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Show Metz. Gunsten gebessert. Eine abermalige Aenderung in der Zuständigkeit brachte der Friede von Vincennes (1661), da auf Grund desselben die lothringischen Behörden wieder in Thätigkeit getreten waren, blieb es auf die durch den Vertrag an Frankreich ausdrücklich concedirten Gebiete beschränkt, erhielt aber gewissermassen als Ersatz für das verlorene Territorium eine Kompetenzerweiterung für einen Theil der durch den westphälischen und pyrenäischen Frieden neu hinzuerworbenen Gebiete. Es ressortirten schliesslich von ihm folgende Jurisdiktionen: 5 Bailliages presidiaux, nämlich M., Toul, Verdun, Sedan, Saarlouis; 4 Bailliages, nämlich Mouzon, Longwy, Diedenhofen und Mohon ; ein bailliage seigneu-rial mit dem Sitze in Vic; das Herzogthum Carignan; 8 königliche Prevötes, nämlich Montmedy,Marville,Damvillers, Chauvancy-le-Chäteau, Chäteauregnault, Sierck, Saarburg, Pfalzburg; 7 maltrises particulieres des eaux et forets mit dem Sitze in Metz, Vic, Sedan, Diedenhofen, Chäteauregnault, Hagenau und Ensisheim. Seine Bedeutung hat sich noch erheblich gesteigert, als ihm 1681 die Chambre loyale, die sogenannte Reunionskammcr, angegliedert wurde. Schon Richelieu hatte diese Einrichtung geplant, nachdem durch den westphälischen Frieden bestimmt worden war, ut omnes et singuli dictorum episcopatuum, provinciarum ac civitatum vassalli subditi, cives et incolae deineeps domino regi chris-tianissimo pareant. Der Chambre royale lag es ob, festzustellen, welche Vassalli zu den drei Bisthümern gehörten. S. Bisthümer (Provinz der drei). 1771 wurde das Parlament wegen seiner Stellungnahme gegen die Regierung zeitweilig aufgelöst und nachdem es von 1775-1789 wieder amtiert hatte, wurde es durch die Nationalversammlung endgiltig beseitigt. Sein Schicksal theilte die Stellung des Gouverneurs und Intendanten, die gleichfalls aufgehoben wurde. A n des ersteren Platz trat der Armeekommandant, für den Intendanten wurde ein Direktorium, bestehend aus einem Präsidenten und acht Mitgliedern, eingesetzt, das bis 1799 das durch Dekret vom 27. Febr. 1790 neugeschaffene Moseldepartement leitete. M. selbst war Hauptstadt dc-s Moseldepartements geworden und damit sind auch die letzten Erinnerungen an eine frühere Ausnahmestellung verschwunden. Der Zeit des ersten Napoleon verdankt die Stadt die Ausführung eines Beschlusses der Revolutionszeiten: die Anlage der Esplanade. Mit der Beseitigung der Citadelle war auch die Möglichkeit der Wiedereröffnung der alten Porte Serpenoise geboten. Diese erfolgte mit Anlage der Eisenbahn im Jahre 1851. In den Feldzügen von 1814 und 1815 ist M. zweimal 'Jan. bis März 1814, Juni 1815) blockirt gewesen, ohne dass es jedoch den Verbündeten gelungen wäre, die Stadt zu nehmen. Im Kriege von 1870 sind die Kämpfe um M., das bei Beginn des Krieges in der ordre de bataille zum Hauptquartier und Sammelplatz für das dritte franz. Korps unter Marschall Ba/aine bestimmt war, und die Uebergabe der Festung von entscheidender Bedeutung geworden. Kommandant der Festung war der General Coffinii-res; die seit den Schlachten von Colombey (14. Aug.), Mars-la-Tour-Re-zonville (16. Aug.), Gravelotte-St. Privat (18 Aug.) eingeschlossene Rhein-Armee kommandirte Marschall Bazaine. A n der Spitze der deutschen Belagerungsarmee stand der Prinz Friedrich Karl. D a die Ausfälle vom 26. und 31. Aug. sowie die unbedeutenderen Gefechte des Sept. und Okt. den deutschen Ring nicht zu lockern vermochten, kapitu-lirte M. am 27. Okt. Etwa 1701 Mann und 6000 Offiziere geriethen in deutsche Gefangenschaft. Auf den Friedhöfen ( flambiere und St. Simon zahlreiche Kriegergräber von 1870 und 2 franz. Denkmäler. (In dem grossen Grabe des Garnisonfriedhofes liegen 72 i I franz. Krieger.) Durch den Frankfurter Frieden ist M. wieder eine deutsche Stadt geworden. Audi jetzt noch ist es in erster Linie Waffcnplatz, durch den Ausbau der Forts und die Verstärkung der Garnison Festung allerersten Ranges. Eine freiere Entwickelung ist ihr aber durch den kaiserlichen Erlass vom 9. Febr. 1893, der die Beseitigung der Umwallung nach Süden und Osten hin anordnet, gewährleistet. Die Wälle der Südfront sind jetzt bereits niedergelegt. Quellen: A n n a l e s Mettenses 687-768. 769-805. 830 MG. SS. I, 314-336. XIII, 26-33. A n n a l e s Met. brevissimi 934-103S SS. III. 155. Chron. universalis Mett. 47-1274. SS. XXIV, 502-526. Pauli Diaconi gesta epp. Mett. (- 766). SS. IL 260-268. P a u l i Diaconi versus de epp. Mett. ( - 774). SS. XIII, 303-305. Catalogus epp. Metl. (- 964). SS. XIIL305.306. S er i e s epp. Mett. (- 1073). SS. XIII, 306-307. A I - perti monachi S. Symphoriani de epp. Mett. üb. 974-1006. SS. IV, 696-700. G e s t a epp. Mett. (- 1296). SS. X, 531-551. Vita Arnulfi ep. Mett. SS. Merov. II, 426-446. Vita Chro-degangi archiep. Mett. SS. X, 552-572. Vita Deoderici I ep. Mett. (t 984) auet. Sigeberto SS. IV, 461-483. Vita Adal-beronis II ep. Mett. if 1005) auet. Constantino abbate S. Symphoriani Mett. SS. IV 658-672. Vita Theogeri abbatis S". Georgii et ep. Mett. (f 1120) SS. XII, 449-479. E x his-toria S. Arnulri Mett. (-930). SS. X X I V , 527-545. Notae S. Arnulfi Mett. 929-1343. SS. XXIV, 526-527. Vita Johannis abb. Gorziensis (f 974) auetore Johanne abb. S. Arnulfi Metl. SS. IV, 335-377. C h r o n icon S. Clementis Mett. (-1193). SS. XXIV, 489 -502. E x Vita Kaddroe abb. SS. Felicis et Clementis Mett. if 968). SS. IV, 483/4 X V , 2.6S9-692. Annales S. Vincentii Mett. 688-1280. SS. III, 155-160. Vita S. Martini ep. Turonensis a Richero abbate Mett. versibus con-scripta ed. R. Decker. Trier 1886. L a G u e r r e de Metz en 1324 publ. par E. de Bouteiller. Paris 1875. Relation du siege de Metz en 1444 publ. sur les documents originaux par M M . de Saulcy et Huguenin aine". Metz 1835. L a chro-nique du doyen de S. Thiebaut 1200-1463 ed. Calmet, hist. de Lorr. ed. I. Tom. II pr. 169. J o u r n a l de Jean Aubrion 1465-1512ed. Lor^dan Larchey. Metz 1857. Leschroniques de la noble ville de Metz (Chron. rime)e) (- 1471). A Melz che"s la veuve Bouehard 1598. Neudruck von Chabert. Metz 1855. Desgl. bei Calmet (-1550) cd.I tom. II pr. 122. Gedenkbuch des Metzer Bürgers Philipp von Vigneulles 1471 - 101':' ed. Dr. H. Michelant. Stuttgart 1852. L e s Chroniques de la ville de Metz recueillies mises en ordre et publiees pour la premiere fois par J. F. Huguenin. Metz 1838 (Unkritische Zusammenstellung verschiedener Chronikenauszüge 900- 1552). C h r o n i q u e de Metz de Jacomin Husson 1200-1525 publ. par H. Michelant Metz 1870. Brief discours du siege de Mitz 1552. Metz 1846. Extrait de Jean Carion sur le siege de Metz en 1552. Metz 1847. Le siege de Metz l'an 1552 par Salignac. Paris 1553. Neudruck von Chabert. Mi t: 1856. Journal de Jean le Coullon 1537-1587 publ. par E. de Bouteiller. Paris 1881. C h r o n i q u e de Büffet 1580- 1588 publ. par E. de Bouteiller et A. Prost. Paris 1884. Journal de Seb. Floret 1595-1638 publ. par Chabert. J ou r-nal de Jean Bauchez 1551 - 1650 publ. par Ch. Abel et E. de Bouteiller. Metz 1868. Recueil journalier 1656-1674 par Joseph Ancillon publ. par Chabert. Metz 1860. Corres-p o n d a n c e politique adressee au magistrat de Strasbourg par ses agents ä Metz 1594-1683. publ. par E. de Bouteiller et E. Hepp. Paris 1882. L a pers£cution de l'eglise de Metz d6crite par le sieur Jean Olry. Hanau 1690. Neudruck par O. Cuvier Paris 1859. C h r o n i q u e anonyme de 1684- 1725 par F M. Chabert. Metz ohne Jahr. Annale s de Metz depuis 1724 par Bakus. Metz 1788. - Handschriftliche Quellen über M. können bei der grossen Fülle der vorhandenen noch ungedruckten Urkunden, Kartulare, Chroniken, Notizen nicht im Einzelnen aufgeführt werden. Die meisten liegen in der Stadtbibliothek von M., Aufzeichnung derselben bei Clercx, Catalogue des manuscrits relaiit- ä l'hist. de M. et de la Lorraine. M. 185b. Im Stadtarchiv: lnventaire sommaire des archives communales de M. ant. ä 1790; im Bezirksarchiv: lnventaire somm. des archives departem.: in der Nationalbibliothek zu Paris collec- |