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Show Hofer - Hohbarr. 115 AVeissenburg verzichtete erst 1521 auf ihr Obcrlehnsrccht über H., von dem jedoch in früheren Urkunden gar keine Rede ist. 1323 war die Deutschordenskomthurei Saarburg in H. begütert. U m 1530 wurde in H. die Reformation eingeführt. Selbständige reformirte Pfarrei bis 1635. Seitdem Filiale der reformirten Pfarrei Hunspach. Die Katholiken von H. gehörten Anfang des 17. Jhdts. zur Pfarrei Sulz u. W., später zur Pfarrei Schönenburg. Gern ein de w a l d (Oberförsterei AVeissenburg) 41,1 ha. Hofer,Glanzstofffbr.(Gde. Niedcrmorschvvciler.Ka.AIül-hausen- Süd, Kr. Alülhausen, O.-E.). 23 E. 4 Hsr. Soll 1770-80 entstanden sein. Es war ursprünglich eine Kattundruckerei, ausserdem Rothfärberei und Walzenstecherei. Die Fabrik ist aber Ende der 70er Jahre des 18. Jhdts. eingegangen. In jüngster Zeit wurde eine Glanzstofffabrik durch die Aktiengesellschaft «Vereinigte Glanzstoffspinnereien» (Geschw. Lamv) eröffnet (etwa 350 Arb., 380 Dampf pferdekräftc). H o f f a c h b a c h s. Altenbach 2. Hoffnung (Grüner B a u m ) , verschw. AVlr. (Gde. Singrist, Ka. Alaursmünster, Kr. Zabern, U.-E.). 1877 abgebrochen. H o f g r a b e n s. Rohrbach (Zorn) 11. H o f m ü h l e , Eisenschlf. (Gde. St. Louis, Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg, L.). 5 E. 2 Hsr. Die Hofmühle bestand schon vor 1S3S und gehörte früher zu dem «Henningerhof» (s. d.). 1860 ist in der Alühle eine Eisenschleiferei (Firma Goldenberg & Cie. in Zornhof bei Zabern) eingerichtet worden. Hofried,vcrschw.Sennhütte (Gde.Lautenbachzell,Ka. u. Kr. Gebweiler, O.-E.i, in der Nähe des Ursprungs der Lauch gelegen, schon 1537 erwähnt, scheint damals und später Eigenthum der Abtei Alurbach gewesen zu sein. Hofried, AVIL, s. Lauch 2. H ö h - , s. auch Hoch-. Hohalle, verschw. Hf. (Gde. Kiffis, Ka. Plirt, Kr. Altkirch, O.-E.). 1887 abgebrannt. H o h - A n d l a u , Burgruine (Gde. Andlau, Ka. Barr, Kr. Schlettstadt, U.-E.). 451m. Errichtet vermuthlich in der 2Hälfte des lS.Jhdts., wohl an Stelle des 1213 durch den Strassburger Bischof Heinrich von Veringen und dann wieder 1246 in den Kämpfen zwischen dem Bischof Heinrich von Stallleck und den Anhängern Kaisers Friedrichs IL zerstörten Baues. 1344 von Rudolf von Andlau der Strassburger Kirche aufgegeben und zu Lehen empfangen; von der Abtei Andlau als zur A'ogtei gehörig erfolglos beansprucht. 1633 durch die Schweden besetzt; 1678 von den Franzosen eingenommen und verwüstet ; bis 1806 bewohnt. Stammschloss der zuerst gegen Alitte des 12. Jhdts. erscheinenden Familie von Andlau (1141 Otto von Andlau, Abt von St. Blasien), die H., nach vorübergehendem A'erlust während der Revolution, noch heute besitzt. [Reber,] Hoh-Andlau. |Alarkirch 18C6]. Aricrling, F. H., Beitrag zu der Geschichte der Bergschlösser und Lagermauern auf dem vogesischen Gebirge überhaupt und der Burg Hoh-Andlau insbesondere. Strassburg 1807. H o h a t z e n h e i m , Df. (Ka. Hochfelden [s. 1790], Ldkr. Strassburg, U.-E.). 194 E. 37 Hsr. (10 GRe.) - 220 m. - AG. Hochfelden (10,2); Bhf. Mommenheim (5,9). - Azinhaim 786; A z z e n h e i m 1178; m a. Atzne. -StEBez. Hochfelden IL Armr. (s. 1854). - Filiale der kath. Hilfspfarrei AVingers-heim (s. 1808, vorher selbständig). Kirche des hl. Petrus und Paulus. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Alittelhausen. - Hausindustrie: Strohhuttlechterei, für Firmen. 786 zuerst erwähnt. U m 1120 erscheint Kloster Sindeisberg daselbst begütert, 1178 die Abtei Neuweiler, 1207 das Spital zu Hagenau. H. gehörte ursprünglich der Abtei Neuweiler, welche dem Bisthum Aletz unterstand. Die Vogtei über den Besitzstand der Abtei war jedoch als bischöflich-metzisches Lehen anfangs in den Händen der Grafen von Dagsburg, dann der Herren von Huneburg und wurde schliesslich den Herren von Lichtenberg verliehen. A u s dieser i Vogtschaft entwickelte sich ein Territorialbesitz, und so blieb denn H. als Aletzer Lehen bei der Herrschaft Lichtenberg (s. 1480 H a n a u - L i ch tenberg, s. 1736 Hessen-Darmstadt, und gehörte zum Amte Buchsweiler. - 136.5 wurde die den Herren von AValtenheim gehörende Burg von den Strassburgern zerstört. - Kirchlich gehörte H. zum Landkapitel Ober-Hagenau. Kirche schon 1178 erwähnt; sie war damals sammt Zehnten und Hof im Besitz der Abtei Neuweiler, der auch das Patronatsrecht zustand. Berühmte Wallfahrt schon im 11. Jhdt. Im Mittelalter beständiges A'ikariat mit den Filialen AVingersheim, Alittelhausen, Baumgarten und AValtenheim. 1546 wurde die Reformation in H. eingeführt (die prot. Pfarrei umfasste auch Alittelhausen), 1687 unter französischem Druck wieder abgeschafft, worauf die wenigen übrigen Protestanten sich zur nunmehrigen Pfarrei Alittelhausen hielten. Seitdem wieder kath. Pfarrei (bis 1S08) mit Filiale Alittelhausen und (erst s. 1802) Donnenheim. - Kirche aus dem 10. Jhdt., dreischiftige, kleine Basilika, gesch. Dkm. Unter derselben zahlreiche unterirdische Gänge mit Kammern, ähnlich der kärntnischen Höhlen ; die Gänge ziehen durch den Berg durch und sollen im Dorfe ausmünden. Einer mündete in der Kirche. Alan nennt sie Heidenlöcher, und sie dürften aus der La Tene Zeit stam- ! men. H o h b a r r , Burgruine (Gde., Ka. u. Kr. Zabern, U.-E.). ] B o r r e 1142. 458 m. Bestand schon um 1100 als festes Schloss der Strassburger Bischöfe. Gesch Dkm. Zwischen 1163 und 1171 erwarb der Strassburger Bischof Rudolf von Rottvveil den an das bischöfliche Schloss Borra sios-i senden Felscn zur Erweiterung desselben vom Kloster Alaursmünster. 1394 wurde H. an Egenolf von Lützelburg und Genossen verpfändet. AVährend der Streitigkeiten von Kapitel und Stadt Strassburg mit dem Bischof AVilhelm von Diest wurde H. (auf dem Konstanzer Konzil als «das Auge des Elsasses* bezeichnet), u m einer gefürchteten \feräusseruiig der Burg durch den Bischof ve.rzubeugen, durch Ulrich von Hohenburg und Graf Bernhard von Eberstein, U/nterlandvogt im Elsass, besetzt. 1583 wurde die Burg durch den Bischof Johann von Alanderscheidt-Blankenheim erneuert, der hier eine Zechcrgesellschaft im Geiste der Zeit, die «Hornbruder-schaft » stiftete, in welche 1635 die letzten Alitglicder aufgenommen wurden. Während des dreissigjährigen Krieges theilte H. die Schicksale von Zabern und wurde durch den AVestphälischen Frieden dem Bischof von Strassburg zurückgegeben, nachdem die Befestigungen geschleift waren. 1743 von den Franzosen wieder befestigt; 17-14 wurde das von ihnen verlassene Schloss durch die Kaiserlichen (Panduren) besetzt. 1791 als Nationalgut eingezogen und verkauft. - In der Neuzeit (1S03) wieder hergestellte Burgkapelle (von 1342) zu Ehren des hl. Nikolaus. - H. war bis ins 17. Jhdt. hinein Residenz der Strassburger Bischöfe. A d a m , A., DicSchätze von Hohbarr und der letzte Rohan. Zabern 1897. D. Fischer, Notice hist. sur le chäteau de Haut-Barr. Saverne 1S71. Ders., Notice hist. sur le chäteau de Haut-Barr (pres de Saverne) et la cense de Nicderbarr. Sav. 1875. Ders., Das Bergschloss Hohbarr (bei Zabern), historisch u. topographisch. Zabern Us74. Grandidier, La corne de Haut-Barr. (Esprit des journaux, fevr. 1781.) AVieder abgedruckt in Revue d'Als. VI, 1855, S. 202-211. Stüber, E., Die Burg Hohbarr im Elsass. (Aus allen Welt-theilen XII, 1881, S. 169.) H o h b a r r , AV. (Gde., Ka. u. Kr. Zabern, U.-E.). 5 E. 1 Hs. Neueren Ursprungs. H o h b a r r , Staatswald in den Gden. Hägen u. Zabern (Ka. Zabern u. Alaursmünster, Kr. Zabern, U.-E). 87 ha. | Oberförsterei Zabern. (Kiefer, Eiche, Buche, Fichte, Tanne.) Buntsandstein. Alter Besitz des Bisthums Strassburg (s. Hohbarr, Ruine). 17S9 zum Staatseigenthum erklärt. A'on Napoleon I. dem Alarschall Clarke geschenkt. 27. Juni 187S , vom Staate käuflich wieder erworben. Burgruine Hohbarr. |