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Show 398 Hartmann - Hartwald. ze haragker 1394.- Getreidemühle, dem Kloster Oelenberg gehörig, mit Wasserkraft. Die Oelmüllerei ist 1875 eröffnet worden. Hartmann, Fbr. (Gde. Isenheim, Ka. Sulz, Kr. Gebweiler, 0 -E.). 24 E. 5 Hsr. - Kammgarnweberei Jakob Hartmann Söhne. Die mechanische AVeberei besieht seit 1868, vorher seit 1852 Wattefabrik, derselben Familie gehörig. 300 Webstühle, 80 Pferdekräfte, 190 Arbeiter. S. a. Cito Hartmann. Hartmannsbrünnlein, vom Vog.-Club gefasste Quelle bei dem Kiosk des Vog.-Clubs, unterhalb der Ruine Landsberg bei Barr. Hartmannshof, ehem. Hf. (Gde. Alaiweiler, Ka. Falkenberg, Kr. Bolchen, L.i. AVar Besitz der Abtei Longeville. Hartmannsweiler, Df. (Ka. Sulz [s. 1790]. Kr. Gebweiler, O.-E.). 611 E. 149 Hsr. (12 GRe.) - 255 m. - AG. Sulz (3.8); Bhf. Sulz (4,2). - Hadmansvilre 1187; Hart-manswiler 1200; ma. II abschwill er (Harbschwiller, Hart schwill er). - Die Gde. umfasst den HO. H. (606 E. 148 Hsr.) und den AO. Ollweiler (Hs.). - P. Oeffentl. Fernsprechstelle. Ortseinn. StEBez. Sulz. AATasserltg. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Sulz (s. 1802); Schutzheiliger hl. Blasius (3. Febr.). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar, die Reformirten zur Pfarrei Gebweiler. H. ging aus dem Besitz von Lützel in den von Alurbach über, wurde von Alurbach an Otto von Hohenstaufen, Pfalzgrafen von Burgund, verliehen; dann an Rüdiger von Uffholz seit ca. 1200. Dann muss es an das Bisthum Strassburg gekommen sein, denn 1331 wird es an dieAValdner verpfändet. Doch kam es wieder in den Besitz des Bisthums zurück, gehörte also zur obern Alundat. 1760 tauschten es die Waldne-rmit Rimbach-Zell gegen Schweinheim bei Zabern ein ; seitdem gehörte es zur unter el sässis c hen Rei chsri tt erschaff. 1366 war die Johanniterkomthurei Sulz daselbst begütert. Auch die Deutschordenskomthurei Alülhausen hatte hier Besitz. Das Schloss H. übertrug 1308 Dietrich vom Haus an den Bischof von Basel, der ihn wieder damit belehnte. 1367 wurde A^igeleis von Hattstatt, dessen Vorfahren auch schon damit belehnt waren, vom Bischof von Basel mit dem Schloss, «das Burgstall» genannt, belehnt. 1450 hatten die AValdner das Schloss vom Bischof von Basel zu Lehen. Dasselbe, jetzt ein Bauernhof, hat noch zwei von den vier Eckthürmchen. - Die alte gothische Kirche ist von einem befestigten Kirchhof umgeben, von dem die Umfassungsmauern und noch zwei Eckthürme stehen. Die Pfarrei gehörte zum Baseler Landkapitel Citra Colles, den Kirchensatz hatten die AValdner von Freundstein. - H. liegt am Hauptkeltenwege längs des Vogesenfusses von Beifort nach Brumath und Selz. - Tumulus der Hallstatt-La Tene-Zeit und römische Funde auf dem Schimmelrain (römische Villa). - Die Kirche auf dem ehemals befestigten Kirchhof ist ein gothischer Bau aus dem 14. Jhdt., der Thurm ist älter, aus \ dem 13. Jhdt. G e m e i n d e w a 1 d (Oberförsterei Sulz) 233,9 ha. Hoch- I wald aus AVeisstannen und Buchen mit Eichen und Fichten. Straub, A., A propos de cloches. [Betr. eine Inschrift auf der Kirchenglocke zu H.] (Rev. cath. dAls., 2 se"rie, t. I, I- .9.) Hartmannsweilerkopf, ortsüblich Habschwihr-kopf oder Habschwihr Buckel, 956,5 m, Ausläufer des vom Molkcnrain (s. d.) in östl. Richtung ziehenden Rückens, westl. über Hartmannsweiler, Ka. Sulz, Kr. Gebweiler. ATon dem Aussichtsfelsen weiter Umblick. Nahe dabei eine Geröllhalde, gebildet von verglastem porphyri-tischem Gestein von schwärzlicher Farbe, z. Th. ungemein porös; die meisten Steine von 1/a-6 ebdm Grösse. Ueber die Entstehung dieser Verglasung haben die Meinungen lange geschwankt. Bei ihrer Entdeckung im Jahre 1851 glaubte man hier die AVirkungen eines erloschenen A^ulkans mit Resten von Lava vor sich zu haben. Genauere Untersuchungen haben dargethan, dass jene erste Ansicht falsch war und dass die Ursache der Verglasung ein mächtiges Feuer gewesen sein muss ; welcher Art das letztere gewesen, darüber gehen die Ansichten noch auseinander (Johannis-feuer? vergl. unter Liebenberg bei Gebweiler). Nach und nach hat man auch an anderen Orten Deutschlands, in Frankreich und in andern Ländern ähnliche Steinrudel gefunden, welche aus geschmolzenem oder angeschmolzenem Gestein bestehen; aus Süddeutschland ist ein weiteres Beispiel nicht bekannt. Ob wir hier einen Steinring, eine sogen. Glasburg, vor uns haben, bleibt zweifelhaft. Ausführliches darüber s. bei Bleicher et Faudel, MateTiaux, II, S. 7 ff. (mit Plan;; III, S. 55 f.; IV, S. 161 f.; vergl. auch Pf ister, Annales de l'Est, VI, p. 255 f.; sowie Bleicher, L'enceinte avec blocs vitriri^s de Hartmannsweiler!:opf. Colmar 1880. Hartwald. Staatsforst in den Gden. Baldersheim, Banzenheim, Bartenheim, Battenheim, Blodelsheim, Dietweiler, Ensisheim, Kembs, Klein-Landau, Habsheim, Homburg, Alünchhausen, Niffer, Ottmarsheim, Rixheim, Roggenhausen, Rumersheim, Sausheim, Schlierbach und Sierenz der Ka. Habsheim und Landser, Kr. Alülhausen, O.-E. 14 179 ha. Ob e r-försterei Hart-Süd 6035 ha. 9 Forsthäuser: Bartenheim, Kembs, Sierenz, Schlierbach, Niffer, Habsheim, Homburg, Rixheim und Gehren. Oberförsterei Hart-Nord 8144 ha. 8 Forsthäuser: Ottmarsheim, Grünhütte, Neumatt, Baldersheim, Ensisheim, Banzenheim, Münchhausen, Salzlecke. (Eiche im Oberholz und Hainbuche im L^nterholz. Ausserdem kommen vor Linde, Massholder, Aspe, Eisbeere, Birke, Akazie, Ulme, Kirschbaum, Apfelbaum, Birnbaum, Kiefer, Fichte, Schwarzkiefer, AVeymouthskiefer und Lärche.) Diluvium, zum geringen Theil Alluvium. •Eisenbahn AIül-hausen- Basel und Alülhausen-AIüllheim. Rhone-Rhein- und Hüninger-Kanal. Exerzierplatz bei Rixheim 129 ha. Schiessstände 18 ha. Römerkastell am Grödenweg. Hünengräber am Hüninger-Kanal. 1004 hat Kaiser Heinrich IL den Hartwald dem Bisthum Basel mit Zustimmung der Nutzungsberechtigten unter A'orbehalt des AATildbannes überlassen (assen-tiente omni populo ejusdem saltus hactenus usum habente). Der AVald dehnte sich damals zwischen Rhein und 111 aus von Basel bis Rueschheim (Ruochheim, verschwundenes Dorf, auf dessen Stätte 1692 Rüstenhart angelegt wurde), und von dort bis Rubenlewa (Rothlaible, Forsthaus, Gde. Hirzfelden, Ka. Andolsheim?). Der Forst lag in der Grafschaft Illzach oder Sundgau; wie er in den Besitz der Grafen von Habsburg gekommen, ist nicht bekannt. Schon im Theilungsvertrage zwischen den Brüdern Albert und Rudolf von Habsburg 11239) ist bezüglich des Hartwaldes bestimmt, dass die Allode in demselben getheilt werden sollen, dagegen das, was zur Landgrafschaft gehörte und was Lehen sei, ungetheilt bleiben soll. Habsburg übte die landesherrlichen Rechte aus und hat z. B. durch Verordnung vom 10. Juli 1567 den Novalzehnten mit Ausschluss der Zehntberechtigten der Domäne vorbehalten. Durch Patent vom Okt. 1704 hat Ludwig XIV. den Novalzehnten dem adeligen Stifte Ottmarsheim geschenkt, das durch Staatsrathsbeschluss vom 16. Mai 1733 im Besitze bestätigt wurde (s. Neuweg). Die Nutzungsrechte der Gden. sind durch Ordonnanz von 1669 eingeschränkt worden; durch Ordonnanz vom 14. Sept. 1728 ist die Weide wieder gestattet worden. 1768 wurde die Hart «un des plus pr£cieux domaines de la couronne» genannt. 1805 nach der Schlacht bei Austerlitz erbat General Rapp den Hartwald als Dotation, erhielt ihn aber nicht. 1865 wurde der Verkauf des Hartwaldes zum Angebot von 18000000 Frcs. durch energischen Protest der anliegenden Gden. verhindert. Von 1768-1831 sind 654 ha, von 1831-1850 der Fessenheimer Föhrenwald (107 ha), die Heiterenhart (332 ha), 1861 die Bio tz heimerhart (392 ha), 1869 das AValdstück Napoleonsinsel (40 ha) verkauft worden. Ensisheim besitzt das Recht auf Weide und auf Raff- und Leseholz, die übrigen 31 umliegenden Gden. besitzen das Recht auf AATdde innerhalb ihrer Ge- |