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Show 480 Illkirchstadcn - Illzach. Baumann ca. 30 Arbeiter; täglich 70000 kg Alehl). Schlosserei (Alergenthalerc Hausindustrie: Gänsemästerei, auf eigene Rechnung. H a n d e l : Wein. Brenn- und Sägeholz. A m Alon-tage nach dun 10. jedes Alonats Viktualien- und Ferkelmarkt. Ursprünglich zwei Dörfer, die aber zusammen mit 111- wickersheim (heute Ostwald) dieselben Schicksale gehabt haben. Nach einer alten Notiz des Klosters Eschau wären demselben schon 778 Güter zu I. vom Bischof von Strassburg geschenkt worden. Im 10. Jhdt. hatte das St. Thomasstift zu Strassburg bedeutende Besitzungen zu L, die ihm 1163 von Friedrich I. bestätigt wurden. Auch die Klöster Ebersheimmünster und Hohenburg erscheinen im 11. Jhdt. in I. begütert, im 13. Jhdt. das Strassburger Domkapitel. Die Orte selbst waren alter Besitz des Reiches. 1288 wurden sie von Rudolf I. dem Claus Zorn, Schultheissen von Strassburg, verpfändet. 1325 gestattete Ludwig der Baier dem AI. Rurenderlin, sie aus dem Pfandbesitz der Zorn an sich zu lösen. Dasselbe gestattete Karl IV. 1369 dem Joh. Erb. Später (1415) erscheinen die Erb und die Zorn von Bulach als gemeinsame Pfandinhaber der Orte. 1418 jedoch verpfändete sie Kaiser Sigmund der Stadt Strassburg für 9000 Gulden, und von da ab sind sie mit kurzer Unterbrechung (1735-1753, w o sie durch einen 1753 annullirten Austausch mit Hönheim [s. d.] an den Strassburger Prätor Jos. Klinglin kamen) im Besitz der Stadt geblieben. Auch die Fähre auf der 111 bei I.-G. war Reichslehen. Sie wurde sammt dem Recht der Fischerei 1284 von Kaiser Rudolf den Alüllenheim verpfändet, 1413 von Sigmund den Erb und Zorn, 1418 der Stadt Strassburg. Später wurde dort eine Illbrücke gebaut und ein Zoll erhoben. Früher waren 2 Schlösser in I. vorhanden. Das eine, die Niederburg, war im 18. Jhdt. nur noch ein gewöhnliches Haus, das andere, Illhausen (s. d.) genannt, wurde 1427 von den Strassburgern zerstört. Bei I.-G. wurden 1445 die Armagnaken von einer Strassburger Schaar überfallen. In dem Botz-heimschen Hause zu I. später Wirthshaus zur Sonne) wurde a m 30. Sept. 1681 die Kapitulation Strassburgs unterzeichnet, durch welche die Stadt französisch wurde. Am Ib. August 1870 Ausfallgefecht bei I.-G. - Vor der Reformation gehörte I.-G. kirchl. zum Landkapitel Rheinau. 14o4 Rektorat, Plebanat, Primissariat und als Annexe je 1 Kaplanei zu Illwickersheim und Grafenstaden. Die Reformation wurde durch Strassburg schon früh eingeführt. V on 1722 bis zur Alitte des 19. Jhdts. Simultaneum. Die Katholiken gehörten zur Pfarrei Illwickersheim (Ostwald). Erst 17o0 wurde I.-G. zur selbständigen katholischen Pfarrei (königl. Pfarrei) erhoben und hatte bis zur Revolution die Pfarr-Annexen Neuhof, Klebsau und Gansau. Zehntherr von I.-G. war das Domkapitel, seit dem 16. Jhdt. gemeinsam mit dem Stifte St. Alarx. Patronatsherr war der Bischof von Strasburg. - Neolithische Funde. Gerne in de w aldilllkircher Wald, Oberförsterei Strassburg) 264,0 ha. (Alittelwald von Eichen, Rüstern, Eschen mit Weichholz aller Art.) Im Besitz der Gde. seit Jahrhunderten. Litt.: Delib^ration du Conseil munieipal de la commune d'Illkirch du 9 Aoüt 1838. [Strasb. 1838J. Dediberation de la Commission syndicale de Graffenstaden [betr. Abtrennung des Ortes von Illkirch]. Seance du 9 Aoüt 1S38. Strasb. [1838]. 40. Observations adress^es par la commission syndicale de Gr. k Airs, les Prösidents et Alembres du Conseil general du Bas-Rhin. Strasb. [o. J.] Response aux observations . . . par plusieurs citoyens d'Illkirch. Strasb. [1849]. M., G., Grafenstaden. (Alitth. d. Ges. f. d. Erh. d. gesch. Dkm. d. Eis. 2. ser. 18, 1898, S. 15*-17*.) Illkirchstaden. 1793-1814 amtliche Benennung für die Gde. Ulkirch-Grafenstaden (Ka. Geispolsheim, Kr. Erstein, U.-E.). Illmühle, Fsths. (Gde., Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). Früher AO., jetzt Theil der Gde. Schlettstadt. Ill-Rhein- oder R upr echt saue r -Kanal (1S35 bis 1842 gebaut, Kosten 1120000Alark), letztes Glied der Wasserstrasse zwischen R h o n e und M a r n e einer- und Rhein andrerseits, beginnt an der Ostspitze des Illbeckens und mündet in den Kleinen R h e i n , 400 m oberhalb dessen Alündung in den Rhein. - 1,847 km, 2 Drehbrücken, Breite des Wasserspiegels 27,70 m , Wassertiefe 2,16 m. 2 Schleusen 55,10 m lang, 12 m breit, die untere, 1891 verlängert, hat 3 Schleusenkammern von 35 m, 55,10 m und 90,10 m Länge, so dass die grössten Rheinschife durchgeschleust werden können. Diese Schleuse hat 6 Schleusenpaare, 3 zur Wasserhaltung im Kanal, 3 zur Abhaltung des Rheinhochwassers. Gespeist früher durch den Franzosen-, jetzt durch den Umleitungskanal. - Zugleich mit dem Ill- R h e i n - K a n a l wurde die 111 innerhalb Strassburgs und der S t a d t g r a b e n (Falsche W a l l k a n a l ) kanalisirt. Kosten: 1 398 400 Alark. Die 111 erhielt 2 Schleusen, 39,20 m lang, 5,30 m breit, die untere unterhalb des Illbeckens - 3 ha - in einem Nadelwehr zur Wasserhaltung in den K a n ä len, die obere bei der Zornmühle. Der S t a d tgrab e n-kanal hatte eine Schleuse kurz vor der Wiedervereinigung mit der 111. Dadurch stand das Wasser höher als die Keller der benachbarten Häuser, weswegen 1866-69 oberhalb bei Beginn des K a n a l s ein Schützenwehr mit Schleuse gebaut und die untere abgebrochen, ausserdem die Sohle des K a n a l s u m 1 m vertieft wurde, so dass nunmehr umgekehrt die Häuser zu diesem abwassern können. Seit dem Bau des Umleitungskanals wird der Stadtg r a b e n k a n a l nicht mehr befahren und ist der Hafen a m alten Zollhause 1894 beseitigt. Illwald s. Schlettstadt, Gemeindewald. Illw aldkapelle s. lllkapelle. Illwickersheim. Früherer N a m e für Ost wald (Ka. Geispolsheim, Kr. Erstein, U.-E.). Illzach, Df. (Ka. Habsheim [1798-1802 Ka. Mülhausen], Kr. Alülhausen, O.-E.). 2163 E. (Sterbf. 15,6, leb. Geb. 27,9 auf 1000). 302 Hsr. (18 GRe.) - 232 m. - A.-, L.- u. SchwG. Alülhausen (4,4); Strbst I. (0,0). - H i l c i a c u m 835; Ilzicha 1040; Ilzeche 1241; ma. Illzi. - Die Gde. umfasst den HO. I. (1269 E. 196 Hsr.) und die AO. Burgweiler, Aloden-heim, Alülhauserstrasse, Napoleonsinsel, Strüthwasen. -- P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1901). Bhf. Napoleonsinsel (s. 1878). Gendarmeriestation. Ortseinn. StEBez. Sausheim. Privat-Blindenanstalt («Evang. Blinden werk»), 1857 als «Asile des aveugles» gegründet durch Alph. Köchlin, der, selbst erblindet, die Anstalt leitete. Bei der Gründung unterstützte ihn der gleichfalls erblindete Fabrikant Georg Scheidecker vom Hause Eduard Voucher, indem er ein altes Bauernhaus in I. und 500 Francs Rente schenkte. Ein Verwaltungsrath bildete sich im Jahre 1S59. In den ersten Statuten heisst die Anstalt «Oeuvre 6vang. en faveur des aveugles». Sie nimmt jedoch Blinde aller Konfessionen auf. Die Anstalt erhielt seit ihrer Gründung vielfache Unterstützung von Privatleuten; ebenso gewährt der Staat einen jährlichen Zuschuss. Sie ist keine Versorgungs-, sondern eine Unterrichtsanstalt, 1895 zählte sie mehr als 80 Zöglinge. Jakobusstift, evangel. Waisen- und Erziehungsanstalt, für Knaben, gegründet 1894. Alagdalenenstift (s. 1894). Armr. (s. 25. April 1878). Verbds.- Fw. (s. 1872, 3 Spritzen). - Filiale der kath. Hilfspfarrei Kingersheim (s. 1829), mit Ausnahme der A O . Burzweiler, der in Pfastatt, und Napoleonsinsel, der in Rixheim eingepfarrt ist. Reformirte Pfarrei (s. 1527) des Konsistoriums Alülhausen. Sprengel: I. (mit Ausnahme der Napoleonsinsel) und die evang. Diaspora in Kingersheim. Sausheim, Wittenheim, Rülisheim, Baldersheim u. s. w. Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. - Knochensiederei (s. 1869), 7 Arbeiter. Fettschmelze, 3 Arbeiter. Die Blindenanstalt stellt j BUrstenwaaren, Seilerarbeiten und Korbflechtereien her. ' Kleine Ziegelei. Seit 1897 chemische Fabrik von Wegelin. I W'agenfabrik A. E. Helmcr (25 Arbeiter, Dampfkraft). |