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Show Lothringen. 597 schaft für lothr. Geschichte u. Alterthumskunde. Metz 1888ff. Journal de la societe d'areheologie lorraine. Nancy 1&53 ff. Memoires et D o c u m e n t s de la Soc. d'arch. lorr. 1849 bis 1873. M e m o i r e s und Bul 1 etins de la Societe d'areheologie de la Moselle 1858-1887. M e m o i r e s de l'Academie de Metz. Seit 1819. M e m o i r e s de la Societe royale des sciences, lettres et arts de Nancy [später de l'Academie de Stanislas]. Nancy 1754-59 u. 1807 ff. R e v u e ecciesiastique de Metz. Metz 1890 ff. Lothringen, Landkomthurei des Ordens der Tempelherren (Bailliage de la milice du Temple en Lorraine). Die Landkomthurei Lothringen umfasste im heutigen Bezirke Lothringen nur die Komthureien Metz und Pierre-villers, ausserdemnoch Xugney (DepartementVosges),Mar-botte (Departement Meuse) und Laigne in Burgund; ausser den vorgenannten Komthureisitzen besass der Orden noch eine Niederlassung in Gisselfingen für einen dienenden Bruder und Ordenshäuser in B l o r y bei Montigny nächst Metz, in N e u f eher bei Chicourt, in V a u x und in Vic. Dass derOrden weitere Niederlassungen in Kattenhofen und in Reichersberg besessen habe, ist mindestens zweifelhaft. So sind auch die U/eberlieferungen durchaus unzuverlässig, wonach die Templer auch Niederlassungen in Bacourt, Bollingen, Colombey, Foulcrey, Hampont, Hattigny, Hessen, Lörchingen, Rixingen, Wirmingen und in einer Reihe anderer Orte gehabt haben sollen; in einigen Fällen scheinen die Templer mit den Johannitern oder den Deutschordensherren verwechselt worden zu sein, in anderen Fällen besassen die Templer nur geringfügigen Besitz, Zehent oder Renten in den Ortschaften, w o die Ueberlieferung von Ordenshäusern, Prioraten u. s. w. spricht. - Das in M e tz gegründete Ordenshaus, das älteste in Deutschland, wird schon 1123 erwähnt. Der Gründer und erste Grossmeister des Templerordens, Hugo des Payens (d. h. Hugo, der im heidnischen Lande war), scheint in Metz beheimathet gewesen zu sein, w o dieser N a m e im 13. Jhdt. öfters genannt wird. Ihr erstes Haus im .Neufbourg^ (Augustinerstrasse) scheinen die Templer Anfangs des 13 Jhdts. verlassen zu haben; sie Hessen sich auf dem Platze der jetzigen Citadelle nieder, wo noch ihr Oratorium steht. - Die Komthurei Pi erre-villers entstand 1213 aus einer Schenkung des Grafen Theobald von Bar, welche durch Zuwendung von Gütern der Herren von Aspremont, von Sorcey. 12191, von Riste (12b2), erweitert wurde. Ueber die Entstehung des Ordenshauses in Gisselfingen ist nichts bekannt. Von den übrigen Ordenshäusern wird Blory 1234 erwähnt, Neufcher 1263; letzterer Besitz erhielt 1290 eine ansehnliche Vermehrung durch eine Schenkung des Ritters Ferry de Chambley, welcher dem Orden die Güter in Neufcher, Brehain, Chä-teau- Brehain, Marthil, Chicourt und Villers a. d. Nied überliess, die von ihm der Ritter Pierre de St. Epure und nach diesem dessen Schwiegersöhne, Henriet de Bassoncourt und Jacquemin Le Begue, zu Lehen trugen. Z u m Ordenshause in V a u x gehörten Güter in Vaux, Bagneux, Lessy und Noisseville (Schenkung der Familie de Vaux 1280). In Vic und Umgegend war der Orden schon 1218 begütert. Der zwischen Vic und Marsal gelegene Ordensbesitz wurde 1264 vom Bisthum Metz zunächst auf Zeitpacht, später, wie es scheint, endgiltig erworben. Der Orden behielt oder erwarb später in Vic weiteren Besitz, der dann dem Ordenshause in Gisselfingen zustand. - Abgesehen von den in Frankreich gelegenen Ortschaften Bouzonville und Riste an der Orne (Schenkung der Herren von Bouzonville 1147) und in Briey (Schenkung des Grafen Heinrich von Bar 1214) hatte der Orden grösseren Grundbesitz in Bronvaux (Schenkung von Colin le Sauvage 1273), in Marange (Schenkung der Grafen von Luxemburg), Moyeuvre (Schenkung des Ritters Fourkignon de Moyeuvre an das Ordenshaus Pierrevillers 1284), Norroy-le-Veneur (1251 an das Frauenkloster Saint- Pierrc in Metz vertauscht), in Rodt, Ka. Saarburg Schenkung eines Grafen Sigbert vom Hause Saarbrücken-Werd zu Rixingen?), in Villers bei Rombach u. s. w. - Von den Landkomthuren von Lothringen .commandeur (maitre. du temple en Lorraine, - de la milice oder chevallerie du temple -, maitre de la baillie de Lorraine, magister fratrum militiae templi) sind nur wenige und zumeist nur nach ihren Ordensnamen bekannt, nur zwei nach ihrem Familiennamen, Pontius de Villame (121,3) und R. d'Aspremont (1248). Nachrichten über die Thätigkeit des Ordens in der Landkomthurei Lothringen sind nicht vorhanden; an die Bauthätigkeit des Ordens erinnern nur das Oratorium in Metz und der Chor der Kirche von Pierrevillers. A n den Fehden der Stadt und der Bischöfe von Metz war der Orden nicht betheiligt, ebensowenig bei den inneren Wirren der Bürgerschaft von Metz. - Nachdem Papst Clemens V. die Auflösung des Ordens 1312 verfügt hatte, fiel dessen Besitz den j Johannitern (nicht den Deutschordensherren) zu. Die Jo-i hanniter waren z. B. schon 1314 im Besitze der Komthurei i Pierrevillers: die Templer traten vielfach in den Orden der l Johanniter über; die Brüder in Blory blieben lebenslänglich i im Besitze ihrer Commende, andere wurden von den Johannitern abgefunden. Der Uebergang scheint sich in durchaus friedlicher Weise vollzogen zu haben. Die Johanniter waren noch zur Zeit der Revolution im Besitze einer Reihe von Gütern des Ordens der Tempelherren, die damals als Nationalgut eingezogen wurden. Litter.: Freiherr v. H a m m e r s t e i n , Der Besitz der Tempelherren in Lothringen. (Jahrbuch der Gesellschaft f. lothr. Geschichte, 1895, 1. Heft.) Digot, Aug., Memoire sur les etablissements de l'ordre du temple en Lorraine. (M. in. d'Archeol. Lorr. 1868.) H u g u e n i n , A., Notice historique sur les ordres militaires et religieux dans la ville de Metz. (Metz, Union des arts, 1852.) Jacquot, Fr., Sur l'oratoire des templiers de Metz. (Revue de Metz et de Lorraine. Metz 1872.) Vgl. auch wegen des Ueberganges des Ordensbesitzes an die Johanniter Lempfrid, H., Die Komthureien der Deutschordensballei Lothringen. Die Komthurei Metz. I Saargemünd 1883.) [dPr.] Lothringen, Bailei des Deutsch-Herren-Ordens. Der Orden der deutschen Ritter, Brüder v o m Sankt Marienspitale der Deutschen in Jerusalem, wurde 1191 gegründet und fand zu Anfang des 13. Jhdts. auch in Deutschland Aufnahme. Nach und nach wurden hier 12 Ordensballeien gegründet, deren eine die Bailei (Landkomthurei) Lothringen war. Der erste Landkomthur der Bailei war A u rat, 1245; der thätigste, hervorragendste Karl von Beffort (Karl von Trier), etwa 1398-1407. Zur Bailei Lothringen gehörten folgende Komthureien: Trier (vor Mitte des 13. Jhdts. gegründet), L u x e m b u r g (gegründet in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts.), Einsiedeln bei Kaiserslautern (1253 zuerst erwähnt); B e c k i n g e n bei Merzig (1576 zuerst erwähnt); D a h n ; Metz; S a a r b u r g i. Lothr.; S a a r b r ü c k e n (s. unter diesen vier Namen). Von diesen zur Bailei Lothringen gehörigen Komthureien interessiren hier wegen ihres Besitzes im Reichslande folgende sechs: Die K o m thurei D a h n (hei Offweiler, Ka. Niederbronn im L'.-E.), i wahrscheinlich 1245 gegründet, wird, unter dem Komthur Herrmann von Veldenz stehend, 1293 als Komthurei genannt. Sie ist lb09 durch den Grafen von Hanau-Lichtenberg säku-larisirt worden. Die Komthurei Metz, wahrscheinlich , schon 1210 gegründet, wird 1245 zuerst genannt (s. d. Art. Metz). Die K o m t h u r e i S a a r b u r g i. Lothr., 1222 gegründet. Die K o m t h u r e i S a a r b r ü c k e n , 1227 gegründet (s. d.). Der Besitz der Komthurei Saarbrücken war von Frankreich im März 1648 eingezogen, nach dem westfälischen Frieden aber wieder freigegeben worden. Die Komthurei L u x e m b u r g (s. d.i und die Komthurei Trier (s. d.i hatten gleichfalls Besitzungen im Reichslande. - Die Blüthezeit der Bailei Lothringen fallt in die Zeit bis Mitte des 14. Jhdts. i Schon mit Anfang des 15. Jhdts. begann der Wohlstand zu |