenkte HerzogGerhard von Lothringen der Abtei Echternach mit Zustimmung des Königs Heinrich ein «allo-dium quoddam in villa Heinga. 875 war dort die Abtei St. Glossinde ebenfalls begütert. Auch die Abtei Justberg hatte in H. Grundbesitz. Vögte der Abtei Echternach waren zuerst die Herren von Briey, später durch Kauf die Herren von Alouaville. Vögte von St. Glossinde waren die Herren von Norroy, A'asallen von Bar. 1265 hat Habrant von Briey das Schloss und das Vogtei-Lehen von Echternach Bar zu Lehen aufgetragen. Ein Rittergesehlecht von H., Vasallen von Luxemburg, erscheint im 13. und 14. Jhdt. Das Schloss Hayingen war Lehen von Bar seit 1265. Es entstanden damals zwischen Bar und Luxemburg Schwierigkeiten wegen des Besitzes von H., welche durch Schiedsspruch des Königs Louis IX. von Frankreich geschlichtet wurden. Dieser bestimmte, dass das L e h e n H dem Grafen von Luxemburg, das Schloss dagegen dem Grafen von Bar bleiben sollte. Noch i486 war H. zwischen Bar und Luxemburg getheilt. Der Barischc Theil wurde 1334-44 mit dem Schloss den de Heu verpfändet Die Eisenwerke von H. werden schon 1260 erwähnt, sie waren alter Besitz von Bar. 1643-1701 befanden sie sich in Händen mehrerer Eigenthümer, besonders der Familien von Lenoncourt und von Croncnberg; dann gingen sie in den Besitz der Familie Wendel über. AVeiteres s. o. Das alte Schloss wurde 1521 und abermals 1642-1643 zerstört. 1729 ist das neue erbaut worden. Die Besitzungen der Herren de AVendel, welche während der Revolution verkauft worden waren, sind 1803 wieder in den Besitz dieser Familie gekommen. - H. ist alte Pfarrei des Archipr. Diedenhofen; 875 schon erwähnt. Annexen der Pfarrei waren damals Marspich (1753 abgetrennt, aber 1804-89 abermals Annexe der Pfarrei H.), Ersingen (1877 zu Schremingen), Algringen (1802 abgetrennt), Kneuttingen (1860 selbständig), Nilvingen (1860 zu Kneuttingen) und Suzingen (1877 zu Schremingen). Den Kirchensatz hatte vom r>. bis IS Jhdt. die Abtei St. Glossinde in Metz. Gegenwärtige kath. Kirche 1884 eingeweiht. Die Prot, (reformirte) Gde. hat sich nach 1870 durch Einwanderung gebildet. Ihre Kirche ist 1891 erbaut worden. In H. geboren: Gabriel-Jcan-Joseph comte de Molitor, Alarchal und Pair von Frankreich, geb. 7. März 1770, gest. 28. Juli 1849 kämpfte mit Auszeichnung unter Napoleon I. Dominique-Alexandre G o d r o n , geb. 25. März 1807, gest. 16. Aug. 1880. Professor der Naturgeschichte und Begründer des naturgeschichtlichcn Aluseums zu Nancy, Verfasser vieler naturwissenschaftlicher Werke besonders der «Flore de Lorraine». Casimir Victor de Balthasar, comte de Gacheo, geb. 4. Nov. 1811, gest. 8. Febr. 1875; berühmter Maler, Portraitist. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Rombach) 50,1 ha. Litt er.: H u a r t , E. d', Notices sur les forges de H. (Me"m. de l'Ac. de Metz 1844-45, Ire partie, p. 83.) Notes sur l'origine et sur l'histoire des forges de H. Metz 1886. 4°. Jacquemin, R., L a nouvclle 6glise de H. Metz 1884. H a y i n g e n , Kanton (Kr. Diedenhofen-West, L.). Der durch kaiserliche Verordnung vom 8. April und durch A n ordnung des Statthalters vom 9. April 1901 gebildete Ka. H. umfasst die Gden. Algringen, Ersingen, Fameck, Flörchingen, Hayingen, Kneuttingen, Alarspich, Neunhäuser, Nilvingen, Rangwall, Reichersberg, Schremingen, Ueckingen, Volkringen. Dieselben hatten vorher grösstentheils zum Ka. Diedenhofen gehört, nur Kneuttingen, Neunhäuser und Nilvingen zählten vorher zum Ka. Fentsch. - Bereits 1790-95 war H. Kantonalhauptort gewesen und hatte zum Distrikt Briey gehört; der Ka. umfasste damals die Gden. Ersingen, Hayingen, Neunhäuser, Nilvingen, Rangwall. Von diesen kamen Hayingen und Rangwall 1795 zum Ka. AVallingen, die übrigen zum Ka. Sancy. H a y m o n r u p t , Hsr. (Gde. A^orbruck, Ka. Schirmeck, Kr. Alolsheim, U.-E.). 20 E. 2 Hsr. Ursprünglich Nebengebäude eines zu Anfang des 19. Jhdts. durch einen Herrn Champy erbauten, 1844 abgebrochenen Schlosses. H a y m o n t h a l , ein bei AVeiler A^acquenoux, Ka. Schirineck, mündendes Thälchcn, durch das die Hav monthalstrasse zum Fsths. Tannwald (Malplaquet) emporführt. H a y m ü h l e , M. (Gde. Johanns-Rohrbach, Ka. Saaralben, Kr. Forbach. L.). 5 E. 1 Hs. Soll seit etwa 1820 bestehen. H a z a r d h o f s. Rochathof, Hf. (Gde. u. Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.). Hazelle, la, verschw. Hf. (Gde. Salonnes, Ka. u. Kr. Chäteau-Salins. L.). Schon 1435 Afterlehen von Burthecourt, auf dessen Bann es lag. Ohne Gerichtsbarkeit. 1681 und 1716 bischöfliches Lehen der Familie Fabvre de Juvrecourt. Gegen 1827 abgerissen zur Vergrösserung des Schi. Burthecourt (s. d.). Z u m Ersatz wurde kurz nachher 200 m weiter der Hof AleYidien oder Burthccourt-basse (s. d.) erbaut. H e r c h e r h o f , s. Turbenhäusel (Gde.. Ka. u. Kr. Hagenau, U.-E.). Hechtgraben s. Rössel 4. H e c h w e i l e r , abg. O. oder Hf. bei Ingweiler, (Ka. Buchsweiler, Kr. Zabern, U.-E.). Erhalten der Flurnamen Hechvvi 1 1 e r e r m a 11 e n. H e c k b e r g , H., nordwestl. Ringeldorf, Ka. Hochfelden, Ldkr. Strassburg. H e c k e n , Df. (Ka. Dammerkirch [s. 1790], Kr. Altkirch, O-E.). 138 E. 32 Hsr. (10 GRe.) - 300 m. - AG. Dammerkirch (10,1); HSt. Burnhaupt (7,4). - H e c k 1576. - Die Gde. umfasst den HO. H (135 E. 31 Hsr.) und den AO. Hcckenmühle. Zwischen Hecken und Gevenatten lag der verschw. O. Linden. - StEBez. Oberlraubach. - Die Katholiken gehören zur Pfarrei Gildweiler, die Lutheraner zum A^ikariat Alülhausen, die Reformirten zur Pfarrei Altkirch. H gehörte zum Aleierthum Falk weiler Herrschaft Thann. G emeind e vv ald (Oberförsterei Allkirch) 30,2 ha. H e c k e n , Wir. (Gde. Kirchberg, Ka. Masmünster, Kr. Thann, O.-E.). 88 E. 16 Hsr. zwischen hag 14.88; ze ha- |