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Show Lorry - Lothringen. 589 wurden gefunden: ein neolithisches Steinbeil; eine römische Skulptur mit der Darstellung der Isis und des Horus. Die Pfarrkirche ist ein eigenthümlicher und bemerkenswerther Bau des 15. Jhdts., kreuzförmig angelegt. Die Seitenkapellen wurden 1822 abgebrochen; alter viereckiger, ehemals befestigter Thurm. Merkwürdig war die sogenannte «Table des plaids annaux», ein Monolith, 3 m lang, auf welchem die Zehnten abgeliefert wurden und welcher erst 1863 zerbrochen wurde. An dem Wege nach Vigneulles steht das alte feste Haus, z. Th. noch erhalten. Der Chronist Philipp de Vigneulles, der väterlicherseits aus L. stammte, hat dort den grössten Theil seiner Jugend verlebt. G e m e i n d e w a 1 d (Oberförsterei Metz) 8,5 ha. Bouteiller, de, Lorry les Metz. ..Mem. de la Soc arch. de la Mos. VII, 1864, S. 219.) A[lbers, J. H.l, Lorry b. M., das Mirabellendorf. (Vogesen-Blatt der Strassb. Post 1898, Nr. 3, 20 Mai.) Lorry b. Metz, Kanton. Der Ka. Lorry b. Metz (1795- 1802), seit 1800 zum Arrondissement Metz gehörig, umfasste die Gden. Amanweiler, Ban-St. Martin, Devant-les-Ponts, Feves, Hagendingen, Hauconcourt, Ladonchamps, Lorry, Maizieres, Marange-Silvange, Norroy-le-Veneur, Plappeville, Plesnois, Saulny, Semecourt, Talingen, Thury, Vigneulles und Woippy, welche 1802 sämmtlich zum Ka. Metz I kamen; vor 1795 gehörte Amanweiler zum Ka. Gravelotte, Ban-St. Martin, Devant-les-Ponts, Lorry, Plappeville und Vigneulles zum Ka. Moulins b. Metz, die übrigen zum Ka. Maizieres. Lorry-Mardigny, Df. (Ka. Verny [1790 Ka. Corny, 1795-1802 Ka. AugnyJ, Kr. Metz, L.). 5S9 E. 187 Hsr. (12 GRe.', - 2b0 m. - A.-, L.- und SchwG. Metz (18,5); Bhf. Noveant (7,6). - F i s c u m L a u r i a c u m 1179 ; Lorey-s o u s F r o i d m o n t 1418; L o r e y devant le Pont 1000. - Die Gde. umfasst den HO. L.-M. (350 E. 10b Hsr.) und die AO.: Mardigny (s. 1810, vorher selbständig) und Moulin de Lorry. - P. F. Ortseinn. StEBez. Verny. Fw. (s. 1845, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Pournoy- la-Grasse is. 1802). Kirche zu Ehren der Kreuzerhöhung (14. Sept.). Die Reformirten gehören zur Hilfspfarrei Montigny-Sablon ts. 189?, vorher zu Metz). - Geschäftssprache franz. - Weinhandel. - Neutral .hinsichtlich des Zollverkehrs) erklärter Grenz weg zwischen Grzst.843 und 852, Länge 660 m., sowie zwischen Grzst. 8b8 und 871, Länge 860 m. Angrenzende franz. Gden. sind Vittonville und Bou-xieres- sous-Froidmont. Die eine Hälfte der Weglänge hat Frkr., die andere die Landesverwaltung von E.-L. zu unterhalten. L. gehörte zu dem P a y s Messin (Islei und war Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit und Vogtei, zu welcher bis 1525 Mardigny gehörte. Die Herrschaft scheint ursprünglich Königsgut gewesen zu sein, kam aber schon sehr früh in Besitz des Metzer Domkapitels und wurde von demselben im 13. Jhdt. dem Domprobsttische zugewiesen, bei welchem der Ort bis zur Revolution verblieb. Die Vogtei mit Schloss war zuerst Lehen der Neufchatel de Varize und wurde von dieser Familie 1335 an die Baudoche verkauft. Diese vereinigten später damit die vom Domkapitel erworbene Grundherrschaft und trugen das Ganze zu Lehen. 1404 theilten die Gournaix und Desch den Besitz, welcher später den de Raigecourt zufiel. Es folgten 1563- 1651 die de Marteau, 1661 die D'Aumale, 1731 wurde der Besitz vom Grafen de Beaurepaire dem Präsidenten de Chazelles verkauft. 1433. 1439 und 148b wurde das Dorf von lothringischen Truppen geplündert und in Brand gesteckt; 1444 verwüstete es der Herr von Commercy, 1590 wurden die Protestanten in Lorry und Mardigny durch die Besatzung von Pont-ä-Mousson geplündert. - Der Protestantismus war in L.-M. gegen 1540 eingeführt worden. L. war ehemals Pfarrei des Metzer Archipr. Mousson. Kirche (gesch. Dkm.i z. Th. Bau des 12. Jhdts., 189b erneuert. Den Kirchensatz hatten als Lehen des Bisthums die Herren von Finstingen, die denselben mit den Zehnten an die Baudoche verpfändeten und verkauften. - Auf der Flur «l'Höpital» wurden Steinsärge gefunden, die genannte Stelle war ehemals Besitz des Deutschherrenhauses in Metz. - 4 Kriegergräber von 1870, wovon 2 auf dem Kirchhofe. Der franz. General R o g e t de Belloguet, Baron de l'Empire, gest. 20. Jan. 1832 in Remellingen, der sich in den Kriegen des ersten Kaiserreiches auszeichnete, war 20. Okt. 1700 in Lorry geboren. Boulange, G., Note sur Lorry-devant-le-Pont. (Mem. de l'Ac. de Metz 1854-55, Ire ptie, p. 524.) Losdorf, Df. Ka. Albesdorf [1790 Ka. Angweiler, dann bis 1802 Ka. Bessingen], Kr. Chäteau-Salins, L.). 136 E. 42 Hsr. (10 GRe.) - 240 m. - AG. Albesdorf (9,8); HSt. Lauterlingen .3,0). - Lostorf 1240 und 1481 ; Lostroff 1869. - StEBez. Läuterungen. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Albesdorf (s. 1802). Kirche des hl. Nikolaus (6. Dez.). - Geschäftssprache franz. L. gehörte zu der Prevöt€ Dieuze, war ursprünglich aber Lehen mit ganzer Gerichtsbarkeit der Kastellanei j Mörsberg (s. d.) und durch die Herren zu Finstingen getragen. Diese haben noch 1027 und IbSl dafür reversirt. - 1240 hatten j die Edeln von Dorsweiler in L. Güter und Renten, die sie als Lehen von Finstingen trugen. Ib32 stand in L. ein Freihaus, welches 1635 mit dem Dorfe zerstört wurde. Das Dorf wurde erst um 1662 wieder bevölkert. - Nicht hier, sondern in Linsdorf bei Grosstänchen scheint 966 die Abtei Vergaville begütert gewesen zu sein. 1767 nennt sich Franchise de Badrot, Baronin von Hilsprich,*Frau von Lostrof, Geinslingen u. s. w. Sie war Gemahlin des Baron de St. Gcr-main gewesen. - L. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. Vergaville. Den Kirchensatz hatte im 18. Jhdt. der Herzog von Lothringen wegen der Herrschaft Finstingen. Losermühle, Hs. (Gde. Etzlingen, Ka. u. Kr. Forbach, L. . 11 E. 1 Hs. Bis 1. Apr. lb9o AO. der Gde. Kerbach. Soll um 1820 erbaut sein und war bis etwa 1880 Mühle. Lossert, Bergrücken, 550 m, am linken Ufer des oberen Biberthaies, östl. Weiler Soldatenthal, Gde. Alberschweiler, Kr. Saarburg. Lothringen. LTnter diesem Schlagworte folgt zunächst der Artikel L. (Name), dann - der Zeitfolge entsprechend - die Art.: L. (Königreich i, L. (Oberlothringen) Herzogthum, L. Herzogthum, politische Eintheilung), L. (Provinz oder Generalität), L. (Generalgouvernement) und L. (Bezirk), worauf dann die Art. L. (Landkomthurei des Ordens der Templer) und L. iBailei des Deutsch-Herren- Ordens) folgen. Bezüglich der Geschichte des heute ^Lothringen • genannten Gebietes wird auf Theil I, S. 250-335 verwiesen. Lothringen Name'. Das Land, welches bei der Theilung des Karolingischen Reiches unter den Söhnen Ludwigs des Frommen durch den Vertrag von Verdun (843) dem Kaiser Lothar zufiel, hatte keinen eigenen Namen und wurde nach der Sitte der Zeit zunächst nach dem Herrscher benannt. j Wie man im 9. Jhdt. von regnum Karoli oder Ludovici sprach, so auch 850 von regnum Lotharii, 911 Lotharii regnum, 945 dux Lothariensis regni, 982 Lothariense regnum. Der Name Lothar's blieb dem Lande erhalten, während die Namen regnum Caroli oder Ludovici sehr bald durch die Völkernamen Frankreich und Deutschland ersetzt wurden. So blieb der Name des ersten Herrschers von L. auch der des Landes und des Volkes, das verschiedenen Stämmen, Rechtsund Sprachgebieten angehörte. Daneben wurden die ersten Könige v. L., noch reges Franciae oder Francorum genannt. Lothar IL (fS69) und Karl der Einfältige .seit 911) nannten sich rex Francorum, während Zwentibold den Titel rex ohne Beisatz führte. So heisst es noch 912: «Francos gui dieuntur Hlutharingi.» Der erste Name des Landes, Lotharii • regnum, scheint um die Wende des 9. Jhdts. nicht mehr allgemein gebräuchlich gewesen zu sein; 903 wird vom trän- |