| OCR Text |
Show x...-.a'U3cn. - Ulkirch-Grafenstaden. 479 (29. Juni). Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Ostheim. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Markirch. - Kleine Getreidemühle. Illhäusern gehörte bis 1789 der Herrschaft Rappoltstein, welche daselbst ausser anderen Gütern namentlich einen Alelkerhof besass (Erwähnungen 1568-1784); in diesem wurde alljährlich die Vereidigung der Alelker, der sog. Schwörtag, abgehalten (Schwörtagsprotokolle von 1662- 1784). Der Ort ist vermuthlich erst im 15. Jhdt. entstanden; 1482 werden das Wirthshaus und die Allmende zu I. erwähnt. Im 16. Jhdt. soll die Gemarer Fischerzunft ihren in Gemar liegenden Ladhof (vgl. «am alten ladhoff Gemarer Banns» 1479) verlassen haben und nach I. übergesiedelt sein. 1675 wurde durch die Kriegsläufte (Turenne, Cond<5) das ganze Dorf verwüstet. - Illhäusern und Gemar hatten bis ins 19. Jhdt. gemeinsamen Bann und bildeten eine Gde. (s. o.). - Schon im 18. Jhdt. fanden sich in I. Reformirte (Calvi-nisten); 1749 wurden diese von den Katholiken angefeindet; 1764 sollen 60 Reformirte da gewesen sein. - Eine wichtige Rolle spielte die Fischerzunft, welche im Beisein der herrschaftlichen Beamten ihre Jahresversammlungen, die sog. Fischertage, in der Regel zu Illhäusern, nur sehr selten in Rappoltsweiler (1676, 1678, 1679) abhielt; Protokolle der Fischertage aus den Jahren 1669-1718. Vertrag der Herrschaft mit der Fischerzunft 1769. - Kirchliches. Illhäusern gehörte bis zum Konkordat von 1801 als Filiale von Gemar zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel. Eine Kapelle wurde u m 1728 auf Kosten der Gde. erbaut; 1748 wurde sie eingeweiht und dem Gottesdienste eröffnet; an Sonn- und Festtagen versah denselben ein Augustiner-bruder aus Rappoltsweiler auf Kosten der Gde. und mit Genehmigung des Gemarer Pfarrers. Die gegenwärtige Kirche ist 1861 errichtet. Für die Calvinisten war im 18. Jhdt. kein besonderer Gottesdienst vorgesehen: für Taufe, Trauung und Begräbniss standen sie unter dem katholischen Pfarrer von Gemar, zum Abendmahl gingen sie nach Alar-kirch und für die Predigten waren sie auf Ostheim oder Rappoltsweiler angewiesen. - Zoll. Schon vor 1376 besass Bruno I. von Rappoltstein einen Zoll zu Gemar, den Kaiser Karl IV. a m 28. Juni 1376 auf Drängen der elsässischen Reichsstädte widerrief. 1392 gab der römische König Wenzel demselben Bruno den Zoll von Limburg bis Rappoltsweiler und bis über den Isenrain, und kraft dieses (1394 und 1396 etwas modilicirten) Privilegs erhoben die Herren von Rappoltstein bestimmt normirte Zollsätze, anfangs zu Gemar, später - wie es scheint - zu Gemar und zu Illhäusern (vgl. die französisch und deutsch abgefasste Bestätigungsurkunde des französischen Königs Ludwig X V . v o m 8. Alärz 1749). Illhausen, abgeg. Burg in Ulkirch-Grafenstaden (Ka. Geispolsheim, Kr. Erstein, U.-E.). Die Burg wurde 1427 von den Strassburgern zerstört. Sie gehörte damals den Kagen-eck. Später kam sie an die Wurmser (16. Jhdt.), dann an die Botzheim, die Dietrich, Klinglin und endlich an die Chastel. Klinglin liess 1730 ein Landhaus an ihrer Stelle bauen. Illingen, Df. (Ka. Metzerwiese [1790-1802 Ka. Königsmachern]. Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 371 E. 102 Hsr. (10 GRe.) - 195 m. - A G . Diedenhofen (4,2); Bhf. D. (4,0). - Elingen 1275 (?); El eng es 1306 (?) ; Ei langes 1316; Illingen 1624; Illange 1869. - Im Gebiete der Gde. lag das verschw. Schloss Aleilberg (s. d.). - StEBez. Diedenhofen. F w . (s. 1867, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Aletzerwiese (s. 1826, vorher Annexe der Pfarrei Bertringen). Kirche des hl. Hubertus (3. Nov.), 1880 erbaut. Rochuskapelle a m Südende des Ortes. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen. Gehörte zu der Herrschaft Aleilberg (s. d.). O b der Ort früher eine selbständige Herrschaft gewesen war, ist zweifelhaft. - 127.5 trug Pontius Troissin, Herr von Alal-roy, sein freies Allod zu Elingen bei Diedenhofen dem Erzbischof von Trier, Heinrich von Finstingen, zu Lehen auf, was der Graf von Luxemburg besiegelte. Später, 1306 und 1316, reversirten dafür die Erben der Troissin von Alalroy, die Herren von Volmeringen, 1402 mit den Herren von Larochette. Das Vorerwähnte könnte sich aber auch auf Weiler Elingen, Gde. Weimeringen, beziehen. 1432 war Illingen sicher Bestandtheil von Aleilberg und blieb dabei bis zur Revolution. G e m e i n d e w a l d 63,1 ha (Oberförsterei Kedingeni. Illingen, verschw. Df. zwischen Wintersburg und ! Zillingen (Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg, L.). Gehörte zur Herrschaft Burscheid (s. d.). Der Bann des im 16. Jhdt. zerstörten Ortes, 3 600 Morgen enthaltend, wurde um 1616 zwischen den Gden. Wintersburg, Zillingen und Alettingen vertheilt und gegen Grundzins verlehnt. Illkanal s. Doller 30, 111 44. Illkapelle, Fsths. (Gde., Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). 11 E. 1 Hs. 1860 erbaut. Daneben eine Kapelle, die Illwald-kapelle; sie verdankt ihre Entstehung wahrscheinlich dem Bau der Strasse nach Schnellenbühl nach 1300; bezeugt im 15. Jhdt. Beliebter Wallfahrtsort zu U. L. F, Alaria-Schnee. 1732 wurde die Kapelle erweitert und mit einer Wohnung für einen Eremiten versehen. Sie gehört zur Pfarrei St. Fides in Schlettstadt. 1887 wurden 2 neue Altäre, der 14 Nothelfer und der hl. Odilia, eingeweiht. Illkirch, Amt. Das strassb. A m t Illkirch (Territorium der Reichsstadt Strassburg) umfasste die Ortschaften Ulkirch-Grafenstaden (s. d.), Illwickersheim (Ostwald, s. d.) z. Th., Niederhausbergen (s. d.) und Schiltigheim (s. d.), ausserdem gesondert liegend Dorlisheim (s. d. >, Handschuhheim (s. d.), Ittenheim (s. d.). U l k i r c h - G r a f e n s t a d e n , Df. (Ka. Geispolsheim [s. 1790], Kr. Erstein, U.-E.). 5549 E. (Sterbf. 19,3, leb. Geb. 31,4 auf 1000). 800 Hsr. (24 GRe.) Serv.-Klasse IV. - A n der 111. 140 m. - Strbst. Grafenstaden (Stadt) (0,1). - Illen kirche 9. Jhdt.; Illechileche Anfang des lS.Jhdts.; ma. Ellkirrich, Graffestade, Groffestode; 1793-1814 j amtlich Illkirchstaden genannt. - Die Gde. umfasst den H O . Illkirch-Gr. (5367 E. 768 Hsr.) und die AO. Bei der Säule, Fort Werder, Ganzau, Hohwarth, Lichtenberg, Schaffhardt, Schwammenegerthal, Zwischenwerk Werder- Schwarzhoff. (Bis 1887 gehörte zu der Gde. auch der AO. Woog, der dann zur Gde. Ostwald kam.) - P. III. K L T. Ortsfernsprecheinrichtung (s. 1900). (Bhf. Grafenstaden [s. 1841] gehört zur Gde. Geispolsheim.) A G . Illkirch (s. 1872, vorher in Geispolsheim, zugleich Rheinschiffahrtsgericht), I umfassend den Ka. Geispolsheim. Notar. Gerichtsvollzieher. | Gendarmeriestation. StA. I. VerkehrStA. StEBez. für 1 die Gden. Bläsheim, Düppigheim, Düttlenheim, Enzheim, Eschau, Fegersheim, Geispolsheim, Holzheim, Ulkirch- Grafenstaden, Lingolsheim, Lipsheim, Ostwald. 2 Aerzte, darunter ein Kantonalarzt. Apotheke. Armr. (s. 1815). Sparkasse (s. 1890.) Wohlthätigkeitsverein: Frauenverein. Fw. (s. 1892, 3 Spritzen). Krgv. (s. 17. Febr. 1889). Turnv. (nicht der deutschen Turnerschaft angehörig). - Kath. Pfarrei IL Klasse (s. 1884, vorher s. 1802 Hilfspfarrei) des Dekanats Geispolsheim. Schutzheiliger hl. Symphorianus (22. Sept.). Prot. Pfarrei Augsb. Konf. Illkirch (bis 1837 mit Filiale Grafenstaden) des Konsistoriums St. Nikolai, Inspektion St. T h o m ä in Strassburg. Prot. Pfarrei Augsb. Konf. Grafenstaden (s. 1837) desselben Konsistoriums und derselben Inspektion. Die jüdischen Familien gehören zum Rabbinat Fegersheim. - Strassenbahnstationen: Illkirch, Grafenstaden (Stadt), Grafenstaden (4 Winden) (alle 3 s. 1886). Fischerei. Elsässische Alaschinenbaugesellschaft und Aletall-giesserei Grafenstaden (1838 aus der Firma Roll6 und I Schwilgue' in Strassburg entstanden). 1600-1700 Arbeiter. 1 Hauptsächlich Lokomotiven. (Vgl. Alülhausen). Fabrik ein- I gemachter Früchte (W. Regier). Getreidemühle (Gebr. |