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Show Metz. oo; Jhdts. wurde der Bischof vom Papste ernannt, wenn auch das Wahlrecht des Kapitels formell bestehen blieb. Die Kapitularstellen, welche allmählich bis zur Zahl von 60 angewachsen waren, wurden durch den Kardinal d'Aigrefeuille im Jahre 1384 auf 40 vermindert; thatsächlich waren nur 38 mit Domherren besetzt. Im Jahre 1556 a m 12. März bestätigte das Domkapitel die kurz zuvor durch den Kardinal Karl von Lothringen und den Bischof Francofs de Beauquirre ausgesprochene Cession von Stadt und Land Metz an die französische Krone. Litter.: Begin, Hist. et description pittoresque de la cathedrale de Metz etc. Metz 1843. Prost, Blondel et son oeuvre. Metz 1860 (auch Austrasie VIII, 109, 382, 411). R a c i n e , Du degagement de la cathedrale de Metz du cöte de la place d'armes, Reponse ä Mr. Prost. Metz 1860. V Jacob, Rech. hist. sur la tour et la cloche de Mutte de la cathedrale de Metz. Metz 1864. Dujardin, Notes sur la cathedrale de Metz. (Mem. de l'academie de Metz LIX, 293 ff) T o r n o w , die Metzer Kathedrale etc. (Jahresbericht des Vereins für Erdkunde in Metz II, 41 ff. Prost, L a cathedrale de Metz (Wichtigste Arbeit!). (Mem. de la soc. d'archeol. de la Moselle XVI, Urne partie. 1885.) W o l f r a m , Die älteste Kathedrale zu Metz 'Jahrbuch lür lothr. Geschichte und Alterthumskunde IV3, 240 ff. Metzer Dombaublatt 1886 ff.). - K o 11 egiat kirchen : Notre D a m e la R o n d e (S.Maria infra domum, seit 1207 auch S. Maria rotunda) ein dicht vor dem Westgiebel der merowing-i sehen und romanischen Kathedrale liegen des kleineres Gotteshaus (capella), das als bischöfliche Hauskirche diente. Wird schon in der regula Chrodegangi als «infra domum» d. h. innerhalb des bischöflichen Hofes gelegen erwähnt. Im Jahre 1130 errichtete Bischof Stephan von Bar die Kirche zum Kollegiatstift mit sechs Kanonikatspfründen und dotirte sie reichlich zu diesem Zwecke. Die Annahme eines Neubaus c. 1180 ist nur sehr unsicher begründet. Unter der Regierung des Bischofs Konrad vonScharfenberg kamen dieDomherren von St. Stephan und St. Maria überein, gemeinsam die Kathedralkirche neu zu errichten, so jedoch, dass St.Maria dann die drei westlichen Joche als besonderes Gotteshaus überwiesen bekam, aber durch die Höhe des Fussbodens und eine Trennungsmauer von St. Stephan abgetrennt blieb. (Ueber den Bau siehe Näheres bei St. Stephan i. Die Mauer fiel ca. 1382/3, dafür wurde der bisherige Chor als besondere Kirche für das Kapitel von S. Maria durch ein Eisengitter von der übrigen Kathedrale abgeschieden. Die sechs Stiftspfründen wurden 1735 unterdrückt und ihre Einkünfte für das Seminaire S. Simon verwandt. Litter.: S. St. Stephan; insbesondere Prost, L a cathedrale de Metz. K r a u s III, unter St. Stephan, besonders p. 476ff. S a u e r l a n d , die ältesten Urkunden zur Baugeschichte des Metzer Doms. (Dombaublatt X - X L) - S. P ierre-a ux- images. S. Petrus [Regula Chrodegangi] (S. Petrus infra domuin. S. Petrus major, S. Pierre li major, S. Petrus ad ymagines 1245, S. Pierre az ymaiges 1333, S. Pierre a voult 1276). Die Kirche lag hart neben der Kathedrale auf dem heutigen Paradeplatze. Ihre Gründung wird auf Bischof Goerich (c. 626) zurückgeführt von Chro-degang wurde sie umgebaut. In der Regula Chrodegangi wird sie bereits erwähnt und zu jener Zeit von denselben Kanonikern wie St. Stephan bedient. Aus einer Urkunde Bischof Stephans vom Jahre 1130 erfahren wir aber, dass die Kirche selbständige Kollegiatkirche war und von einem Propst mit vier Kanonikern bedient wurde. Im Jahre 1184 gelang es dem Propste, zur Erhöhung der Pfründnereinkünfte die Pfarrkirche von St. Gorgon mit ihren Einkünften, die bisher vor. St .Vincenz abhing, dem Kapitel zu inkorpo-riren und im folgenden Jahre konnten auch die Kanonikatspfründen u m zwei erhöht werden. Im Jahre 1493 wurde die Kirche St. Peter durch Propst Thomas Richard umgebaut; im 17. Jhdt. w ar das Gebäude aber dermassen vernachlässigt, dass es nur noch als Getreidemagazin benutzt wurde; das Volk gab der Kirche in Folge dessen den Spottnamen S. : Pierre l'Enfarine. Im Jahre 1712 wurde das Schiff der Kirche niedergelegt, der Chor 1754-1755. Die Stiftspfründen Rüden Propst und 5 Kanoniker haben noch bis 1790 bestanden. Nach den erhaltenen Nachrichten und Plänen war die Kirche dreischiffig mit neunseitigem polygonalem Chor. Litler.: Hist. de M. I, 387ff. Besonders P r ost, La cathedrale de Melz s. Index unter S. Pierre le majeur. - j Sainte Reinette, ehem. Kapelle in der rue des Clercs. c. 1 1358 gegründet von Nemmery Baudoche, Grossalmosenier der Kathedrale, als Annexe eines für den Almosenier bestimmten Hauses. Das Oratorium wurde 1 INS von Henriet Roucelz erneuert. Der Kapelle standen 13 Pfründen für junge und arme Kleriker zu; insofern war sie eine Art Kollegiatkirche. Litter.: Hist. de M. II, 555. - St. Salvator (St. Sauveur) auf dem heutigen St. Jacobsplatze, angeblich erbaut (c. 880) durch Bischof Wala, der auch hier beigesetzt wurde. Der | Bau wurde durch Bischof Adalbero III. (1047-1072) erweitert und als Kollegiatkirche ausgestattet. Die Kanoniker erhielten dieselben Rechte wie die von St. Stephan und bildeten mit den letzteren eine enge Gemeinschaft. Im Jahre 1565 wurden die Stiftspfründen, die 1154 auf 20 verringert wann, auf 12 reducirt. Schon in demselben Jahre wurde aber die i Kirche, weil von hier aus die Citadelle beschossen werden i konnte, niedergelegt. Nachdem sich die Stiftsherren sodann der Pfarrkirche St. Jacob bedient hatten, wurde auch diese [ 1574 zerstört, und das Kapitel war auf eine von der alten Kirche übrig gebliebenen Kapelle, die etwas ausgebaut wurde, beschränkt. 1792 wurden die Stiftsgebäude verkauft und der letzte Rest der Kirche 1798 oder 1802 in ein Privathaus um- ' gewandelt. V o m Refektorium noch namhafte Reste im heutigen <Klosterhof . Litter.: Hist. de M. II, 169ff. Clercx, Bull, de la soc d'arch. de la Mos. III, 8. Bouteiller, Eloge de Melz 110. - S. T h e o b a l d (S. Thiebauti, ehem. Kollegiatstift. Im Jahre 1158 oder 1159 von mehreren Geistlichen in ! der der Abtei Ste. Glossinde gehörigen vor der Stadtmauer gelegenen Kapelle Ste. Marie gegründet und Hol von Bischof Stephan als Kollegiatstift errichtet. Bestätigungen und Güterverleihungen durch Friedrich L, Innocenz III u. a. 1197 wurde ihr vom Grafen Albert von Dagsburg das Patronat der Heiligkreuzkirche verliehen, desgl. im Jahre 1199 das von S. Georg. Bischof Bertram beschränkte in einer undatirten Urkunde die Zahl der Stiftsherren auf 16. Zur Zeit Bischof i Jacobs (1239-1260) grossartiger Neubau der Kirche. Im Jahre 1444 wurde die Kirche niedergelegt und den Stiftsherren dafür 1452 das bisherige Gotteshaus des Magdalenenklosters zugewiesen. Da aber auch dieses den Wällen sehr nahe lag, so erlitt es 1552 dasselbe Schicksal, und das Stift siedelte nach der Pfarrkirche St. Martin über. Hier blieb es etwa 60 Jahre bis hinter dem Spital St. Nicolaus eine neue Kirche, die 1623 geweiht wurde, erbaut war. Der Bi- I schof St. Simon versuchte das Kollegiatstift zu unterdrücken und dessen Einkünfte dem von ihm gestifteten Seminaire S. 1 Simon zuzuwenden, hatte jedoch keinen Erfolg mit seinen Bemühungen. Litter.: Hist. de M. II, 281ff. - Cister-cienser. Le Petit Clairvaux. Ehemaliges Priorat, nach der Ueberlieferung gegründet durch Bernhard von Clairvaux, als er im Jahre 1153 in Metz weilte. Bernhard soll vomBischofStephan das Haus zwischen Bischof- und Kapellen-j Strasse erbeten haben (heutiger Eingang Bischofstrasse 22). Im Jahre 1304 gestattete Bischof Reinald dem Abte von Clairvaux, statt der Mönche hier Nonnen einzuweisen. Sie heissen in einer Urkunde von 1304 les grixes James de l'or-dre de Clervalz. 1599 wurde die Abtei Pontiffroy mit dem Priorat vereinigt, und 1611 Febr. 11 erwirkte die Aebtissin Volande de Monterby die Erhebung des Priorats zur Abtei durch eine Bulle Urbans VIII. 1741 wollte m a n die Abtei Pontiffroy wieder erneuern; der Geldaufwand überschritt aber die Mittel des Klosters und in Folge dessen wurde es im Jahre 1755 Mai 23 vom Könige aufgehoben. Die Güter wurden dem Spital S. Nicolaus zugewiesen. V o m Kloster |