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Show 111 Blotzheimer-Hart - Bockenheim. rellenbarsche. An Speisefischen wurden abgegeben: 98 kg Karpfen, 201 kg Forellen. Ausserdem wurden 332000 Lachse in den Rhein ausgesetzt. Vgl auch Theil I, S. 00-70. - Buchhandlung Mitte März, Juni, Sept. und Dez. Kram- und Viehmarkt. Altes Dorf; schon 72* im Besitz der Abtei Murbach. Aus der Vogtei über dieses Kloster erwarben es 1250 die Habsburger, in deren Besitz es fortan verblieb und zur Herrschaft Landser (s. d.) gehörte. Von dieser wurde es durch Ludwig XIV. abgetrennt und 1659 dem Obersten von Taupadel als Lehen der Grafschaft Pfirt verliehen. Nach dessen Tode .1607) streitig zwischen Landser und Plirt (Mazarin., 1707 letzterem zugesprochen, wurde Bl. 1730 den Herren von Anthes verliehen, in deren Besitz es his zur Revolution verblieb. - Begütert zu Bl. war im 12. Jhdt. das Basler Kloster St. Alban, 1299 die Deutschordenskomthurei .Mülhausen - Das Dorf wurde 1288 vom Bischof von Basel, llos von den Mülhausern zerstört. 1632 hausten die Schweden furchtbar daselbst. - Ein adliges (,eschlecht von Bl. schon 11-35, dann im 15. Jhdt. »erwähnt. - Der Dinghof zu Bl. gehörte ursprünglich der Abtei Alurbach. - Das Schloss zu BL, schon 1445 im Besitz des Heinrich von Eptingen erwähnt, wurde damals von den Baslern zerstört. Später erscheint es im Besitz der Herren von Reinach, die es 1635 an den General von Erlach verkauften. Dieser Überliess 1 s seinem Schwiegersohn, dem Obersten von Taupadel. 1720 wurde es an die Angervilliers, 1728 an die von Anthes verkauft, die 1730 auch das Dorf erwarben und einen Neubau des Schlosses vornahmen. 1731 ging es durch Heirath auf die Familie de Salomon über. Nur einige Reste sind erhalten. - Kirchlich gehörte Bl. zum Landkapitel Inter colles des Bisthum Basel. Das Patronatsrecht besass ursprünglich die Familie von Hallwyl, s. dem 15. Jhdt. die Abtei Lützel, der auch 1451 durch Papst Nicolaus V. die Kirche von Bl. incorporirt wurde. Kapuzinerkloster 1737 gestiftet, in der Revolution aufgehoben. Bl. war auch Sitzeines ehemaligen Cisterzienser Frauenklosiers, das 1267 von Michelfeld dorthin verlegt worden war. Hs verarmte aber allmählich und wurde daher 14.50 mil der Abtei Lützel vereinigt und in ein Alännerprioral verwandelt. - Die (.de. Bl. besitzt noch heute die sogenannte Grafschaft An , ein Gut von ca. 300 ha, ein Vcrmächtniss der Grafen Schenk von Schenkenberg aus dem Anfang des 13. Jhdts. Die Au hatte früher ihre eigene, selbständige Verwaltung, und ihre Nutzniessung kam nur den Altbürgern von Bl. zu Gute; eist s 1*40 haben auch die Neubürger daran theil. Die Bürger wählten alle 3 Jahre einen Grafen, der für das königliche Lehen huldigte. Aus den Einkünften der «Au» wurde auf Anregung des Oberamtmanns Hell 1775 ein Tugendpreis gestiftet für die sittenreinsten jungen Leute des Dorfes im Alter von 1*-L'7 Jahren. Sie hiessen Graf und Gräfin von der Au (letztere auch Rosenkönigin c Der Preis wurde alle 3 Jahre vertheilt und 1777 zum ersten Male v ergeben. Die Sitte erhielt sich aber nur bis 17*9. Auf einem Theile der «Au» ist 1852 die bekannte Fischzuchtanstalt (s. o.i errichtet worden. - Neolithische, Hallstatt- und römische Funde. Bl. liegt an einem Keltenwege, im AI.-A. Hohpfad, jetzt Alte Strasse genannt, am Fusse des Sundgauer Hügellandes. Gemeinde wald (Oberförsterei Alülhausen 1 17,1 ha. Litter.- Ein Apostel des Sundgaus, P. Bernhardin Juif, der Pfarrer von Bl. Sein Leben und sein AVirken von einem Priester des Bisthums Strassburg. St. Ludwig 1897. Ellerbach, J. B., Le comte de l'Au et la Rosii-re de Blotzheim. Tableau de moeurs alsaciennes ä la lin du XATIIc siecle (Revue catholique d'Alsace, XI, S. 265-273.) Geschichte des Dorfes Blotzheim. (Elsässer HausschaU I, 1891, S. 1-7, 33-10, 6"»-71. 97-104, 129-139, lol-168.) Horrer, Dict. geogr., hist. et pol. de l'Als, I. S. 551 und 409-422. (S. dort auch das Ortsstatut venu 12. .März 1775 über die A'er- . theilung der Tugendpreise. Incorporation du monastere des dames de Citeaux ä Blotzheim ä l'abbaye de Lucelle. - (Archivalische Beilage zum Heclesiasticum Arg. XL S, 30-32.) Müller, Karl, Die künstliche Fischzucht und die Fisch-zuchianst- alt Hüningen. (Vom Fels zu Meer 18*7-Isss. s. 1666-1676.) Sabourin de Nanton, Blotzheim. Strasb. 1867. Stock er, F. A., Dorf und Schloss Bl. im Elsass. Aarau 1888. Blotzheimer-Hart, ehem. Staatswald (Gde. Blotz- | heim. Ka. Hüningen. Kr. Alülhausen, O.-E.). 392 ha. 1861 vom Staate verkauft; gehörte zum .Staatsforste Hartwald (s. d. . Blotzheimer Mühlbach s. Altenbach. Blümbergrunz s. III 12. Blümelslach, verschw. Fsths. (Gde., Ka. 11. Kr. Hagenau, U.-E... 1*7.5 abgebrochen. Blümelslachgraben s. Kberbach 13. Blümbergrunz s. 111 12. Blumenbächel s. Andlau 17. Blumengiessen s. 111 01. Blumengraben s. Alerhetterw eiher. Blumenhäusel, Hf. (Gde. u. Ka. Niederbronn, Kr. Hagenau, U.-E.). * E. 1 Hs. Soll schon in der ersten Hälfte j des 17. Jhdts. bestanden haben. Blumenhof, Hf. (Gde. Redingen, Ka. Fentsch, Kr. Diedenhofen-AVest, L.t. S. Foret (Blumenhof). Blumenstein, H., ca. 340 m, auf dem früher ein j Schloss gleichen Namens stand, über AVeiler Thannweiler (Gde. Sulzmatt, Kr. Gebweiler, O.-E.). Blumenthal, Hf. (Lide. u. Ka. Alarkirch, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 7 E. 1 Hs. Le Blumen-Thal (aussi appeli-vallee de St. Alichel) 1839. - Dort haben zwei Bergleute, die Brüder Johann und Sebastian Bock, 1.526 eine Blei- und Silbergrube, «Gesellenbau» oder «St. Michael» genannt, eröffnet, die noch 1570 ergiebig war. Blumenthalbächel s. Zorn 18. Blumsteinbächel s. Ohmbach 1. Blutgiessen s. III 88, 89. Blutsaugerweiher im Illgebiet, 2,3 km sw. Grenzingen. - 1,4 ha. Fischerei. AVird alle 6-10 Jahre abgelassen und bebaut. Privatbesitz. Abfluss zum Heyers weiher s. 111 30. Bluttenberg s. Brezouard. Bocheney, Sennh. (Gde. Urbeis. Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsw eiler, O.-E.). 1 Hs. Im Patois von Urbeis ist boche- : Buche, Bocheney = Buchwald. Herrschaft Rappoltstein. Boohenez oder Bochene. B., s. Buchwald. Bock, A m , Hs. (Gde. Volgelsheim, Ka. Ncubreisach, Kr. Colmar, O.-E.). 22 E. 4 Hsr. Franz. Le Bouc, auf der Karte von Cassini Redoute du Pont genannt. Begreift auch den früher besonders genannten AO. AVolfensperger-Alühle (Getreidemühle mit Wasserkraft). Soll seit dem Anfang des 18. Jhdts. bestehen. Bock, Z u m , W . (iJe. Griesheim, Ka. Truchtersheim, Ldkr. Strassburg, U.-E.). 2 F. 1 Hs. Besteht s. 1855. Bockenheim, St. und Landkapitel, s. Saarunion. Bockenheim, Kanton. Der Ka. B., 1790 im Distr. Bitsch 1 Alnsehleparlement) gebildet, erhielt damals die Gden. I (Alt-)Saarwerden, Bockenheim, Kaihausen, Rahlingen und Schmittweiler. Die drei letzteren kamen 1793 in den Ka. 1 Rohrbach (Distr. Bitsch), mit den beiden ersten ging der Ka. in demselben Jahre in den Distr. Neu-Saarwerden (Departement Niederrhein), wurde aber schon 1794, als die i Gden. Bockenheim und Neu-Saarwerden zu einer Gde. Saar- ! union vereinigt wurden, aufgelöst und durch den neuen, um die Gde. Oermingen vermehrten Ka. Saarunion ersetzt. B o c k e n h e i m 1 Lothringische A^ogtei oder Oberschult- I heisserei, später Prevöte). Herzoglich Lothringisches Amt, 1630 gebildet aus den im Saarwerden'schen Erbstreite durch Spruch des Reichskammergerichtes in Spevcr vom |